Todesfall George Floyd: Tausende bei Trauerfeier für getöteten Afroamerikaner 

0
115
Werbebanner

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten erschüttert die USA: In zahlreichen Städten kommt es wiederholt zu Unruhen. Nachdem Donald Trump die Nationalgarde in Washington vor Ort hatte, beorderte der US-Präsident die Einsatzkräfte jetzt nach Hause. Bei Demonstrationen in den USA und Europa kommt immer wieder zu Zwischenfällen. Alle Informationen im News-Ticker von FOCUS Online.

Das Wichtigste in Kürze: Proteste, Ausgangssperren und heftige Kritik am Präsidenten: Die USA kommen seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz vor anderthalb Wochen nicht zur Ruhe. Die zuständige Staatsanwaltschaft verschärfte ihre Anklagen und ließ alle beteiligten früheren Beamten festnehmen. Der Polizist, der für den Tod Floyds verantwortlich gemacht wird, muss sich jetzt unter anderem wegen Mordes zweiten Grades vor Gericht verantworten, worauf bis zu 40 Jahre Haft stehen.

Als Floyds Sarg aus der Kirche getragen wird, recken Besucher ihre Faust in die Höhe

23.04 Uhr: Nach einer bewegenden Trauerfeier für George Floyd ist der Leichnam des bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners auf dem Weg zu seiner letzten Ruhestätte. Als sein Sarg aus der Kirche “The Fountain of Praise” im texanischen Houston gebracht wurde, reckten viele Besucher ihre Faust als Zeichen des Kampfes gegen Rassismus in die Höhe, wie auf TV-Bildern zu sehen war. Eskortiert von der Polizei wird Floyds Leichnam nun zu einem Friedhof in der Nachbarstadt Pearland gebracht. Die letzte Meile (etwa 1,6 Kilometer) der Prozession soll sein Sarg offiziellen Angaben zufolge in einer Pferdekutsche transportiert werden. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird Floyd am Dienstag anschließend neben dem Grab seiner Mutter beigesetzt.

US-Bürgerrechtler ruft bei Trauerfeier indirekt zur Abwahl Trumps auf

21:45 Uhr: Der US-Bürgerrechtler William Lawson hat bei der Trauerfeier für George Floyd indirekt zur Abwahl von US-Präsident Donald Trump aufgerufen. Der Kampf zur Überwindung von Rassismus dürfe nach der Beisetzung von George Floyd nicht aufhören, sagte der emeritierte Pastor am Dienstag in der Kirche “Fountain of Praise” in Houston. “Wir können sicherstellen, dass wir den Kampf nicht stoppen.” Unter dem Beifall der Trauergäste fügte Lawson hinzu: “Natürlich müssen wir als erstes das Weiße Haus ausfegen.” Trumps Namen nannte er dabei nicht.

Lawson sagte mit Blick auf Floyds Tod und die anschließenden Proteste weit über die Grenzen der USA hinaus: “Aus seinem Tod ist eine Bewegung erwachsen, eine weltweite Bewegung. Und diese Bewegung wird nicht nach zwei Wochen, drei Wochen, einem Monat aufhören. Diese Bewegung wird die Welt verändern.”

Fünf Straßen in New York sollen künftig “Black Lives Matter” heißen

21.05 Uhr: Nach tagelangen Protesten gegen Rassismus und Polizeibrutalität nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sollen fünf Straßen in New York künftig den Namen “Black Lives Matter” tragen. In jedem der fünf Stadtviertel der Millionenmetropole – Manhattan, Queens, Brooklyn, Staten Island und Bronx – solle eine bedeutende Straße dahingehend umbenannt werden, kündigte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag an. Zudem solle der Schriftzug in jedem Stadtviertel auf eine Straße gemalt werden, in Manhattan beispielsweise in der Nähe des Rathauses.

