Opfer wurden ruhiggestellt: Das erschütternde Pädophilen-System des Adrian V.

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Kinderschänder-Zirkel im Visier: Opfer wurden ruhiggestellt: Das erschütternde Pädophilen-System des Adrian V.

Je mehr Details ans Tageslicht kommenden, desto erschütternder wird das Ausmaß der Pädophilie-Fälle von Münster. Bislang sind drei Kinderschänder ins Visier der Ermittler geraten. Im Gespräch mit FOCUS Online schließt die Staatsanwaltschaft jedoch nicht aus, dass es noch weitere Mittäter gibt.

Martin Botzenhardt ist vorsichtig mit Bewertungen. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, beschreibt der Münsteraner Oberstaatsanwalt den Stand der Ermittlungen in einem neuen Missbrauchskomplex mit elf Beschuldigten um einen 27-jährigen IT-Techniker. „Aber es nicht auszuschließen, dass noch weitere Tatverdächtige und Opfer dazu kommen werden“, erklärt der Behördensprecher gegenüber FOCUS Online.

Die Schlüsselfigur Adrian V. soll mit anderen Männern in der westfälischen Metropole vor allem in einer Gartenlaube im Kleingartenverein „Bergbusch“ drei Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren gequält und vergewaltigt haben, darunter insbesondere seinen zehnjährigen Stiefsohn. Die Aufnahmen stellte der mutmaßliche Kinderschänder ins Netz.

Inzwischen sitzt Adrian V. mit sechs Komplizen in Untersuchungshaft. Dazu gehört auch seine 45 Jahre alte Mutter, die ihrem Sohn häufig den Schlüssel zu dem Gartenhäuschen überließ. Den Ermittlungen zufolge wusste Carina V., die als Erzieherin in einer Kindertagesstätte arbeitete, was sich dort abspielte.

Lügde, Bergisch-Gladbach und nun Münster. Erneut sorgt ein Fall in NRW für Schlagzeilen, erneut enttarnen hiesige Ermittler einen Missbrauchszirkel, der bundesweite Kreise zieht. Die Verdächtigen kommen aus Kassel, Hannover, Schorfheide, Staufenberg und Köln. Letzterer habe den Missbrauch an dem Stiefsohn bereits gestanden, berichtet Oberstaatsanwalt Botzenhardt.

Erschütternde Foltervideos in Darknet

Wieder einmal spielen einschlägige Foren im Netz eine Rolle, gerade das abgeschottete Darknet bietet pädokriminellen Netzwerken meist ausreichend Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung. Hier zählen nur Kinderpornodateien als Eintrittskarte, das macht es den Cyber-Fahndern so schwer, den Zugang zu den geheimen Foren zu finden. Nach wie vor dürfen sie keine echten Bilder benutzen, und der Nutzwert computergenerierter Aufnahmen ist unter Praktikern umstritten.

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Seitdem NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Kampf gegen Kinderpornografie und Missbrauch das Personal bei der Kripo vervierfacht und 32 Millionen Euro unter anderem in neue Auswerte-Technik investiert, graben die Fahnder weitaus tiefer in der Welt der digitalen Schattenmänner als zuvor. Die Zahl der Verfahren hat sich in NRW seit 2019 auf 3709 verdoppelt. Reul: „Dadurch werden wir immer mehr Fälle ans Tageslicht fördern.“

Oft sehen die Strafverfolger in erschreckende menschliche Abgründe: Chats in schwer zugänglichen Messengerdiensten verbreiten Foltervideos, manche Teilnehmer treffen sich zum Missbrauch in Eins-zu-Eins-Live-Foren auf der Plattform „Omegle“ oder tauschen ihre Kinder aus, um sich gemeinsam stundenlang an ihnen zu vergehen.

So geschehen in Münster: In der Gartenlaube   sorgte Adrian V. mit seinen Komplizen den Ermittlungen zufolge für Missbrauchspartys. Die Bekannten hatte er in Chats im Darknet kennen gelernt. An seinem Geburtstag Ende April wurden die Jungen stundenlang mit Werkzeugen gequält. Die Kinder sollen mit Medikamenten ruhiggestellt worden sein. Ähnlich wie manche Opfer im Missbrauchskomplex, der in Bergisch-Gladbach seinen Anfang nahm.

Mitunter soll Adrian V. seinen Stiefsohn auch in einschlägigen Plattformen angeboten haben. Dann begab er sich auf Tour und lieferte seinen Schützling den Interessenten aus.

Hochkriminelles, ausgeklügeltes Pädophilen-System

Adrian V. verfügte über eine hohes IT-Know-How. Im doppelten Deckenboden der Gartenlaube entdeckten die Kommissare eine Videoanlage, gigantische Datenmengen von 800 Terrabyte wurden bei den Durchsuchungen in zwölf Objekten sichergestellt. Bisher gelang es den IT-Forensikern nur eines der Laptops des Hauptbeschuldigten zu entschlüsseln.

Dort fanden sich bereits zahlreiche Clips über seine Taten. Der Zirkel kommunizierte nach Angaben der Staatsanwaltschaft über spezielle Handys, die nur wenige Kontaktdaten aufwiesen. „Und da die inhaftierten Beschuldigten nicht die Passwörter für ihre Rechner nennen, wird es noch länger dauern, bis wir weitere Daten auslesen können“, sagte Oberstaatsanwalt Botzenhardt.

