Tönnies-Skandal: Mitarbeiter an Grenze abgefangen – Merkel ruft in Gütersloh an

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Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies sind mehr als 1.300 Angestellte positiv auf Corona getestet worden. NRW-Ministerpräsident Laschet verkündete nun einen Lockdown für den Kreis Gütersloh, der bis mindestens 30. Juni gelten soll. Alle News zum Virus-Ausbruch bei Tönnies lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze zum Tönnies-Skandal:

  • Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben sich mehr als 1.000 Angestellte infiziert
  • Als Folge mussten Schulen und Kitas wieder schließen, der betroffene Betrieb hat die Produktion vorerst eingestellt
  • Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verhängte einen Lockdown für den Kreis Gütersloh, der bis mindestens 30. Juni gelten soll
  • Mediziner: Luftumwälzung in der Zerlegung ist ein großes Problem

“Schalke kein Schlachthof”: 1000 Fans wüten mit Menschenkette um Stadion gegen Tönnies

16.40 Uhr: Rund 1000 Anhänger des FC Schalke 04 haben am Samstag rund um die Veltins-Arena gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und den Vereinsvorstand demonstriert. Zeitgleich zum letzten Bundesliga-Saisonspiels des Teams von Trainer David Wagner beim SC Freiburg am Nachmittag bildeten die Fans unter Einhaltung der Hygienevorschriften eine Menschenkette am Vereinsgelände Berger Feld.

Die Demonstration unter dem Motto “Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins” war zuvor unter Auflagen genehmigt worden. Bis zu 2000 Menschen waren zugelassen. Nach Angaben von Organisator Stefan Barta kamen etwa 1200 Fans, laut Gelsenkirchener Polizei “deutlich weniger”. Alles blieb friedlich.

“Als Schalker musste man sich in letzter Zeit schämen. Das hat mit Kumpel- und Malocherclub nichts mehr zu tun. Wir erwarten aber, dass die Vereinsführung unser Leitbild lebt”, kritisierte Mitorganisatorin Katharina Strohmeyer. An mehreren Stellen hatten die Schalke-Fans ihre Botschaften auf Bannern platziert. “Unser Vorstand – ein sozialer und moralischer Flop!”, monierten sie. «Der gro?ßte Bulldozer hilft nicht mehr! Tö?nnies raus!», lautete eine Forderung an anderer Stelle.

Fleisch-Unternehmer Tönnies ist das Hauptziel der Proteste. Seit Tagen sorgen die massenhaften Corona-Infektionen in seinem Großbetrieb in Rheda-Wiedenbrück sowie die Unterbringung und Bezahlung der Werksarbeiter für negative Schlagzeilen.

Betreuer offenbart: Für jeden Tag, den Tönnies-Werkarbeiter fehlen, wird Miete erhöht

14.31 Uhr: Der “Spiegel” sprach im Rahmen eines aktuellen Artikels mit Volker Brüggenjürgen, der bei der Caritas Werkarbeiter der Firma Tönnies und ihre Familien betreut. Auf die Frage, was ihm die Betroffenen erzählen würden, antwortete Brüggerjürgen: “Sie klagen. Über den sehr ruppigen Umgangston der Subunternehmer. Darüber, dass sie gezwungen werden, auch krank zur Arbeit zu kommen.” Für jeden Tag, an dem die Arbeiter fehlen würden, würde ihnen die Miete um zehn Euro erhöht, erklärte er weiter.

Der “Spiegel” zitiert Brüggerjürgen mit den Worten: “Der Arbeitsplatz ist an die Wohnsituation gekoppelt. Dadurch entsteht eine maximale Abhängigkeit.” Auch, wo genau das Tönnies-Werkarbeitspersonal lebt, beschrieb der Betreuer im Gespräch mit dem Blatt. Demnach würden die Menschen zunächst in eine Art Matratzenlager kommen, mit der Zeit würden sich dann einige privat Wohnungen suchen. Ins tägliche Leben seien die Arbeiter kaum integriert. Brüggerjürgen schilderte: “Wir können hier durchaus von Parallelgesellschaften sprechen, die sich herausbilden. Es gibt Häuserzeilen in Rheda-Wiedenbrück, in denen Communitys entstanden sind.”

Ferner seien die Arbeitsbedingungen bei Tönnies so verheerend, dass es kaum ein Arbeiter länger als ein Jahr in dem Unternehmen aushalte, so der Betreuer. “Tönnies stellt weder eine Sprachförderung, noch eine Integrationsbegleitung. Für die Menschen, die aus Polen, Rumänien oder Bulgarien hierherkommen, gibt es so kaum eine Möglichkeit, im Kreis Gütersloh anzukommen”, zitiert das Blatt den Fachmann.

7-Tage-Inzidenz in Gütersloh immer noch weit über kritischer Marke

11.04 Uhr: Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz einer Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Samstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Der Kreis Gütersloh ist der einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieser Marke.

Nach den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh 164,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen – nach zuvor 177,7 Fällen am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Im benachbarten Kreis Warendorf war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die Marke von 50 gefallen. Nach den Daten von Samstag sackte sie nun sogar auf nur noch 19,8 Fälle ab. In beiden Kreisen gilt ein Lockdown.

