Raucher und das Virus: Lungenfacharzt warnt vor doppeltem Risiko

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Sars-CoV-2-Pandemie: Lungenfacharzt warnt: Raucher sind wegen Corona jetzt doppelt gefährdet

Viel ist über das neue Coronavirus nicht bewiesen. Sicher ist jedoch, dass es die Lunge angreift. Weil Raucher ihrer Lunge besonders viel abverlangen, haben sie auch ein höheres Risiko, schwerer an Covid-19 zu erkranken. Ein Lungenarzt erklärt, was Sie jetzt wissen müssen.

Husten, Fieber, im schlimmsten Fall eine schwere Lungenentzündung: Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann vielfältige Symptome auslösen. Weltweit erforschen Wissenschaftler seine Eigenschaften mit Hochdruck, doch aufgrund der Neuartigkeit des Virus ist erst wenig sicher.

Bekannt ist jedoch, dass die durch das Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 die Lunge angreift und mitunter zu einer schweren Lungenentzündung führen kann. Dass eine vorgeschädigte Lunge dem nicht gerade zuträglich sein kann, liegt auf der Hand.

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Warum Sie sich den Griff zur Zigarette gerade gut überlegen sollten, erklärt der Ulmer Lungenfacharzt Michael Barczok: „Es war nie so wichtig wie jetzt, mit dem Rauchen aufzuhören!“ Das habe vor allem drei Gründe:

1. Viren können schneller tief eindringen: Rauchen hindert die Lunge daran, sich zu reinigen

„Unsere Lunge verfügt über ihre eigene Müllabfuhr“, erklärt Barczok. Das heißt: Sie reinigt sich selbst, indem sie ungewollte Eindringlinge mit Hilfe von Schleim über eine Art Förderband in Form von Flimmerhärchen von unten nach oben abtransportiert: „Also von ganz unten vom Zwerchfell bis hin zum Mund, wo wir sie abhusten, das sind etwa 50 Zentimeter.“ Eine einzige Zigarette bringe dieses Förderband laut Barczok zum Stehen – und das für sieben bis acht Stunden.

„Und dann wird es gefährlich“, weiß der Facharzt: Denn solange das Virus im Bereich der oberen Atemwege bleibt, passiere nicht viel, „das wäre in etwa wie eine normale Grippe.“ Doch wenn unsere körpereigene „Müllabfuhr“ die Atemwege nicht reinigen kann, dann gelingt es den Viren, sich schneller in der Lunge auszubreiten – und somit steige die Gefahr für eine Lungenentzündung.

Michael Barczok

Michael Barczok ist Lungenfacharzt und Vorstandsmitglied im Berufsverband der Pneumologen. Er praktiziert und lehrt am Lungenzentrum Ulm, ist außerdem Arzt für Bronchialheilkunde, Allergologie sowie Sozial-, Schlaf- und Umweltmedizin. Zudem ist er Autor des Buches “Luft nach oben – Wie richtiges Atmen uns stärker macht”.

2. Leichtes Spiel für Covid-19: Rauchen schwächt das körpereigene Abwehrsystem

„Im Rauch sind über 1500 Chemikalien, Gifte und so weiter“, erklärt der Mediziner. Diese beeinträchtigten Abwehrzellen in ihrer Funktion. Doch der Körper ist bei der Abwehr von Viren auf sie angewiesen: „Dem Körper eines Rauchers steht dann also nicht dasselbe volle Potential seiner Abwehr zur Verfügung, wie es bei gesunden Nichtrauchern der Fall ist.“

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3. Zigarette in der Hand: Raucher fassen sich öfter ins Gesicht als Nichtraucher

Eine Gefahr, der sich Raucher eher unbewusst aussetzen, bestehe laut Barczok im Mechanismus des Rauchens: „Als Raucher halte ich etwas in der Hand und führe es mit zwei Fingern zum Mund.“ Das erhöhe das Risiko, mit den Viren in Kontakt zu kommen.

Schließlich könnte ein Raucher etwas anfassen, das mit Viren behaftet ist. Beim anschließenden Berühren des Gesichts mit der kontaminierten Hand kommen die Viren Mund, Nase und Augen gefährlich nahe – den Bereichen des Körpers, von denen das Virus weit entfernt bleiben sollte. Barczok erklärt: „Man sollte eigentlich vermeiden, sich ins Gesicht zu fassen.“ Raucher würden dies aber systematisch machen: „Sie müssen ja ständig die Zigarette zum Mund führen.“

Raucher sind doppelt gefährdet – Langjährige Raucher sollten besonders aufpassen

Raucher sind in der aktuellen Situation also doppelt gefährdet: Zum einen durch eine eingeschränkte Lungenfunktion, zum anderen aber auch, weil sie sich deutlich häufiger ins Gesicht fassen als Nichtraucher.

Wer zudem schon länger raucht und dadurch die chronische Lungenerkrankung COPD entwickelt hat, sollte besonders vorsichtig sein: „COPD-Patienten haben oftmals ihre Lungenreserven bereits aufgebraucht“, sagt der Pneumologe. Das könne einen schweren Verlauf von Covid-19 begünstigen. Selbiges gelte auch für ehemalige Raucher, die Schäden an der Lunge davongetragen haben.

