Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Infantino eröffnet | Aktuell Welt | DW

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Wie die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft in Bern mitteilte, wird neben Infantino auch ein Oberstaatsanwalt angeklagt, der ebenfalls bei den Treffen anwesend gewesen sein soll. Damit gerät Infantino gut ein Jahr nach seiner Wiederwahl als FIFA-Präsident weiter in Erklärungsnot.

Die drei nicht protokollierten Begegnungen fanden 2016 und 2017 statt, während die Bundesanwaltschaft gegen die FIFA wegen Korruption ermittelte. Bei den Ermittlungen geht es unter anderem um die Vergaben der Fußball-WM 2018 an Russland und 2022 an Katar. Die Treffen sollen auf Wunsch Infantinos arrangiert worden sein. 

Anfang Juni hatte der Fußball-Weltverband sämtliche Vorwürfe gegen den 50-Jährigen Präsidenten des Fußball-Weltverbands zurückgewiesen. Infantino “hat sicherlich nichts falsch gemacht, indem er Herrn Lauber getroffen hat. Es ist kein Vergehen, den Bundesanwalt zu treffen und solche Treffen sind nicht ungewöhnlich. Gianni Infantinos Motivation war, den Schweizer Behörden jegliche Unterstützung anzubieten”, hieß es damals.

Schweiz Bundesanwalt Michael Lauber (picture-alliance/Keystone/P. Schneider)

Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber

Auch Lauber unter Druck

Auch gegen Michael Lauber soll nun ein Strafverfahren eröffnet werden. Der 54-Jährige ist aber noch bis Ende Januar 2021 im Amt und deshalb vor Strafverfolgung geschützt. Deshalb beantragte der eigens eingesetzte außerordentliche Staatsanwalt beim Parlament die Aufhebung seiner Immunität. “Er (der außerordentliche Staatsanwalt) kommt zum Schluss, dass im Zusammenhang mit den Treffen von Bundesanwalt Michael Lauber mit dem FIFA-Präsidenten und dem Walliser Oberstaatsanwalt Anzeichen für ein strafbares Verhalten bestehen”, heißt es in der Mitteilung der Aufsichtsbehörde. Dabei gehe es um Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Begünstigung und die Anstiftung zu diesen Tatbeständen.

Lauber hatte seinen Rücktritt eingereicht, nachdem die Aufsichtsbehörde ihn wegen der Treffen bereits gerügt und ihm eine Verletzung seiner Amtspflichten und unwahre Aussagen vorgeworfen hatte. Er wies die Anschuldigungen zurück.

kle/sti (dpa, ARD, sid, ape, rtre)



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