Tönnies-Skandal: Verlängert Laschet Lockdown? Gütersloh reißt Grenze deutlich

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Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies sind mehr als 1.300 Angestellte positiv auf Corona getestet worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verkündete nun einen Lockdown für den Kreis Gütersloh, der bis mindestens 30. Juni gelten soll. Alle News zum Virus-Ausbruch bei Tönnies lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze zum Tönnies-Skandal:

  • Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben sich mehr als 1.000 Angestellte infiziert
  • Als Folge mussten Schulen und Kitas wieder schließen, der betroffene Betrieb hat die Produktion vorerst eingestellt
  • Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verhängte einen Lockdown für den Kreis Gütersloh, der bis mindestens 30. Juni gelten soll
  • Mediziner: Luftumwälzung in der Zerlegung ist ein großes Problem

Kurz vor Lockdown-Entscheidung: Gütersloh reißt Corona-Grenze deutlich

10.40 Uhr: Unmittelbar vor einer möglichen Verlängerung des regionalen Lockdowns im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen noch deutlich über einer kritischen Marke.

Laut am Montag vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Daten gab es in dem Kreis 112,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Die kritische Marke liegt bei 50. Am Sonntag hatte die sogenannte 7-Tage-Inzidenz noch 132,9, am vergangenen Dienstag noch 270,2 betragen.

Surftipp: 107 Fälle ohne direkten Bezug – Weshalb es immer mehr Corona-Fälle in Gütersloh ohne Tönnies-Bezug gibt 

Um 15 Uhr: Laschet gibt Presse-Briefing

Montag, 29. Juni, 9.55 Uhr: Die Landesregierung und die Landräte der Kreise Gütersloh und Warendorf informieren am Montagnachmittag gemeinsam über die Lage in der Region nach dem großen Corona-Ausbruch bei Tönnies. Dazu ist in der Staatskanzlei in Düsseldorf für 15.00 Uhr ein Presse-Briefing mit Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie den Landräten Sven-Georg Adenauer und Olaf Gericke (alle CDU) geplant.

Bis Dienstag muss eine Entscheidung fallen, ob der regionale Lockdown in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf mit erneuten Einschränkungen im öffentlichen Leben ausläuft oder verlängert wird. Der seit vergangenen Mittwoch geltende regionale Lockdown ist bis zum 30. Juni befristet.

Nur zwei Coronatests positiv: Warendorf wohl nicht von Tönnies-Ausbruch betroffen

13.23 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh sieht der Nachbarkreis Warendorf bisher keine Anzeichen für eine Ausbreitung des Virus unter der übrigen Bevölkerung. “Der bisherige Trend zeigt, dass das Virus nicht auf die allgemeine Bevölkerung übergesprungen ist”, erklärte Landrat Olaf Gericke (CDU) am späten Samstagabend. Nach Angaben des Kreises waren nur zwei der insgesamt 4491 Corona-Tests positiv, die bis Samstagnachmittag in den Testzentren Oelde und Ahlen sowie bei Ärzten ausgewertet worden.  

Der Kreis Warendorf hatte nach eigenen Angaben – unabhängig von den freiwilligen Reihentests der Bevölkerung – Testungen in Pflegeheimen, bei Erntehelfern sowie in Schlacht- und Fleischbetrieben (noch nicht beendet) durchführen lassen. “Über 7000 Ergebnisse davon liegen vor – alle waren negativ», hieß es dazu am Samstagabend. Der Landrat und der Bürgermeister von Oelde, Karl-Friedrich Knop, bedankten sich laut Kreis für die “vielfältige und oft ehrenamtliche Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Situation.” In sehr kurzer Zeit so große Testkapazitäten zu schaffen sei eine logistische Meisterleistung gewesen.

