Sport als politische Bühne – von “Black Power” bis “Justice for George Floyd”

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Kaepernick, Rapinoe und Smith: Der Sport als politische Bühne – von “Black Power” bis “Justice for George Floyd”

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in den USA bewegt auch die Sportwelt. Inzwischen schließen sich zahlreiche Athleten den Protesten an. Es ist keine Seltenheit, dass Sportler ihre Bühne für politische Botschaften nutzen.

Zahlreiche Sportler hat das traurige Schicksal von George Floyd bewegt. Ob Weston McKennie, Jadon Sancho, Achraf Hakimi oder Marcus Thuram in der Bundesliga, Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton oder auch Basketball-Größen wie Stephen Curry und LeBron James – weltweit hieß bei zahlreichen Aktionen im Sport das Motto: “Justice for George Floyd”.

FIFA will Sanktionierungen abschaffen

Nach Ansicht des Weltverbandes FIFA sollen Proteste und Solidaritätsbekundungen von Fußballern nach Floyds Tod keine Strafen nach sich ziehen. Zwar obliege die Sanktionierung von Spielern den jeweiligen Organisatoren der Wettbewerbe, diese sollten jedoch dabei “gesunden Menschenverstand” walten lassen und die Umstände berücksichtigen, wie die FIFA am Dienstag mitteilte.

Der Weltverband habe “volles Verständnis für die tiefen Gefühle und Sorgen, die viele Fußballer angesichts der tragischen Umstände des Falls George Floyd zum Ausdruck gebracht haben”, hieß es in dem Statement weiter.

Schon vor den Botschaften der Stars von heute gab es ähnliche Aktionen in der Vergangenheit mit einer ähnlichen Message.

Statement von NFL-Star Kaepernick

Mit dem demonstrativen Kniefall bei der US-Hymne spaltete der NFL-Footballer Colin Kaepernick am 14. August 2016 die US-Gesellschaft. Kaepernick wollte gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA protestieren. “Ich werde nicht aufstehen und Stolz für eine Fahne demonstrieren, die für ein Land steht, das Schwarze und andere Farbige unterdrückt”, begründete er seine Geste.

Zahlreiche Spieler schlossen sich in der Folgezeit der Aktion an, was in den USA für hitzige Diskussionen sorgte, denn das Knien oder Sitzen bei der Hymne gilt als Respektlosigkeit. Für Kaepernick hatte die Aktion Folgen, 2017 wurde er bei den San Francisco 49ers entlassen, ein neues Team hat er bislang nicht gefunden.

Smith demonstriert für “Black-Power”-Bewegung

Die beiden Sprinter Tommie Smith und John Carlos sorgten bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt mit ihrer geschichtsträchtigen Geste für Aufsehen. Der 200-Meter-Sieger und der Olympia-Dritte streckten bei der Siegerehrung auf dem Podium mit gesenkten Köpfen ihre Fäuste – gehüllt in schwarze Handschuhe – in die Luft.

Sie demonstrierten für die “Black Power”-Bewegung und protestierten gegen die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA.

Rapinoe protestiert gegen Trump

Nach dem Gewinn des WM-Titels nutzte Fußballstar Megan Rapinoe beim Empfang in New York 2019 ihre Rede, um gegen Missstände und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump zu mobilisieren.

Seitdem macht sie sich immer wieder für den Kampf gegen Rassismus, Homophobie und für Gleichberechtigung stark. Sie erntet weltweit viel Lob, aber daheim in den USA auch Kritik aus dem konservativen Lager.

Gemeinsames Mannschaftsfoto

Am 21. Juni 1998 trafen die beiden verfeindeten Staaten USA und Iran bei der Fußball-WM aufeinander. Die befürchteten Spannungen blieben aus, stattdessen lieferten beide Teams eine eindrückliche Demonstration, als die Spieler im Geiste des Fifa-Fairplay-Tages zusammen für ein Mannschaftsfoto posierten und auch Blumen und Geschenke austauschten.

Banner gegen Atomversuche unter Chirac

Unmittelbar vor dem Länderspiel gegen Schweden in Göteborg entrollten die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft 1995 ein Banner mit der Aufschrift: “Stop it Chirac”. Damit wollten sie gegen den französischen Atomtestversuch unter dem damaligen Präsidenten Jacques Chirac im Mururoa-Atoll demonstrieren.

“Die Atomversuche sind gegen die Menschheit gerichtet, dem weltweiten Protest wollten wir uns anschließen. Wir haben lediglich unsere Vorbildfunktion als Spitzenfußballer wahrgenommen”, sagte Bundesligaprofi Alain Sutter.

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tw/dpa

 

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