Polen steht nach Präsidentenwahl vor langer Auszählungsnacht | Aktuell Europa | DW

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Für die in Polen regierende nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) könnte die Stichwahl um das Präsidentenamt damit zur echten Zitterpartie werden. Während ein Sieg des von ihr unterstützten Amtsinhabers Andrzej Duda die Vormachtstellung der PiS festigen würde, dürfte eine Niederlage ihren Einfluss deutlich schwächen.

Erste Prognosen bringen noch keine Klarheit

Auf Duda entfallen demnach 50,4 Prozent der Stimmen, sein oppositioneller Herausforderer Rafal Trzaskowski von der liberalen Bürgerplattform (PO) kommt auf 49,6 Prozent. Die Prognosen beruhen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen in rund 500 Wahlbüros. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos haben sie eine Fehlertoleranz von zwei Prozentpunkten. 

Das polnische Staatsoberhaupt bestimmt zwar nicht die Politik der Regierung, kann aber deren Gesetzesentwürfe mit seinem Veto blockieren.

Polen Stichwahl Präsidentenamt | Rafal Trzaskowski, Kandidat (Reuters/A. Bochenek/Agencja Gazeta)

Amtsinhaber Andrzej Duda im Wahllokal

In den vergangen zwei Wochen warben beide Kandidaten unermüdlich um die Anhänger der neun ausgeschiedenen Mitbewerber. Während der 48 Jahre alte Duda für ein erzkonservatives Polen steht, kämpfte der gleichaltrige Trzaskowski für einen pro-europäischen Kurs. Zuletzt versuchte Duda auch mit Ressentiments gegen Deutschland bei seinen Wählern zu punkten: So hatte er deutschen Medien eine Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl in Polen vorgeworfen. Seine Kritiker kreiden Duda auch an, dass er sich nicht gegen die PiS und deren starken Mann, Jaroslaw Kaczynski, behaupte. Von seinen Gegnern wird Duda als Kaczynskis “Kugelschreiber” verspottet.

Und es ging bei der Präsidentenstichwahl nicht nur um die künftige politische Ausrichtung Polens, sondern auch um die gesellschaftliche. Trzaskowski unterstützt die Einführung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare lehnt aber auch er ab.

Polen Stichwahl Präsidentenamt | Rafal Trzaskowski, Kandidat (Reuters/G. Celejewski/Agencja Gazeta)

Oppositionskandidat Rafal Trzaskowski mit Ehefrau bei der Stimmabgabe in Warschau

Mitten in der Corona-Epidemie lag die Wahlbeteiligung unerwartet hoch. Mit mehr als 52 Prozent der Stimmberechtigten lag sie am Nachmittag rund vier Prozentpunkte höher als zum selben Zeitpunkt in der ersten Runde vor zwei Wochen.

Duda hatte im ersten Wahlgang am 28. Juni mit 43,5 Prozent die mit Abstand meisten Stimmen erzielt, die erforderliche absolute Mehrheit aber verfehlt. Der Warschauer Bürgermeister Trzaskowski von der Bürgerplattform PO erreichte damals mit 30,5 Prozent mehr als einen Achtungserfolg – und damit Platz zwei. Bei der Stichwahl genügt die einfache Mehrheit.

qu/ust (dpa, rtr)



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