Tönnies: Nachbarstadt Verl riegelt wegen Virus-Ausbruch in Betrieb Gebiet ab

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies sind bereits 1029 Angestellte positiv auf Corona getestet worden. Der Landrat lässt den Betrieb sowie Schulen und Kitas schließen. Alle News zum Virus-Ausbruch bei Tönnies lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze: Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben sich Hunderte Angestellte infiziert. Als Folge müssen Schulen und Kitas wieder schließen, der betroffene Betrieb stellt die Produktion vorerst ein. Über den Ursprung gibt es verschiedene Theorien. Derweil befeuert der Ausbruch einen alten Familienstreit erneut.

Nachbar-Stadt Verl richtet Quarantänezone ein – Gebiet abgeriegelt

22.23 Uhr: Nach mehr als 1000 positiven Corona-Tests bei Tönnies-Mitarbeitern hat die Stadt Verl (Landkreis Gütersloh) im Stadtteil Sürenheide eine Quarantänezone eingerichtet. Mehrere Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma Tönnies untergebracht sind, wurden unter Quarantäne gestellt – auch wenn sie nicht zu den Tönnies-Beschäftigten gehören. Am Nachmittag wurde der gesamte Bereich abgeriegelt, wie die Stadt am Samstag mitteilte. In den betroffenen Häusern leben in drei Straßenzügen insgesamt knapp 670 Menschen.

“Uns ist bewusst, dass wir mit der generellen Quarantäne tief in das Leben der dort lebenden Menschen eingreifen, auch wenn sie ganz woanders arbeiten und außer der Nachbarschaft keine Berührungspunkte mit der Firma Tönnies haben”, erklärte Bürgermeister Michael Esken. “Aber wir müssen alles tun, um die weitere Verbreitung des Virus so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu ist die strikte Einhaltung der Quarantäne unerlässlich”, betonte er.

Nach Angaben der Polizei Bielefeld wurde der Bereich zunächst durch Einsatzkräfte abgeriegelt. Gleichzeitig hätten Mitarbeiter der Stadt damit begonnen, Bauzäune aufzustellen.

Nach Angaben der Stadt wurden allein am Zollhausweg, einem der drei Straßenzüge, 78 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Am Sonntag will das Kreisgesundheitsamt bei allen Bewohnern der Zone, bei denen noch kein Test durchgeführt wurde, einen Rachenabstrich nehmen.

Ein Straßenzug komplett abgeriegelt

Das Deutsche Rote Kreuz stellt für die ersten beiden Tage Lunchpakete und Getränke zur Verfügung. “Für Familien mit kleinen Kindern werden, falls erforderlich, auch Hygieneartikel wie zum Beispiel Windeln bereitgestellt.” Für die weiteren Tage wird ein Versorgungszentrum mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den täglichen Bedarf innerhalb des Quarantänebereichs eingerichtet. Auch für die Tönnies-Mitarbeiter werde eine Verpflegung bereitgehalten. “Das ist zwar Aufgabe der Firma Tönnies, die das auch zugesagt hat. Aber falls das nicht reibungslos laufen sollte, können wir einspringen.”

Der Zollhausweg wurde komplett abgesperrt, damit sich die Menschen innerhalb des Quarantänebereichs auch draußen bewegen können. Um die Familien mit Kindern werde sich das Jugendamt kümmern. In den betreffenden Häusern leben nach Angaben der Stadt 60 Kinder und Jugendliche, 20 von ihnen sind jünger als drei Jahre.

Auch die weiteren Unterkünfte von Tönnies-Mitarbeitern im Stadtgebiet sollen in unregelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um die Einhaltung der Quarantäneanordnungen zu überprüfen. Bei Verstößen könne ein Bereitschaftsdienst unverzüglich ordnungsrechtliche Bescheide veranlassen.

Statement von Clemens Tönnies und Konzernvize Andreas Ruff im Protokoll

17.59 Uhr: Auf Nachfrage eines Reporters macht Tönnies noch einmal klar: “Ich werde das Unternehmen aus dieser Krise führen und mache mich nicht aus dem Staub. Eines ist klar: So werden wir nicht weitermachen. Wir werden diese Branche verändern.”

17.58 Uhr: Zum Abschluss sagt Tönnies: “Ich stehe in der Verantwortung und stehe dafür in vorderster Front. Ich werde alles dafür tun, dass wir wieder auf die normale Schiene kommen.”

“Es geht hier nicht mehr um Tönnies”

17.54: Uhr: Clemens Tönnies betont zum Abschluss, dass der Datenschutz hinter dem Kampf gegen die Pandemie anstehen müsse. Er verweist auch darauf, dass einige Dienstleister sich beim Versuch, an alle Namen zu kommen, quergestellt hätten. “Es geht hier nicht mehr um Tönnies. Es geht um die Menschen und den Kreis. Wir stellen alles hinten an. Es geht darum, jetzt den Virus aus dem Betrieb zu bekommen.”