Düsseldorfer SPD-Chef will Tönnies für Corona-Skandal zur Rechenschaft ziehen

11.19 Uhr: Der Fraktionschef der SPD im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty, fordert ein neues Unternehmensstrafrecht, “mit dem künftig nicht mehr nur einzelne Manager oder Mitarbeiter, sondern auch ganze Unternehmen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden können.”

Kutschaty sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Viele fragen sich doch jetzt: Kommt ein Unternehmen wie Tönnies eigentlich mit so einem Verhalten davon? Bei dem ganzen Schaden, der den Menschen, aber auch dem Staat entstanden ist? Das würde dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen massiv widersprechen.”

Er sehe deshalb gute Chancen, dass ein von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) auf den Weg gebrachter Gesetzentwurf “trotz der zu erwartenden Kritik der Wirtschaftsverbände auch wirklich das Licht der Welt erblickt.” “Wenn Armin Laschet es ernst meint, Tönnies für sein Verhalten haftbar machen zu wollen, dann muss er dem Gesetzentwurf für ein Unternehmensstrafrecht in der Union jetzt den nötigen Rückenwind verleihen”, sagte Kutschaty.

Zahl der Neuinfektionen in Gütersloh weit über kritischer Marke

10.47 Uhr: Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz anhaltender Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Sonntag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach gab es im Kreis Gütersloh 132,9 solche Fälle nach zuvor 164,2 am Samstag und 177,7 am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

Gütersloh: Immer mehr Menschen ohne Tönnies-Bezug haben Corona

Sonntag, 28. Juni, 07.40 Uhr: Im Landkreis Gütersloh steigt nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies die Zahl der positiven Tests in der übrigen Bevölkerung nach Angaben der Behörden merklich an. Binnen einer Woche – vom 20. bis 26. Juni – wurden 75 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet, die keinen Bezug zum Unternehmen haben, wie der Landkreis Gütersloh am Samstagabend mitteilte. 

Die Mehrzahl der Betroffenen weise offenbar keine Krankheitszeichen auf. Ein gutes Zeichen sei, dass kein Anstieg von Erkrankten zu verzeichnen sei, erklärte der Landkreis. Im Kreis Gütersloh wurden demnach seit Beginn der Pandemie bis Samstagfrüh 2203 Coronainfektionen durch Labore bestätigt. 1434 Menschen gelten derzeit als infiziert, von ihnen werden 29 Menschen stationär behandelt, fünf von ihnen liegen auf der Intensivstation, zwei müssen beatmet werden.

Freiwillige Tests sollen Klarheit darüber bringen, in welchem Umfang der Corona-Ausbruch bei einer Vielzahl von Tönnies-Mitarbeitern auf die Bevölkerung im Kreis Gütersloh übergegriffen hat. Wegen der Infektionen bei Tönnies gelten seit Mittwoch für die insgesamt rund 640.000 Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf wieder verschärfe Corona-Auflagen.

Schalke-Fans protestieren gegen Tönnies – sogar Ex-Profi macht mit

“Schalke kein Schlachthof”: 1000 Fans wüten mit Menschenkette um Stadion gegen Tönnies

16.40 Uhr: Rund 1000 Anhänger des FC Schalke 04 haben am Samstag rund um die Veltins-Arena gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und den Vereinsvorstand demonstriert. Zeitgleich zum letzten Bundesliga-Saisonspiels des Teams von Trainer David Wagner beim SC Freiburg am Nachmittag bildeten die Fans unter Einhaltung der Hygienevorschriften eine Menschenkette am Vereinsgelände Berger Feld.

Die Demonstration unter dem Motto “Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins” war zuvor unter Auflagen genehmigt worden. Bis zu 2000 Menschen waren zugelassen. Nach Angaben von Organisator Stefan Barta kamen etwa 1200 Fans, laut Gelsenkirchener Polizei “deutlich weniger”. Alles blieb friedlich.

