Schwere Strafen nach brutalem Angriff auf Busfahrer in Frankreich gefordert | Aktuell Europa | DW

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“Dieser barbarische Akt erfordert die schärfsten Sanktionen gegen die vier Täter”, sagte der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. “Ich denke an seine Frau und seine Kinder und fordere schwere Strafen für diese Mörder”, erklärte der konservative Abgeordnete Éric Ciotti. Der französische Innenminister Gérald Darmanin schrieb auf Twitter: “Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben.” Der neue Premierminister Jean Castex versicherte, dass die Justiz “die Täter dieses verabscheuungswürdigen Verbrechens bestrafen” werde.

Der Busfahrer war Anfang der Woche bei einem Angriff im südwestfranzösischen Bayonne schwer verletzt worden – der 59-Jährige wurde daraufhin im Krankenhaus für hirntot erklärt. Ihr Vater sei am Freitagnachmittag gestorben, sagte Marie Monguillot, eine von drei Töchtern des Fahrers Philippe Monguillot, der Nachrichtenagentur AFP. “Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch”, sagte sie. Innenminister Darmanin sprach den Angehörigen und Kollegen des Opfers sein Beileid aus.

Ermittlungen wegen Totschlags

Der Fahrer hatte den Ermittlern zufolge am Sonntag in Bayonne nahe der Grenze zu Spanien mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Zwei Männer griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen. Vier Tatverdächtige wurden festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einen 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen Beihilfe und unterlassener Hilfeleistung. Der Fall löste landesweit Entsetzen aus und sorgte auch international für große Anteilnahme. 

Frankreich Bayonne | Trauer um getöteten Busfahrer | Töchter (picture-alliance/NurPhoto/J. Gilles)

Angehörige des Gewaltopfers nehmen an der Demonstration in Bayonne teil

Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne rund 6000 weiß gekleidete Menschen zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. Die Familie trug dabei ein Foto des Gewaltopfers und seiner Frau. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für ihn. Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen.

Innenminister Darmanin wird an diesem Samstag in Bayonne erwartet, um eine Bestandsaufnahme der Sicherheit in der Stadt vorzunehmen und sich mit Fahrern und Gewerkschaftsvertretern des öffentlichen Verkehrs zu treffen. 

kle/AR (dpa, afp)



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