“Der ganze Markt ist gebremst”: Tönnies-Skandal wirkt sich bis nach Bayern aus

Samstag, 27. Juni, 07.14 Uhr: Der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen macht auch bayerischen Bauern Sorgen. Vor allem der vorübergehende Stopp von Schlachtungen in den Tönnies-Standorten Kempten und Bamberg macht sich bemerkbar und führt zu einer Kettenreaktion, die bis zu den Kälberzüchtern durchschlägt. “Die Bullen gehen zögerlicher aus den Ställen, der ganze Markt ist dadurch irgendwo gebremst”, sagte der Geschäftsführer der Allgäuer Herdebuchgesellschaft, Thomas Bechteler. Dadurch sei auch die Nachfrage nach Kälbern zur Mast im Moment eingeschränkt. Bei einem Unternehmen wie Tönnies, das enorme Mengen schlachte, habe das von einer Woche auf die andere Auswirkungen.

Im Allgäu gehört der Tönnies-Standort Kempten zu den wichtigen Betrieben. “Wir schlachten normalerweise ein Viertel unserer Rinder dort”, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Allgäu, Berthold Kirchmaier. Doch bisher lässt sich das Problem für die 5000 Betriebe der Gemeinschaft lösen: “Die Tiere bringen wir stattdessen nach Buchloe”, so Kirchmaier. Dort werde ohnehin der überwiegende Anteil der im Schnitt 600 bis 700 Rinder pro Woche geschlachtet. Beim Betrieb der Firma Vion Deutschland heißt es, man übernehme zusätzliche Schlachtungen “im Rahmen des Möglichen”. Nun kommt es also darauf an, wann die Schlachthöfe wieder öffnen. Bei Tönnies war dazu zunächst niemand zu erreichen. “Ein Problem ist es dann, wenn die Situation länger so bleibt”, sagte ein Sprecher des bayerischen Bauernverbands.

Auch er betonte aber: “Auf ein paar Tage hin oder her ist man nicht angewiesen.” Zudem verweist auch der Sprecher auf die Möglichkeit, die Tiere zu anderen Schlachthöfen zu bringen. “Da gibt es schon noch Kapazitäten.” Ein Grund dafür, dass ein Corona-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen Schockwellen bis nach Bayern schicken kann, sind die Strukturen mit immer größeren Schlachtbetrieben. Diese seien über Jahrzehnte gewachsen, auch durch striktere Standards, wie Bechteler von der Herdebuchgesellschaft sagte. Viele kleine Betriebe hätten geschlossen. “Wenn man das heute wieder aufbauen will, braucht man enorme Investitionen”, betonte er. “Wir beobachten zwar eine Tendenz der Betriebe in Richtung regionale Vermarktung”, aber noch existiere das “im Kopf mehr als in der Realität”.

Tönnies-Mitarbeiter an der Grenze abgefangen

17.28 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt. Man habe “intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt”, sagte Laschet den “Westfälischen Nachrichten”.

Die Verabredung der Länder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln für das gesamte Kreisgebiet vor. “Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen”, so Laschet. Anlass des Lockdowns ist der massive Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück.

Wie der “Spiegel” berichtet, seien zahlreiche Mitarbeiter der Fleischfabrik abgefangen worden, als sie vor der Quarantäne flüchten wollten. Beamte hätten 15 Personen an der ungarisch-rumänischen Grenze aufgehalten, die in Privat-Autos unterwegs waren.

Warendorf: Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner fällt unter kritische Marke

16.06 Uhr: Der Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück beschränkt sich im benachbarten Kreis Warendorf laut Bezirksregierung bislang auf dort wohnende Mitarbeiter. Das bestätigten die bisherigen Testergebnisse, teilte ein Sprecher am Freitag in Münster mit.

Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht Zahlen zur Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Warendorf veröffentlicht. Diese Marke war mit 47,9 unter den entscheidenden Wert von 50 gefallen. Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 50,4.

Nach Zahlen der Bezirksregierung (Stand Freitag, 12.30 Uhr) sind im Kreis Warendorf – in Nachbarschaft zum Kreis Gütersloh mit dem Tönnies-Stammsitz – aktuell 218 Menschen mit Corona infiziert (Vortag 217), in der gesamten Corona-Krise wurden 723 Infizierte gezählt, 485 gelten als genesen. Der Kreis Warendorf hat rund 280.000 Einwohner.

Als Risikogebiete in Deutschlands gelten Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Gütersloher Bürgermeister macht seinem Ärger Luft – kurz darauf ruft Merkel an

14.48 Uhr: Angela Merkel hat sich am Freitag telefonisch beim Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, gemeldet. “Die Bundeskanzlerin hat Mut gemacht und sich bei mir bedankt”, sagte der CDU-Politiker laut Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Kreises.

Der Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz hatte sich zuvor im Kampf gegen die Stigmatisierung seiner Bürger aufgrund des Corona-Ausbruchs mehr Unterstützung aus der Hauptstadt gewünscht. “Der Kanzlerin ist es immer gelungen, die Gesellschaft zusammenzuführen und alle Menschen im Blick zu behalten. Hier fühlen sich fast eine Dreiviertelmillion Menschen im Stich gelassen”, kritisierte der 47-Jährige gegenüber dem Nachrichtenportal “t-online.de“. “Sie fühlen sich stigmatisiert und werden sogar angegriffen.”

Die Bürgerinnen und Bürger des Kreises seien unverschuldet in die aktuelle Situation gekommen, habe die Kanzlerin ihm am Telefon gesagt. Durch den Lockdown und den damit verbundenen Beschränkungen leisteten sie einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich das Virus nicht über den Kreis Gütersloh hinaus auch in Deutschland ausbreiten könne. “Die Bundeskanzlerin dankt sehr herzlich der Bevölkerung und allen, die für die Bewältigung dieser Krise arbeiten”, so Adenauer.

Konrad Adenauer, der Großvater des Landrates aus Gütersloh, war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und damit einer der Vorgänger Merkels im Amt.

