Protest in Belarus mit Blumen | Aktuell Europa | DW

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In der belarussischen Hauptstadt Minsk haben sich am Samstag erneut tausende Menschen zu einer Kundgebung versammelt, nachdem die Opposition zu landesweiten Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko aufgerufen hat. Eine große Menschenmenge befand sich Agenturberichten zufolge in der Nähe der U-Bahnstation Puschkinskaja. Sie gedachten des Demonstranten, der Anfang der Woche in der Nähe der Station bei der Niederschlagung der Proteste durch die Polizei zu Tode gekommen war.

Telefonat mit Putin 

Unterdessen hat der seit 26 Jahren autoritär regierende Lukaschenko vor einem Umsturz gewarnt und mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Es gebe bereits “Elemente äußerer Einmischung”, wurde der Machthaber von Staatsmedien zitiert. “Wir sehen, was passiert. Wir dürfen uns nicht von den friedlichen Aktionen und Demonstrationen einlullen lassen.” Lukaschenko hatte immer wieder das Ausland für die Proteste verantwortlich gemacht. Er zählte dabei die Niederlande, Polen, Russland und die Ukraine auf. Kreml-Chef Putin werde er darauf hinweisen, dass “dies nicht nur eine Bedrohung für Belarus darstellt”. Lukaschenko verbat sich jede Einmischung von außen und lehnte auch eine internationale Vermittlung ab. Am Abend kündigte der Präsident im staatlichen Fernsehen an, er werde eine Einheit der Luftstreitkräfte an die westliche Landesgrenze verlegen. Der russische Präsident Putin habe Belarus im Bedarfsfall Hilfe zugesagt.   

Situation in Minsk Belarus (picture-alliance/dpa/V. Sharifulin)

Die Szenerie in der Nähe der Metrostation

In Minsk hatten die Demonstranten an der U-Bahnstation Puschkinskaja nach einer Schweigeminute Blumen niedergelegt und entzündeten Kerzen, wie in Videos in Kanälen des Nachrichtendienstes Telegram zu sehen war. Einige knieten nieder und hielten inne. Der Ort glich schließlich einem Blumenmeer. Nach Darstellung der Behörden soll in der Hand des 34-Jährigen getöteten Demonstranten ein Sprengsatz explodiert sein, den er auf Sicherheitskräfte habe werfen wollen. Viele Menschen glauben dieser Version nicht.

Seit knapp einer Woche

Landesweit werden an diesem Wochenende weitere Proteste gegen das Regime erwartet. Sie hatten am vergangenen Sonntag begonnen, als nach der Präsidentenwahl sehr schnell der Sieg von Amtsinhaber Lukaschenko vermeldet wurde. Die Opposition und auch westliche Beobachter gehen davon aus, dass es sich um massiven Wahlbetrug handelt.

ml/hf (dpa, afp, rtr)



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