Zuvor hatte die Bürgermeisterin der US-Hauptstadt Washington, Muriel Bowser, veranlasst, dass der Platz vor dem Weißen Haus nun “Black Lives Matter”-Platz heiße. Zudem ließ sie auf die dortige Straße in riesigen gelben Lettern “Black Lives Matter” pinseln – auf Deutsch etwa: Schwarze Leben zählen. Auslöser der Proteste war der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis.

“Wir feiern sein Leben”: Hunderte trauern in Texas um George Floyd

20.00 Uhr: “Wir feiern sein Leben”: Im texanischen Houston hat der Trauergottesdienst zur Beisetzung des bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners George Floyd begonnen. Zu der Zeremonie in der Kirche “Fountain of Praise” waren am Dienstag 500 Gäste geladen – Angehörige, Freunde, Politiker und Prominente wie der Rapper Paul Wall und der Boxer Floyd Mayweather. Viele der Gäste erschienen in weißer Kleidung. 

“Wir feiern sein Leben”, sagte Pastor Remus Wright zum Auftakt des Gottesdienstes. Co-Pastorin Mia Wright fügte hinzu: “Wir können weinen, wir können trauern, wir werden Trost finden und wir werden Hoffnung finden.” Die Trauerrede sollte, wie bereits bei einer Zeremonie in Minneapolis vergangene Woche, der bekannte Pastor und Bürgerrechtler Al Sharpton halten.

Bereits am Montag hatten mehr als 6000 Menschen Abschied von Floyd genommen. Am Dienstagmorgen standen Polizisten Spalier und salutierten, als Floyds Sarg in die Kirche gebracht wurde. Der Familienvater, der in Houston aufgewachsen war und dort die meiste Zeit seines Lebens verbracht hatte, wird an der Seite seiner 2018 verstorbenen Mutter Larcenia bestattet.

Floyds gewaltsamer Tod vor zwei Wochen hat landesweite Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Ein weißer Polizist hatte dem 46-Jährigen nach seiner Festnahme in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota fast neun Minuten lang das Knie auf den Nacken gedrückt, obwohl Floyd wiederholt beklagte, er bekomme keine Luft mehr. Floyds Satz “Ich kann nicht atmen” (I can’t breathe) ging um die Welt.

Der Polizist Derek Chauvin wurde nach der Tat entlassen, festgenommen und eines “Mordes zweiten Grades” beschuldigt. Das kann in den USA mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden. Drei weiteren Polizisten, die an Floyds Festnahme beteiligt waren, wird Beihilfe zur Last gelegt.

Der Fall Floyd hat Forderungen nach tiefgreifenden Reformen bei der US-Polizei neuen Auftrieb gegeben. Kritiker beklagen, dass Polizisten meist straffrei ausgehen, wenn sie bei Einsätzen unverhältnismäßige Gewalt einsetzen. In den USA werden häufig Schwarze Opfer von Polizeigewalt.

Könnte “Antifa-Provokateur” sein: Donald Trump gibt 75-Jährigem Schuld für Polizeiattacke in Buffalo

17.35 Uhr: Die Polizeiattacke auf einen 75-jährigen Demonstranten in der US-Stadt Buffalo sorgte vergangene Woche für Empörung – jetzt hat Präsident Donald Trump von einem möglichen “abgekarteten Spiel” gesprochen. Bei dem Demonstranten Martin Gugino könnte es sich um einen “Antifa-Provokateur” handeln, schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. “Ich habe es mir angeschaut, er ist härter gefallen, als er gestoßen wurde.”

 

Gugino habe außerdem anscheinend “die Polizeikommunikation gescannt, um die Ausrüstung auszuschalten”, schrieb der Präsident weiter. Womöglich handle es sich um ein “abgekartetes Spiel”.

Ein Video von der Polizeiattacke auf Gugino in Buffalo im Bundesstaat New York hatte vergangene Woche für Empörung gesorgt: Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hatten zwei Polizisten den 75-Jährigen niedergestoßen. Gugino fiel rücklings auf den Boden und blieb regungslos und blutend liegen. Er befindet sich nach wie vor im Krankenhaus.

