Polizeieinsatz in Düsseldorf: Darstellungen der Beteiligten widersprechen sich

0
109
Werbebanner

Anfang Juli begegnete Samy Charchira dem Landesvater. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) überreichte dem Grünen-Kandidat für den Düsseldorfer Stadtrat und Islam-Experten den Verdienstorden für NRW. Der Sozialpädagoge trage dazu bei, dass „aus dem Nebeneinander von Menschen verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Glaubens ein Miteinander von Menschen werden kann, die in Nordrhein-Westfalen ihre Heimat haben“, begründete Laschet seinerzeit die Auszeichnung.

Kürzlich erst monierte der Grünen-Politiker in einem Zeitungsinterview, wie sehr das Ansehen der Polizei unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund Schaden genommen habe. „Im Netz kursieren sehr viele Filme, auf denen Polizeigewalt zu sehen ist“, meinte Charchira. Und so verurteilte der Sozialpädagoge mit marokkanischen Wurzeln vehement kurze Internet-Clips eines umstrittenen Polizeieinsatzes in der Düsseldorfer Altstadt vom Samstagabend. „Dass Polizisten sich auf Kopf/Hals einer am Boden liegenden, bereits fixierten Person knien, kann nicht verhältnismäßig sein.“

Die Videos zeigen, wie Beamte einen 15-jährigen renitenten Jugendlichen namens Ali M. (Name geändert) nahe des McDonalds am Bolker Stern zu Boden brachten. Es ist nicht klar zu erkennen, ob ein Polizist mit seinem Bein seitlich den Kopf oder den Hals des Deutsch-Marokkaners niederdrückt. Letzteres wäre hierzulande strafbar. Solch eine Festnahmeaktion führte zum Tod des US-Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten in Minneapolis vor drei Monaten.

“Körperliche und psychische Verfassung des Opfers ist prekär”

Angesichts der Bilder aus Düsseldorf empörte sich Charchira. Kurz darauf legte der Rathauskandidat nach: Er habe nun das Opfer Ali M. und seine Eltern getroffen: Dem Jungen gehe es nicht gut, berichtet der Lokalpolitiker. „Nach seiner brutalen Festnahme wurde er ins Krankenhaus eingeliefert mit Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades. Er erlitt mehrere Prellungen im Gesicht, am Schädel, im Becken, an der Brust- und Halswirbelsäule. Seine psychische Verfassung, aber auch die seiner Eltern ist prekär.“

NRW-Innenminister Herbert Reul hat bereits am Montag umfassende Aufklärung versprochen. Die rot-grüne Opposition erwartet für den Innenausschuss in zwei Tagen einen umfassenden Bericht zu den Vorfällen von der Landesregierung.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Polizeibeamte

Wie FOCUS Online erfuhr, ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen vier Polizeibeamte, die an der Festnahme beteiligt waren. „Dabei besteht zunächst einmal nur ein Anfangsverdacht“, sagte Behördensprecher Julius Sterzel.

Als Hauptbeschuldigter gilt ein 29-jähriger Polizeikommissar, der auf den Privatvideos zu sehen ist, wie er den jungen Delinquenten mit dem Bein am Boden hält, um ihn zu fixieren. Sein Bonner Anwalt Christoph Arnold bestreitet die Vorwürfe gegen seinen Mandanten: „Die Videos sparen die Vorgeschichte der Festnahme komplett aus, der Jugendliche hat zuerst auf die Beamten eingeschlagen und hat sie wüst beschimpft.“

Anwalt des Verdächtigen widerspricht vehement

Schließlich sei er mit einer erlaubten polizeilichen Einsatztechnik zu Boden gebracht worden, um ihn zu fixieren. „Komischerweise war er noch unverletzt, als er später die Wache im Beisein seiner Eltern verlassen hat. Hätte er über Schmerzen geklagt, hätte man ihn mit einem Krankenwagen in eine Klinik gefahren. Hat er aber nicht“, erklärte Arnold.

Ähnlich schildert die Polizei in Duisburg, die aus Neutralitätsgründen den Fall untersucht, die Abläufe an jenem Samstagabend: „Der 15-jährige Jugendliche hatte nach unserem Kenntnisstand auf dem Weg zur Wache nicht über irgendwelche Schmerzen geklagt”, berichtete Polizeisprecher Stefan Hausch. Auf der Wache habe er einen klaren Eindruck hinterlassen, sei kognitiv nicht eingeschränkt gewesen. „Er hat auch nicht um eine ärztliche Untersuchung gebeten, augenscheinlich wirkte er unverletzt und wurde dann seinen Eltern übergeben.”

Auch soll sich Ali M., der Kriminal-Akten wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstählen und Sachbeschädigung füllen soll, mit einem TV-Reporter Kontakt aufgenommen haben. Auch hier soll zunächst keine Rede von körperlichen Schäden gewesen sein.

Derzeit werten die Ermittler die Überwachungskameras aus, die am Bolker Stern und bei Mc-Donalds das Terrain filmen. Von den Aufnahmen erhoffen sich die Ermittler weiteren Aufschluss über den Ablauf der Geschehnisse. „Ein Ergebnis steht aber noch aus“, resümierte Staatsanwalt Sterzel.

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

5 × 4 =