Polizeigewalt-Opfer postet fröhliches Snapchat-Video, Beamter macht neue Angaben

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Ali M. (Name geändert) wirkt nach seiner umstrittenen Festnahme durch die Düsseldorfer Polizei alles andere als eingeschüchtert. In einem kurzen Clip via Snapchat läuft der 15-jährige Jugendliche durch einen Park, dankt allen Bekannten im Netz für ihre Besserungswünsche. „Ich küsse alle eure Herzen“, bekundet der dunkelhaarige Lockenkopf, die Baseballkappe lässig rückseits auf den Kopf gesetzt. Zugleich kündigte Ali M. ein weiteres Statement an über die Dinge, die da vorgefallen seien. Die 13-Sekunden lange Sequenz beendete der Deutsch-Marokkaner mit einem grinsenden Feixen.

Von den kolportierten Verletzungen, die Ali M. bei einer Festnahmeaktion am Samstagabend in der Düsseldorfer Altstadt durch Polizeibeamten erlitten haben soll, ist nichts zu sehen. Zumindest weist er keine erkennbaren Schäden am Kopf auf.

Dabei hatte der Grünen-Lokalpolitiker Samy Charchira nach einem Besuch bei der Familie berichtet, dass der Schüler ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades durch den Zugriff der Beamten nahe McDonalds am Bolker Stern erlitten habe. Einen Tag lang habe der Junge zur Beobachtung im Krankenhaus verbracht. „Er erlitt mehrere Prellungen im Gesicht, am Schädel, im Becken, an der Brust- und Halswirbelsäule. Seine psychische Verfassung, aber auch die seiner Eltern ist prekär“, führte der Kandidat für die anstehenden Kommunalwahlen in Düsseldorf aus. Das Video des „Opfers“ hingegen zeigt einen jungen Mann, der augenscheinlich kaum beeinträchtigt scheint. FOCUS Online fragte bei dem Grünen-Politiker bezüglich der Hintergründe nach, erhielt aber keine Antwort.

Beschimpfte Ali M. die Beamten als “Hurensöhne”?

Der Fall schlug Wellen, nachdem kurze Clips im Netz eine scheinbar brutale Vorgehensweise eines Polizeikommissars bei der Festnahme des 15-jährigen Jugendlichen zeigten. Ali M. soll sich in einen Einsatz in der Altstadt eingemischt und auf die Beamten eingeschlagen haben. Dabei beschimpfte er sie als „Hurensöhne“, auch soll er klar gemacht haben, dass er „diese Uniform schon immer gehasst“ habe.

Zwei Ordnungshüter brachten den einschlägig polizeibekannten Randalierer nach längerem Hin und Her zu Boden. Einer von ihnen drückte ihn mit dem Knie nach unten. Derzeit ist nicht klar, ob das Bein auf dem Kopf lag oder auf dem Hals. In letzterem Falle erfüllt eine solche Aktion den Tatbestand strafbarer Polizeigewalt. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen vier Beamte.

Mit George Floyds Tod in einen Topf geworfen: “Das geht gar nicht”

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) versprach angesichts der im Netz kursierenden Videofragmente zu dem Einsatz eine umfassende Aufklärung. Derzeit werten die Ermittler die Überwachungskameras am Tatort aus. Danach lassen sie die Szenen von Einsatztrainern bewerten, um Recht von Falsch zu trennen. Am Ende muss die Staatsanwaltschaft über eine Anklage entscheiden.

Derzeit laufen Ermittlungen insbesondere gegen einen 29-jährigen Kommissar. Er hat sich erstmal einige Tage Urlaub genommen, um die Vorwürfe zu verarbeiten, berichtet sein Verteidiger Christoph Arnold. „Was ihn besonders anfrisst, ist der Umstand, dass er mit dem gewaltsamen Tod des US- Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten in Minneapolis in einen Topf geworfen wird, das geht gar nicht“, meint der Bonner Anwalt. Nach seinen Angaben soll bei dem Jugendlichen zudem ein blutverschmierter Mundschutz sichergestellt worden sein. Diese Utensilien verwenden nicht nur Boxer, sondern auch Fußball-Hooligans, wenn sie sich zu einer Schlägerei mit rivalisierenden Gruppen verabreden, um ihre Zähne zu schützen. Die Ermittler wollten dies auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Unterstützer von Ali M. haben zu Protestzug aufgerufen

Neben den Verfahren gegen die Polizisten ermitteln die Strafverfolger auch gegen den 15-jährigen Ali M. wegen des Widerstandes gegen Vollzugsbeamte. Es ist nicht das erste Strafverfahren, das gegen ihn anhängig ist. In seiner Kriminalakte tauchen weitere auf. Nach Ansicht des CDU-Innenpolitikers Gregor Golland handelt es sich „bei dem vermeintlichen Opfer um einen gewaltbereiten Jugendlichen, der vorsätzlich Polizisten angegriffen hat. Das Kesseltreiben und die Hetze durch SPD und Grüne gegen Polizeibeamte, die jeden Tag Kopf und Kragen riskieren, ist unerträglich.“

Abseits dessen darf sich die Polizei am Wochenende auf neuen Ärger in dem Fall einstellen. Unterstützer des Jugendlichen haben zu einem Protestzug durch die Düsseldorfer Innenstadt aufgerufen.

 

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