17.44 Uhr: Nun spricht Konzern-Vize Andreas Ruff. Auch er entschuldigt sich zunächst bei allen Betroffenen. Er geht näher auf das Datenproblem ein. “Wir mussten Namen und Datensätze von 6000 Mitarbeitern in kürzester Zeit ermitteln. Wir haben Freitagfrüh die ersten Datensätze übermittelt. Wir haben die herausgegeben, obwohl wir es eigentlich nicht dürften. Am Freitagnachmittag haben wir weitere Updates übermittelt. Am Abend kam die Behörde und wir haben sachlich miteinander gesprochen. Sie haben erklärt, dass ein Teil der Daten so für sie nicht zu verarbeiten ist. Wir haben deshalb dann gemeinsam in der Personalabteilung gesessen.” Heute seien bis 16.00 Uhr alle Daten bei den Behörden abgeliefert worden, auch solche, die erst in der vergangenen Nacht von den Behörden angeblich neu gefordert wurden. “Aus meiner Sicht war das gestern Abend eine sehr produktive Zusammenkunft. Wenn wir in manchen Bereichen zu langsam waren, dann tut es mir leid. Aber ich betone noch einmal: Das waren Daten, die wir eigentlich nicht hätten haben dürfen.”

17.42 Uhr: Zum Thema der fehlenden Adressen verweist Tönnies auf Datenschutzprobleme. Das Werkvertragsrecht würde dem Unternehmen eigentlich nicht erlauben, die Adressen der betroffenen Mitarbeiter abzufragen. Man dürfe eigentlich nur Name, Geschlecht, Geburtsdatum abfragen. “Mehr an Daten dürfen wir eigentlich nicht haben.” Die Bitte, die Adressen zu beschaffen, sei vor einigen Wochen vom Krisenstab an die Firma herangetragen worden. Der Leiter des Krisenstabs und der Landrat hatten in einer Pressekonferenz zuvor beklagt, dass das Unternehmen nicht in ausreichendem Maße dafür gesorgt habe, die Adressen zu liefern.

Tönnies: “Wir sind die Ursache dieses Themas und stehen in voller Verantwortung”

17.37 Uhr: “Wir haben geglaubt, alles richtig zu machen”, sagt Tönnies. Er bedankt sich beim Landrat und beim Krisenstab für die “hevorragende Arbeit”. “Ich kann mich als Unternehmer, dem es in erster Linie um die Menschen geht, nur entschuldigen. Wir sind die Ursache dieses Themas und stehen in voller Verantwortung. Ich als Unternehmer und das Unternehmen insgesamt”, so Tönnies weiter. Im Mai sei die Krise im Betrieb noch hervorragend gemanagt worden mit wenigen Infizierten. “Wenn der Leiter des Krisenstabs sagt, das Vertrauen sei bei Null, dann trifft mich das besonders hart.” Er habe sich bisher nicht geäußert, da er zuvor im Krankenhaus gewesen sei.

17.35 Uhr: Tönnies tritt ans Mikro: “Es ist mir wichtig, dass wir heute als Firmenvertreter, Familienvertreter, als Verantwortliche uns ihnen stellen. Sie sehen mich hier als Familienunternehmer, der in den letzten 50 Jahren einen tollen Konzern mit aufbauen konnte, der jetzt vor der existenziellsten Krise dieses Unternehmens steht.”

Tönnies kündigt kurzfristig Statement an

17.19 Uhr: Die Firma Tönnies hat kurzfristig für 17.30 Uhr zu einem Pressestatement vor ihrem Verwaltungsgebäude in Rheda-Wiedenbrück eingeladen. Die Unternehmensführung um Clemens Tönnies will sich zur aktuellen Situation äußern. Der Landkreis Gütersloh hat die Veranstaltung unter Auflagen genehmigt. FOCUS Online berichtet im Live-Ticker.

Kreis: Schlachtbetrieb Tönnies für 14 Tage geschlossen

15.19 Uhr: Der Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist für 14 Tage geschlossen. Das habe der Kreis verfügt, wie der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch, am Samstag in Gütersloh mitteilte.

Kreis Gütersloh: Vertrauen in die Familie Tönnies “gleich Null”

14.53 Uhr: Das Verhältnis zwischen dem Kreis Gütersloh und der Firma Tönnies ist offenkundig zerrüttet. “Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich Null. Das muss ich so deutlich sagen”, sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch, am Samstag. Der Fachbereisleiter Gesundheit beim Kreis berichtete, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert habe, in denen bei 30 Prozent die Adressen gefehlt hätten. Bei Anfragen habe die Firma immer zögerlich reagiert.

