Thiago: Im wahrscheinlich letzten Spiel trägt er die Bayern zum Triple-Triumph

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Schlüssel gegen Paris: In seinem wahrscheinlich letzten Spiel trägt Thiago die Bayern zum Triumph

In den vergangenen Jahren muss Thiago viel Kritik einstecken. Nach seinem vielleicht letzten Spiel für den FC Bayern, im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain, sollten aber auch die letzten Nörgler verstummen: Thiago trägt die Münchner zum Triumph. Ein Epos zum Abschied.

Der FC Bayern gewann am Sonntagabend im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain mit 1:0 und sicherte sich nach 2013 das zweite Triple der Vereinsgeschichte. Einer schien diesen Triumph ganz besonders zu genießen: Thiago umarmte seine Kollegen so innig und intensiv wie kaum ein anderer auf dem Platz.

Körpersprache, leichtfertige Fehlpässe und Ballverluste – das waren einige der Vorwürfe, die ihm immer wieder gemacht wurden. Kritik, die angesichts seines risikoreichen Spiels nie ganz substanzlos war, jedoch häufig stark überspitzt wurde. Das ging soweit, dass das Ausscheiden in der Champions League nicht selten an ihm festgemacht wurde.

Nun hat er diesen silbernen Pokal mit den großen Ohren aber gewonnen. Nicht als Mitläufer oder Ersatzspieler, sondern als entscheidender Schlüssel zum Sieg – nicht zuletzt im Finale.

Thiago ist Taktgeber des Bayern-Teams – seit Jahren

Thiago spielte die meisten Pässe (75 von 85 erfolgreich), hatte mit Thomas Müller, Kylian Mbappé und Ander Herrera die meisten Torschussvorlagen (2), spielte die meisten erfolgreichen Pässe ins Angriffsdrittel (20), gewann seine beiden Dribblings und führte noch viele weitere Statistiken an. Sieben Balleroberungen verbuchte er beispielsweise, und auch seine Zweikampfquote lag an diesem Abend bei 100 Prozent.

Werte, die vielen nicht in das Narrativ rund um den Fußballer Thiago passt. Dabei steht seine große Leistung im Finale nur stellvertretend für das, was der Spanier mit nur wenigen Ausnahmen seit Jahren beim FC Bayern zeigt. Er ist der Struktur- und Taktgeber dieser Mannschaft. Egal, ob unter Carlo Ancelotti, Jupp Heynckes, Niko Kovac oder Hansi Flick: Wenn Thiago glänzte, glänzten auch die Bayern.

In den Vorjahren schieden die Münchner nicht etwa aus der Champions League aus, weil Thiago in den großen Spielen abgetaucht wäre. Sie schieden aus, weil sie als Mannschaft nicht gut genug funktionierten. Und weil Thiago im Mittelfeld oft genug die Arbeit allein verrichten musste.

Thiago beim FC Bayern: Flick war ein Glücksfall

Es ist sogar höchst fraglich, ob sie ohne ihn überhaupt in der Lage gewesen wären, sich mit Real Madrid auf Augenhöhe zu duellieren. Nach den Jahren des Erfolgs wurde der 29-Jährige ausgerechnet dann zum absoluten Schlüsselspieler dieses Teams, als die großen Jahre vorbei zu sein schienen. Ein Stück weit fiel ihm also das Pech zu, dass seine Entwicklung konträr zu der seiner Mannschaft verlief.

Doch dann kam Flick. Und mit ihm kam nicht nur die mannschaftliche Geschlossenheit zurück, sondern auch ein Spielstil, der zu den Spielern passte – insbesondere zu Thiago. Kaum ein Mittelfeldspieler dieser Welt ist so komplett wie er: Im Spiel mit dem Ball gibt er den Takt vor. Er löst Situationen auf, in denen der Gegner kurz vorm Ballgewinn steht und leitet ein ums andere Mal die Angriffe seiner Mannschaft ein.

