Sebastian Vettel: Ferrari-Star kann wegen Formel-1-Zukunft nicht hinwerfen

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Eskalation bei Ferrari droht: Für seine Zukunft darf Vettel jetzt alles – nur nicht hinwerfen

Sebastian Vettel durchlebt seine größte Krise in der Formel 1: einen Dauer-Sinkflug mit Ferrari. Der Ex-Weltmeister ist frustriert, genervt, verunsichert. Fährt er die Saison überhaupt bei der Scuderia zu Ende? Und: Darf er das? Vettel kann es sich gar nicht leisten, vorzeitig hinzuwerfen.

Mitunter sagen Sätze, die nicht einmal gefallen sind, mehr als der Rest. Die Pressemitteilung, die Ferrari nach dem Formel-1-Rennen in Silverstone vom vergangenen Wochenende entsandte, war wie folgt überschrieben: “Charles, Vierter, aufgrund von Strategie und Können.” Ein Lob für Leclerc, berechtigt. Sebastian Vettel wurde auf dem Briefkopf mit keiner Silbe erwähnt.

Enzo Ferrari, der legendäre Firmengründer der Scuderia, hat das Dogma zu Lebzeiten kultiviert: Seine Wagen gewönnen Grand Prix, die Fahrer verlören sie. An dieser Kultur hat sich nie etwas geändert, nicht einmal in der Ägide des Michael Schumacher, der fünf Championate in Rot errang. Das cavallino rapmante, das springende Pferd im Wappentier, bildet die stolze Mystik einer Marke, die zelebrierter Mythos wurde. Fehler machen dann doch: die Fahrer. Blinde Eitelkeit, tumbe Ignoranz? Tja.

Vettel greift Ferrari an – dann schweigt er eisern

Insofern mixt sich Vettel gerade einen toxischen Cocktail. Er begeht diese Fehler, immer noch und immer wieder, und wenn man es nicht besser wüsste, läge der Verdacht nahe, dass er sogar versucht, seinen Rausschmiss zu provozieren. Am Sonntag griff Vettel via Teamradio die ragazzi an, mithin das springende Pferd, diesen verheerend lahmen Ackergaul der Saison 2020. “You’ ve messed up” lautete sein Pamphlet im englischen Original, “ihr habt es verbockt” diente als (recht wohlwollende) deutsche Übersetzung. Welch Sakrileg!

Vettel ist frustriert, genervt, gereizt, er ist verunsichert, vielleicht verzweifelt. Später herrschte eisiges Schweigen im Funk. Keine Antwort war auch eine Antwort – siehe oben.

14 Siege hat Vettel für Ferrari eingefahren, einen weniger als Niki Lauda und die drittmeisten aller Piloten, die je im Auftrag von Maranello ins Steuer griffen. Insgesamt kommt der Deutsche in seiner Formel-1-Karriere auf 53 Erfolge, lediglich übertrumpft von Schumacher (91) sowie, noch, Lewis Hamilton mit 87. Einer wie Vettel hat das Rennfahren doch nicht verlernt. Oder!?

Ferrari: Theorien von Verschwörung und Sabotage…

“Es kann nicht mehr viel schlimmer werden”, sagte der 33-Jährige, der “jedem in der Garage” vertraue, bei dieser Solidaritätsbekundung aber nicht sonderlich überzeugt klang. Durchaus pikant war, wie Vettel vom englischen Sky gefragt wurde, ob er glaube, das idente Material wie Leclerc zu erhalten. Kurze Pause. Dann: “Ich weiß es nicht. Ich denke… es gibt etwas, das ich übersehe. Ich bin aber nicht sicher, was es ist.”

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RTL-Experte Nico Rosberg überlegte laut, “dass etwas am Auto nicht stimmen” könne, schließlich wisse Vettel: “Ich kann es ja. Also muss irgendetwas im Team falsch sein, wenn ich eine halbe Sekunde pro Runde langsamer bin.” Leclerc wurde Dritter und Vierter, Vettel deklassierter Zehnter und Zwölfter. Offenbar wird sein Fahrgestell, das sogenannte Chassis, beim Rennen in Barcelona am Sonntag ausgetauscht. Wage noch einer in Italien die Behauptung, es läge am Wagen!

Vermutlich ist die Erklärung viel banaler als jene (Internet-)Theorien von Verschwörung und Sabotage, um den teuren, aber formschwachen und muffeligen Angestellten zum Exodus zu bewegen – in der Formel 1 wird ja selten etwas ausgelassen, was politische Intrigen verspricht.