Kreis Gütersloh bietet Drive-In-Tests auf Corona in leerem Hangar an

14.00 Uhr: Bürger des Kreises Gütersloh in Nordrhein-Westfalen können sich seit Donnerstagabend auch in einem Drive-In kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dabei lenken die Autofahrer auf dem Flughafen Gütersloh ihre Fahrzeuge in vier Spuren durch einen stillgelegten Hubschrauber-Hangar. Die Tests werden kontaktlos im Schichtsystem von mehreren Teams genommen. Der Kreis wird dabei von Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Darauf wies der Kreis am Freitag in einer Pressemitteilung hin. In einem Werk des Fleischverarbeiters Tönnies im Kreis Gütersloh hatte es einen großen Corona-Ausbruch gegeben.

Der Kreis hat jetzt in sechs Zentren Kapazitäten für 10 000 Tests am Tag eingerichtet. Auch niedergelassene Hausärzte mit Kassenzulassung machen die kostenlosen Tests in ihren Praxen. Bereits seit Mittwoch bildeten sich vor den Zentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh lange Schlangen von Menschen, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für einen bevorstehenden Urlaub zu haben. Einige Urlaubsregionen verbieten Übernachtungen ohne diesen Nachweis.

Bundesliga-Aufsteiger will kein Geld mehr von Tönnies

12.44 Uhr: Der Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld beendet nach dem Corona-Skandal bei Tönnies die Zusammenarbeit mit dem Fleischkonzern. “Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen”, teilte der Verein gegenüber der “Neuen Westfälischen” mit.

Tönnies war seit Juli 2019 einer von mehreren offiziellen Sponsoren und Partner des Zweitligisten aus Ostwestfalen. Die Verbindung zu Firmenchef Clemens Tönnies kommt der Zeitung zufolge über den früheren Bielefeld-Sponsor Gerhard Weber, mit dem Tönnies befreundet ist. Als die Arminia 2014 in finanzieller Not war, verabredete man ein Freundschaftsspiel gegen Schalke 04, wo Tönnies seit 2001 dem Aufsichtsrat vorsteht. Das Spiel zugunsten der Bielefelder fand dann 2016 statt.

Tönnies machte nur nicht Bandenwerbung für Produkte der Marke „Tillman’s“ („Don’t call it Schnitzel“), sondern tätigte auch eine Kapitaleinlage bei dem Club, schreibt das “Westfalen-Blatt“.

Laschet will Haftbarkeit von Tönnies für Corona-Ausbruch prüfen und verteidigt seine Regierung

Freitag, 26. Juni, 07.41 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet lässt die Haftbarkeit des Fleischproduzenten Tönnies für den Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh prüfen. Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar zu machen ist, sagte Laschet dem RedaktionsNetzwerk Deutschland am Freitag: „Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann.“ Laschet betonte, er sehe Tönnies in der Verantwortung.

Der Ministerpräsident verteidigte seine Regierung gegen die Kritik, zu spät gegen die Arbeitsweise der Fleischfirma vorgegangen zu sein. „Die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen waren bekannt“, sagte Laschet dem RND. „Rot-Grün hat die Werkverträge eingeführt, die zum Problem geworden sind. Unser Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich hier als einziger mit wirklichem Nachdruck für eine Änderung eingesetzt.“ Für eine gesetzliche Änderung habe es jedoch keine Mehrheit gegeben, so Laschet. „Das muss man nüchtern einräumen.“

Covid-19-Ausbruch bei Tönnies: Heimgekehrter Bulgare infiziert

20.47 Uhr: Ein nach dem Covid-19-Ausbruch in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies heimgekehrter bulgarischer Mitarbeiter ist nach einem Fernsehbericht mit dem Coronavirus infiziert. Der Test auf das Virus sei positiv ausgefallen, sagte der Bürgermeister des südwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Donnerstag dem Fernsehsender bTV. Der Mann und seine Familie seien nach ihrer Heimkehr erneut auf das Coronavirus getestet worden, da sie, wie es hieß, die Ergebnisse der Tests in Deutschland nicht gewusst hätten.

Bei der Tochter des Infizierten seien dem Bericht zufolge Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die dreiköpfige Familie steht nunmehr in Beliza unter Quarantäne.

Bulgarien will alle aus Deutschland zurückgekehrte Tönnies- Mitarbeiter ausfindig machen, um eine mögliche weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Doch dies wird dadurch erschwert, dass die Behörden an der Grenze nicht erfahren, wer genau woher kommt, falls die Einreisenden das nicht selbst angeben. Zudem müssen Einreisende aus Deutschland in Bulgarien nicht mehr in Quarantäne.

In Bulgarien, das soweit relativ schwach von der Pandemie betroffen wurde, wurden bis Donnerstag insgesamt 4242 Coronavirus-Fälle identifiziert. Es starben 209 Infizierten.

Situation der Werksarbeiter durch Lockdown noch verschlimmert

16.04 Uhr: Etwa 3000 rumänische und bulgarische Werkvertragsarbeiter und Werkvertragsarbeiterinnen der Firma Tönnies sollen in Rheda-Wiedenbrück leben. Weitere 3000 im Umkreis. Der Lockdown in Gütersloh macht die Situation für die Werksarbeiter noch schlimmer: Sie sind in ihren beengten Quartieren sogar eingeschlossen. Ein rumänischer Tönnies-Mitarbeiter schildert gegenüber FOCUS Online seine aktuellen Lebensumstände.