Landrat greift durch: Wir haben uns Zugriff auf Personalakten verschafft

14.40 Uhr: Der Kreis Gütersloh und der Arbeitsschutz haben sich in der Nacht zum Samstag Zugriff auf die Personalakten der Firma Tönnies verschafft. “Das Unternehmen hatte es nicht geschafft, uns alle Adressen zu liefern”, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Samstag bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Daraufhin seien die Behörden am Freitagabend in die Konzern-Zentrale gegangen. Jetzt liegen 1300 Adressen von Wohnungen allein für den Kreis Gütersloh vor, wie der CDU-Politiker sagte.

Zahl der positiven Tests steigt auf mehr als 1000

14.08 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, am Samstag in Gütersloh mit. Insgesamt 3127 Befunde lägen mittlerweile vor. Adenauer betonte: “Wir haben keinen signifikanten Eintrag von Corona-Fällen in die allgemeine Bevölkerung.” Die Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände der Fleischfabrik im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück wurden am Samstag fortgesetzt. Seit Freitag unterstützen Bundeswehrsoldaten die Maßnahmen.

Mehrere Kleinbusse mit ausländischen Kennzeichen brachten am Vormittag zumeist Männer zum Werk. Nicht alle trugen dabei Schutzmasken, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch Fahrzeuge der Uniklinik Bonn und der Bezirksregierung Detmold kamen zum Schlachtereibetrieb. Mitarbeitende trugen Masken und Kühlboxen auf das Gelände. Auch Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort.

Corona-Ausbruch in Fleischfabrik: Polizei auf Großeinsatz vorbereitet

13.43 Uhr: Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in einer Großschlachterei in Rheda-Wiedenbrück hat sich die NRW-Polizei auf einen Großeinsatz eingestellt. Bei der Polizei Bielefeld wurde eine sogenannte BAO, eine Besondere Aufbauorganisation gebildet, die mögliche Einsätze landesweit koordiniert.

Der Kreis Gütersloh hatte nach Angaben vom Freitag ein Hilfeersuchen an die Polizei gerichtet. “Sie soll die Ordnungsbehörden der Kommunen bei der Quarantäneüberprüfung unterstützen”, hieß es in einer Mitteilung.

Beamte einer Einsatzhundertschaft aus Dortmund verteilten sich am Samstag im Gebiet des Kreises Gütersloh. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei Bielefeld sollen sie bei Anforderung durch die Ordnungsbehörden unterstützend tätig werden, “beispielsweise wenn Kontrollen durchgeführt werden”. Dies war nach ihren Angaben bis zum Mittag noch nicht der Fall. “Wir werden als Polizei nicht eigeninitiativ tätig”, sagte die Sprecherin.

Das Land will die Quarantäneanordnung für die Mitarbeiter konsequent durchsetzen. Es werde dazu alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitagabend in Düsseldorf gesagt. “Wir müssen sicherstellen, dass in dieser Situation jeder sich an die Regeln hält.” Einen Corona-Ausbruch habe es “in dieser Größe” in NRW bisher nicht gegeben.

Der Kreis hatte am Freitag verfügt, dass alle rund 6500 Mitarbeiter des Fleischproduzenten Tönnies am Standort Rheda-Wiedenbrück mitsamt allen Haushaltsangehörigen in Quarantäne müssen. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, teilte der Kreis Gütersloh am Freitagabend mit. Für einige Mitarbeiter galt allerdings eine sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen – ausschließlich. Das gilt nach Angaben eines Konzernsprechers auch für den Gesellschafter Clemens Tönnies.

Die Kreisverwaltung will einen weitreichenden Lockdown verhindern. “Leider müssen wir feststellen, dass die für das Personal in den Produktionsbereichen am 16. Juni erlassenen Quarantänen nicht von allen eingehalten wurden”, hatte Landrat Sven-Georg Adenauer erklärt und eine deutliche Verstärkung der Überprüfungen angekündigt.

Weitere 40 Soldaten zur Unterstützung am Tönnies-Werk

13.10 Uhr: Die Bundeswehr hat ihren Einsatz am Werk des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbück ausgebaut. “Wir haben noch 40 weitere Soldaten hinzu geholt”, sagte Bundeswehrsprecher Uwe Kort am Samstag. “20 davon helfen bei der Dokumentation und 20 helfen bei der Kontaktpersonennachverfolgung.” Die Kräfte seien mit zehn Fahrzeugen der Bundeswehr unterwegs und würden gemeinsam mit medizinischem Personal und Mitarbeitern des Kreises Gütersloh Unterkünfte abfahren und dort Menschen testen. Laut Kort sprechen die Soldaten osteuropäische Sprachen, um sich mit den Arbeitern verständigen zu können.

Bereits am Freitag waren insgesamt 25 Soldaten in Rheda-Wiedenbrück eingetroffen. Sprecher Uwe Kort schließt nicht aus, dass weitere Soldaten angefordert werden könnten.

