Trump droht WHO mit Zahlungsstopp | Aktuell Amerika | DW

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Inmitten der Coronavirus-Krise erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seine Regierung werde prüfen, ob die amerikanischen Beitragszahlungen gestoppt werden sollten, kündigte Trump während seines täglichen Briefings zur Pandemie an. Der US-Präsident wirft der WHO schwere Fehler in ihrer Reaktion auf die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 vor. Zu Beginn der Pressekonferenz hatte Trump es sogar so dargestellt, als wäre die Suspendierung der Zahlungen an die WHO bereits beschlossene Sache. Auf Nachfrage, ob dies derzeit vernünftig sei, ruderte er zurück und meinte, man werde einen solchen Schritt prüfen. “Ich sage nicht, dass wir es tun werden”, sagte er. Die USA sind der größte Beitragszahler der UN-Unterorganisation.

“Die WHO hat wirklich Mist gebaut”

Zuvor hatte Trump bereits im Kurzbotschaftendienst Twitter scharfe Kritik geübt. In einem Tweet warf er der WHO vor, sich zu stark auf China zu konzentrieren und in der Corona-Krise falsche Empfehlungen gegeben zu haben. “Die WHO hat wirklich Mist gebaut”, schrieb er. Die Organisation werde zu großen Teilen von den USA finanziert, sei aber trotzdem sehr auf China zentriert. Zum Glück habe er früh die Empfehlung der WHO verworfen, die Grenzen für China offen zu halten. 

Ein Sprecher der Vereinten Nationen wies die Kritik entschieden zurück. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus habe im Zusammenhang mit der Pandemie hervorragende Arbeit geleistet.

China Wuhan Rückkehr zur Normalität (Reuters/China Daily)

Von der chinesischen Millionenstadt Wuhan aus hatte sich das Coronavirus weltweit verbreitet

Die WHO hatte die Führung in Peking dafür gelobt, wie offen und transparent sie mit der Pandemie umgegangen sei, obwohl vermutet wird, dass in der Volksrepublik mehr Menschen an dem Virus erkrankt beziehungsweise gestorben sind, als offiziell angegeben.

Am 31. Januar hatte die WHO trotz des Virus-Ausbruchs generell empfohlen, die Grenzen offen zu lassen. Zugleich hieß es allerdings, die Staaten hätten das Recht, Maßnahmen zum Schutz ihrer Bürger zu ergreifen. Am selben Tag gab die US-Regierung ein Einreiseverbot für Reisende aus China bekannt. 

USA New York Coronavirus Krankhäuser (picture-alliance/Zumapress/U.S. Navy/S. Eshleman)

An Bord eines Hospitalschiffs vor New York werden Blutproben getestet

Allerdings ist auch der US-Präsident für sein Krisenmanagement scharf angegriffen worden. Kritiker hielten ihm vor, die Gefahr durch das Coronavirus lange Zeit kleingeredet zu haben. Trump hatte über Wochen erklärt, die Lage sei in den USA unter Kontrolle und die Zahl der Patienten werde schnell wieder sinken.

Fast 2000 Tote innerhalb eines Tages

Inzwischen gibt es nach Angaben der Johns Hopkins Universität in Baltimore fast 400.000 bestätigte Infektionen in den USA. Knapp 13.000 Menschen sind an COVID-19 gestorben. Und einen traurigen Rekord registrierten die Experten: Innerhalb der vergangenen 24 Stunden gab es in den USA 1939 Corona-Tote. Es ist die höchste Zahl von Todesopfern, die seit Beginn der Ausbreitung des Erregers innerhalb eines Tages in einem Land verzeichnet wurde.      

se/wa (rtr, ap, afp, dpa, jhu)



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