Rekord bei Neuinfektionen in den USA | Aktuell Amerika | DW

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Einen Grund für die schlechte Lage der USA sieht Anthony Fauci in der Zerstrittenheit der US-Politik, die einen koordinierten Ansatz verhindere. Einige Bundesstaaten hätten die Beschränkungen zu früh aufgehoben. Fauci riet den Staaten im besonders betroffenen Süden und Westen wie Florida, Texas, Kalifornien und Arizona die geplanten Lockerungen nicht umzusetzen.

Politikern in den Vereinigten Staaten, allen voran Präsident Donald Trump und einigen Gouverneuren, wurde mehrfach vorgeworfen, in der Pandemie Entscheidungen unter politischen und nicht gesundheitlichen Gesichtspunkten zu treffen.

So ließ die Antwort Trumps nicht lange auf sich warten. “Fauci ist ein netter Mann, aber er hat viele Fehler gemacht”, sagte er im Interview mit einem seiner Lieblings-Fernsehmoderatoren, Sean Hannity, beim Sender Fox. Die Experten hätten bei vielen Dingen Fehler gemacht.

Trump drängt seit Monaten auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft. Eine starke Ökonomie, die in den Vereinigten Staaten noch im Februar auf Rekordkurs war, sieht er als eines der besten Argumente für seine Wiederwahl im November.

Fauci warnt vor weiteren Corona-Lockerungen

Auf einer Veranstaltung des US-Mediums “The Hill” bezeichnete Fauci das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit unterdessen als “schlimmsten Albtraum”. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei “wirklich bemerkenswert”. Er riet den besonders betroffenen Bundesstaaten, geplante Lockerungen der Corona-Auflagen auf Eis zu legen.

Die USA hätten es nach der ersten Zuspitzung der Pandemie im März nie geschafft, weniger als 20.000 Neuinfektionen pro Tag zu erreichen. Trotzdem hätten südliche Bundesstaaten ihre Beschränkungen schnell gelockert, erklärte Fauci. Eine der großen Herausforderungen des Coronavirus sei es, dass es viele Infizierte gebe, die den Erreger weiter verbreiteten, selbst jedoch keine Symptome zeigten.

Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100.000 steigen.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen (Stand: 9.7.2020) nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 133.000 Menschen starben an oder mit dem Virus.

hf/kle (afp, dpa)



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