Der Kreis Gütersloh hatte die Bundeswehr zuvor um Hilfe bei einem Reihentest auf Corona-Infektionen bei dem Schlachtbetrieb gebeten. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass es unter den Mitarbeitern des größten deutschen Schlachtbetriebs von Tönnies bei Rheda-Wiedenbrück zu einem Ausbruch mit einer Vielzahl von Corona-Infizierten gekommen ist. Bereits im Mai war es bei auf einem Schlachthof von Westfleisch im Kreis Coesfeld zu einem Corona-Ausbruch gekommen.

Altmaier: Missstände in Fleischindustrie angehen

10.52 Uhr: Nach Coronavirus-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zugesichert, dass gegen Missstände in der Fleischindustrie vorgegangen werden soll. “Die Versorgung mit Lebensmitteln ist ein hohes Gut und ich möchte, dass das Vertrauen an Lebensmitteln und an Fleisch “made in Germany” erhalten bleibt”, sagte der CDU-Politiker dem Deutschlandfunk. Das bedeute, “dass wir auch dafür sorgen, dass Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden und dass die Missstände abgestellt werden, indem man entsprechende Veränderungen trifft”.

Altmaier hob nach Angaben des Deutschlandfunks hervor, dies gelte nicht nur für Werkverträge mit osteuropäischen Arbeitnehmern, sondern auch für die Unterbringung und die Arbeitsbedingungen vor Ort. Bei den Werkverträgen hatte die Bundesregierung bereits vor rund einem Monat Konsequenzen angekündigt: Das Schlachten und Verarbeiten von Fleisch soll ab 1. Januar 2021 nur noch mit Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein. “Ich halte es für richtig, dass wir diese Missstände angehen, wir werden sie angehen”, sagte Altmaier.

„Falschaussagen zum Kantinen-Video”: Robert Tönnies schreibt Brandbrief an Onkel

20.28 Uhr: Der Coronavirus-Ausbruch beim Fleisch-Riesen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück lässt den schwelenden Streit an der Unternehmensspitze eskalieren. Konzernintern belebte die Krise einen langanhaltenden Zwist in der Führung nur noch zusätzlich: Robert Tönnies, Mitinhaber des Schlachtbetriebs, forderte den Rücktritt seines Onkels Clemens Tönnies aus der Geschäftsleitung. Beide halten je 50 Prozent der Anteile des Fleisch-Giganten, der allein für 20 Prozent der deutschen Fleischversorgung sorgt.

Jetzt verschickte Robert Tönnies einen Brandbrief, der der „Bild“-Zeitung vorliegt. Darin erhebt der 42-Jährige erneut schwere Vorwürfe gegen seinen Onkel und fordert dessen sofortigen Rücktritt, um der Firmen einen Neuanfang zu ermöglichen. Der Sohn des verstorbenen Konzerngründers Bernd Tönnies schreibt in dem Brief an Clemens Tönnies: „Ich habe den Rücktritt der Geschäftsführung gefordert, da ich hinsichtlich der Ereignisse und dem Krisenmanagement in unserem Unternehmen zutiefst erschüttert bin.“

Besonders brisant wird es, wenn Tönnies davon spricht, dass „Falschaussagen zum Kantinen-Video die Glaubwürdigkeit unseres Unternehmens endgültig zerstören“. Auch eine „Blockadehaltung bei Werkverträgen und offensichtliche Fehler bei der Betriebsführung“ wirft der Mitbesitzer seinem Partner vor.

Robert Tönnies fordert weiter, dass neben Clemens Tönnies auch die Geschäftsführer Andres Ruff und Stefan Gros gehen sollen – und zwar sofort. Mit Max, dem 30-jährigen Sohn seines Onkels, hat er auch schon einen Nachfolger für Tönnies im Blick: „Clemens, Dir selbst würde ich raten, Deinen Platz für Max zu räumen. Nur mit neuen Gesichtern können wir glaubwürdig in die Zukunft gehen.“

Kreis: Alle Tönnies-Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück unter Quarantäne

20.16 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies müssen sämtliche Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück in Quarantäne. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, teilte der Kreis Gütersloh am Freitagabend mit.

Einige Mitarbeiter können den Angaben nach aber in sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich nur zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen. Das gilt auch für Clemens Tönnies, Gesellschafter von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies, wie ein Konzernsprecher der Deutschen-Presse Agentur sagte.

Tönnies-Ausbruch: Laschet schließt lokalen Lockdown nicht mehr aus

18.30 Uhr: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schließt nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies mit Hunderten Infizierten einen regionalen Lockdown nicht mehr aus. Das Infektionsgeschehen könne noch lokalisiert werden. “Sollte sich dies ändern, kann auch ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden”, sagte Laschet am Freitagabend in Düsseldorf.

“Das größte, bisher nie dagewesene Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen”, sagte Laschet. Nach Auftreten des Virus in einem Tönnies-Werk sind im Kreis Gütersloh bereits das Schließen von Schulen und Kitas angeordnet worden. Einen Lockdown will der Kreis nach bisherigen Angaben aber mit diesen und weiteren Maßnahmen abwenden.

