Premier Morrison beschönigt Sklaverei-Geschichte seines Landes | Aktuell Welt | DW

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Es habe in der australischen Geschichte abertausende zur Zwangsarbeit gezwungene Aborigines und tausende Sklaven gegeben, die von den pazifischen Inseln geholt und zur Arbeit auf australischen Zuckerrohr-Plantagen verpflichtet worden seien, werfen die Kritiker Scott Morrison (Artikelbild) vor. Die Versklavung von Ureinwohnern, Männern, Frauen und Kindern, sei gut dokumentiert, sagte Sharman Stone, Politikprofessorin an der Monash-Universität in Melbourne: “Sklaven arbeiteten als Perlentaucher und Fischer, in der Landwirtschaft und als Hausangestellte”.

Den Sturm der Entrüstung hatte der Premier mit einer Aussage bei einer Diskussion ausgelöst. Darin würdigte er den britischen Entdecker James Cook und behauptete, es habe “keine Sklaverei in Australien gegeben”. Der englische Seefahrer Cook war im April vor 250 Jahren mit seiner Expedition “Endeavour” in Australien gelandet.

Australien Black Live Matter Proteste in Sydney (picture-alliance/NurPhoto/I. Khan)

Black Lives Matter Proteste am 6. Juni in Sydney …

Der durch Cooks Reisen hervorgerufene Zusammenprall der australischen Ureinwohner mit den Europäern verlief für die Aborigines dramatisch. Sie hatten dem Landhunger und dem Herrschaftswillen der Neuankömmlinge wenig entgegenzusetzen. Zwischen 315.000 und einer Million von ihnen lebten schätzungsweise bei der Ankunft der Engländer auf dem Kontinent.

1786 entschied die Regierung in London, auf der dünn besiedelten Landmasse im Pazifik eine Sträflingskolonie einzurichten. Ein Jahr darauf lief die erste Flotte mit 1000 Personen an Bord aus – davon 757 Sträflinge. Etwa eineinhalb Jahrhunderte später, 1921, wurden noch 75.000 Aborigines in Australien gezählt. Viele starben in Folge von Ausbeutung und eingeschleppten Krankheiten. Die Zahl der Aborigines ist inzwischen wieder auf mehr als 450.000 angewachsen.

Australien Proteste Black Lives Matter in Brisbane (Reuters)

… und am selben Tag in Brisbane

Bis heute sind die Aborigines in den Gefängnissen des Landes gemessen an ihrem Anteil an der australischen Bevölkerung deutlich überrepräsentiert. In den vergangenen Jahrzehnten starben mehr als 400 von ihnen in Haftanstalten.

Strafandrohung für Demonstranten

Auch mit Aussagen in Zusammenhang mit den Anti-Rassismus-Demonstrationen in seinem Land sorgte Morrison für Empörung.  Er forderte Strafen für die Protest-Teilnehmer, weil sie mit den Versammlungen gegen die Corona-Beschränkungen verstießen. Die Proteste seien “eine Respektlosigkeit gegenüber anderen Australiern”, sagte Morrison, nachdem der Bundesstaat Victoria gemeldet hatte, dass ein Demonstrant in Melbourne positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Welche Strafen drohten, sagte der Premier nicht. Die Behörden sprachen aber von Geldstrafen wegen Missachtung der Beschränkungen bei öffentlichen Versammlungen.

Inspiriert von den Black-Lives-Matter-Protesten in den USA ist auch in Australien eine Debatte über Rassismus und Sklaverei entbrannt. In den vergangenen Tagen demonstrierten zehntausende Australier gegen Rassismus im eigenen Land und in den USA. In den kommenden Tagen soll es weitere Proteste geben.

qu/fab (rtr, dpa)



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