Schalke Ultras fordern Rücktritt von Aufsichtsratchef Tönnies

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Nach dem massiven Corona-Ausbruch in Tönnies´ Fleischfabrik richten sich immer mehr Fans und Gruppierungen gegen den Aufsichtsratchef. So hängen seit Dienstagmorgen Plakate auf Schalke, auf denen das Aus von Clemens Tönnies (64) beim Krisen-Klub gefordert wird.

Am Eingang der ehrwürdigen Glückaufkampfbahn etwa prangt ein Banner mit der Aufschrift: “Keine Ausbeuter bei S04 – Tönnies Raus!” Und an einer Brücke und am Bauzaun des alten Parkstadions gab es Plakate mit gleichlautenden Rücktrittsforderungen. Und: “Keine Rassisten auf Schalke!”

“Tönnies ist ein Kämpfer”

Trotz der sich zuspitzenden Fokussierung auf Tönnies glauben Ehrenpräsident Gerhard Rehberg und Stürmer-Idol Klaus Fischer nicht an einen vorzeitigen Rückzug des Aufsichtsratschefs. “Nein, denn Clemens Tönnies ist ein Kämpfer”, sagte Fischer der “Sport Bild” (Mittwoch).

Mit einer Menschenkette – unter Wahrung der Hygienevorschriften – rund um das Vereinsgelände wollen die Anhänger am Samstag während des letzten Saisonspiels in Freiburg gegen Missstände und Fehlentwicklungen demonstrieren. “Schalke ist kein Schlachthof! Gegen die Zerlegung unseres Vereins”, lautet das Motto der vom Supporters Club unterstützen Aktion.

Sie richtet sich nicht allein gegen den mächtigen Clubchef, sondern auch gegen die noch verbliebenen Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider. Marketing-Vorstand Jobst stammt aus Fulda, Sportvorstand Schneider ist Schwabe. Die Sorge der Schalker: Können sie die Nöte und Denkweisen der Menschen im Ruhrgebiet verstehen?

Der Milliardär ist eines der Feindbilder der Schalke-Ultras

Die Gründe für den Protest sind offenbar vielschichtig. Zum Einen geht der Protest gegen den Unternehmer Tönnies. Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und der miserablen Unterbringung der Werksarbeiter soll sich das Coronavirus in seiner Fabrik extrem schnell verbreitet haben, sodass inzwischen 1553 Fälle bekannt sind.

Bereits im August 2019 sorgte der Unternehmer mit rassistischen Äußerungen für einen Skandal. Er forderte bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Paderborn die Finanzierung von Kraftwerken für Afrika: “Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.” Fans und Politiker waren verärgert und geschockt, Tönnies ließ sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender danach drei Monate ruhen.

Auch ein Dorn im Auge der Fans waren seine Bestrebungen, die Ausgliederung der Profiabteilung von Schalke voranzutreiben. Damit soll der Weg für den Einstieg neuer Investoren geebnet werden, sodass sich der Klub von seinen 197 Mio. Euro Schulden befreien kann.

Dazu kommt die Entlassung von 24 Mitarbeitern des Fahrdienstes und die Aufforderung der Fans vor wenigen Wochen, einen Härtefallantrag zu stellen, um sein Geld für die Dauerkarte zurück zu erhalten. Dazu sollten Details über die persönlichen Einkommen der Fans vorgelegt werden, um zu beweisen. dass das Geld benötigt werde. Finanz-Vorstand Peter Peters musste danach seinen Posten räumen. Auch der Rauswurf von Medienchef Thomas Spiegel – ein Mann des Ausgleichs mit Verständnis für Fan-Belange – kam nicht gut an.

“Die elementaren Probleme beim FC Schalke liegen nicht auf dem Platz”

Bereits am Montag kritisierten die Ultras Gelsenkirchen in einer auf ihrer Homepage veröffentlichten Stellungnahme die Vereinsführung massiv.

“So unglaublich es derzeit scheint, die elementaren Probleme unseres Vereins liegen nicht auf dem Platz”, heißt es darin: “Die gesamte Saison ist eine moralische Bankrotterklärung. Ein Ausverkauf der Schalker Werte, die zu Marketing-Zwecken zwar gern benutzt, ansonsten aber mit Füßen getreten werden.” Weiter hieß es, der Verein verliere zunehmend an “Glaubwürdigkeit und Identifikation”. Selten habe Schalke 04 “ein katastrophaleres Bild abgegeben”.

Die Kraft der Anhänger und die Dynamik der Proteste sind nicht zu unterschätzen. Schalkes Fanclub-Verband zählt mehr als 60 000 Mitglieder. Dazu kommen einflussreiche Einzel-Gruppierungen. Viele Fans treibt die Sorge um, dass sich die Krise im Tönnies-Unternehmen auf den Club ausweiten könnte. Club-Legende Gerald Asamoah hofft, dass es «keine größeren Auswirkungen» hat. Sicher ist er aber nicht.

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