Der NRW-Ministerpräsident sieht ein großes Problem in der breiten Streuung der Wohnorte der Tönnies-Beschäftigten. Er sprach am Freitag in Düsseldorf von einer schwierigen Lage, weil die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs neben dem Kreis Gütersloh auch in Warendorf, Soest, Bielefeld, Hamm und anderen Orten lebten. Diese Streuung berge eine enorme Pandemiegefahr.

Inzwischen 803 Infektionen nachgewiesen

17.55 Uhr: Im Zuge des Corona-Ausbruchs bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind inzwischen 803 Infektionen registriert. Das teilte der Kreis Gütersloh am Abend mit (Stand 19. Juni, 0 Uhr). Am Vorabend hatte die Zahl bei 730 gelegen. Negativ fielen den Angaben zufolge bisher 463 Testergebnisse aus. Eingesammelt wurden insgesamt über 3500 Proben für den von Behörden angeordneten Reihentest, der am Freitag mit Hilfe der Bundeswehr fortgesetzt wurde.

Tönnies will mit WhatsApp-Screenshot beweisen, dass Kantinen-Video aus dem März stammt

17.02 Uhr: Der Kampf um die Deutungshoheit, wann das verheerende Video aus der überfüllten Tönnies-Kantine in Rheda-Wiedenbrück entstanden ist, geht in die nächste Runde. Nachdem der Fleischfabrikant zunächst behauptete, die ominöse Aufnahme sei der Firma schon seit Ende März bekannt, ergaben Recherchen des SWR am Donnerstag, dass das Video am 8. April entstanden sein soll, wie Metadaten der Aufnahmen bewiesen. Daraufhin räumte Tönnies dieses Datum ein und ruderte später wieder zur ursprünglichen Behauptung „28. März“ zurück. 

Am Freitag schickte das Unternehmen dem SWR einen Handy-Screenshot mit einem WhatsApp-Chatverlauf als Beweis. Dem Screenshot zu Folge wurde der Chat am 28. März geführt. Der Bitte des SWR, das Originalvideo aus dem Chatverlauf für eine Überprüfung der Metadaten zur Verfügung zu stellen, kam Tönnies nach Angaben des Senders bisher nicht nach.

Der Knackpunkt: Sollte das Video tatsächlich, wie jetzt von Tönnies gesagt, am 28. März oder früher erstellt worden sein, dokumentiert es möglicherweise nicht Verstöße gegen die Corona-Landesverordnung vom 30. März – wäre es im April aufgenommen worden, dagegen schon.

Arbeitsschutz fand noch vor wenigen Wochen Mängel in Tönnies-Kantine

16.23 Uhr: Bei Kontrollen in der Kantine des Schlachtbetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat der Arbeitsschutz zwischen dem 11. und 18. Mai Mängel festgestellt. Zwischen den Nutzern einer Kantine seien die Abstände zu gering gewesen, teilte ein Sprecher der Bezirksregierung Detmold der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei einer Nachkontrolle am 29. Mai seien die Mängel bei den Hygienevorgaben abgestellt gewesen. Auch sei die Zahl der Sitzplätze wie verlangt reduziert worden.

Erst am Donnerstag war ein Video aufgetaucht, das zeigte, dass auch im April Missstände im Betrieb herrschten.

Vor dem sprunghafte Anstieg von Corona-Infizierten in der Belegschaft von Tönnies am Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück hatte die Firma Westfleisch in ihren Werken in Coesfeld und in Dissen in Niedersachsen ebenfalls eine hohe Zahl von Infizierten vermeldet. Im Regierungsbezirk Detmold wurden daraufhin neben den Betrieben auch mehr als 410 Unterkünfte von Werksarbeitern kontrolliert.

Der Tönnies-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück steht wegen des Corona-Ausbruchs seit Mittwoch weitgehend still. Rund 7000 Mitarbeiter müssen auf das Virus getestet werden. Bei 730 ist bislang (Stand Donnerstagabend) eine Infektion nachgewiesen.

Soldaten bei Tönnies-Betrieb im Einsatz – Erste Tests laufen

16.15 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies sind 25 Soldaten der Bundeswehr am Freitag beim Werk in Rheda-Wiedenbrück eingetroffen, um erste Tests durchzuführen. De Sprecher der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, Uwe Kort, teilte weiter mit: “Es wurden Absperrungen und Zäune aufgebaut.” Der Kreis Gütersloh hatte die Bundeswehr zuvor um Hilfe bei einem Reihentest auf Corona-Infektionen bei dem Schlachtbetrieb gebeten.

