Rente: Umzug nach Griechenland kann sich für viele deutsche Rentner rechnen

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Wer als Rentner seinen Hauptwohnsitz nach Griechenland verlegt, muss auf seine Rente lediglich sieben Prozent Einkommensteuer zahlen, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Der besondere Coup bei der Offerte: Der Mini-Steuersatz gilt unabhängig von der Höhe der Bezüge. Es handelt sich also um einen festen Satz, von Fachleute als „Flat-Tax” oder Flat-Rate für Steuern bezeichnet.

Dieses lukrative Angebot steht zumindest in einem Gesetzentwurf, den die griechische Regierung jüngst abgesegnet hat. Noch im Juli soll das Parlament in Athen das Gesetz verabschieden, heißt es in dem Bericht.

Auch alle weiteren Einkommen nur mit sieben Prozent besteuert

Die griechische Regierung hat sich noch mehr einfallen lassen, um Ruheständler anzulocken. Geht das Gesetz durch, dann gelten die pauschal sieben Prozent Steuern nicht nur für Altersbezüge, sondern für „alle Einkommen aus dem Ausland, seien es Pensionen oder andere Einnahmen“, zitiert der Bericht Alex Patelis, der als ökonomischer Chefberater von Ministerpräsident Mitsotakis arbeitet.

Das bedeutet: Wer als Ruheständler zusätzlich etwa Miete kassiert oder Kapitaleinkünfte einstreicht, muss nur sieben Prozent davon an den Staat abgeben.

In Deutschland ist zwar ein Grundfreibetrag von aktuell 9408 Euro pro Jahr steuerfrei. Bis zu diesem Betrag zahlen (auch) Rentner in Deutschland keinerlei Steuern. Wer 9408 Euro oder weniger pro Jahr kassiert, würde in Griechenland also draufzahlen, weil er ja bei jedem Einkommen mit sieben Prozent Steuern belastet wird.

 

Aber gerade Bezieher von hohen Altersbezügen mit zusätzlichen Einnahmen würden mit dem Angebot des griechischen Staats Geld sparen. Von denen gibt es in Deutschland immer mehr: Der Anteil der Rentner, die hierzulande Steuern zahlen müssen, erreicht derzeit knapp 4,4 Millionen. Dabei gilt: Je höher das Einkommen, desto höher auch der Steuersatz, der angesetzt wird.

Rahmendaten des griechischen Plans

Der griechische Mini-Steuersatz soll zehn Jahre gelten. Wer die Offerte nutzt, muss sich keine Gedanken wegen möglicher rechtlicher Folgen machen. Die Regelung erfolge in Übereinstimmung mit den Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Griechenland und dem jeweiligen Herkunftsstaat, erklärt der griechische Regierungsmitarbeiter in dem Bericht. Wenn das zutrifft, dann drohen umzugswilligen Rentnern keine Nachforderungen vom deutschen Fiskus. Und auch die Europäische Kommission in Brüssel hätte an dem Steuerdeal wohl nichts auszusetzen.

Interessenten müssen einige Vorgaben akzeptieren

  • Umsiedlungswillige Rentner müssen ihren Steuersitz nach Griechenland verlegen und mindestens 183 Tage im Jahr dort verbringen. Der Zeitraum umfasst also pro Jahr sechs Monate plus einen Tag.
  • Der Rentner darf in den vergangenen sechs Jahren maximal fünf Jahre lang in Griechenland steuerpflichtig gewesen sein. Das bedeutet: Selbst viele ausländische Senioren, die derzeit bereits in Griechenland leben, können das Angebot nutzen.

Für das Steuerjahr 2020 akzeptiert Griechenland Bewerbungen noch bis zum 30. September. In den Folgejahren wird die Antragsfrist jeweils bis zum 31. März laufen, heißt es in dem Bericht.

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Griechenland gibt Interessenten einige Zusicherungen

Die Behörden wollen innerhalb von 60 Tagen über Anträge entscheiden. Dabei rechnen sie nicht mit Widerspruch ihrer EU-Partner: Portugal, Italien, Malta und Zypern setzten bereits früher ähnliche Modelle auf, heißt es in dem Bericht.

Bekannt ist auch, dass Portugal Vermögende mit niedrigen Steuersätzen lockt. Die US-Popmusikerin Madonna wählte für zwei Jahre Lissabon als Wohnsitz, weil sie sich dort vermutlich Millionen an Abgaben sparte.

Im optimalen Fall: Win-Win-Situation für griechischen Staat und Rentner

Trotz der niedrigen Steuer-Flatrate glaubt der griechische Finanzminister, von dem Deal profitieren zu können. Dabei schielt er wohl auf kaufkräftige Rentner, die ihr Ruhegehalt in seinem Land ausgeben.

 

Dabei können stattliche Beträge zusammenkommen: Miete, Lebenshaltungskosten, der Kauf eines Autos und Reisen innerhalb Griechenlands würden der Volkswirtschaft des Landes guttun. Wohl auch deshalb setzt Athen den Steuersatz so niedrig an – der Nutzen für das Land käme im Wesentlichen über die Konsumausgaben der Neubürger. Und je mehr Senioren dem Lockruf der griechischen Regierung folgen, desto stärker wäre der Ertrag für das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland.

