Trump ändert Tonfall in Corona-Krise | Aktuell Amerika | DW

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“Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird”, sagte Donald Trump bei seinem ersten Corona-Briefing im Weißen Haus seit Ende April. “Ich sage das nicht gerne über Dinge, aber so ist es”, betonte der US-Präsident. Gegenwärtig sei die Lage vor allem im Süden und Westen des Landes problematisch, aber das Virus “könnte sich weiter ausbreiten”, warnte er.

Die Äußerung markiert für Trump einen völlig neuen Tonfall in der Corona-Krise: Zuletzt hatte er die Zuspitzung der Lage in Teilen der Vereinigten Staaten eher als örtlich begrenztes Problem heruntergespielt und auf eine rasche Wiederöffnung von Wirtschaft und Schulen gedrängt.

US-Präsident Donald Trump zeigt Reportern im Weißen Haus eine Gesichtsmaske

Mit reichlich Abstand: Pressekonferenz im Weißen Haus

Seine Regierung helfe den betroffenen Bundesstaaten, versicherte der Präsident. Ziel sei es, die Pandemie nicht nur einzudämmen, “sondern sie loszuwerden”. Dabei arbeite er Hand in Hand mit den Gouverneuren. “Ich denke, wir sind alle verantwortlich.”

“Sie haben eine Wirkung”

Erstmals forderte Trump die US-Bürger auch konkret zum Tragen von Masken auf. Sie sollten auf einen Mund-Nasen-Schutz zurückgreifen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. “Ob Sie die Maske mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung.” In früheren Aussagen hatte er Schutzmasken als Symbole der Schwäche abgetan.

Die dramatische Entwicklung in den USA bei den Corona-Neuinfektionen setzt Trump zusehends unter Druck – in jüngster Zeit waren es täglich zwischen 60.000 und 77.000. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Trump bezeichnete die Lage dort als “besorgniserregend”. Zwei Drittel der US-Bürger misstrauen laut Umfragen der Corona-Krisenpolitik ihres Präsidenten – gut drei Monate vor der Präsidentschaftswahl.

Hiweisschild am Eingang eines Einkaufszentrums in Kalifornien

Corona-bedingt wieder geschlossen: Einkaufszentrum in Kalifornien

Die Wähler würden ihn und seine Regierung am 3. November nach dem Umgang mit der Pandemie beurteilen – aber nicht nur, meinte Trump. Sie würden ihn auch an “rekordhaften” Zahlen auf dem Arbeitsmarkt, der Lage der Wirtschaft, Steuersenkungen oder der Stärkung des Militärs messen.

wa/cw (dpa, afp)



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