“Der Kreis hat aber weiter die Verantwortung”, so der Bundeswehr-Sprecher. “Wir unterstützen nur.” Insgesamt 25 Soldaten aus Augustdorf im benachbarten Kreis Lippe und aus Rheinland-Pfalz sind nun in Rheda-Wiedenbrück im Einsatz. 13 davon sind als Sanitätssoldaten vor Ort, 12 zur Dokumentation.

Landkreis: Keine Arbeiter von NRW-Tönnies-Schlachthof nach Weißenfels

15.29 Uhr: Der Schlachthof des Tönnies-Konzerns in Weißenfels (Burgenlandkreis) darf vorerst keine Mitarbeiter des stark von Corona betroffenen Standorts in Nordrhein-Westfalen bei sich arbeiten lassen. Das teilte der Burgenlandkreis am Freitag mit. Das Verbot betreffe alle Arbeitskräfte, die seit dem 5. Juni in dem Tönnies-Schlachthof im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück gearbeitet hätten. Bis zum 3. Juli dürften die Betroffenen die Schlachterei in Weißenfels nicht betreten. Ziel sei es, Menschen im Burgenlandkreis vor einer potenziellen Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, teilte der Landkreis mit.

Beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gab es zuletzt Hunderte Infektionen. Im betroffenen Landkreis Gütersloh wurden bereits Reihentests angeordnet. Auch in Weißenfels gab es vor knapp einem Monat knapp 1200 Tests für die Mitarbeiter, die beim Fleischkonzern in Weißenfels oder Subunternehmern angestellt oder zur Veterinär- und Lebensmittelüberwachung unmittelbar im Schlachtbetrieb tätig waren. Damals verliefen alle Tests negativ. Zuvor hatte es in mehreren Schlachtbetrieben in Deutschland bereits Corona-Infizierte gegeben.

Landkreis Gütersloh pulverisiert die Corona-Obergrenze der Bundesregierung

15.10 Uhr: Der verheerende Coronavirus-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit bisher bestätigten 730 Covid-19-Fällen beschert dem Landkreis Gütersloh explodierende Wert. Als einziger Landkreis deutschlandweit überschreitet die 364.000 Einwohner starke Region Gütersloh mit 94,2 Infizierten pro 100.000 Menschen die von der Bundesregierung gesetzte 50er-Obergrenze.

Auch der benachbarte Kreis Warendorf weist mit 27,4 einen erhöhten Wert auf – den vierthöchsten des Landes (nach Verden mit 39,5 und Magdeburg mit 31).

Staatsanwalt ermittelt bei Tönnies

13.48 Uhr: Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Das Verfahren richte sich zunächst gegen Unbekannt. Das berichtet das “Westfalen Blatt“. Wie Oberstaatsanwalt Martin Temmen gegenüber der Zeitung erklärte, liegen – Stand Freitagmittag – fünf Strafanzeigen vor, die Anlass für das Ermittlungsverfahren geben. Darunter ist auch die am Donnerstag von Grünen-Politikerin Britta Haßelmann aus Bielefeld angekündigte Strafanzeige. Zum weiteren Vorgehen, insbesondere zu möglichen Durchsuchungsmaßnahmen am Konzernsitz, wollte sich Temmen nicht äußern.

“Brauchen Ärzte”: Landrat spricht von Mammutaufgabe und bittet Spahn um Hilfe

13.28 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies mit inzwischen mehr 730 Infizierten im Kreis Gütersloh hat Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) um Hilfe gerufen. Er sprach von einer Mammut-Aufgabe, die Quarantäne der betroffenen 7000 Menschen zu überwachen.

„Meine Behörde kann die Überwachung der Quarantäne-Maßnahmen dauerhaft personell nicht leisten. Deshalb habe ich bei Bundesminister Spahn und beim Land NRW angerufen und um Hilfe gebeten“, sagte Adenauer, der seit 21 Jahren Landrat in Gütersloh ist, der „Bild“. „Wir brauchen Ärzte, Verwaltungspersonal und Ordnungskräfte von anderen Ordnungsämtern, Polizei oder gar der Bundeswehr.“

Besonders notwendig seien Dolmetscher, da die meisten Werkarbeiter aus Rumänien, Bulgarien und Polen stammen würden und kaum die deutsche Sprache sprächen. Die Massenunterkünfte zu schließen und die Arbeiter auf andere Wohnungen zu verteilen käme für Adenauer aber nicht infrage. „Solch eine Maßnahme lehne ich momentan ab“, sagte er dem Blatt. „Es gibt keinen anderen Wohnraum.“

In Deutschland gab es zuletzt bereits wiederholt konzentrierte Corona-Ausbrüche in den Belegschaften von Schlachthöfen großer Fleischkonzerne. In dem Fall im Landkreis Gütersloh laufen Reihentests, um das Ausmaß der Infektionswelle zu ermitteln. Der Kreis bat dabei inzwischen um Unterstützung durch die Bundeswehr. Die Kapazitäten der regionalen Rettungs- und Hilfsdienste seien erschöpft. Insgesamt müssen rund 5000 Menschen getestet werden.

