“Quarantäne-WG”: Moderatorin Hunziker schildert dramatische Situation in Italien

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Die Frage an Toni Kroos soll investigativ sein. Kann man sich in Quarantäne fit halten? Daraufhin erklärt der Mann von Real Madrid mit ernster Miene: „Grundsätzlich ja, aber was nicht geht ist das Mannschaftstraining.“ Gacker! Das ist mal eine lustige Vorstellung: 25 Fußballer in Kroos‘ Wohnzimmer beim Gegenpressing. Kroos ist der erste Gast des Abends in der RTL-Quarantäne-WG. Man fragt sich nicht nur bei ihm, was so eine Video-Konferenzschalte an Erkenntnis bringt, bei der die Showmänner Oliver Pocher, Günther Jauch und Thomas Gottschalk sowie ein Gast daheimsitzen und technisch auf der Mattscheibe vereint sind. Ehrlicherweise hatte Gottschalk bereits bei der gestrigen Premiere erklärt, dass er gerade nicht so genau wisse wie Fernsehen funktioniert: „Sollen wir lustig sein oder ernst?“ Genau das ist das Problem.

Corona-Experte Toni Kroos

Gottschalk versucht, seine lilafarbenen Schuhe in die Kamera des Computers zu halten ohne diese dabei auszuziehen. Pocher dribbelt in H96-Jogginghose mit einem Ball durch die Wohnung. Jauch meldet sich aus seinem Kölner Arbeitszimmer. Im Hintergrund liegen leere Aktenordner. Der Ton knarzt, die Bilder wackeln. Der Einzige, der wirklich in Quarantäne ist, ist der an Covid-19 leidende Pocher. Der berichtet, dass täglich das Gesundheitsamt bei ihm anrufe und wissen wolle, was er so treibe. Darauf Pocher: „Ich war ein Eis essen und auf dem Spielplatz.“ Haha! Das war natürlich ein Scherz. Auch Gottschalk kann lustig: „Mein Maskenbildner hat jetzt einen 1,50 Meter langen Kamm.“

Dieses TV-Format weiß nicht, was es will und kann. Informieren? Herumblödeln? Unterhalten? Alles? Gar nichts? Es muss nicht immer bierernst sein, aber ist Fußballer Toni Kroos wirklich der richtige Experte, wenn es um die Frage nach der Lage in Spanien geht? „Hier wurde viel schneller zu gemacht“, sagt er. „Deshalb wird es hier auch einen Tick früher vorbei sein.“ Mit solchen Fragen tun man Kroos keinen gefallen. Deshalb darf er auch noch sagen, dass er mit der deutschen Nationalmannschaft 2,5 Millionen Euro gespendet hat und das Fußball im Moment die zweite Geige spielt. Erstes ist schön, Letzteres richtig. Aber nützt das augenblicklich?

Spaß kommt manchmal an seine Grenzen

Wie schwierig die Gemengelage der Show ist, wird beim zweiten Studiogast deutlich. Michelle Hunziker wird zugeschaltet. Auf ihrem Schoß sitzt ein pudelartiger Hund namens Leone. Gottschalk dreht sich lässig auf seinem Drehstuhl um die eigene Achse und witzelt: „Habt Ihr den gleichen Frisör?“ Hunziker ist daheim in Bergamo. Kaum eine Stadt musste so viele Tote beerdigen wie Bergamo. „Ich hätte nie gedacht, dass das jemals passieren wird“, sagt die TV-Moderatorin. „Viel zu viele Leute werden krank. Viele Leute sterben alleine zu Hause, weil es keine Hilfe gibt, um sie ins Krankhaus zu bringen.“ Sie habe Freunde verloren. Corona-Patient Pocher sitzt unter einem Ottifant-Bild und schluckt. Spaß kommt manchmal an Grenzen.

„Die Menschen müssen zusammenhalten, indem sie nicht zusammen sind“, meint Jauch über die neue WG-Show. „Millionen kommunizieren deshalb hauptsächlich digital miteinander. So ist die Idee der ‘Quarantäne-WG’ entstanden.“ Die Idee krankt allerdings an der Realität. Über Corona-Tote lassen sich keine Späße machen. Das Lachen steckt im Hals. Die WG ist ein Live-Experiment ohne grundsätzliche Idee. Da erklärt Gottschalk, er habe eine Palette Ziegenjoghurt gehamstert, obwohl er die nicht mag. Zugleich berichtet Hunziker, dass ein einfacher Mundschutz in Italien mittlerweile 264 Euro kostet. Günter Jauch bekommt von seinen Töchtern live eine Mail geschickt. Sie hätten ihm geschrieben, sagt er stolz, dass die zweite Sendung besser sei als die erste. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Schon gar nicht in Corona-Zeiten.


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