Gütersloher Bürgermeister Schulz wendet sich an Kanzlerin Merkel

14.44 Uhr: Der Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz wünscht sich im Kampf gegen die Stigmatisierung seiner Bürger aufgrund des Corona-Ausbruchs mehr Unterstützung aus der Hauptstadt. “Der Kanzlerin ist es immer gelungen, die Gesellschaft zusammenzuführen und alle Menschen im Blick zu behalten. Hier fühlen sich fast eine Dreiviertelmillion Menschen im Stich gelassen”, kritisierte der 47-Jährige gegenüber dem Nachrichtenportal “t-online.de“. “Sie fühlen sich stigmatisiert und werden sogar angegriffen.”

Am vergangenen Dienstag wurde der Lockdown bis zum 30. Juni über die Kreise Gütersloh und Warendorf verhängt. Dieser werde von den Bürgern zumeist akzeptiert, sagte Schulz. Doch die Anfeindungen lösen Frust und Zorn aus – auch beim Bürgermeister selbst. “Ich wurde sogar gefragt, warum wir nicht Ausreiseverbote verhängen”, verriet er. Doch “die brauchen wir gar nicht, weil die Bürger sich ohnehin schon von einem emotionalen Grenzzaun umgeben fühlen.”


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Hinzu kommt, dass an diesem Freitag die Sommerferien im Bundesland Nordrhein-Westfalen starten – und damit auch in Gütersloh. “Im Prinzip ist alles kaputt. Viele bleiben auf ihren gebuchten Reisen hängen”, ist sich Schulz sicher.

Eine mögliche Lösung, um trotzdem in den Urlaub zu fahren und nicht unter Generalverdacht gestellt zu werden, wäre der Nachweis eines negativen Corona-Tests. Doch Schulz äußert Bedenken: “Es können nicht 360.000 Menschen auf einmal getestet werden. Wenn man dann diesen Negativtest endlich hat, bedeutet er, dass man an diesem Tag nicht infiziert war. Morgen könnte ich aber theoretisch schon infiziert sein.” Der Bürgermeister warnt vor einer “ganz gefährlichen Diskussion” und glaubt, dass es “gut wäre, wenn wichtige Menschen sich dazu äußern würden, zum Beispiel die Kanzlerin.”

Erste Corona-Welle nach Kirchen-Event

14.28 Uhr: Die erste Welle von Infizierten im Zusammenhang mit der Fleischindustrie im Kreis Gütersloh hat es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Ende Mai nach einer “kirchlichen Veranstaltung” gegeben. Das sage Staatssekretär Edmund Heller am Donnerstagmorgen in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Landtag.

Nach Recherchen des Portals “t-online.de” handelte es sich um einen Gottesdienst, der am 17. Mai stattfand. Bei diesem Gottesdienst seien auch Arbeiter eines Tönnies-Konkurrenten dabei gewesen. Der Sprecher des Kreises Gütersloh bestätigte entsprechende Erkenntnisse. Es seien sowohl Mitarbeiter von Tönnies als auch eines anderen Unternehmens aus der Branche vor Ort gewesen. Auch waren Besucher ohne Bezug zur Fleischindustrie bei dem Gottesdienst.

Ob aber diese Veranstaltung Grund für den Corona-Ausbruch bei Tönnies ist, sei völlig offen, sagte der Sprecher des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Es sei jetzt Aufgabe der Experten des Robert-Koch-Instituts, diese Frage zu klären.

NRW-Gesundheitsminister: 2.000 Gütersloher getestet, aber wohl “20, 30 durch die Lappen gegangen”

09.24 Uhr: Von 2000 aktuell geführten Corona-Tests im Kreis Gütersloh ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er habe gerade eine SMS mit diesen Zahlen bekommen, sagte Laumann. Derzeit werden Bewohner des Kreises im Umfeld des Ausbruchs in der Fleischfabrik Tönnies getestet. Am Montag beginnen in NRW die Sommerferien. In mehreren Bundesländern wie unter anderem Bayern dürfen Menschen aus Gütersloh nur mit negativem Corona-Test in Hotels beherbergt werden.

Laumann kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass „uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind“, sagte Laumann am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er verteidigte aber das Vorgehen der Behörden: Es sei „sorgfältig durch die öffentliche Hand getestet“ worden. Laumanns Staatssekretär Edmund Heller verdeutlichte in der Sitzung, dass eine komplette Erfassung der Menschen auf dem Tönnies-Gelände rückwirkend zunächst kaum möglich gewesen sei.

Kreis Gütersloh pulverisiert immer noch Corona-Obergrenze der Bundesregierung

Donnerstag, 25. Juni, 07.29 Uhr: Nach dem verheerenden Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück reißt der betroffene Kreis Gütersloh immer noch die von der Bundesregierung gesetzte Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage. Spätestens ab dieser Marke sollten Maßnahmen zur weiteren Eindämmung des Coronavirus eingeleitet werden.

Diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt in Gütersloh bei exorbitanten 192,8. Etwas besser sieht es mittlerweile im benachbarten Kreis Warendorf mit 50,4 aus. Das Infektionsgeschehen strahlt bis in die Kreisfreie Stadt Hamm (angrenzend an Warendorf) mit einem Wert von 25,1 ab. Nur der Landkreis Göttingen weist mit 47,2 noch einen ähnlichen hohen Wert knapp unterhalb der Obergrenze aus.

Erste Klage gegen Lockdown

18.50 Uhr: Gegen den eingeschränkten Lockdown im Kreis Gütersloh ist am Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am Mittwoch eine Klage eingegangen. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock verlangt nach Angaben einer Gerichtssprecherin die rechtliche Überprüfung einer Landesverordnung: Die Corona-Regionalverordnung ist nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Kraft getreten und gilt bis zum 30. Juni.

