Türkei: Lira so billig wie nie – „perfekter Sturm“ wütet wieder über der Währung

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Neues Allzeittief zum Dollar: Lira so billig wie nie: Der „perfekte Sturm“ wütet wieder über der Währung

Die türkische Lira sinkt und sinkt und sinkt. Der Dollar hat die 7-Lira-Marke längst hinter sich gelassen und ist mehr Lira wert als je zuvor. Trotzdem sei der Druck auf die Währung weiter enorm, denn der „perfekte Sturm“ sei wieder da, warnt ein Devisenexperte.

Noch nie war die türkische Lira so wenig wert wie derzeit. Zum US-Dollar fiel der Kurs auf ein neues Allzeittief. Für eine Lira gibt es derzeit gerade mal nur knapp 14 US-Cent. Umgekehrt ist ein Dollar 7,23 Lira wert, der Dollar-Lira-Kurs rangiert damit sogar höher als zur Währungskrise 2018.

Auch in Euro gerechnet fehlt nicht mehr viel zu neuen Negativrekorden für die türkische Währung. Zuletzt war ein Euro 7,82 Lira wert und damit fast so viel wie zum Höchststand während der Krise vor rund anderthalb Jahren. Doch ein neuer Rekord scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein.

US Dollar / Türkische Lira (USD/TRY)
7,1102
TRY

Außerbörslich

Tatha Ghose, Devisenspezialist bei der Commerzbank, glaubt nicht, dass Politik und die Notenbank in der Türkei viel in der Hand haben, um den Wertverfall der eigenen Währung aufzuhalten. Einer Analyse Ghoses vom Donnerstag zufolge sind die ruhigen Zeiten für die Lira vorbei: “Der perfekte Sturm ist da.”

Lira leidet mehr als andere Schwellenland-Währungen

Die anfänglichen Verluste der Lira im Februar und März waren laut Ghose wenig besorgniserregend. Immerhin ging es vielen Schwellenmarkt-Währungen damals ähnlich, und die Marktreaktion war für eine „Risk-off“-Periode nachvollziehbar. Der Begriff beschreibt die Flucht von Anlegern aus riskanten (aber dafür rentableren) Anlageklassen.

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Doch während andere Währungen wie der Rand oder Rubel sich zuletzt stabilisierten, stach die Lira mit weiteren Verlusten hervor. Der Grund für den weiteren Abwertungsdruck: „Immer mehr Anleger merken, dass die Türkei ein ganz spezifisches Problem hat“, so der Experte.  Zwei Entwicklungen sind Ghose zufolge dabei entscheidend.

Die türkische Zentralbank verschießt ihr Pulver

Auf der einen Seite hat die türkische Zentralbank (CBT) kaum noch Pulver, um sich gegen den Verfall zu stemmen. So seien die Devisenreserven der CBT von über 70 Milliarden Dollar auf nur noch gut 50 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen und lediglich 7,5 Milliarden Dollar davon seien überhaupt noch als freie Reserve verfügbar, so Ghose.

Das heißt, dass die CBT nicht mehr lange Lira zurückkaufen kann, um den Kurs zu stützen. Zudem habe das Spekulationen über eine Rettung durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgelöst, merkt Ghose in seiner Analyse weiter an. Gleichzeitig würgen die Einschränkungsmaßnahmen gegen die Krise den Export ab, die wichtigste Quelle für Fremdwährungsreserven.

Anleger flüchten aus ihren Carry-Trades

Doch das ist noch nicht alles. Zusätzlicher Druck entstehe laut Ghose durch den Ausstieg der Anleger aus den sogenannten Carry-Trades. Bei einem solchen Carry kassieren Anleger die Differenz, die sich aus unterschiedlichen Zins- oder Renditeniveaus ergibt. Im Fall eines Devisen-Carrys leiht ein Investor Geld (zu einem günstigen Zinssatz) in einer Währung und investiert in einer zweiten Währung zu einem höheren Zins.

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Zwischen den „Abwertungswellen“ könne die Rendite eines solchen Lira-Carrys durchaus lukrativ sein, so Ghose – ebenso gut aber auch zu einem Fallstrick für Investoren werden, wenn die Währung plötzlich wieder abwertet und so die Rendite des Carrys aufzehrt. „Entscheidend ist: Nach einem kurzen Anstieg zu Jahresbeginn ist die Gesamtrendite wieder negativ geworden“, schreibt Ghose. Darum würden mehr und mehr Anleger ihre Positionen auflösen – was den Kurs drückt.

Stress der Lira war „kaum zu vermeiden“

Die weiteren Aussichten für die Lira sind dementsprechend schlecht. „Wir waren lange Zeit pessimistisch, was die Aussichten der Lira betrifft, und haben häufig davor gewarnt, dass es nicht möglich sei, im Voraus zu wissen, wann die nächste Verkaufswelle in der Währung kommen würde. Unser Pessimismus beruhte jedoch insbesondere auf dem nicht nachhaltigen geldpolitischen Kurs der Zentralbank”, betont Ghose.

“Aktuell mischt sich natürlich politische Misswirtschaft dazu, zum Beispiel das Verfeuern von wertvollen Devisenreserven in Form von Interventionen. Aber auch die finden wir zweitrangig. Die Quelle des Schocks selbst ist in der Tat exogen. Der Stress wäre wohl kaum zu vermeiden gewesen in einer Situation, in der die Deviseneinnahmen wegbrechen, gleichzeitig aber die Verbindlichkeiten in Fremdwährung fällig werden.” Man könne hoffen, dass der Markt durch diese Phase durchblickt. “Aber die Geschichte der Lira ist eine andere: wir wählen weder den Zeitpun kt ihrer Ausverkäufe, noch haben wir ein Mitspracherecht bei der Wahl der Auslöser.”

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