“Als Schalker musste man sich in letzter Zeit schämen. Das hat mit Kumpel- und Malocherclub nichts mehr zu tun. Wir erwarten aber, dass die Vereinsführung unser Leitbild lebt”, kritisierte Mitorganisatorin Katharina Strohmeyer. An mehreren Stellen hatten die Schalke-Fans ihre Botschaften auf Bannern platziert. “Unser Vorstand – ein sozialer und moralischer Flop!”, monierten sie. «Der gro?ßte Bulldozer hilft nicht mehr! Tö?nnies raus!», lautete eine Forderung an anderer Stelle.

Fleisch-Unternehmer Tönnies ist das Hauptziel der Proteste. Seit Tagen sorgen die massenhaften Corona-Infektionen in seinem Großbetrieb in Rheda-Wiedenbrück sowie die Unterbringung und Bezahlung der Werksarbeiter für negative Schlagzeilen.

Betreuer offenbart: Für jeden Tag, den Tönnies-Werkarbeiter fehlen, wird Miete erhöht

14.31 Uhr: Der “Spiegel” sprach im Rahmen eines aktuellen Artikels mit Volker Brüggenjürgen, der bei der Caritas Werkarbeiter der Firma Tönnies und ihre Familien betreut. Auf die Frage, was ihm die Betroffenen erzählen würden, antwortete Brüggerjürgen: “Sie klagen. Über den sehr ruppigen Umgangston der Subunternehmer. Darüber, dass sie gezwungen werden, auch krank zur Arbeit zu kommen.” Für jeden Tag, an dem die Arbeiter fehlen würden, würde ihnen die Miete um zehn Euro erhöht, erklärte er weiter.

Der “Spiegel” zitiert Brüggerjürgen mit den Worten: “Der Arbeitsplatz ist an die Wohnsituation gekoppelt. Dadurch entsteht eine maximale Abhängigkeit.” Auch, wo genau das Tönnies-Werkarbeitspersonal lebt, beschrieb der Betreuer im Gespräch mit dem Blatt. Demnach würden die Menschen zunächst in eine Art Matratzenlager kommen, mit der Zeit würden sich dann einige privat Wohnungen suchen. Ins tägliche Leben seien die Arbeiter kaum integriert. Brüggerjürgen schilderte: “Wir können hier durchaus von Parallelgesellschaften sprechen, die sich herausbilden. Es gibt Häuserzeilen in Rheda-Wiedenbrück, in denen Communitys entstanden sind.”

Ferner seien die Arbeitsbedingungen bei Tönnies so verheerend, dass es kaum ein Arbeiter länger als ein Jahr in dem Unternehmen aushalte, so der Betreuer. “Tönnies stellt weder eine Sprachförderung, noch eine Integrationsbegleitung. Für die Menschen, die aus Polen, Rumänien oder Bulgarien hierherkommen, gibt es so kaum eine Möglichkeit, im Kreis Gütersloh anzukommen”, zitiert das Blatt den Fachmann.

7-Tage-Inzidenz in Gütersloh immer noch weit über kritischer Marke

11.04 Uhr: Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz einer Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Samstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Der Kreis Gütersloh ist der einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieser Marke.

Nach den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh 164,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen – nach zuvor 177,7 Fällen am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Im benachbarten Kreis Warendorf war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die Marke von 50 gefallen. Nach den Daten von Samstag sackte sie nun sogar auf nur noch 19,8 Fälle ab. In beiden Kreisen gilt ein Lockdown.

“Der ganze Markt ist gebremst”: Tönnies-Skandal wirkt sich bis nach Bayern aus

Samstag, 27. Juni, 07.14 Uhr: Der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen macht auch bayerischen Bauern Sorgen. Vor allem der vorübergehende Stopp von Schlachtungen in den Tönnies-Standorten Kempten und Bamberg macht sich bemerkbar und führt zu einer Kettenreaktion, die bis zu den Kälberzüchtern durchschlägt. “Die Bullen gehen zögerlicher aus den Ställen, der ganze Markt ist dadurch irgendwo gebremst”, sagte der Geschäftsführer der Allgäuer Herdebuchgesellschaft, Thomas Bechteler. Dadurch sei auch die Nachfrage nach Kälbern zur Mast im Moment eingeschränkt. Bei einem Unternehmen wie Tönnies, das enorme Mengen schlachte, habe das von einer Woche auf die andere Auswirkungen.

