“Roland-Kaiser-Show”: Ohne Florian Silbereisen eine richtige Wohlttat

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Roland Kaiser sitzt im Auto und lenkt durch die waldige Landschaft. „Mensch, wenn ich mir überlege, wer da alles kommt“, fabuliert er stolz. „Ich freue mich einfach. Das wird super.“ Dann zählt er ein paar Namen auf. Max Raabe. Ronan Keating. Adel Tawil. Maite Kelly. Neben den Sängern sind auch 40 echte Gäste da. Sie sitzen in Zweiergruppen um die Bühne herum und klatschen brav. Manchmal küssen sich zwei. Richtige Stimmung kann im fast leeren Studio trotzdem nicht aufkommen. „Corona ist für alle schlimm“, sagt Maite Kelly. Sie schreibt viele Lieder für Roland Kaiser und hat ihren Urlaub unterbrochen, um bei ihm anzutreten. Sie meint: „Wenn ein Kaiser ruft, dann kommt man!“

Nur die Liebe – darum geht’s bei Roland Kaisers Show

Musikalische Grenzen spielen an diesem Abend keine Rolle. Schlager! Pop! Klassik! Alles darf auf die Bühne. „Ich habe da keinerlei Berührungsängste“, sagt Adel Tawil. „Meine Mama war Roland-Kaiser-Fan.“ Dann musiziert die Band Glasperlenspiel „Wenn es Liebe ist“. Liebe ist nämlich das Thema dieser Drei-Stunden-Show. Gastgeber und Gäste sollen an diesem Abend Haltung zeigen – und zwar für die Liebe. Kaiser sagt: „Gerade in Zeiten von Hass und Intoleranz hat die Liebe die Kraft, die Menschen über vieles hinwegzuretten, in guten Zeiten zu begleiten und durch schwere Zeiten zu tragen.“ Bühne frei also für Ronan Keating und sein Kult-Liebeslied „When You Say Nothing At All“.

Keatings sechstes Kind

„Im März ist mein sechstes Kind geboren worden“, berichtet Ronan Keating. „Die Tochter war unser helles Licht in der Dunkelheit während Corona.“ Ansonsten habe er vergeblich versucht, Sauerteigbrot zu backen und eine neue Sprache zu lernen.

Dann erzählt er noch von seiner eigenen Radiosendung, die allmorgendlich um sechs Uhr früh startet. „Um diese Zeit tut mir alles weh. Das ist nicht schön. Aber Radiomachen ist ein Privileg.“ Man würde ihn gerne fragen, ob er da auch seine eigenen Lieder auflegt, aber in dieser Sendung wird ohnehin viel geredet. Nach alter Schule gestattet der Kaiser jedem Gast ein kurzes Gespräch. Das Modernste am Kaiser ist noch der alberne Ellbogen-Check, mit dem er die Musiker begrüßt.

Ein Hauch von alter Schule

Die Roland-Kaiser-Show ist solide bis nüchtern. Angesichts der gespielten Aufgeregtheit einer Florian-Silbereisen-Revue ist das durchaus wohltuend. Herr Kaiser hat gute Manieren, ist höflich. Er trägt einen dunklen Anzug, Weste, Krawatte und polierte Schuhe. Da wehen ein wenig Harald Juhnke und Hans-Joachim Kulenkampff durch das Aufnahmestudio. Ein 68-jähriger Kaiser dreht nicht ab, schießt nicht auf einem Motorrad auf die Bühne, lässt sich nicht von einem Helikopter abseilen. Er steht lieber wie ein Fels auf der Bühne, findet es „toll, dass du da bist“, hat viel „Respekt, vor der tollen Musik“ eines jeden Künstlers, der gekommen ist. Der Kaiser ist so vornehm, dass er immer ein wenig hölzern wirkt. Aber das ist wenigstens echt.

Unterhaltung mit Haltung

Wie sehr sich die Zeiten geändert haben, zeigt auch die musikalische Hommage an Udo Jürgens, der „größte deutschsprachige Bühnenkünstler, den wir je hatten“, wie Gastgeber Kaiser meint. Gemeinsam mit Götz Alsmann am Klavier trägt er Jürgens‘ sozialkritischen Lieder wie „Griechischer Wein“, „Ehrenwertes Haus“ und „Ich war noch niemals in New York“ vor. Roland Kaiser erinnert dann noch daran, dass der verstorbene Jürgens stets Unterhaltung mit Haltung einforderte. Alsmann sagt: „Wir Bühnenkünstler müssen unseren Beruf so gut es geht ernst nehmen!“

Ruhiger Abend

Die Geschwister Ben und Sarah Zucker sind auch da. „Wie steht es um die Geschwisterliebe?“, will der Kaiser wissen. Ben meint: „Wir verstehen uns immer gut.“ Sarah meint: „Ich war das bravere Kind“. Götz Alsmann berichtet, wie seine Familie während des Lockdowns gestaunt habe, wie oft er plötzlich daheim gewesen sei. Das sei zuletzt 1985 der Fall gewesen. Max Raabe erklärt, dass er im Lockdown einen zerknitterten Scheitel und zu viele Barthaare gehabt habe. „Es gab Nachlässigkeiten!“ Sängerin Annett Louisan sagt, dass schöne Lieder wie Cola seien – süß und gleich komme der Kick. BAP-Sänger Wolfgang Niedecken lässt uns noch wissen, dass er innerhalb von neun Tagen zweimal Opa geworden ist. Wichtig ist das alles nicht. Danke, Roland Kaiser, für diesen ruhigen Abend!

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