Die Verordnung sieht Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Kontaktbeschränkungen für das gesamte Kreisgebiet vor. Schloß Holte-Stukenbrock liegt rund 35 Kilometer entfernt von Tönnies südöstlich von Bielefeld am Teutoburger Wald. Der Antragsteller will im Rahmen einer sogenannten Normenkontrollklage klären lassen, warum die Beschränkungen auch Orte betreffen, die von dem Corona-Ausbruch nicht betroffen sind.

Das OVG wird in dieser Woche noch keine Entscheidung in dem Eilverfahren verkünden.

Unbekannte legen Feuer unter Autos von Tönnies-Beschäftigten im Kreis Warendorf

17.29 Uhr: Unbekannte haben im Kreis Warendorf versucht, zwei von Mitarbeitern des Schlachtbetriebs Tönnies genutzte Autos anzuzünden. Die Fahrzeuge mit rumänischen Kennzeichen waren zur Tatzeit am späten Montagabend in Beckum abgestellt, wie die Polizei am Mittwoch in Bielefeld mitteilte. Die Täter entzündeten demnach Gegenstände unter den geparkten Wagen. Die Flammen konnten jedoch rechtzeitig gelöscht werden, größerer Schaden entstand nicht.

In der Nähe des Tatorts beobachtete eine Zeugin zwei junge Frauen und zwei junge Männer, die über einen Fußweg davonliefen. Im Tönnies-Fleischbetrieb in Rheda-Wiedenbrück im benachbarten Kreis Gütersloh hatte es einen massenhaften Corona-Ausbruch gegeben, in dessen Folge die Behörden massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens verfügten. In dem Fleischbetrieb arbeiten zahlreiche Beschäftigte aus Osteuropa.

Vor dem Corona-Ausbruch bei Tönnies: Kontakte zu Westcrown in Dissen

17.10 Uhr: Der Covid-19-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischproduzenten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück steht möglicherweise in Zusammenhang mit dem großen Ausbruch beim Konkurrenten Westcrown. Das berichtet das Nachrichtenportal “t-online.de“. In der Phase kurz vor dem ersten großen Infektionsgeschehen bei Tönnies Mitte Mai kam es demnach zu mehreren Treffen von Beschäftigten beider Unternehmen, die später positiv auf Corona getestet wurden.

Laut Darstellung des Unternehmens Tönnies und des Kreises Güterlsloh infizierten sich einzelne Mitarbeiter in einem Gottesdienst in der näheren Umgebung und kehrten danach ahnungslos in den Betrieb zurück. In die Kirche getragen wurde der Erreger möglicherweise von Westcrown-Mitarbeitern aus dem nicht weit entfernten Dissen. Etwa zeitgleich trafen sich andere Mitarbeiter beider Unternehmen laut Auskunft des Landkreises Osnabrück in einem Restaurant. Auch in diesem Fall werden Infektionsketten weiter ermittelt, da im Nachgang bei Teilnehmern Infektionen festgestellt wurden.

Die Konkurrenten Westfleisch und Westcrown hatten bereits zuvor mit großen Ausbrüchen zu kämpfen. Wenig später offenbarten Tests bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück dann erstmals auch ein größeres Infektionsgeschehen im dortigen Schlachthof. Der Landkreis Gütersloh schließt nicht aus, dass die später ansteigenden Zahlen ab Anfang Juni darauf zurückzuführen sind.

Ein Sprecher der betroffenen Kirchengemeinde bestreitet die Darstellung des Unternehmens und des Kreises vehement, dass Infektionen bei Tönnies in Zusammenhang mit Gottesdiensten dort stehen. “Es ist schon lange klar, dass die, die das behaupten, gelogen haben”, sagte er “t-online.de”. Bis zuletzt seien alle Tönnies-Mitarbeiter der Gemeinde negativ getestet worden.

15.32 Uhr: Nun spricht auch Landrat Adenauer. “Wir haben 600 Abstriche am Testzentrum machen können – 230 Befunde liegen vor, davon sind 229 negativ und einer fraglich.” Diese Zahlen seien jedoch mit aller Vorsicht zu bewerten, so der Landrat. “Aber das ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass das Virus noch nicht in die Bevölkerung übergegangen ist.

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Mediziner erklärt, wie es zum Corona-Gau bei Tönnies kam

15.29 Uhr: Der Experte wird auf die Situation in Flugzeugen angesprochen. Zwar säßen dort zwei Personen auf einem Quadratmeter, doch häufig würden hier bereits sogenannte Hochleistungsfilter eingesetzt. “Für ältere Flugzeuge wird das aber möglicherweise eine Rolle spielen können”, so Exner.

15.23 Uhr: Die Unterkünfte hätten bislang nicht so sehr in Fokus der Untersuchungen gestanden. Dieser Einfluss sei bereits untersucht worden. Klar sei aber, dass es sich um ein “multifaktorielles Geschehen” handele, bei dem die Luftzirkulation eine Rolle spiele.

15.22 Uhr: Die notwendige Technologie dafür sei vorhanden. Sie werde etwa im OP-Bereich von Krankenhäusern bereits eingesetzt, betont der Wissenschaftler.

