Positive Parenting: Kinder brauchen Führung – was viele Eltern falsch verstehen

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“Positive Parenting” ist eine Philosophie, die auf der Idee der Bindung basiert. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Erziehungsmethode, sondern beinhaltet auch, die Beziehung zu seinen Kindern auf eine völlig andere Art und Weise zu gestalten. Dies ermöglicht es uns, während allen Entwicklungsstadien und Altersstufen eine starke Bindung zu unseren Kindern aufrechtzuerhalten und sie zu freundlichen und verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen.

Konventionelle Erziehungsmethoden spielen Eltern und Kinder häufig gegeneinander aus, als wären sie Gegner in einem nie enden wollenden Machtkampf. Dies führt zwangsläufig zu einem Bindungsverlust zwischen den Familienmitgliedern und zu großem Unmut.

Zusammenarbeiten statt gegeneinander

Mit “Positive Parenting” können Sie die enge Bindung, die Ihr Kind so dringend braucht, aufrechterhalten. Sie können es begleiten, bis es auf eigenen Beinen steht, und mit ihm zusammenarbeiten, anstatt gegeneinander zu sein. Sobald Sie wieder eine enge Bindung zueinander haben, kommt der Wille zur Kooperation und automatisch auch wieder mehr Glück und Ruhe ins Familienleben.

Viele Leute fragen, ob es sich dabei um einen permissiven, also freizügigen und nachlässigen Erziehungsstil handele, aber das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Permissive Eltern setzen weder Grenzen, noch fordern sie deren Einhaltung ein, positive Eltern schon.

Ich kann verstehen, dass es zunächst ein Ding der Unmöglichkeit scheint, ohne Strafandrohung Grenzen zu setzen, aber ich versichere Ihnen: Der Verzicht auf Bestrafung ist nicht gleichzusetzen mit dem Verzicht auf Disziplin.

Ich bin der festen Überzeugung, dass den Unzulänglichkeiten des Lebens nicht mit Strafen beizukommen ist. Kinder übernehmen Verantwortung für ihr Handeln, indem sie Falsches berichtigen, Probleme, die sie verursacht haben, selbst lösen und lernen, zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen. Ein Kind lernt Selbstdisziplin durch Handeln und nicht durch Strafen. (…)

Die fünf Prinzipien von “Positive Parenting”

“Positive Parenting” stützt sich auf fünf Grundpfeiler: Bindung, Respekt, proaktive Erziehung, empathisches Führen und positive Disziplin. Bei der Bildung einer engen Eltern-Kind-Bindung greifen diese fünf Prinzipien ineinander und ermöglichen es, Ihr Kind als die starke Führungsfigur, die es braucht, durch seine Kindheit zu begleiten.

1. Bindung

Nach den Begründern der Bindungstheorie, dem englischen Kinderpsychiater John Bowlby sowie der amerikanischen Psychologin Mary Ainsworth, sind die Bindungen, die wir als Kind zu unseren ersten Bezugspersonen aufbauen, verantwortlich für:

  • die Qualität aller unserer zukünftigen Beziehungen,
  • unsere entsprechend stark oder schwach ausgeprägte Fähigkeit, uns zu fokussieren, unsere eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen sowie uns selbst zu beruhigen,
  • unsere Fähigkeit, Schicksalsschläge zu verkraften.

Kinder haben die Veranlagung, Bindungen auf biochemischer Ebene aufzubauen. Dies geschieht zunächst mit ihren engsten Familienmitgliedern, später erweitert sich der Personenkreis. Finden diese frühen Verknüpfungen im Gehirn des Kindes nicht statt, kann sich sein Gehirn nicht normgerecht entwickeln. Kann das Kind aber stabile Bindungen aufbauen, gibt ihm dies ein Gefühl der Sicherheit.

Forscher fanden Hinweise darauf, dass Kinder, die in jungen Jahren keine festen, sicheren Bindungen entwickeln, im späteren Leben häufig Verhaltensauffälligkeiten aufweisen und Beziehungsprobleme haben.

2. Respekt

Kinder verdienen ebenso große Beachtung, Rücksicht, Höflichkeit und Zuvorkommenheit wie alle anderen Menschen auch. Studien haben gezeigt, dass Kinder von liebenden, fürsorglichen Eltern einen größeren Hippocampus entwickeln, wodurch sie über eine bessere Gedächtnisleistung, Lernfähigkeit und Stresstoleranz verfügen. (…)

Wir respektieren seine Persönlichkeit, indem wir ihm den nötigen Freiraum schenken, sich selbst auszuprobieren und ganz nach seinem eigenen Tempo zu entwickeln. Wir respektieren seine Seele, indem wir uns bewusst machen und anerkennen, dass jedes Kind einzigartig ist.