Die beiden Polizisten wurden suspendiert. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo verurteilte ihr Vorgehen als “vollkommen ungerechtfertigt und äußerst schändlich”.

In seinem Tweet verwies Trump am Dienstag auf den Rechtsaußen-Sender OANN, der immer wieder Verschwörungstheorien verbreitet. OANN hatte berichtet, bei dem Vorfall in Buffalo habe es sich womöglich um eine “Provokation” der Antifa gehandelt. Gugino habe versucht, mit seinem Handy die Polizeikommunikation zu scannen.

Das Video von dem Vorfall zeigt, dass der Demonstrant ein Handy in seiner Hand hält, als er sich den Polizisten nähert. Scanner-Apps, mit denen der Funkverkehr von Polizisten abgehört werden kann, sind in den USA legal und weit verbreitet.

Trump, der wiederholt die Antifa für Ausschreitungen am Rande der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus verantwortlich gemacht hat, setzte seinen Tweet wenige Stunden vor George Floyds Beisetzung in Houston ab. Floyd war vor zwei Wochen bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis getötet worden. Ein weißer Polizist drückte sein Knie fast neun Minuten lang auf den Nacken des Afroamerikers, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

Beerdigung in Texas: Tausende gedenken Floyd

15.16 Uhr: Vor der Beerdigung des bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners George Floyd in Houston haben sich am Montag mehr als 6000 Menschen am aufgebahrten Sarg des 46-Jährigen verabschiedet. Viele Trauergäste knieten vor der Leiche Floyds nieder oder sprachen stille Gebete. In Washington gedachten die oppositionellen Demokraten im Kongress Floyd mit einem Kniefall. Eine von den Demokraten vorgeschlagene Polizeireform lehnte das Weiße Haus umgehend ab. 

Sechs Stunden lang war der Sarg in der Kirche Fountain of Praise in Floyds Heimatstadt Houston aufgebahrt. Wegen der Corona-Pandemie trugen die meisten Gäste der Trauerfeier Atemschutzmasken. 

Das Gedenken an Floyd “bringt uns als Land näher zusammen”, sagte der 41-jährige Kevin Sherrod, der mit seiner Frau und den beiden Söhnen zur Kirche gekommen war. “Mit meinen Jungs hier zu sein, bedeutet mir viel. Dies ist ein wichtiger Zeitpunkt in der Geschichte, und sie werden sich immer daran erinnern, dass sie Teil davon waren.”

Floyd in Texas aufgebahrt – Biden besucht Familie, Trump spricht über Strafverfolgung

13.05 Uhr: Gut zwei Wochen nach seinem Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz wird der Afroamerikaner George Floyd am Dienstag im US-Bundesstaat Texas beigesetzt. Schon der Vortag stand im Zeichen der Trauer: Hunderte Menschen nahmen in der Metropole Houston in einer Kirche am aufgebahrten Sarg Abschied.

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, kam mit Floyds Familie zusammen. “Es ist schwierig genug zu trauern, aber es ist viel schwieriger, es in der Öffentlichkeit zu tun”, sagte Biden im Anschluss dem Sender CBS. “Es ist viel schwieriger, wenn die ganze Welt einem zusieht.”

Trump traf im Weißen Haus vor laufenden Kameras Vertreter von Sicherheitsbehörden, denen er Rekorde in der Strafverfolgung attestierte. Biden sprach in Houston, wo Floyd aufgewachsen war und wo am Dienstag der Trauergottesdienst stattfindet, unter anderem mit dessen sechsjähriger Tochter Gianna. 

Polizei in Los Angeles verbietet Würgegriff

11.42 Uhr: Die Polizei in Los Angeles hat eine umstrittene Festnahmemethode mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Der Würgegriff, bei dem die Blutzufuhr zum Gehirn unterbunden wird, dürfe zunächst nicht mehr angewandt werden, teilte die Polizeibehörde der Stadt (LAPD) am Montag (Ortszeit) auf ihrer Website mit. Außerdem werde er zunächst auch aus dem Trainingsprogramm für Polizeibeamte verbannt. Gelten solle dieses Moratorium bis zur Vorlage eines Untersuchungsberichts. In seiner Mitteilung ging das LAPD nicht ausdrücklich auf die aktuellen US-Proteste gegen Polizeigewalt ein.