“Nicht bekannt gewesen bislang”, dass Umluft ein Aerosol in Bewegung halten kann

15.10 Uhr: “Epidemiologisch war bekannt, dass in bestimmten Bereichen des Tönnies-Betriebs – insbesondere im Zerlegebereich – die Rate an Infektionen besonders intensiv war”, sagt Exner. Hier werde stark körperlich von den Mitarbeitern gearbeitet, in hoher Geschwindigkeit würden Arbeiten ausgeführt. “Die Raumluft in diesem Zerlegebereich muss gekühlt werden. Sie wird runter gefahren auf Temperaturen von sechs bis zehn Grad”, so der Wissenschaftler. Tagsüber werde die Luft zudem getrocknet, um das Wachstum von Listerien und Salmonellen etwa zurückzuhalten. Die Luft werde in Kühlsysteme gebracht und wieder in den Raum zurückgebracht, so der Experte. “Die Luft zirkuliert, ohne aufbereitet zu werden.”

Nicht bekannt gewesen sei bislang, dass Umluft ein Aerosol in Bewegung halten kann und daher ein Risikofaktor ist. Diesen Risikofaktor gelte es insbesondere bei anderen fleischverarbeitenden Betrieben zu beachten. Exner spricht von einem “kritischen Faktor”.

Der Aspekt, welchen positiven Einfluss etwa eine Hochleistungsfiltration habe, würde in nächster Zeit geklärt, so der Wissenschaftler. Es gelte, “den neuen Risikofaktor unter Kontrolle zu bekommen”. Hierfür müssten etwa Klimatechniker hinzugezogen werden.

15.03 Uhr: Der Landrat übergibt das Wort zunächst an Professor Martin Exner. Er leitet das Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der Universität Bonn. “Was wir wissen: Dieser Erreger überlebt im Nasen-Rachen-Raum bei kühleren Temperaturen und trockener Luft besser”, beginnt der Hygieneprofessor. Um die Übertragung zu verhindern, habe sich der Mund-Nase-Schutz als “extrem wirksam” erwiesen, so der Wissenschaftler. Er geht weiter auf verschiedene Filtersysteme ein, die häufig nicht in der Lage seien, Viren zurückzuhalten.

14.52 Uhr: Der Landrat von Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), hat ein Statement zur Corona-Lage in seinem Landkreis angekündigt. FOCUS Online berichtet live.

Riesiger Andrang: Corona-Testzentrum in Gütersloh schon am Morgen ausgelastet

14.27 Uhr: Im Kreis Gütersloh ist der Andrang auf Corona-Testungen unter der Bevölkerung so groß, dass schon am Mittwochmorgen die Kapazitäten ausgelastet gewesen sind. „Jetzt wollen sich viele testen lassen“, sagte eine Sprecherin des Kreises. Es mache keinen Sinn mehr, sich anzustellen, Menschen würden auf Donnerstag vertröstet. In den Kreisen Gütersloh und Warendorf war nach dem Ausbruch des Coronavirus in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies bis zum 30. Juni ein eingeschränkter Lockdown verkündet worden.

7-Tage-Inzidenz steigt im Kreis Gütersloh auf über 270

13.05 Uhr: Im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen. Das teilte der Kreis am Mittwoch auf Nachfrage mit. Am Dienstag lag der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch bei 257,4. Im benachbarten Kreis Warendorf stieg er auf 66,2. Am Tag zuvor hatte der Wert dort bei 61,2 gelegen.

Bund und Länder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Kreise Gütersloh und Warendorf verkündet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Unter anderem dürfen im öffentlichen Raum nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Betroffen sind insgesamt rund 640 000 Einwohner der beiden Kreise.

Leiter des Corona-Krisenstabs in Gütersloh zusammengebrochen

10.32 Uhr: Der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, soll in Gütersloh zusammengebrochen sein. Das berichtet die “Neue Westfälische”. Ministerpräsident Armin Laschet bestätigte das am Mittwochmorgen im Landtag.

“Herr Kuhlbusch ist krank”, zitiert das Blatt die Pressestelle des Kreises. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Helga Lange, deutete gegenüber der Zeitung an, dass sich der Fachbereichsleiter im Zuge des Tönnies-Falls übernommen habe. “Er hat so hart gearbeitet, Tag und Nacht. Und er hat immer den Kopf hingehalten.”

Die Aufgaben von Kuhlbusch soll nun zunächst Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, übernehmen.

Medizin-Anwalt: „7.500 Euro Schmerzensgeld für jeden Infizierten“

Mittwoch, 24. Juni, 06.36 Uhr: Im Fall Tönnies haben erkrankte Beschäftigten gute Chancen, Schadenersatz gegen den Fleischunternehmer durchzusetzen. Davon geht der Würzburger Fachanwalt für Medizinrecht Alexander Lang aus. „7.500 Euro Schmerzensgeld für jeden Infizierten wären angemessen“, sagte Lang dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Diese Summe decke noch nicht den Verdienstausfall ab und erst recht keinen schweren Verlauf oder bleibende Schäden.

Lang räumte ein, dass es bei Pandemien oft Zweifel an den Rechtsverletzungen sowie an deren gesundheitlichen  Wirkungen gebe. „Immer, wenn Pflichtverstöße und Infektionsketten nicht klar dargelegt und bewiesen werden können, wird es schwierig“, so der der Medizinrechtler. Im Fall Tönnies gelte jedoch etwas anderes: „Die Zahl von mehr als 1300 Infizierten in einer einzigen Firma dürfte vor Gericht als Anscheinsbeweis für Pflichtverstöße genügen“, sagte Lang, der schon viele Patienten in Prozessen vertreten hat und derzeit auch bei Klagen gegen Volkswagen aktiv ist.

Bericht: Tönnies-Mitarbeiter kehren nach Bulgarien zurück

20.35 Uhr: In Bulgarien sind drei aus Deutschland heimgekehrte Mitarbeiter des Fleischverarbeiters Tönnies unter Quarantäne gestellt worden. Das sagte der Bürgermeister des südwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Dienstagabend dem Fernsehsender bTV. Es handelt sich um den mutmaßlich ersten Bericht in Bulgarien über Heimkehrer nach dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies.

