TV-Kolumne “Hart aber fair extra”: Minister Altmaier macht in der Krise Hoffnung

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„In der Krise beweist sich der Charakter“, hat der deutsche Ausnahme-Kanzler Helmut Schmidt einmal gesagt. In der Tat. Wir sehen, wie sich sehr dicke Frauen in einem australischen Supermarkt um Waren prügeln. Wir erleben, dass sich in einem Berliner Drogeriemarkt Kunden und Kassierer hemmungslos anschreien. Wir können aber auch zuschauen, wie die Solidarität in Deutschland aufblüht. Reale Nachbarschaftshilfe statt anonymes Tinder-Tralala.

Fake-News mit Weltverschwörungscharakter

Es ist auch die Zeit des seriösen Journalismus. Natürlich werden die hysterischen und hochgejazzten News der billigen Boulevard-Medien geklickt und ohne Quellenprüfung flugs verbreitet. Schlimmer noch die Fake-News mit Weltverschwörungscharakter, die nur Aufruhr erzeugen wollen und dumme Menschen dennoch erreichen. Corona sei gezüchtet und über die Welt versprüht, um sich als Regierung dann als Retter auszuspielen. Migranten hätten das Virus ins Land gebracht, um die guten Deutschen zu unterwandern. Es tut gut, Qualitätsmedien zu lesen und faktenreiche Sendungen zu schauen.

Eine Reise durch Deutschland: Vielen droht nun die Pleite

Bei „Hart aber fair – Wo stehen wir, was kommt noch?“ driftet die Qualität ein wenig auseinander. Wir sehen erst eine 45-minütige Reportage vor der Diskussion, die uns quer durch Deutschland führt. Leere Züge in Bremen, die einen zwar mitnehmen, aber auch mental berühren. Wie auch das Beispiel eines Catering-Unternehmers, der auf dem Brühler Wochenmarkt feinen Braten und leckere Würstchen kostenlos verteilt. Er sagt, das sei besser, als die Ware wegzuwerfen. Denn Aufträge hat der Geschäftsmann nicht mehr. Keine Veranstaltungen, kein Catering. Ihm droht nun die Pleite.

Deutsche Solidarität: Helfen jenseits des Sicherheitsabstandes

Das tägliche Leben wird durcheinandergeschüttelt. Ein Journalist, zuvor in einem Risikogebiet, muss zwei Wochen Quarantäne in seinem Campingbus vollziehen. An der deutsch-französischen Grenze kommt man nun nur noch mit Passagierschein durch. Die Altenpflegerin arbeitet indes weiter, jenseits des Sicherheitsabstandes. Weil: „Ich kann den Zucker nicht aus zwei Metern Entfernung messen.“ Am Titisee im Schwarzwald müssen die Händler und Gastronomen schon jetzt 70 Prozent Einbußen hinnehmen. Doch das ist erst der Anfang. 1,15 Milliarden Euro Umsatz am Tag gehen derzeit im Non-Food-Bereich verloren.

In München? „Verantwortungslos“

Corona-Lässigkeit dagegen in München. Am vergangenen Wochenende drängten sich bei schönstem Frühlingswetter die Menschen eng an eng in Biergärten und Cafés. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe aus Hamburg, hält das bei „Hart aber fair“ schlicht für „verantwortungslos“. Viele Menschen hätten nicht kapiert, „dass das keine zwei Wochen Corona-Ferien sind“. Ulrike Scheuermann, Psychologin, auf Sicherheitsabstand im ARD-Studio, kann leider nur ein paar Kalendersprüche beitragen.

Der Verstand der Deutschen verdünnisiert sich am Klopapier-Regal

Dann hält man sich lieber an die Fakten-Überbringer. „Der Staat kann noch härter zugreifen“, sagt Frank Bräutigam, ARD-Rechtsexperte. Die Grundrechte seien zwar gewahrt, könnten aber zu Gunsten der Allgemeinheit neu definiert werden. Heißt: In Krisenzeiten kann eine Regierung bestimmen, was gut für die Menschen ist. Und da wir nicht in einem afrikanischen Diktatoren-Staat leben, ist das gut so. Denn dass sich der Verstand der Deutschen am Klopapier-Regal verdünnisiert, erleben wir aktuell.

„Wir haben das zu Anfang alle unterschätzt“

Peter Altmaier, CDU-Bundeswirtschaftsminister, bringt am meisten Substanz in die Sendung. Die Finanzspritzen des Staates müssten jetzt kleine und mittlere Mittelständler auffangen, auch die Solo-Selbstständigen sollten Hilfen bekommen. Milliarden koste das. Und da komme es auf Grenzen nicht an: „Egal, ob das jetzt eine Milliarde mehr kostet.“ Er kritisiert sich auch selber: „Wir haben das zu Anfang alle unterschätzt.“ Kurz schwenkt er ins Private, lobt die Zeit fürs Briefeschreiben. „Romantisieren dürfen wir das auch nicht,“ grätscht Moderator Frank Plasberg zu Recht dazwischen.

Söder zeigt, wie zupackendes Krisenmanagement aussieht

„Es gibt Hoffnung“, glaubt Politiker Altmaier. „Es geht nicht um zehn Jahre, sondern um Monate.“ Hoffen wir, dass er Recht behält. Die Hoffnung ruht jetzt auf flexiblen und starken Politikern in diesem Land. Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, zeigt gerade, wie zupackendes Krisenmanagement aussieht. Er empfiehlt sich als Kanzler, wenn wir das Schlimmste überstanden haben. Denn: „In der Krise beweist sich der Charakter.“


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