Bereits am Freitag hatte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom angekündigt, den Würgegriff verbieten zu wollen. Er hatte eine gesetzliche Regelung in Aussicht gestellt. Ähnliche Bemühungen gibt es vielerorts in den USA: Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, stellte am Freitag einen Gesetzesentwurf vor, der unter anderem den Würgegriff bei Polizeieinsätzen verbieten soll. Auch Minneapolis, wo der Afroamerikaner George Floyd bei einer Festnahme starb, kündigte umfassende Polizeireformen an. Beamte sollen dort künftig keine Würgegriffe mehr anwenden, hatte Bürgermeister Jacob Frey erklärt.

Mutmaßliches Ku-Klux-Klan-Mitglied soll Demonstranten mit Auto angegriffen haben

08:31 Uhr: Im US-Bundesstaat Virginia ist ein mutmaßlicher Anhänger des rassistischen Ku Klux Klan (KKK) festgenommen worden, der absichtlich mit seinem Wagen in eine Gruppe von Anti-Rassismus-Demonstranten hineingefahren sein soll. Dem 36-Jährigen wird unter anderem Körperverletzung und Vandalismus vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft des Verwaltungsbezirks Henrico am Montag über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Der Mann soll sich Medienberichten zufolge selber als KKK-Führungsmitlied bezeichnen.

Bei dem Vorfall am Sonntag nahe der Stadt Richmond wurde laut Medien ein Demonstrant leicht verletzt. Der festgenommene Mann sei mit seinem Fahrzeug direkt auf die friedliche Gruppe von Demonstranten zugefahren, habe dann beschleunigt und sei in die Gruppe hineingefahren, erklärte Staatsanwältin Shannon Taylor.

Der Vorfall erinnert an die tödliche Auto-Attacke auf Demonstranten in Charlottesville in Virginia im August 2017. Damals war ein Neonazi in eine Gruppe von Menschen gefahren, die gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten demonstriert hatten. Dabei wurden eine Frau getötet und 29 weitere Menschen verletzt. Der Angreifer wurde zu Lebenslänglich plus weiteren 419 Jahren Haft verurteilt.

Die derzeitigen landesweiten Proteste gegen Rassismus in den USA waren durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz im Bundesstaat Minnesota vor zwei Wochen ausgelöst worden.

Nach Tod von George Floyd: Lewis Hamilton über rassistische Denkmäler: “Reißt sie nieder. Überall”

07.36 Uhr: “Alle Statuen von rassistischen Männern, die Geld mit dem Verkauf eines Menschen verdient haben, sollten abgerissen werden”, schreibt Formel 1-Star Lewis Hamilton auf seinem Instagram-Kanal. Hamilton postet dazu Eindrücke einer Anti-Rassismus-Demonstration in Bristol. Dort wurde eine Statue von Edward Colston niedergerissen – einem Wohltäter, der im 17. Jahrhundert und zu Beginn des 18. Jahrhunderts britische Armenhäuser und Schulen unterstützte, sein Geld aber vor allem mit Sklavenhandel gemacht hatte.

 

Hamilton schreibt auf Instagram: “Colston war ein Monster, das Menschen ge- und verkauft und sie in die Sklaverei gezwungen hat, bis sie starben.” Er hätte niemals eine Statue erhalten dürfen, so der Formel 1- Fahrer. Hamilton zeigt sich “stolz” auf diejenigen, die das Denkmal abgerissen haben und fordert: “Reißt sie nieder. Überall.”