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“Luft nach oben: Wie richtiges Atmen uns stärker macht” von Michael Barczok

 

Nichtraucher werden: So klappt es mit dem Rauchstopp – und das hilft, wenn’s nicht klappt

Wer sein Risiko für einen schweren Verlauf von Lungenerkrankungen senken möchte, sollte spätestens jetzt also die Notbremse ziehen und der Kippe Lebewohl sagen. Dass das für die meisten leichter gesagt als getan ist, weiß der Lungenspezialist. Hier verrät er, wie der Rauchstopp trotz Entzugserscheinungen klappen kann:

  • Sie sind nicht allein! Wenn der Entzug Ihnen zu schwer erscheint, wenden Sie sich an Ihren Haus- oder Lungenarzt.
  • Nikotinpflaster und -kaugummis können dabei helfen, den Entzug zu entzerren. „Das Schlimmste am Rauchen ist ja nicht das Nikotin“, erklärt Barczok, „sondern vielmehr die Gifte, die im Rauch enthalten sind.“
  • Ihr Arzt kann Ihnen im Fall von starken Entzugserscheinungen auch Medikamente verschreiben: „Die können die Gier vorübergehend beseitigen“, so Barczok. So könnten Sie drei bis vier Wochen Zeit gewinnen, um den Entzug zu überstehen.
  • Wenn gar nichts Anderes hilft, könne man auch zu „Ersatzdrogen“ greifen: „Im Notfall können künftige Nichtraucher auch vorübergehend auf E-Zigaretten umsteigen“, sagt der Lungenarzt, „vor allem dann, wenn Sie dazu neigen, aufgrund der aktuellen Situation unleidig zu werden.“ Ihr Dampf enthalte deutlich weniger Schadstoffe als der Rauch von Zigaretten. Wichtig dabei: Achten Sie darauf, keine Aromastoffe, sondern reine Nikotinlösungen zu verwenden. Das enthaltene Nikotin können Sie außerdem nach und nach vermindern und sich das Rauchen so langsam abgewöhnen.

„Es ist jetzt extrem wichtig, so klar wie möglich zu sein“, rät Barczok Rauchern, vor allem denen, die bereits an COPD erkrankt sind. „Ziehen Sie Ihre Therapien weiter durch“, mahnt er, „es ist so wichtig wie nie, dass Ihre Lunge bestmöglich versorgt ist.“

Generell helfe es jetzt, sich fit zu halten: „Sie sollten auf keinen Fall zum Couchpotato werden“, weiß der Experte und rät zu Atem- und Fitnessübungen. „Gehen Sie raus: Spazieren, Nordic Walking, den Berg hinauf oder Treppen.“ Denn im Ernstfall könne eine gut aufgebaute Muskulatur entscheidend sein: „Der Überlebenskampf läuft über die Atemhilfsmuskulatur.“ Ein fittes Zwerchfell und Brustmuskulatur könnten im Fall der Fälle Leben retten.

Atemmuskulatur fit halten: 3 einfache Übungen helfen dabei

Susanne Menrad-Barczok, Atemtherapeutin aus Ulm, erklärt, mit welchen Übungen Sie speziell Ihre Atemmuskulatur fit halten:

Susanne Menrad-Barczok

Susanne Menrad-Barczok ist Atempädagogin mit eigener Praxis in Ulm. Dort bietet sie Patienten mit Atemproblemen wie Atemwegserkrankungen, Atemfehlformen und Hyperventilation Hilfestellung in Form von Übungen und Kursen. Von 2015 bis 2019 war sie außerdem Vorstandsmitglied im Berufsverband für Atempädagogik und Atemtherapie e.V. in Berlin.

Weitere Informationen: www.atempraxis-ulm.de

  • Die Achter-Übung: Stehen Sie aufrecht. Malen Sie zunächst mit einer Hand eine „8“ in die Luft vor sich: nach vorne, zur Seite, in alle Richtungen. Wiederholen Sie die Übung mit der anderen Hand. Anschließend können Sie sie auch mit beiden Händen durchführen. Achten Sie dabei darauf, tief in den Bauch einzuatmen. Diese Übung unterstützt nicht nur die Atemmuskulatur, sondern wirkt auch entspannend und hilft beim Herunterkommen.
  • Die C-Stellung: Stehen Sie aufrecht. Heben Sie zunächst einen Arm über den Kopf und greifen das gegenüberliegende Ohr sanft. Beugen Sie dann den Kopf mit dem Arm in die Richtung des Arms, so dass Ihr Körper sich sanft zu einem „C“ verformt. Wiederholen Sie die Übung mit der anderen Seite. Das dehnt Seiten und Flanken und unterstützt die Atemmuskulatur.
  • Die Trockenschwimm-Übung: Diese Übung ist vor allem für Menschen, die bereits an einer COPD erkrankt sind, hilfreich. Im Stand führen Sie auf Höhe der Brust eine Bewegung wie beim Brustschwimmen aus. Dafür gehen die Arme weit nach vorne, dann weit nach außen und wieder zurück zum Körper. Diese Bewegungen dehnen die Atemmuskulatur.

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