Das griechische Modell mit dem festen siebenprozentigen Steuersatz würde sich vor allem für gutverdienende Senioren lohnen.

Rechenbeispiele für alleinstehende Senioren
1)

Rentner A. bekommt 9408 Euro Rente im Jahr, keine weiteren Einkünfte

Steuer in Deutschland: 0 €

Steuer in Griechenland (7 %): 658,56 €

Rentner A. mit Altersbezügen genau in Höhe des Grundfreibetrages würde also in Griechenland fast 659 Euro Steuern zahlen müssen, während er in Deutschland ohne Abgaben davonkommt.

2)

Rentner B. bekommt 12.000 Euro Rente pro Jahr sowie weitere 6000 Euro Miete und Kapitalerträge, Gesamteinkommen: 18.000 Euro.

Steuer in Deutschland (lt. Progressionstabelle): 1829 Euro plus Soli in Höhe von 100,60 Euro, insgesamt 1929,60 Euro.

Steuer Griechenland (7 %): 1260 €

Hier würde sich der deutsche Neubürger in Griechenland pro Jahr rund 670 Euro Steuern sparen.

3)

Der vermögende Pensionär C. bekommt jährlich 30.000 Euro Ruhegehalt, daneben kassiert er 10.000 Euro Miete und 10.000 Euro Kapitalerträge. Er verbucht also stolze 50.000 Euro pro Jahr an Erträgen.

Steuer in Deutschland (lt. Progressionstabelle): 12.141 € Einkommensteuer plus 5,5 % Soli (667,76 €) = gesamt 12.808,76 € Steuern

Steuer Griechenland (7 %):  3500 €

Der gutverdienende Ruheständler C. würde sich also bei einem Umzug nach Griechenland pro Jahr gut 9300 Euro Steuern sparen.

Hinweis: Bei den obigen Rechnungen handelt es sich um eine vereinfachte Darstellung. Die Möglichkeit, bestimmte Ausgaben in Deutschland steuerlich absetzen zu können, bleibt unberücksichtigt.

Auch etwaige Kirchensteuer wurde bei allen drei Musterrechnungen nicht mit einbezogen. Sie variiert in Deutschland je nach Bundesland zwischen acht und neun Prozent. Für Kirchenmitglieder fiele die Rechnung als deutsche Steuerbürger also noch ungünstiger aus.

Günstigere Kosten in Griechenland machen Leben billiger

Mit einem weiteren Faktor kann Griechenland punkten: Das tägliche Leben ist dort wesentlich billiger als hierzulande.

Laut einer Studie der OECD über Kaufkraftparitäten ist ein „deutscher“ Euro in Griechenland gut 1,26 Euro wert (Stand: Mai 2020). Das bedeutet: Wenn in Deutschland bestimmte Waren und Dienstleistungen zusammen 100 Euro kosten, bekommt ein Konsument für diese 100 Euro in Griechenland rein rechnerisch Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von mehr als 126 Euro.

Die deutlich günstigeren Lebenshaltungskosten sprechen also ebenfalls dafür, sich das Angebot der griechischen Regierung genauer anzusehen.

Allerdings sollte jedem Interessenten klar sein: Niedrigere Steuern und günstigere Preise sind nicht die einzigen Kriterien, nach denen der Wohnsitz im Ruhestand ausgewählt werden sollte.

Für Deutschland sprechen etwa das zwar teure, aber effiziente Gesundheitssystem. Außerdem fällt hier die Sprachbarriere weg. Und: Selbst wenn das griechische Parlament die Regierungspläne in ein Gesetz gießt, gilt die Flat-Tax erst einmal nur für zehn Jahre.

Deutsche um die 40: Generation Rentenangst

Unterdessen machen zwei Meldungen zur Rente derzeit Schlagzeilen: Seit Anfang Juli bekommen die Ruheständler in Deutschland mehr Geld. Im Westen gibt es plus 3,45 Prozent, in den neuen Bundesländern 4,20 Prozent. Außerdem könnte der Bundesfinanzhof noch in diesem Jahr die Steuerpflicht für Rentner kippen.

Beides sind gute Nachrichten für die ängstlichen Deutschen: Denn mehr als die Hälfte der Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter glaubt, im Rentenalter Abstriche machen zu müssen. Das ergab eine Umfrage des digitalen Versicherungsmanagers Clark zusammen mit dem Befragungsinstitut YouGov. Besonders pessimistisch blicken Menschen zwischen 35 und 44 Jahren in die Zukunft: Jeder zweite Befragte dieser Altersgruppe fürchtet, über den Renteneintritt hinaus arbeiten zu müssen.m Auch vor diesem Hintergrund macht es durchaus Sinn, sich eine Alternative zum teuren Leben in Deutschland zu überlegen.

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