Die drei Tönnies-Mitarbeiter seien in Deutschland auf das Coronavirus getestet worden, wüssten aber nicht, wie die Tests ausgefallen seien, hieß es. Die Bulgaren sollen nach den Worten des Bürgermeisters bereits am Mittwoch erneut auf das Virus getestet werden. „Uns geht es gut“, sagte einer der Männer. „Wir sind zurückgekehrt, weil wir Angst hatte“, erklärte er weiter.

Bulgarien hatte jüngst die Quarantänepflicht für Einreisende aus Deutschland aufgehoben. Der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Krisenstabs in Sofia, Angel Kuntschew, zeigte sich besorgt, dass rückkehrende Tönnies-Mitarbeiter das Coronavirus in Bulgarien weiter verbreiten könnten. „Es ist möglich, dass durch diese Menschen auch ein zusätzlicher Import des Virus erfolgt“, sagte Kuntschew dem Staatsfernsehen BNT.

Das Balkanland Bulgarien ist vergleichsweise leicht von der Coronavirus-Pandemie getroffen. Bei knapp sieben Millionen Einwohnern wurden bisher 3984 Infektionen nachgewiesen. Es starben 207 Patienten. In der vergangenen Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen schneller als zuvor – vor allem in der Hauptstadt Sofia und in einzelnen Gemeinden im Süden des Landes.

Auch Schleswig-Holstein nimmt Touristen aus Gütersloh in Quarantäne

17.34 Uhr: Reisende aus Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen müssen in Schleswig-Holstein künftig in Quarantäne. Sie müssen unverzüglich nach der Einreise in ihre Wohnung oder in eine andere geeignete Unterkunft, um sich 14 Tage lang zu isolieren, wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte die bayerische Staatsregierung bereits eine 14-tägige Quarantäne für Personen aus Gütersloh angeordnet.

Zahl der positiven Corona-Tests im Kreis Gütersloh steigt auf 1952

16.13 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der nachweislich Infizierten im Kreis Gütersloh weiter gestiegen. Es gebe insgesamt 1952 positive Befunde, am Vortag lag diese Zahl noch bei 1696, wie der Kreis am Dienstag mitteilte. Davon gelten 703 als genesen, 1228 seien noch infiziert. 1201 Menschen aus dieser Gruppe befinden sich in häuslicher Quarantäne, heißt es in der Mitteilung.

Der Kreis weist daraufhin, dass in der veröffentlichten Statistik vorerst nicht mehr nach Tönnies-Mitarbeitern und Personen ohne Bezug zu dem Schlachtbetrieb unterschieden werde. Es sei zu Doppelzählungen in den Wohnungen und auf dem Werksgelände gekommen. Zahlen zu den Reihentests seien in den vergangenen Tagen fehlerhaft veröffentlicht worden.

Unklar, ob Tönnies-Werksvertragsarbeiter in Quarantäne weiterhin vereinbartes Gehalt bekommen

16.06 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

16.05 Uhr: Bekommen die Werkvertragsarbeiter in Quarantäne auch weiterhin ihr mit Tönnies vereinbartes Gehalt? Soweit er wisse, schon, sagt Laumann. Aber glauben tue er in diesen Strukturen nichts.

16.02 Uhr: Hinsichtlich der Tests seien die Kapazitäten nicht unbegrenzt, schildert Laumann. “Ich glaube schon, dass es für uns sehr wichtig ist, möglichst schnell zu wissen, ob das Virus auf die Bevölkerung übergesprungen ist”, so der Gesundheitsminister. Die Ruhepause solle genutzt werden, um “möglichst tief in die Bevölkerung zu gucken”.

16.00 Uhr: Nun geht es erneut um die Werkarbeiter-Listen. “Ich will es mal so sagen: Ein Teil der Werkvertragsunternehmer ist nicht besonders kooperativ”, sagt Laumann.

15.59 Uhr: “Man ist nicht alleine auf der Welt, es gibt die Abmachung 7-Tage-Evidenz 50”, sagt Laumann. Daher müsse man jetzt konsequent sein. Die mobilen Teams der Feuerwehr hätten 18 Prozent der in Quarantäne befindlichen Personen nicht zu Hause angetroffen, prangert ein Journalist an. Das sei ihm nicht bekannt, meint Laumann. 

“Finde Gedanken sympathisch”: Laumann will Tönnies in die Verantwortung nehmen

15.57 Uhr: Zwischen den Kreisen Gütersloh und Warendorf gebe es maßnahmentechnisch keine Unterschiede, bestätigt Laumann einem Journalisten. Heute Vormittag hatte Laschet noch angedeutet, dass es Differenzierungen zwischen den Landkreisen geben könnte.

15.54 Uhr: “Wir müssen wissen, was da passiert ist, damit wir den Schlachthof verändern können”, meint Laumann. “Da sind jeden Tag 25.000 Schweine geschlachtet worden”, erläutert er weiter. Man könne die Tiere nicht wochenlang in den Gehegen lassen.

15.52 Uhr: Warum fällt Warendorf nun auch mit in den Lockdown? Das möchte ein Journalist wissen. Laumann reagiert trocken: Hier sei ebenfalls die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten worden. Wird Tönnies die Gesamtkosten mittragen müssen? Laumann findet “den Gedanken durchaus sympathisch”. Dennoch müsse man eruieren, ob ein Verschulden vorliege. Bis zum heutigen Tag wisse man nicht genau, warum die Sache passiert sei.