Im Allgäu gehört der Tönnies-Standort Kempten zu den wichtigen Betrieben. “Wir schlachten normalerweise ein Viertel unserer Rinder dort”, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Allgäu, Berthold Kirchmaier. Doch bisher lässt sich das Problem für die 5000 Betriebe der Gemeinschaft lösen: “Die Tiere bringen wir stattdessen nach Buchloe”, so Kirchmaier. Dort werde ohnehin der überwiegende Anteil der im Schnitt 600 bis 700 Rinder pro Woche geschlachtet. Beim Betrieb der Firma Vion Deutschland heißt es, man übernehme zusätzliche Schlachtungen “im Rahmen des Möglichen”. Nun kommt es also darauf an, wann die Schlachthöfe wieder öffnen. Bei Tönnies war dazu zunächst niemand zu erreichen. “Ein Problem ist es dann, wenn die Situation länger so bleibt”, sagte ein Sprecher des bayerischen Bauernverbands.

Auch er betonte aber: “Auf ein paar Tage hin oder her ist man nicht angewiesen.” Zudem verweist auch der Sprecher auf die Möglichkeit, die Tiere zu anderen Schlachthöfen zu bringen. “Da gibt es schon noch Kapazitäten.” Ein Grund dafür, dass ein Corona-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen Schockwellen bis nach Bayern schicken kann, sind die Strukturen mit immer größeren Schlachtbetrieben. Diese seien über Jahrzehnte gewachsen, auch durch striktere Standards, wie Bechteler von der Herdebuchgesellschaft sagte. Viele kleine Betriebe hätten geschlossen. “Wenn man das heute wieder aufbauen will, braucht man enorme Investitionen”, betonte er. “Wir beobachten zwar eine Tendenz der Betriebe in Richtung regionale Vermarktung”, aber noch existiere das “im Kopf mehr als in der Realität”.

Tönnies-Mitarbeiter an der Grenze abgefangen

17.28 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt. Man habe “intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt”, sagte Laschet den “Westfälischen Nachrichten”.

Die Verabredung der Länder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln für das gesamte Kreisgebiet vor. “Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen”, so Laschet. Anlass des Lockdowns ist der massive Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück.

Wie der “Spiegel” berichtet, seien zahlreiche Mitarbeiter der Fleischfabrik abgefangen worden, als sie vor der Quarantäne flüchten wollten. Beamte hätten 15 Personen an der ungarisch-rumänischen Grenze aufgehalten, die in Privat-Autos unterwegs waren.

Warendorf: Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner fällt unter kritische Marke

16.06 Uhr: Der Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück beschränkt sich im benachbarten Kreis Warendorf laut Bezirksregierung bislang auf dort wohnende Mitarbeiter. Das bestätigten die bisherigen Testergebnisse, teilte ein Sprecher am Freitag in Münster mit.

Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht Zahlen zur Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Warendorf veröffentlicht. Diese Marke war mit 47,9 unter den entscheidenden Wert von 50 gefallen. Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 50,4.

Nach Zahlen der Bezirksregierung (Stand Freitag, 12.30 Uhr) sind im Kreis Warendorf – in Nachbarschaft zum Kreis Gütersloh mit dem Tönnies-Stammsitz – aktuell 218 Menschen mit Corona infiziert (Vortag 217), in der gesamten Corona-Krise wurden 723 Infizierte gezählt, 485 gelten als genesen. Der Kreis Warendorf hat rund 280.000 Einwohner.

