Touristen-Ansturm an der Nordsee: Der gefährliche Ausbruch aus dem Virus-Alltag

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Trotz Ansage des Oberbürgermeisters: Touristen-Ansturm an der Nordsee: Der gefährliche Ausbruch aus dem Corona-Alltag

Als eines der beliebtesten Urlaubsziele in Deutschland gilt Cuxhaven. Jährlich zieht es zwischen drei und vier Millionen Touristen in die niedersächsische Küstenstadt. Wegen der Corona-Krise erfährt die Stadt derzeit aber einen neuen Ansturm. Weil der Urlaub im Ausland nicht möglich ist, sind die Deutschen gezwungen, Urlaub im eigenen Land zu machen. Auch die Insel Sylt wurde am Wochenende zum Anziehungspunkt für viele Menschen.

Neben den zahlreichen Wochen- und Wochenendurlaubern zog an Pfingsten auch viele Tagestouristen nach Cuxhaven. Und das, obwohl Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) sie freundlich darum bat, eine „Cuxhaven-Pause“ einzulegen.

Doch in Cuxhaven scheint es, als habe Santjers freundlicher Appell nicht jeden erreicht. Vielleicht war die Sehnsucht nach dem Meer einiger Besucher aber auch schlicht größer. Denn am Pfingstsonntag tummelten sich tausende Familien am Cuxhavener Strand. Auf dem Watt verteilten sich die spielenden Kinder und Spaziergänger zwar gut, doch auf der Strandpromenade konnte man sich nur schwer aus dem Weg gehen. Trotz des weitestgehend eingehaltenen Rechtsgehgebots ließen vereinzelte Menschenansammlungen am Wegesrand den Mindestabstand oft nicht zu.

„Als hätte es Corona nie gegeben“

Noch alarmierender waren die Szenen in den Straßen des Cuxhavener Touristen-Hotspots Duhnen. Dicht gedrängte Menschengruppen vor Cafés, Einkaufsmöglichkeiten und an lokalen Sehenswürdigkeiten, wie dem Dorfbrunnen, machten den Anschein, als sei Corona längst vorbei. In der Schlange vor einem Souvenirshop hielt fast niemand die 1,5 Meter Abstand ein.

Die Boutiquen werden oft ohne Mundschutz betreten, erzählte auch Einzelhandelskauffrau Angelika Schäfer. Sie sagte gegenüber FOCUS Online, dass sich gerade in den ersten Tagen nach den Lockerungen kaum einer an die erforderlichen Regelungen hielt. „Als hätte es Corona nie gegeben. Da war ich schockiert und sprachlos.“

Die Polizei der niedersächsischen Küstenstadt hat den Ansturm der Tagestouristen über Pfingsten ebenso registriert. „Trotz der Bitte des Oberbürgermeisters sind viele gekommen“, sagte ein Sprecher gegenüber FOCUS Online. Man habe aber trotz des großen Andrangs keine Maßnahmen durchsetzen müssen. „Ich hoffe auch, dass das so bleibt“, so der Sprecher.

Wilde Strandparty auf Sylt

Noch dramatischer war die Situation auf Sylt. Hier musste die Polizei sogar einen Strandabschnitt schließen, weil sich Angaben von Augenzeugen zufolge dort bis zu 3500 am Strand versammelt hatten – ohne sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten. “Wir haben jetzt Maßnahmen getroffen, um noch einmal so einen Zustrom von Menschen zum Strand zu verhindern – wie eine Teilsperrung des Dünenparkplatzes”, zitierte die “Bild”-Zeitung Bürgermeisterin Stefanie Böhm. Auch sollten alle Strandzugänge künftig noch konsequenter überwacht werden.

„Mal ein bisschen Abwechslung vom Home-Office“

Bei den Einheimischen blickt man besorgt auf die Situation. Mit Blick auf den Dorfplatz sagte der Cuxhavener Taxifahrer Yahya Mankoc zu FOCUS Online, dass alle umstehenden Touristen fast nur Kurgäste, also Tagesgäste seien. Dadurch, dass die Hotels nur 60 Prozent ihrer Kapazitäten belegen dürften, sei der Anteil der länger bleibenden Urlauber verschwindend gering, erzählte der gebürtige Türke, der seit 40 Jahren in Cuxhaven lebt. „Es ist erstaunlich, wie schnell wieder Normalität eingekehrt ist“, resümierte er.

Doch für viele Gäste ist genau diese Normalität der Grund ihres Besuchs in Cuxhaven. Auch Familie Massenberg aus Bielefeld wollte weg aus dem Corona-Alltag. „Mal ein bisschen Abwechslung vom Home-Office“, sagte der junge Vater zu FOCUS Online. Die Massenbergs würden ihren Familienurlaub jedes Jahr in Cuxhaven machen, dass die Corona-Regelungen pünktlich zu Pfingsten gelockert wurden, freut sie deshalb sehr.

57 Coronafälle in Bremerhaven, weitere in Göttingen

Insgesamt erweckte es Eindruck, als dass die Freude über Freizeit der Angst vor einer Infektion bei den Touristen überwog. Kaum einer der befragten Besucher äußerte am Pfingstsonntag ernsthafte Bedenken. Doch die Nordsee-Fans wägen sich in gefährlicher Sicherheit, der Anschein von Normalität trügt. Das Coronavirus hat Deutschland, insbesondere den Norden, längst nicht verlassen.

Das zeigt der Blick in die Nachbarschaft: Im Umfeld einer Pfingstgemeinde haben sich im benachbarten Bremerhaven mindestens 57 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Und auch in Niedersachsen war am Wochenende ein weiterer größerer Ausbruch bekannt geworden. So hatte sich eine größere, nicht näher bekannte Zahl an Menschen nach Feiern in Göttingen infiziert.

“Als hätte es Corona nie gegeben”: Cuxhaven-Touris ignorieren Bürgermeister-Warnung


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