Trudeau entschuldigt sich für umstrittene Honorare | Aktuell Amerika | DW

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Kanadas Regierung unter ihrem liberalen Premierminister Justin Trudeau hatte im Juni ein 900 Millionen kanadische Dollar (591 Millionen Euro) umfassendes Programm zur Unterstützung von Studenten während der Corona-Krise beschlossen. Es soll Studierende, die wegen der Pandemie-Einschränkungen keine Sommerjobs bekommen, ermöglichen, gemeinnützige Arbeit zu leisten und dafür bezahlt zu werden. Es sollen Zuschüsse von bis zu 5000 Dollar pro Person gewährt werden. Mit der Umsetzung des Programms wurde WE Charity beauftragt, eine kanadische Hilfsorganisation, die der Familie Trudeau nahesteht. Sie sollte 19 Millionen Dollar (zwölf Millionen Euro) für ihre Dienste erhalten.

Von der Opposition kam prompt Kritik an der Vergabe des Regierungsauftrags an WE Charity, da Trudeau und mehrere seiner Familienangehörigen in der Vergangenheit von WE Charity als Redner eingeladen worden waren. Trudeaus Mutter Margaret, sein Bruder Alexandre und seine Ehefrau Sophie Gregoire Trudeau erhielten dafür Honorare in Höhe von insgesamt knapp 300.000 kanadischen Dollar (194.000 Euro) von der Organisation.

Mea culpa

In einer landesweit live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz entschuldigte sich der Premier jetzt öffentlich. Es sei ein Fehler gewesen, dass er sich nicht sofort aus den Gesprächen über den Auftrag an WE Charity zurückgezogen habe, sagte Trudeau. “Es tut mir aufrichtig leid.” Er wisse, dass seine Familie mit der Wohltätigkeitsorganisation zusammenarbeite, aber er wisse nicht, wie viel man ihnen gezahlt habe. “Ich bedauere zudem zutiefst, dass ich meine Mutter in diese Situation gebracht habe. Das ist ihr gegenüber unfair”, sagte Trudeau.

Zuvor hatte er noch sein Engagement und das seiner Familie für die Organisation verteidigt. “Mein ganzes Leben lang habe ich junge Menschen unterstützt”, sagte er mit Blick auch auf die Arbeit von WE Charity. Die Organisation setzt sich gegen Kinderarbeit ein und versucht zugleich, Jugendliche für den Kampf gegen Armut zu sensibilisieren.

Trudeau wiederholt im Fokus der Ethikkommission

Kanadas Ethikkommission leitete wegen der Verbindungen von Trudeaus Familie zu WE Charity eine Untersuchung ein. Es ist bereits die dritte Ermittlung der Ethikkommission gegen Trudeau. 2017 war der Premierminister wegen eines Familienurlaubs auf einer Privatinsel des Multimilliardärs Aga Khan in der Karibik in die Kritik geraten. Vergangenes Jahr sprach die Kommission zudem eine Rüge in der Affäre um den Baukonzern SNC-Lavalin aus. Trudeau soll damals unzulässigen Druck auf die damalige Justizministerin ausgeübt haben, um SNC-Lavalin vor Strafverfolgung zu schützen.

WE Charity hat mittlerweile wegen der anhaltenden Kritik die Vereinbarung mit der Regierung zur Umsetzung des “Canada Student Service Grant” gekündigt.

qu/ie (afp, rtr)



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