Tönnies-Sprecher rudert erneut zurück

12.09 Uhr: Nach Hunderten von Corona-Fällen im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist ein Video aus der Kantine mit mutmaßlichen Verstößen gegen Corona-Präventionsregeln aufgetaucht. “Das im Netz kursierende Video ist uns im Unternehmen seit dem 28. März 2020 bekannt”, sagte ein Tönnies-Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Am Donnerstagabend hatte das Unternehmen dem SWR zunächst bestätigt, dass das Video aus dem April stamme.

Der Sprecher stellte am Freitagmorgen klar, dass es in der Krisenkommunikation eine Panne gegeben habe. Eine Bestätigung, dass das Video von April stamme, sei falsch gewesen. Das Video müsse im März gedreht worden sei, da es seit dem Monatsende bei Tönnies bekannt sei.

Laut Tönnies hatten sich die Arbeiter damals in der Kantine nur mit Kollegen aufgehalten, mit denen sie auch in einer Abteilung zusammen gearbeitet hatten. Dieses Verhalten, das sogenannte Clustern, sei mit dem Arbeitsschutz abgestimmt gewesen.

Hat Tönnies gelogen? Schock-Video aus Kantine beweist, dass gegen Regeln verstoßen wurde

Corona-Infektionen: Auswirkungen auch auf Nachbarkreise

11.10 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch werden Auswirkungen auch in angrenzenden Regionen deutlich. In der kreisfreien Stadt Hamm wurden drei Schulklassen in Quarantäne geschickt, weil unter den Schülern drei positiv auf Corona getestete Kinder von Tönnies-Mitarbeitern seien. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Freitag in Hamm mit. Betroffen von der Quarantäne sind laut Mitteilung eine Grund-, eine Real- und eine Hauptschule. Wieviele Tönnies-Mitarbeiter mit ihren Familien genau in Hamm wohnen, sei offen – die Stadt vermutet 50 bis 100.

Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Oelde im Kreis Warendorf Schulen und Kitas vorsorglich geschlossen. Am Montag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Laut Mitteilung der Stadt liegen jetzt Informationen zu rund 40 Tönnies-Mitarbeitern vor, die in Oelde wohnen. Die Kinder dieser Familien sollen vom Schul- und Kitabesuch ab Montag befreit werden.

NRW-Minister zur Laschet-Kritik: “Nicht mehr alle Tassen im Schrank”

09.59 Uhr: Mit deutlichen Worten hat sich Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) hinter Ministerpräsident Armin Laschet gestellt: “Wer ausgerechnet Armin Laschet Ressentiments gegenüber Menschen aus anderen Ländern unterstellt, hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank”, twitterte Stamp am Freitagmorgen.

“Ein Problem der heutigen Zeit ist, dass wir uns in Politik und Medien geradezu zwanghaft missverstehen wollen”, schrieb Stamp. Er reagierte mit seinem Tweet auf die Debatte um eine Äußerung Laschets vom Mittwoch. Der Ministerpräsident hatte auf die Frage, was der Corona-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: “Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren.”

“Ein gewaltiges Risiko”: Hygiene-Experte warnt nach Virus-Ausbruch bei Tönnies vor rohem Fleisch

06.36 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch im größten deutschen Schweine-Schlachtbetrieb Tönnies warnt der Berliner Hygienearzt Klaus-Dieter Zastrow vor dem Fleisch aus der Fabrik. Zwar werden in Rheda-Wiedenbrück vorerst keine lebenden Schweine mehr angeliefert, das Fleisch von 40.000 bereits geschlachteten Tieren soll aber dennoch verarbeitet werden. Zastrow sagte der „Bild“, dass das Fleisch „brandgefährlich“ sei. „Wenn es nicht stark erhitzt wurde, kann man es nicht mehr verwenden.“

Der 70-jährige Hygiene-Professor kritisierte den Fleischfabrikanten gegenüber dem Blatt scharf: „Man kann jetzt nicht einfach die aktuelle Produktion abverkaufen, sonst geht damit noch mal eine richtige Viruswelle übers Land.“ Weiter riet Zastrow Tönnies, keine Fleischprodukte aus der betroffenen Produktionsstätte in den Verkehr zu bringen. „Sonst muss man die Verbraucher generell vor Tönnies-Fleisch warnen, weil der Kunde nicht nachvollziehen kann, wo die Produkte herkommen.“

Verbrauchern rate Zastrow, den Hautkontakt mit rohem Fleisch zu vermeiden. Man solle es am besten nur mit Haushaltshandschuhen berühren. „Hände anschließend trotzdem desinfizieren. Erst die Hitze in der Pfanne deaktiviert das Virus.“ Von erhitztem Fleisch ginge keine Gefahr aus. „Auch Kurzgebratenes ist sicher, wenn es von jeder Seite scharf angebraten wurde.“ Das Virus sei ja auf dem Fleisch und nicht darin, betonte Zastrow. „Aber nicht erhitztes Fleisch ist ein gewaltiges Risiko.“

Trotz Produktionsstopp bei Tönnies, Experte rechnet nicht mit Versorgungsengpass

04.13 Uhr: Die vorübergehende Schließung des größten deutschen Schlachtbetriebs von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wird nach Einschätzung von Marktbeobachtern nicht zu Versorgungsengpässen führen. “Fleisch wird in Deutschland nicht knapp, auch nicht Schweinefleisch”, sagte Tim Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn.