Esken wirft Polizei “latenten Rassismus” vor – und stößt damit auf heftigen Gegenwind

06.37 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag): “Auch in Deutschland gibt es latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte, die durch Maßnahmen der Inneren Führung erkannt und bekämpft werden müssen.” Dabei stehe die große Mehrheit der Polizeibediensteten solchen Tendenzen sehr kritisch gegenüber und leide unter dem potenziellen Vertrauensverlust, der sich daraus ergebe. Bei der Aufarbeitung von Fällen ungerechtfertigter Polizeigewalt dürfe nicht der Eindruck entstehen, der polizeiliche Korpsgeist spiele eine größere Rolle als die Rechte der Bürger. Deshalb müsse eine unabhängige Stelle mit der Bearbeitung solcher Beschwerden betraut werden.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), entgegnete: “Die Polizei ist sicher nicht frei von Menschen mit rassistischen Einstellungen, aber Rassismus als Strukturproblem in unserer Polizei sehe ich nicht.” Eskens “Generalverdacht” gehe da zu weit. Auch die Forderung der SPD-Chefin nach einer weiteren bundesweiten Beschwerdestelle sei überflüssig. Bei den Länderpolizeien gebe es schon unabhängige Beschwerdestellen oder Ombudsleute. “Beim Bund gibt es die Antidiskriminierungsstelle und es gibt den gerade im März neu eingerichteten Kabinettsausschuss der Bundesregierung zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus.”

Auch Thüringens Innenminister Georg Maier kritisierte Eskens Vorwürfe. “Es gibt keine Rechtfertigung dafür, die Integrität unserer Polizei strukturell in Frage zu stellen”, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). Man wisse von Einzelfällen, denen man mit “aller Härte des Rechtsstaates” nachgehe. Dabei gelte: Null Toleranz für Rassismus. Gerade in der jetzigen Zeit müsse die Politik hinter der Arbeit von Polizisten und Polizistinnen stehen, forderte er.

Proteste auf dem “Walk of Fame”: Trumps Stern schwarz angesprüht

04.41 Uhr: Donald Trumps Stern auf dem berühmten “Walk of Fame” in Hollywood ist bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd schwarz übersprüht worden. Der Internet-Dienst “TMZ.com” und andere US-Medien veröffentlichten am Montag Fotos und Social-Media-Posts von der beschädigten Plakette. Mit Farbe waren auch die Buchstaben BLM (Black Lives Matter) auf den Bürgersteig geschrieben worden.

Zehntausende Menschen hatten am Sonntag an einer “Black Lives Matter”-Demonstration in Hollywood teilgenommen. Dem Sender CBS zufolge wurde die Plakette am Montag (Ortszeit) gereinigt. Der “Walk of Fame” mit fast 2700 Sternen, der durch das Zentrum von Hollywood verläuft, wird von der örtlichen Handelskammer verwaltet. Es ist nicht das erste Mal, dass Trumps Stern beschädigt wurde.

Oregon: Weiße Polizeichefin räumt nach Kritik ihren Posten – und bestimmt Afromamerikaner als Nachfolger

02.32 Uhr: Wegen ihres Umgangs mit den Protesten nach dem Mord an dem Afroamerikaner George Floyd sah sie sich Kritik ausgesetzt. Nun ist die weiße Polizeichefin von Portland im US-Bundesstaat Oregon zurückgetreten und hat einen afroamerikanischen Kollegen als ihren Nachfolger bestimmt. Sie sei Forderungen nach Veränderungen gefolgt und die Veränderung in der Führung der Polizeibehörde “kommt von Herzen”, schrieb Jami Resch am Montag (Ortszeit) auf Twitter.

 

Resch hatte nach lokalen Medienberichten ihren Job erst vor weniger als sechs Monaten begonnen und nun Leutnant Chuck Lovell gefragt, ob er sie ersetzen wolle. “Es wird schwierig. Ich mache mir keine Illusionen”, sagte Lovell am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Es sei aber auch schwierig, jeden Tag auf die Straße zu gehen und Gerechtigkeit einzufordern.