Seine geschmeidigen Körpertäuschungen und zielsicheren Pässe prägen das Aufbauspiel des FC Bayern. Da lässt sich auch mal der eine oder andere Ballverlust verkraften. Gerade im so risikoreichen Spiel unter Flick braucht es Typen wie ihn, die sich diese vertikalen, mitunter auch gefährlichen Pässe zutrauen und sie in den meisten Fällen an den Mann bringen.

Thiago knackt Tuchels Paris im Finale

Gegen das kompakte und extrem gut organisierte Pressing der Pariser war diese Fähigkeit entscheidend. Thomas Tuchel merkte gegen Ende der ersten Halbzeit, dass das hohe Anlaufen kaum zu Ballgewinnen führte.

Immer wieder konnte sich Bayern befreien, weil Thiago das Zepter im Mittelfeld in die Hand nahm. Vermutlich agierte Paris deshalb im zweiten Durchgang deutlich defensiver. Plötzlich hatten die Münchner mehr Ruhe und Raum im Spielaufbau. Sie erhöhten den Druck und erzielten die so wichtige Führung (durch Kingsley Coman, 59. Minute).

Aber Thiago ist eben auch als Defensivspieler extrem wichtig. In der zweiten Halbzeit stoppte er in einer Szene den mit viel Raum auf die Bayern zulaufenden Neymar. Eine Situation, die vermutlich in keiner Erzählung zu diesem Finale adäquat auftauchen wird, obwohl sie in ihrer Wichtigkeit gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

Thiago war gegen Paris gemeinsam mit dem bärenstarken Manuel Neuerund Siegtorschütze Coman der Mann des Abends. Er war aber auch seit Flicks Übernahme einer der Spieler der Saison.

Vielen ist das im Jubel um die Leistungen von Joshua Kimmich und Leon Goretzka nicht so wirklich aufgefallen. Dabei wurde gerade ohne ihn durchaus deutlich, dass das Mittelfeldspiel der Bayern nicht mehr so kreativ und vielseitig war. Flick wusste immer, was er an Thiago hat. Intern soll er sich so intensiv um seine Vertragsverlängerung bemüht haben wie kaum ein anderer im Klub.

Geht Thiago jetzt auf dem Höhepunkt?

Vielleicht ist die Geschichte des Spaniers in München nun aber auserzählt. Er kam 2013 als großes Versprechen aus Barcelona. Für viele kam er nie darüber hinaus. Vielleicht liegt das auch daran, dass Thiago so selten Interviews gab. Die Diskrepanz zwischen dem, was er für den FC Bayern leistete, und dem, was häufig über ihn geschrieben wurde, ist jedenfalls riesig. Sollte in diesem Sommer ein passendes Angebot für ihn abgegeben werden, könnte er den Klub nach aktuellem Stand verlassen.

Dem FC Bayern würde er dann als jemand in Erinnerung bleiben, der stets für magische Momente sorgte. Jemand, der nicht nur seine zehn Mitspieler auf dem Platz, sondern das ganze Team in der Kabine zusammenhalten konnte. Thiago emanzipierte sich 2016 von seinem Lehrmeister Pep Guardiola und entwickelte sich zum taktischen und zwischenmenschlichen Kleber des FC Bayern, zu einem Führungsspieler.

Vor allem das Champions-League-Finale kann man dafür in erster Linie beispielhaft anführen. Doch Thiago kam nicht als Phoenix überraschend aus der Asche. Er zeigte nur das, was im Narrativ um ihn oft verschwiegen wurde. Oft wird einem erst dann klar, wie wertvoll etwas war, wenn es nicht mehr da ist. Vielleicht wird es dem einen oder anderen Kritiker in Zukunft so ergehen, sollte Thiago den FC Bayern wirklich verlassen.

Dieses Champions-League-Finale hat jedenfalls bewiesen, was eigentlich nicht mehr bewiesen werden musste: Thiago Alcántara ist nicht nur einer der besten Fußballer der Welt, sondern auch einer der Großen in der Geschichte des FC Bayern. Seine Magie und seine Defensivqualitäten auf dem Platz würden dem Triple-Sieger sehr fehlen. Aber auch und gerade der Mensch hinter diesem tollen Fußballspieler.

Transfermarkt: Gibt Liverpool Wijnaldum für Thiago ab?

jk/

 

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