Laumann spricht von einer “sehr dynamischen Situation”

15.50 Uhr: Wenn man einen “Strich mache” und Gütersloh wegnehme, habe man die Krise in NRW bisher gut gemeistert, so Laumann. Die Bevölkerung habe die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sehr verantwortungsbewusst mitgetragen.  Jetzt beginnt die Fragerunde.

15.48 Uhr: “Die letzte Woche hat mir erneut gezeigt, […] dass wir in einer sehr dynamischen Situation sind”, erklärt Laumann weiter. Dennoch habe man in den vergangenen Wochen bewiesen, dass man ebenso dynamisch reagieren könne. Der Gesundheitsminister sei mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vor Ort gewesen und habe sich das Unternehmen Tönnies angesehen.

15.47 Uhr: Zudem gebe es die Möglichkeit für die Bevölkerung, sich freiwillig auf das Coronavirus testen zu lassen, so Laumann. “Ich möchte gerne nächste Woche Dienstag dem Kabinett sagen, wir haben viele Leute getestet aus der normalen Bevölkerungsstruktur”, schildert er. Würden dabei viele Tests negativ ausfallen, dann könne man davon ausgehen, dass der Schwerpunkt der Infektionen bei den Tönnies-Mitarbeitern liege.

Laumann will Supermarkt-Mitarbeiter testen

15.45 Uhr: “Wir werden diese Pause nutzen, um groß zu testen”, erläutert Laumann weiter. In Warendorf und Gütersloh sollen in Alten- und Krankenheimen sämtliche Patienten und Mitarbeiter getestet werden, so der Gesundheitsminister.  “Ich möchte auch, dass wir die Mitarbeiter von Supermärkten testen”, erklärt er weiter. Denn diese hätten aller Wahrscheinlichkeit nach am meisten Kontakt zu den Werkvertragsarbeitern.

15.41 Uhr: Mittlerweile wisse man zudem, dass Werkvertragsmitarbeiter von Tönnies mit anderen Werkvertragsmitarbeitern zusammengelebt hätten. “Wir kriegen von diesen Firmen teilweise nicht die Listen, in welche Firmen sie Leute entliehen haben”, meint Laumann.

15.39 Uhr: Der Gesundheitsminister zeigt sich dankbar für die Polizeibeamten, die aktuell die Gesundheitsämter unterstützen. In Gütersloh und Warendorf sollen nun Teams gebildet werden, die den in Quarantäne befindlichen Personen – auch mit Dollmetschern – den aktuellen Stand vermitteln und sie mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgen.

Lockdown auch für Warendorf: Schulen und Kitas sollen ab Donnerstag geschlossen werden

15.38 Uhr: Im Kreis Warendorf sollen ab Donnerstag alle Schulen und Kindergärten geschlossen werden, so Laumann. “Wir haben bis zurzeit ja das große Glück, dass das Virus nicht auf andere Bevölkerungsgruppen, die nicht mit Tönnies in Verbindung stehen, nicht übergesprungen ist”, erklärt er weiter.

15.37 Uhr: Für den Kreis Gütersloh sowie den Kreis Warendorf werde ein Lockdown verhängt, betont der Gesundheitsminister. Folgende Freizeitaktivitäten seien unter anderem untersagt: Kinobesuche, Museumsbesuche, Sport in geschlossenen Räumen sowie Kontaktsport im Freien (auch Fußball). Ebenfalls geschlossen würden Saunen sowie Bars. Auch Reisebusfahrten seien ab morgen verboten.

15:35 Uhr: Ferner seien alle Schulen und Kitas geschlossen worden, es gebe gemeinsame Krisenstäbe in den Bezirksregierungen. Die Quarantäne der betreffenden Mitarbeiter solle konsequent durchgesetzt werden, so Laumann. “Natürlich ist es ganz wichtig, dass es eine sehr konsequente Kontaktnachverfolgung gibt”, fährt er fort.

15.32 Uhr: Nun tritt Laumann vor die Presse. “Ich will nochmal kurz aufzählen, welche Maßnahmen wir in der letzten Woche ergriffen haben”, startet der Gesundheitsminister seine Rede. Man habe den Tönnies-Betrieb geschlossen und flächendeckende Testungen durchgeführt.

15.18 Uhr: In wenigen Minuten tritt NRW-Gesundheitsminister Laumann vor die Presse und spricht über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gibt Statement zu weiteren Maßnahmen

14.56 Uhr: Für 15.30 Uhr ist ein weiteres Presse-Statement angekündigt – dieses Mal tritt Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ans Rednerpult. Er wird über weitere Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch im Fleischereibetrieb Tönnies getroffen werden, informieren.

Bayern untersagt Beherbergung von Menschen aus Kreis Gütersloh

13.39 Uhr: Angesichts des massiven Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) untersagt Bayern die Beherbergung von Menschen, die von dort und aus anderen schwer betroffenen Landkreisen in das südliche Bundesland einreisen. Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohner liegt.

 Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in München mit. “Das ist eine Schutzmaßnahme, die wir für wirklich notwendig halten”, sagte er. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Tönnies will Werkverträge in “Kernbereichen” abschaffen

13.27 Uhr: Der größte deutsche Schlachtbetrieb Tönnies will die Werkverträge “in allen Kernbereichen der Fleischgewinnung” bis Ende 2020 abschaffen. Die Mitarbeiter sollen in der Tönnies-Unternehmensgruppe eingestellt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Rheda-Wiedenbrück mitteilte. Außerdem solle für die Arbeiter eine digitale Zeiterfassung an allen deutschen Standorten eingeführt werden.

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