Ex-Vizepräsident Biden: George Floyd wird die Welt verändern

Dienstag, 09. Juni, 02.03 Uhr: Der Tod des Afroamerikaners George Floyd markiert nach Ansicht des designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, einen Wendepunkt in der Geschichte der USA. Der Ex-Vizepräsident hatte am Montag mit seiner Frau Jill in der texanischen Stadt Houston für rund eine Stunde Angehörige Floyds getroffen, darunter dessen sechs Jahre alte Tochter Gianna. Sie hatte kürzlich gesagt, ihr Vater habe die Welt verändert. “Ich denke, ihr Vater wird die Welt verändern”, sagte Biden dem Sender CBS in Anspielung auf Giannas Aussage. “Ich denke, was hier passiert ist, ist einer dieser großen Wendepunkte in der amerikanischen Geschichte, was bürgerliche Freiheiten, Bürgerrechte und die gerechte Behandlung von Menschen mit Würde betrifft.”

Kaution für angeklagten Polizisten auf eine Million Dollar festgelegt

23.40 Uhr: Ein wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd angeklagter weißer Polizist könnte bis zu einem möglichen Urteil auf Kaution aus dem Gefängnis kommen. Mindestens eine Million Dollar müssten für seine vorläufige Freilassung als Sicherheit hinterlegt werden, teilte das zuständige Gericht im Bundesstaat Minnesota am Montag zu Beginn der ersten Anhörung des Polizisten mit. Einem entsprechenden Dokument zufolge wurde dabei festgesetzt, dass der Angeklagte den Bundesstaat nicht verlassen und nicht als Polizist arbeiten dürfe. Außerdem ist es ihm demnach verboten, Kontakt zu Floyds Familie zu haben, auch muss er seine Schusswaffen abgeben.

Die Ermittler klagten den Polizisten unter anderem wegen Mordes zweiten Grades an. Darauf steht in den USA eine Haftstrafe bis zu 40 Jahren. Auch drei weitere beteiligte Polizisten wurden angeklagt.

Die Anhörung am Montag war die erste in dem Fall, die nächste ist für den 29. Juni festgesetzt. Der brutale Tod Floyds hatte einen Aufschrei, Proteste und teilweise gewaltsame Ausschreitungen in vielen US-Städten ausgelöst.

Hunderte nehmen Abschied in Texas: George Floyd in goldenem Sarg aufgebahrt

22:32 Uhr: Der bei einem Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner George Floyd ist vor der Beisetzung in einer Kirche im US-Bundesstaat Texas aufgebahrt worden. Hunderte Besucher der Kirche “The Fountain of Praise” im Südwesten der Großstadt Houston nahmen am Montag Abschied von Floyd, dessen brutaler Tod Ende Mai einen landesweiten Aufschrei, Proteste und Unruhen ausgelöst hatte.

Floyds goldglänzender Sarg in der Kirche war geöffnet, TV-Bilder zeigten Menschen, die nacheinander zu seinem Leichnam vorgelassen wurden. Darunter waren auch mehrere Uniformierte und ein Mann, der vor dem Getöteten niederkniete. Mehrere Personen reckten auch die Faust als Zeichen des Kampfes gegen Rassismus vor dem Sarg in die Luft. Wegen der Gefahr durch das Coronavirus gelten bei den Trauerfeierlichkeiten strikte Sicherheitsmaßnahmen. So zeigten Fotos, wie bei Besuchern vor der Kirche die Körpertemperatur gemessen wurde. Die Menschen – meistens eine Gesichtsmaske tragend – wurden aufgefordert, Abstand voneinander zu halten.

Am Dienstag soll Floyd in Pearland bei Houston beigesetzt werden. Floyd war in Houston aufgewachsen.

Würgegriff soll verboten werden: Frankreich will Polizisten bei Rassismus suspendieren

18:20 Uhr: Frankreich will härter gegen Rassismus und übermäßige Polizeigewalt vorgehen: Innenminister Christophe Castaner kündigte am Montag in Paris die “systematische” Suspendierung jedes Beamten an, der sich nachweislich rassistisch verhalten hat. Auch umstrittene Polizeimethoden wie der Würgegriff bei Festnahmen sollen verboten werden.