Als Risikogebiete in Deutschlands gelten Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Gütersloher Bürgermeister macht seinem Ärger Luft – kurz darauf ruft Merkel an

14.48 Uhr: Angela Merkel hat sich am Freitag telefonisch beim Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, gemeldet. “Die Bundeskanzlerin hat Mut gemacht und sich bei mir bedankt”, sagte der CDU-Politiker laut Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Kreises.

Der Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz hatte sich zuvor im Kampf gegen die Stigmatisierung seiner Bürger aufgrund des Corona-Ausbruchs mehr Unterstützung aus der Hauptstadt gewünscht. “Der Kanzlerin ist es immer gelungen, die Gesellschaft zusammenzuführen und alle Menschen im Blick zu behalten. Hier fühlen sich fast eine Dreiviertelmillion Menschen im Stich gelassen”, kritisierte der 47-Jährige gegenüber dem Nachrichtenportal “t-online.de“. “Sie fühlen sich stigmatisiert und werden sogar angegriffen.”

Die Bürgerinnen und Bürger des Kreises seien unverschuldet in die aktuelle Situation gekommen, habe die Kanzlerin ihm am Telefon gesagt. Durch den Lockdown und den damit verbundenen Beschränkungen leisteten sie einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich das Virus nicht über den Kreis Gütersloh hinaus auch in Deutschland ausbreiten könne. “Die Bundeskanzlerin dankt sehr herzlich der Bevölkerung und allen, die für die Bewältigung dieser Krise arbeiten”, so Adenauer.

Konrad Adenauer, der Großvater des Landrates aus Gütersloh, war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und damit einer der Vorgänger Merkels im Amt.

Kreis Gütersloh bietet Drive-In-Tests auf Corona in leerem Hangar an

14.00 Uhr: Bürger des Kreises Gütersloh in Nordrhein-Westfalen können sich seit Donnerstagabend auch in einem Drive-In kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dabei lenken die Autofahrer auf dem Flughafen Gütersloh ihre Fahrzeuge in vier Spuren durch einen stillgelegten Hubschrauber-Hangar. Die Tests werden kontaktlos im Schichtsystem von mehreren Teams genommen. Der Kreis wird dabei von Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Darauf wies der Kreis am Freitag in einer Pressemitteilung hin. In einem Werk des Fleischverarbeiters Tönnies im Kreis Gütersloh hatte es einen großen Corona-Ausbruch gegeben.

Der Kreis hat jetzt in sechs Zentren Kapazitäten für 10 000 Tests am Tag eingerichtet. Auch niedergelassene Hausärzte mit Kassenzulassung machen die kostenlosen Tests in ihren Praxen. Bereits seit Mittwoch bildeten sich vor den Zentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh lange Schlangen von Menschen, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für einen bevorstehenden Urlaub zu haben. Einige Urlaubsregionen verbieten Übernachtungen ohne diesen Nachweis.

Bundesliga-Aufsteiger will kein Geld mehr von Tönnies

12.44 Uhr: Der Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld beendet nach dem Corona-Skandal bei Tönnies die Zusammenarbeit mit dem Fleischkonzern. “Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen”, teilte der Verein gegenüber der “Neuen Westfälischen” mit.

Tönnies war seit Juli 2019 einer von mehreren offiziellen Sponsoren und Partner des Zweitligisten aus Ostwestfalen. Die Verbindung zu Firmenchef Clemens Tönnies kommt der Zeitung zufolge über den früheren Bielefeld-Sponsor Gerhard Weber, mit dem Tönnies befreundet ist. Als die Arminia 2014 in finanzieller Not war, verabredete man ein Freundschaftsspiel gegen Schalke 04, wo Tönnies seit 2001 dem Aufsichtsrat vorsteht. Das Spiel zugunsten der Bielefelder fand dann 2016 statt.

Tönnies machte nur nicht Bandenwerbung für Produkte der Marke „Tillman’s“ („Don’t call it Schnitzel“), sondern tätigte auch eine Kapitaleinlage bei dem Club, schreibt das “Westfalen-Blatt“.

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