TV-Kolumne “Hart aber fair”: Ein peinlicher Abend für die Fleischindustrie

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TV-Kolumne “Hart aber fair”: Ein peinlicher Abend für die Fleischindustrie

„Ich möchte mich sammeln, finden.“ Heiner Manten ist der Verbandsvorsitzende der Fleischwirtschaft. Bei Frank Plasberg stammelt er sich um Kopf und Kragen, als es um die Frage ging “Corona im Schlachthof – sind uns Mensch und Tiere Wurst?”. Er versuchte am Montagabend bei “Hart aber fair” seine Branche zu verteidigen – und hatte dabei einige Probleme.

Frank Plasberg steht plötzlich direkt am blauen Stehpult von Heiner Manten. Der Moderator bittet: „Vergessen Sie alles, was Ihnen die Kollegen erzählt haben. Ich weiß, Sie sind ein feiner Kerl. Reden Sie für sich und Ihre Familie?“ Frank Plasberg hat offenbar das Bedürfnis, Heiner Manten mal durchzuschütteln. Manten ist der Verbandsvorsitzende der Fleischwirtschaft und außerdem Geschäftsführer von Manten-Fleisch. Manten macht eine schlechte Figur. Auf fast jedem Vorwurf gegen die Fleischindustrie reagiert Manten mit merkwürdigen Argumentationen. Er redet sich um Kopf und Kragen.

Subunternehmer für sich selbst

Ein Journalist berichtet in der Sendung, dass in der Fleischindustrie Löhne von gerade mal 1200 Euro im Monat gezahlt würden. „Brutto, netto, welche Steuerklasse?“, will Manten wissen. Als sei das bei einer solchen Zahl noch wichtig. Die Familie Manten betreibt übrigens selbst ein Subunternehmen, das mit Fleisch-Unternehmen Werksverträge abschließt – nämlich mit dem eigenen. „Meine Frau ist meine Subunternehmerin. Das ist geschichtlich“, erklärt Manten. Das Unternehmen wurde bereits vor 20 Jahren gegründet. „Wir wollten einen Einblick haben, was da gespielt wird“, begründet Manten und erklärt, den betreffenden Arbeitern einen Durchschnittslohn von 12,50 Euro zu zahlen.

Heil: „Organisierte Verantwortungslosigkeit“

1200 Arbeiter haben sich in deutschen Schlachthöfen mit Corona infiziert. Als eine der Ursachen nennt Moderator Plasberg die „Käfighaltung“ der Arbeiter, die überwiegend aus Rumänien einreisen. Sie kommen in Kleinbussen, wohnen in Massenunterkünften, haben mitunter kaum Schutzbekleidung und kennen die Gesundheitsvorschriften nicht. „In vielen Bereichen wurde die Verantwortung über Sub-Sub-Sub-Unternehmen abgewälzt.“, klagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). „Das ist organisierte Verantwortungslosigkeit.“ Der Minister will ab dem 1. Januar keine „Werksvertragskonstruktionen und Leiharbeiter“ mehr zulassen. Manten klagt, dass Heil nur über aber nicht mit der Fleischindustrie rede.

Manten: „Anständig, fair, korrekt“

Der Fleischwirtschaft-Vorsitzende Manten wird von Plasberg gefragt, ob ihn die hohen Infektionszahlen wirklich überrascht hätten. Manten antwortet: „Ich möchte mich erst sammeln, erst finden. Entschuldigen Sie, ich habe den Faden verloren. Also noch mal zurück.“ Dann sagt er, es habe auch anderswo solche Fälle gegeben, in England, in Holland, in den USA. Er könne sich aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass in Deutschland drei, vier Fleischzerleger in einem Raum zusammenwohnen würden. „Anständig, fair, korrekt – das ist genau meins“, konstatiert Manten. In seiner Branche gebe es keine Gier. „Da macht sich keiner die Taschen voll.“ „Wir werden aufräumen und durchgreifen“, verkündet Minister Heil ungerührt. Er wolle nicht mehr zulassen, dass in diesem Sub-Sub-Sub-System immer einer „die Hand aufhält und sich bereichert“.

Habeck: „Menschen sind widersprüchlich“

Minister Heil sagt auch, dass die deutsche Dumping-Belohnung ein „Riesenthema in Rumänien“ gewesen sei. „Das hat uns im Ausland geschadet.“ „Wir sind ein Dumping-Schlachtland geworden“, bekräftigt Grünen-Parteivorsitzender Robert Habeck. „Das ist ein regelrechtes Geschäftsmodell.“ Habeck plädiert deshalb für einen Mindestpreis für Fleisch. Er kann nämlich nicht erkennen, dass es besser sei, wenn der Verbraucher per Kauf über Preis und Fleischqualität entscheide. Er sagt: „Wir sind als Menschen widersprüchlich. Aber wir können uns bessere Regeln geben, als wir im Leben sind. Wir müssen die Politik ändern – nicht den Menschen.“

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soctv


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