TV-Kolumne “Hart aber fair” – „BAP“-Sänger Niedecken: „Das ist widerlich“

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„Das ist wie bei Donald Trump“, ereiferte sich Wolfgang Niedecken. „Er lässt ja die Alten sterben.“ Ein solches Vorgehen wie in den USA ist für den Sänger der Kölner Band „BAP“ „ein darwinistisches Vorgehen“. „Das ist widerlich!“ Es sei für ihn ein unerträglicher Gedanke, die Alten und Schwachen einfach sterben zu lassen. Niedecken schimpfte: „Da geht doch die ganze Kultur flöten.“ Dass das Leben einen unbedingten Wert habe, sei eher ein Gut der Moderne, kontert der Marburger Soziologe Martin Schröder. „Das ist der Luxus, den sich extrem reiche Gesellschaften leisten.“ Heißt: In den meisten anderen Gesellschaften wird das Leben des Einzelnen gegen das Wohl der Gemeinschaft abgewogen.

Alle müssen sterben

Frank Plasbergs TV-Gesprächskreis war schon kurz vor dem Ende, da erklärte der Moderator in die Kamera: „Ein Hinweis an die Regie: Ich springe jetzt mal.“ Plasberg wollte noch schnell jenen Satz von Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble diskutieren lassen, in dem dieser den bedingungslosen Schutz von Menschenleben relativiert und der Niedecken nun so aufregte. „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, hatte der CDU-Politiker philosophiert. Und weiter: Die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde „schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“.

Nüchterne „Kollateralschäden“

Tatsächlich finden bereits aktuell viele kleinere Erwägungen statt, die ganz real Menschenleben kosten. Das sagte jedenfalls die Lungenfachärztin Susanne Herold. Die Leiterin der Abteilung Infektiologie der Gießener Uni-Klinik nannte das nüchtern „Kollateralschaden“ und verwies beispielsweise auf Herzpatienten, die aus Angst sich anzustecken, Krankenhäuser mieden und damit ihren notwendigen Herz-Operationen fernblieben. Herold erklärte: „Die daraus resultierende Todesfolge tritt wegen der unterlassenen OP dann später ein.“

Ärztin kontert Armin Laschet

Lungenfachärztin Herold berichtet auch davon, dass mittlerweile „sehr, sehr viele Betten“ in den Krankenhäusern leer stünden, weil sich die Ärzte auf den großen Corona-Welle eingerichtet hätten. Doch die ganz große Welle blieb aus. „Wir müssen jetzt wieder in die Normalität zurückkehren und nicht lebensnotwendige Operationen durchführen. Auch wehrt sich Herold gegen den Vorwurf von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, wonach die Virologen sich ständig widersprächen und uneins seien. „Das Ganze ist ein dynamischer Prozess“, sagte sie. Es gebe jeden Tag viele neue Erkenntnisse über Corona. Manche Gewissheiten würden sich in kürzerer Zeit schlicht ändern.

„Komisches Bauchgefühl“

Weil Frank Plasberg an diesem Abend das Stimmungsbild im Volk einfangen wollte, hatte er auch einen Polizisten und eine Supermarktkassiererin eingeladen. Die Kassiererin genoss ihre kurze Prominenz augenscheinlich, fand – einschließlich ihres Gehalts – fast alles super und tat ihren Kolleginnen im Land damit wahrscheinlich keinen Gefallen. Der Polizist erzählte vom Risiko, sich bei Personenkontrollen im Milieu und im engen Dienstfahrzeug anzustecken. Seit Corona habe er seine vierjährige Tochter vorsichtshalber nicht mehr gesehen. Der Berliner Beamte meinte: „Ich habe ein komisches Bauchgefühl.“

Niedeckens Unsicherheit

„Ich vermisse meine Freunde“, bekannte indes Wolfgang Niedecken. Um sich vor Corona zu schützen, geht der BAP-Sänger nur noch nachmittags eine Stunde mit dem Hund raus. Sein letztes Live-Konzert ist bereits viele, viele Wochen her. Wann gibt es den nächsten Auftritt? „Es gibt keine Planungssicherheit“. Er mache sich deshalb große Sorgen um seine Musikerkollegen. Selbst diese Topleute lebten „von der Hand in den Mund“, sagte Niedecken. Das Einzige, womit sich in dieser Branche noch Geld verdienen ließen, seien Live-Konzerte. Aber die sind für unbestimmte Zeit verboten.

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