Thomas Cook Aviation: Airline schlittert nach Storno-Welle in die Pleite

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Die Fluggesellschaft mit zuletzt sechs Maschinen der Typen Airbus A 320 und A 321 flog bisher im Auftrag des deutschen Ferienfliegers Condor vor allem Ziele im Mittelmeer und Europa an. Ralf S. Nagel, Chef von Thomas Cook Aviation, erklärte in einer Videobotschaft an seine Mitarbeiter, man strebe eine Insolvenz im Schutzschirmverfahren an.

Einziger Thomas-Cook-Kunde fiel weg

Damit wird die Airline für eine begrenzte Zeit vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt, um sich möglicherweise selbst zu retten oder neue Investoren zu finden. Die Mitarbeiter würden für die Monate März, April und Mai Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten, versicherte Nagel.

Die Airline, die ihre Maschinen in der Condor-Lackierung flog, schlitterte nun in die Pleite, weil ihr einziger Kunde wegfiel: die ebenfalls taumelnde Condor. Diese habe „die bis 31.12.2021 geltenden Rahmenverträge aufgekündigt“, so Nagel. Die gesamte Flotte stehe am Boden. Condor wiederum bestätigte gegenüber FOCUS die Kündigung der Verträge „aufgrund der aktuellen Situation“.

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Noch Anfang März war Thomas-Cook-Chef Nagel zuversichtlich

Die Fluggesellschaft Thomas Cook Aviation war ursprünglich im Jahre 2017 aus der Konkursmasse der ebenfalls verschwundenen Air Berlin als „Air Berlin Aviation“ hervorgegangen.

Laut Nagel hätten noch Anfang März sechs mögliche Investoren „non-binding offers“ für Thomas Cook Aviation abgegeben, man sei „in weit gediehenen Verhandlungen“ gewesen. „Wir sind dabei, Klinken zu putzen“, sagt der Airline-Chef, so wolle man auch neue Geschäftsfelder auf tun. Es würden beispielsweise Anfragen „zum Transport von medizinischem Equipment oder Rescue-Flights“ geprüft. „Wir glauben an unsere Zukunft“.

Insolvente Condor muss eigentlich bis 15. April Kredit zurückzahlen

Condor selbst delegierte zahlreiche Flüge wie bei der deutschen Thomas Cook Aviation auch an andere kleinere Airlines wie Air Tanker (Großbritannien, Airbus A330), Omni Air (USA, Boeing 767-300), Smartlynx (Lettland, Airbus A321), Air Explore (Slowakei, Airbus A 320) oder Thomas Cook Airlines Balearics (Mallorca, Airbus A 320). Inwieweit auch diese Fluggesellschaften nun in finanziellen Schwierigkeiten sind, ist wegen der national unterschiedlichen Rechtslage noch unklar.

Die insolvente Condor hatte sich bereits im vorigen Herbst wegen der Pleite ihrer damaligen Muttergesellschaft Thomas Cook unter einen rechtlichen Schutzschirm geflüchtet. Um die Zeit bis zum ersehnten Verkauf zu überbrücken, erhielt das Unternehmen einen Staatskredit der bundeseigenen KfW-Bank über 380 Millionen Euro. Dieser muss eigentlich bis zum 15. April zurückgezahlt werden.

200-Millionen-Euro-Kredit bei der KfW beantragt

Dann wurde prompt ein Investor rund um die polnische Airline LOT gefunden, der aber ebenfalls in Schwierigkeiten ist. Deutsche Reiseveranstalter wie Dertour (Rewe Touristik) oder Alltours haben zwar ein großes Interesse an einem weiteren Ferienflieger bekundet, um nicht völlig der Lufthansa mit ihren Töchtern Eurowings und Germanwings im heimischen Markt ausgeliefert zu sein. Bisher scheuten sie jedoch den großen Einstieg bei Condor.

Wegen der Coronakrise und des deutlich reduzierten Flugbetriebs beantragte der Ferienflieger laut Insidern bereits zusätzlich einen 200-Millionen-Euro-Kredit bei der KfW als Liquiditätshilfe.

Lesen Sie mehr zur Coronakrise im News-Ticker von FOCUS Online.

Gespräche um Verstaatlichung von Condor

Parallel engagierte sich Condor bei den Rücktransporten deutscher Urlauber und steuerte zuletzt auch außerplanmäßige Ziele wie Guatemala, Nicaragua oder Australien an. Mehr als 67.000 Urlauber seien in den letzten zwei Wochen heim geflogen worden, rühmt sich Condor.

Kritiker bemängeln, dass die Airline in den letzten Wochen zahlreiche längst von Kunden bezahlte Flüge habe ausfallen und sich dann im Auftrag der Bundesregierung zum zweiten Mal habe bezahlen lassen. Die Rückhol-Aktionen sehen Kritiker lediglich als strategischen Schachzug von Condor-Chef Ralf Teckentrup, um in der Politik als „systemrelevante Airline“ zu erscheinen und sich danach erneute Staatshilfen zu sichern.

Mit der Bundesregierung würden bereits Gespräche über eine Verstaatlichung von Condor geführt, erfuhr FOCUS aus Berlin.


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