Das Innenministerium reagiert damit auf die Proteste zehntausender Franzosen gegen Polizeigewalt. Rund 23.000 Menschen hatten am Wochenende an den Tod des Schwarzen Adama Traoré erinnert, der 2016 im Polizeigewahrsam in einer Pariser Vorstadt starb. Die Demonstrationen standen unter dem Eindruck der Massenproteste in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd.

Innenminister Castaner stellte zudem eine Reform der Disziplinarverfahren in Aussicht. Ihre Zahl war im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Gewalt gegen “Gelbwesten” sprunghaft gestiegen. Für die meisten Beamten hatte dies aber keine Konsequenzen.

Gedenken an George Floyd: Demokraten knien fast neun Minuten

17.19 Uhr: Im Gedenken an den brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd sind führende US-Demokraten im Kongress fast neun Minuten auf die Knie gegangen. Mitglieder der Partei, darunter die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, blieben im Kapitol in der Bundeshauptstadt Washington am Montag für acht Minuten und 46 Sekunden still – die Zeit, in der ein weißer Polizeibeamter vor zwei Wochen sein Knie in den Nacken des am Boden liegenden Floyd gedrückt hatte.

Mann schießt auf Teilnehmer von Anti-Rassismus-Kundgebung in Seattle

11.37 Uhr: Bei einer Anti-Rassismus-Kundgebung in der US-Stadt Seattle ist ein Demonstrant angeschossen worden. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Auf Aufnahmen des TV-Senders Q13Fox war zu sehen, wie ein Mann sein Auto in Richtung der Demonstranten steuert und dann mit einer Pistole in der Hand auf die Menge zugeht. 

Ein Demonstrant wurde nach Angaben der Rettungskräfte mit einer Schusswunde in ein Krankenhaus gebracht. Laut Q13Fox hatte der Mann ihn aus seinem Auto heraus in den Arm geschossen. Die Polizei teilte mit, sie haben einen Verdächtigen festgenommen und eine Waffe sichergestellt. Weitere Opfer gebe es offenbar nicht. 

Die landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt sind eine Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd. Der 46-Jährige war vor zwei Wochen bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getötet worden.

Nach George Floyds Tod: Kommt eine Polizeireform in den USA?

09.48 Uhr: Zwei Wochen nach dem Tod von Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz richtet sich in den USA der Fokus der Anti-Rassismus-Bestrebungen zunehmend auf Reformen bei der Polizei. Afroamerikanische Parlamentarier der oppositionellen Demokraten wollen an diesem Montag eine Gesetzesinitiative für eine stärkere landesweite Kontrolle der Polizeibehörden in den Kongress einbringen.

Die zielt offenbar unter anderem auch darauf ab, dass Polizisten leichter für Einsätze mit tödlichen Folgen juristisch verfolgt werden können. Ob der Vorstoß eine Chance hat, ist allerdings höchst ungewiss. Das Repräsentantenhaus wird von den Demokraten kontrolliert, der Senat – die andere Kongresskammer – hingegen von der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump. 

Der kommissarische Heimatschutzminister Chad Wolf bestritt unterdessen, dass es einen systemimmanenten Rassismus in der Polizei gebe. Justizminister Bill Barr sagte im Sender CBS, er sei gegen jede Gesetzesänderung, die den Schutz von Polizisten vor juristischer Verfolgung abschwäche. In mehreren US-Städten gibt es allerdings bereits Initiativen für eine Reform der Polizei.

Weitere Meldungen finden Sie auf der nächsten Seite.

 

EZB: Erst kommt die Inflation, dann eine neue Geldordnung – was das für Sparer heißt

War’s das für Verbrenner? Teslas neuer Wunder-Akku soll 1,6 Millionen Kilometer schaffen


Coronacare

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

drei × vier =