Top-Ökonom Sinn warnt: Unser Erdölverzicht hilft dem Klima null

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„Die Brennstoffe, die wir in Deutschland und Europa nicht verbrauchen, bleiben ja nicht im Boden“, sagte er in einem Gespräch mit der „Welt“. „Und alles, was gefördert wird, wird irgendwo auf der Welt verbrannt. Warum sollten die Förderländer auf diese Einnahmequelle verzichten, wenn sie die ganze Welt als Markt haben? Unser Erdölverzicht senkt den Weltmarktpreis – und erhöht so Nachfrage und Verbrauch anderswo.“

Emissionshandel gegen den Klimawandel

Sinn forderte stattdessen einen weltweiten Emissionshandel: „Wenn nur eine Gruppe von Ländern Umweltpolitik macht, während die anderen die freigegebenen Brennstoffe kaufen, funktioniert überhaupt keine Klimapolitik, nicht einmal der Emissionshandel.“

“In einem Volkswirt sträubt sich alles”

Der 72-Jährige kritisierte, dass sachliche Argumente in der politischen Debatte um den Klimaschutz immer weniger eine Rolle spielten. „In einem Volkswirt sträubt sich alles, wenn Gefühle und Moral die Politikdebatten dominieren. Die Moral braucht man für die Ziele der Politik, den Verstand indes für die Instrumente. Und der Verstand sagt, dass alle Mühen vergeblich sind, wenn es nicht gelingt, einen weltweiten Emissionshandel zu etablieren.“

Der ehemalige Ifo-Chef stellte sich auch gegen die jüngsten Beschlüsse des EU-Gipfels, die Hilfszahlungen an schwache Euro-Länder vorsehen: „Wir haben jetzt quasi ein Transfersystem eingerichtet, das sich verselbständigen wird und das auf Dauer dazu führt, dass sich ein einzelnes Land gar nicht mehr wehren kann. Vom Wiederaufbaufonds redet doch schon keiner mehr. Wer bekommt pro Kopf das meiste Geld daraus? Griechenland und Bulgarien, wo das Virus praktisch nicht aufgetreten ist.“

“40 Prozent müssen 60 Prozent mitfinanzieren”

So eine Transferunion könne man der Bevölkerung nicht verkaufen. „Es geht auch deshalb nicht, weil 40 Prozent der Bevölkerung in der Euro-Zone in wirtschaftlich nicht mehr funktionierenden Staaten leben. Und die übrigen 60 Prozent können diese nicht mitfinanzieren, das geht nicht. Rechne ich auch Frankreich zu den nicht mehr funktionierenden Ländern, dann müssen 40 Prozent 60 Prozent mitfinanzieren.“

Warnung vor höherer Inflation

Sinn betrachtet auch mit Sorge die wachsende Geldflut in der Eurozone. Seinen Berechnungen zufolge liegt der Geldüberhang bereits bei vier Billionen Euro. Es sein nur noch nicht zu einem Anstieg der Inflation gekommen, weil das Geld gehortet statt ausgegeben werde. “Das kann sich allerdings irgendwann einmal sehr plötzlich ändern”, so Sinn.  “Nehmen wir an, die Corona-Krise ist vorbei, die Wirtschaft erholt sich, die Ölpreise steigen – das kann eine Kosten-Preis-Spirale in Gang setzen.” Deshalb müssen die EZB eigentlich den Geldüberhang reduzieren. Das könne sie jedoch nicht, weil sein viele der hochverschuldeten Staaten in Taumeln kämen. Daher werde die EZB eine höhere Inflation hinnehmen. Sinn: “Die EZB hat ja schon vor der Corona-Krise die Idee vom ,symmetrischen Inflationsziel’ in die Debatte eingebracht, mit der sie sich in dieser Frage die nötige Beinfreiheit verschaffen will.”

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