3. Proaktive Erziehung

Proaktive Eltern handeln bereits beim ersten Anzeichen unerwünschten Verhaltens. So verhindern sie, dass es sich etabliert und zum Problem wird. Sie investieren besonders viel Zeit, um eine enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.

Außerdem versuchen proaktive Eltern, ihr Kind vorausschauend anzuleiten. Viele Probleme, die aus einem Bindungsdefizit entstehen oder daraus, dass es dem Kind an Wissen oder Anleitung mangelt, lassen sich auf diese Weise verhindern.

Proaktive Erziehung meint, dass Eltern auf das Verhalten ihrer Kinder nicht nur reagieren, sondern ihnen Rückmeldung geben. Eine solche Rückmeldung müssen wir genauso wie unser Handeln im Voraus planen. Während reaktive Eltern impulsiv handeln, kontrollieren sich proaktive Eltern und handeln planvoll.

4. Empathisches Führen

Im Gegensatz zu permissiven Eltern übernehmen positive Eltern ihren Kindern gegenüber eine Führungsrolle. Eltern, die nicht bereit sind, ihre Kinder durch diese große, unbekannte Welt zu leiten, erweisen ihnen einen Bärendienst. Empathisch zu sein bedeutet, dass wir die Bedürfnisse unserer Kinder kennen und auf sie eingehen. Die Kinder fühlen sich gehört und verstanden, halten sich aber dennoch an die Grenzen, die wir ihnen gesetzt haben.

5. Positive Disziplin

Es besteht ein großer Unterschied zwischen Bestrafung und Disziplin. Bestrafung zielt darauf ab, jemandem so viel Leid zuzufügen, dass er ein bestimmtes Verhalten (und damit auch die Bestrafung) in Zukunft vermeiden wird. Positive Disziplin meint, einer Person beizubringen, ihre Impulse und ihr Verhalten zu kontrollieren, neue Fähigkeiten zu erlernen, Fehler zu beheben und Lösungen zu finden.

Viele moderne “Erziehungsmethoden” konzentrieren sich ausschließlich auf die Disziplinierung von Kindern. Die Philosophie von “Positive Parenting” beinhaltet weitaus mehr als nur Disziplin. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass diszipliniertes Handeln und Benehmen durchaus wichtig, aber nur ein Teilaspekt sind.

Es geht darum, wie dein Kind seine Kindheit erleben soll. Dabei sind es nicht nur Ermahnungen und Zurechtweisungen, die unsere Kinder prägen – was ihre Kindheit letztlich ausmacht, sind die vielen kleinen Erfahrungen, die sie in ihrem Verlauf machen. Es sind Momente des Lachens und Weinens, des Erfolgs und Scheiterns, der Ermutigung und Demoralisierung, der Freude und der Trauer, der Akzeptanz und Verleugnung, der Entfremdung und der Versöhnung. (…)

Die Kooperationsbereitschaft des Kindes fördern

Ohne gegenseitiges Vertrauen und eine enge Bindung werden Kinder sich nur mit Gewalt oder der Androhung von Gewalt von ihren Eltern führen lassen. Statt auf Gewalt, baut “Positive Parenting” auf freiwillige Kooperation, die dann zustande kommt, wenn sich Eltern und Kinder verbunden fühlen und sich gegenseitig vertrauen. Vertrauen schafft Bindung.

Im Folgenden gebe ich einen Überblick zu jeder Altersstufe:

0 bis 12 Monate

Der Schlüssel zum Vertrauen Ihres Babys ist, seine Signale richtig deuten zu lernen. Babys kommunizieren viel durch Weinen, wobei es sich je nach Bedürfnis unterschiedlich anhört. Wenn Sie und Ihr Baby gut aufeinander abgestimmt sind, verstehen Sie, was es Ihnen sagen will.

  • Reagieren Sie stets sofort und liebevoll darauf, um Vertrauen aufzubauen.
  • Überschütten Sie Ihr Baby mit Liebe. Keine Sorge, Sie werden es nicht zu sehr verwöhnen, nur weil Sie es oft tragen oder mit ihm schmusen.
  • Regen Sie seine kognitive Entwicklung an, indem Sie es anlächeln, ihm vorsingen und mit ihm reden, spielen und lachen.

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