Ob der nach einem großen Corona-Ausbruch verfügte Stillstand der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück zu höheren Preisen für Verbraucher führen werde, sei erst in einigen Wochen abzusehen, sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur. Der Handel habe in der Regel mit den Schlachtunternehmen längerfristige Verträge zu Mengen und Preisen abgeschlossen.

In Rheda-Wiedenbrück werden nach Angaben von Tönnies pro Tag 20.000 Schweine geschlachtet und zerlegt. Die Branche habe eine Reihe von Stellschrauben, um die bei Tönnies ausfallenden Schlachtkapazitäten zumindest teilweise auszugleichen, sagte Koch. Tönnies wolle die Zahl der Schlachtungen an anderen Standorten erhöhen, auch andere Unternehmen hätten diese Möglichkeit.

Kampf gegen niedrige Fleischpreise: NRW plant Bundesratsinitiative

Freitag, 19. Juni, 01.06 Uhr: Das Land Nordrhein-Westfalen arbeitet im Kampf gegen zu niedrige Fleischpreise einem Medienbericht zufolge an einer Bundesratsinitiative. Wie Ursula Heinen-Esser, die NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin, der “Rheinischen Post” sagte, gehe es darum, die im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vorgesehenen Ausnahmen deutlich zu erschweren.

“Es gibt haarsträubende Sonderaktionen, bei denen Fleisch deutlich unter seinem Wert verkauft wird. Das müssen wir stoppen. Denn grundsätzlich ist der Verkauf unter Einstandspreis ja bereits untersagt”, sagte die CDU-Politikerin und betonte: “Wir müssen die gesamte Kette vom Stall bis zum Teller in den Blick nehmen.” Der Preisdruck aus dem Lebensmittelhandel wirke sich auf die gesamte Kette aus, eben auch auf die Schlachtbetriebe.

Aktuell stehen die Schlachtbetriebe nach einem neuerlichen Corona-Ausbruch beim Branchen-Riesen Tönnies im Fokus. Dabei stehen die Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben mit Subunternehmern und Sammelunterkünften mit vielen osteuropäischen Beschäftigten in der Kritik.

Tönnies-Ausbruch: Soldaten sollen bei Corona-Tests helfen

17.33 Uhr: Der Kreis Gütersloh hat bei der Bundeswehr um Hilfe bei einem Reihentest auf Corona-Infektionen beim Schlachtbetrieb Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück angefragt. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) habe um Amtshilfe gebeten, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. Bislang hatten das Rote Kreuz und die Malteser bei den Tests geholfen. Diese Organisationen würden aber an ihre Grenzen stoßen. Die Bundeswehr soll ab Freitag Soldaten mit medizinischen Vorkenntnissen und andere für die Dokumentation schicken. Insgesamt sollen laut einer Mitteilung der Bundeswehr 25 Soldaten einer Panzerbrigade aus Augustdorf helfen.

Nach Angaben eines Konzern-Sprechers sollen pro Tag 1500 bis 2000 Mitarbeiter auf das Corona-Virus getestet werden. Nach dem Start der behördlich angeordneten Reihe sind noch rund 5300 Tests offen. Von bislang 1050 untersuchten Mitarbeitern waren mehr als 650 Neuinfizierte (Stand Mittwochabend) entdeckt worden. Nach Konzernangaben soll dieser Durchlauf Anfang der nächsten Woche abgeschlossen sein. Der Kreis geht aber von einem längeren Zeitraum aus.

Keine Quarantäne für Fleisch-Boss Clemens Tönnies

17.28 Uhr: Clemens Tönnies, Gesellschafter von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies, muss nach einen starken Anstieg von Corona-Infizierten unter der Belegschaft am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück nicht in Quarantäne. “Clemens Tönnies ist auch nicht infiziert oder durch Corona krank geworden”, sagte Konzernsprecher André Vielstädte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der 64-Jährige, beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 Vorsitzender des Aufsichtsrates, sei nach einem Krankenhausaufenthalt zwar wieder bei der Arbeit, aber noch nicht mit dem sonst üblichen Arbeitspensum, sagte der Sprecher. Mit Verweis auf die Privatsphäre wollte sich Vielstädte nicht zum Grund für den Krankenhausaufenthalt äußern.

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