Adrian V. lebte mit der Mutter seines Stiefsohnes seit Jahren zusammen. Ihre Rolle in den Ermittlungen ist noch unklar. Wusste die Frau etwas über das Geschehen in der Gartenlaube, oder war sie ahnungslos? „Bisher besteht kein dringender Tatverdacht“, bekundete Botzenhardt, „aber die Ermittlungen dauern noch an.“

Missbrauchsfall: Verdächtiger war wegen Kinderpornografie vorbestraft

Erneut wirft Verhalten der Jugendbehörden Fragen auf

Wie so häufig in der Vergangenheit wirft das Verhalten der Jugendbehörden und der Justiz auch im Fall Münster Fragen auf. Adrian V. wies mehrfache Einträge im Strafregister auf. Bereits als Jugendlicher fiel er nach FOCUS-Online-Informationen wegen Betrugs- und Diebstahlsdelikten auf. 2016 musste er sich vor dem Schöffengericht wegen des Verbreitens von 38 Kinderpornodateien verantworten. Er hatte über das File-Sharing-Programm „eMule“ perverse Clips hochgeladen. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein, und kassierte zwei Jahre auf Bewährung mit der Auflage eine angefangene Therapie wegen seiner pädokrimen Neigungen weiter zu betreiben. Ein Jahr später wurde der Delinquent zu einer weiteren Bewährungsstrafe nebst Therapiefortführung verurteilt.

Das Jugendamt Münster war zeitweilig involviert. Auf FOCUS-Online-Anfrage stellte die westfälische Metropole eine Chronologie der Ereignisse zusammen: Demnach gingen im Dezember 2014 im Kommunalen Sozialdienst (KSD) die Informationen über die erste Anklageschrift gegen Adrian V. ein. Im Dezember 2014 nahm der KSD Kontakt zur Mutter des späteren Opfers auf. „Es gab mehrere Kontaktversuche, bis im Januar 2015 das erste Gespräch mit der Mutter stattfinden konnte“, teilte Stadtsprecher Thomas Reisener mit.

In jener Zeit sei auch das Familiengericht über das Strafverfahren gegen den heutigen Tatverdächtigen informiert worden. In der Folgezeit sollte der KSD den Richtern über die Lebensumstände des Kindes berichten. Die Mitarbeiter der Jugendbehörde führten daraufhin weitere Gespräche mit der Mutter des Jungen. Anfang Oktober 2015 informierte der Kommunale Sozialdienst das Gericht über die Gesprächsverläufe. Daraufhin wurde für Ende Oktober 2015 ein gerichtlicher Erörterungstermin anberaumt.

Letztlich gelangte das Gericht zum Schluss, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen. Ein halbes Jahr später sollte der Fall erneut geprüft werden. „Es erfolgten weitere Kontakte des KSD mit den Beteiligten sowie der Schule des Kindes“, teilte der Stadtsprecher mit. Die Informationen wurden an das Gericht weitergereicht. Anfang Mai 2016 sei das Verfahren beendet worden.

Drei Monate später informierte die Staatsanwaltschaft den KSD über die zweite Anklageschrift, die sich auf Taten vom September 2014 bis Mai 2015 bezog.

Mutter lehnte Hilfen des Jugendamtes ab

Der Sozialdienst initiierte eine Fallberatung in einer sogenannten „Clearingstelle“ in der  Kinderschutz-Ambulanz. In dem Gremium prüfen Vertreter der Polizei, der Justiz, der Psychologie, des Kinderschutzes und pädagogischer Fachkräfte anonymisiert die problematischen Fälle. „Im Rahmen der damaligen Bewertung durch die beteiligten Experten und Fachkräfte wurden keine ausreichenden Fakten auf mögliche Gefährdungsmomente beschrieben, die einen Eingriff in das mütterliche Sorgerecht gerechtfertigt hätten oder eine Herausnahme des Kindes aus dem mütterlichen Haushalt“, berichtet Reisener.

Immer wieder habe man seitens der Stadt Kontakt zur Partnerin des Tatverdächtigen und Mutter aufgenommen. „In einem Gespräch lehnte die Mutter weitere Hilfen durch das Jugendamt ab“, so die Stellungnahme weiter. Der jetzt als Missbraucher bekannt gewordene Täter habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Therapie befunden. „Auf Grundlage der fachlichen Bewertung der uns damals bekannten Fakten wurde die Kindesmutter nach 2016 in Ihrer Elternverantwortung belassen. Es gab bis heute keine Hinweise aus dem sozialen Umfeld auf eine mögliche Gefährdung oder Auffälligkeiten des Kindes.“ Vom fortwährenden Martyrium des heute zehn Jahre alten Jungen bekamen die Behörden allerdings nichts mit.

Alle Warnsignale versagten

Erklärungen, die das Dilemma beleuchten, in dem sich meist personell unterbesetzte Jugendämter befinden, wenn ihnen auch noch nachsichtige Richter das Leben erschweren.

Im westfälischen Lügde, 200 Kilometer von Münster entfernt, lag der Fall deutlich anders. Hier versagten alle Warnsignale vor dem Kinderschänder Andreas V., genannte Addi. Obschon immer wieder Hinweise auf seine perversen Neigungen eingingen, hatten die zuständigen Jugendamtsmitarbeiter dem Dauercamper das siebenjährige Mädchen Mandy (Name geändert) zur Pflege überlassen.

Wie sich später herausstellte hatte Addi, 56, binnen zwei Jahrzehnten Dutzende bis zu seiner Festnahme Ende 2018 Schülerinnen im Alter von vier und zwölf Jahren vergewaltigt. Videos von seinen Taten stellte er ins Netz. Allein seine Pflegetochter hatte der inzwischen zu 13 Jahren Haft verurteilte Kinderschänder 132 Mal missbraucht. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Düsseldorf sucht seit Monaten das Versagen der zuständigen Jugendämter zu ergründen und stößt bei den Jugendamtsmitarbeitern einzig auf eine Mauer des Schweigens.

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