Schumacher wählt klare Worte zur Vettel-Zukunft

In Wahrheit hat sich Ferrari mit Leclercs Vertragsverlängerung bis 2024 auf den Monegassen als Kronprinzen versteift. Und weil dieser (ähnlich wie Max Verstappen) qua Fahrstil völlig andere Anforderungen ans Auto hegt, ist der 2020er Ferrari schwer zu domestizieren für Vettel, der es liebt, wenn sein Heck auf der Straße klebt. Leclerc präferiert ziemlich genau das Gegenteil.

Aber: Muss sich ein viermaliger Weltmeister nicht besser adaptieren, muss er weniger schimpfen und präziser lenken, muss er sich endlich mal weniger wegdrehen, zumal selbstverschuldet wie zweimal in fünf Rennen? Lauter Fragen, die mit “eher ja” zu beantworten sind. Was als Konsequenz zur Logik führt, ob Vettel seine sechste und letzte Ferrari-Saison überhaupt bei der Scuderia beenden soll respektive darf. Keiner hat es so klar formuliert wie Ralf Schumacher: “Kommt darauf an. Wenn er so weitermacht, dann natürlich nicht.”

Schon die avisierte Trennung zum Jahresende wurde im Schlechten vollzogen, die Stimmung ist aufgeladen, das Verhältnis belastet. Warum also lange quälen?

Vettel, Sainz, Ricciardo, Alonso: Dominoeffekt erst 2021

Zum Beispiel, weil ein vorgezogener Dominoeffekt als extrem unwahrscheinlich gilt. Carlos Sainz von McLaren als Vettel-Ersatz zu Ferrari, Daniel Ricciardo von Renault zu McLaren, Fernando Alonso aus der Formel-1-Rente zu Renault: Das wird erst 2021 passieren, unter halbwegs normalen Umständen.

Vettels Krux ist der Kreislauf, der ihn wie ein Sog nach unten zieht: Nichts funktioniert, jede (deutliche) Niederalge gegen Leclerc nagt, das Frustlevel wächst, die Kritik sowieso, er verrennt sich in hektischem Aktionismus, was die Lage nur verschlimmert. Anzeichen waren in Silverstone zu vernehmen: “Früher bremsen, später bremsen, eine andere Fahrlinie wählen”, nichts habe geholfen. Die große Ratlosigkeit.

Und keine gute Verhandlungsposition. Würde Vettel zeitnah bei Ferrari hinschmeißen, erschiene das wie ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns. Sprich: keine Option, um attraktiv zu bleiben trotz Riesen-Rückstand auf Leclerc.

Auch Hülkenberg ist für Vettel jetzt ein Konkurrent

Bekannt ist, dass Vettel nicht zurücktreten will, falls er ein brauchbares Cockpit ergattert. Mit Renault gab es Gespräche vor Alonsos Comeback. Bei Red Bull wächst der Druck auf Alexander Albon, der gegen Über-Pilot Verstappen keinen Stich macht. Ein Angebot seines Ex-Rennstalls würde Vettel “wahrscheinlich” annehmen, wie er im Juli bekannte. Allein: Hätte er dann nicht dasselbe Problem in Blau? Mit Verstappen statt Leclerc als Alphatier und Teamleader.

Racing Point (bald Aston Martin) flirtet mit Vettel, hat aber zwei Fahrer unter Vertrag, darunter den Sohn des Chefs, und befindet sich mitten im Plagiats-Vorwurf-Kleinkrieg. Daran hängt so ziemlich alles, was Konkurrenzfähigkeit betrifft, Stichwort Siegerauto. Selbe Situation bei AlphaTauri, dem Schwesterteam von Red Bull, das eine charmante Option wäre – aber halt nur, falls 2021 quasi “vier Red Bulls” erlaubt sind.

Zusätzlich tat sich bei den beiden Silverstone-Rennen ein finales, sehr unerwartetes Hindernis auf: Als Aushilfe für den Corona-kranten Sergio Perez hievte sich Nico Hülkenberg bei Racing Point zurück auf die Bühne – und ins Gespräch, auch woanders. Es wäre die ironische Pointe der Geschichte, wenn just der podiumslose Hülkenberg seinem hochdekorierten Landsmann Vettel einen freien Platz stibitzt.

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