TV-Kolumne „Schlager ist mein Leben“: „Da muss sich niemand mehr schämen“

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TV-Kolumne „Schlager ist mein Leben“: Stilmix statt Schnulze, Selbstironie statt Herzschmerz: „Da muss sich niemand mehr schämen“

Wer ist der Mann hinter Giovanni Zarrellas überraschendem Erfolg? Was schätzen die Fans an Andreas Gabalier? Wer schreibt die Texte für Andrea Berg? Und warum ist der deutsche Schlager plötzlich wieder in? Was das vielgeschmähte Genre an Geschichte und Geschichten bietet, ist Vox eine vierstündige Doku wert.

Deutscher Schlager, das ist schnell erzählt, könnte man meinen. Denkste. Die ausführliche Vox-Dokumentation „Schlager ist mein Leben“ zeigt, dass dieses Genre nicht mehr nur Schmalz und Schnulze ist. Sie skizziert die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und porträtiert eine Reihe der bekanntesten Protagonisten. Nur eine fehlt nahezu: Schlager-Königin Helene Fischer taucht nur im Hörensagen auf.

Giovanni Zarrella: Der Mann hinter seinem Erfolg

Klar, Mama und Papa haben ihn immer unterstützt – und sind jetzt mächtig stolz auf ihren Sohn. Aber den Durchbruch hat Giovanni Zarrella nach 15 Jahren und vielen planlosen Versuchen quer durchs Entertainment dank seines Musikproduzenten Christian Geller. Er hatte die Idee, Giovanni deutsche Schlagerklassiker auf Italienisch singen zu lassen. „Seine samtweiche Stimme und die exotische Sprache, das lieben die Deutschen“, weiß der Profi.

Da geht dann sogar ein Hit durch die Decke, den Zarrella und Pietro Lombardi im Duett singen: „Senza te“. „Gute Musik machen viel zu viele Menschen“, weiß Produzent Geller, „man muss sich absetzen“. Bei Papa Zarrella fließen Tränen der Rührung zum frisch eingespielten Song seines Sohns. „So stolz“, stammelt er.

Ben Zucker: Mehr als Schlager

Der Star sitzt mit seinem Bruder vor der Mercedes-Benz-Arena in Berlin und beobachtet, wie die Fans in die Halle strömen – zu seinem Konzert. Vor drei Jahren hatte er mit „Na und?“ seinen Durchbruch. Davor lagen viele Jahre, in denen er von seiner Mutter Geld leihen musste. „Kriegste morgen wieder, war der Standardsatz“, erinnert die sich. „Alles richtig gemacht“, zieht sie heute Bilanz. „Zu viel Rock oder mehr Rock“, diskutieren derweil Zuckers Berater vor und nach seinen Auftritten. „Zu Hause, Berlin“, schreit Zucker ins Publikum. Michelle-Entdeckerin und „Atemlos“-Autorin Kristina Bach erkennt: „Schlager ist heute auch Technobeat. Aufgeblasene Bässe, so dass die Leute von den Sitzen springen.“ Das Erfolgsrezept Zucker.

Andreas Gabalier: Sex-Appeal in Lederhose

„Da hat es noch nicht viele Österreicher gegeben, die sich mit ihrem Dialekt bis in den Norden getraut haben“, meint Andreas Gabalier pseudo-bescheiden. Und jetzt stehen die Nordlichter in Dirndl und Lederhosen vor der Bühne und jubeln dem Volks-Rock-n‘-Roller zu. Was ihnen gefällt neben der Mischung aus Volksmusik, Rock und Schlager? Seine Frisur, die Lederhose, sein Hintern, seine Waden und sein außergewöhnliches Lächeln. Das jedenfalls geben die befragten weiblichen Fans zu Protokoll. Und: „Jede Frau ist verliebt in ihn“. Na dann: Hulapalu

Oldies but Goldies: Jürgen Drews und Mary Roos

Entertainer Stefan Raab wollte sich wohl vor allem über ihn lustig machen, als er 1995 als Stefan Raab und die Bekloppten „Ein Bett im Kornfeld” veräppelte. Jürgen Drews aber spielte mit – und startete noch mal neu durch. Mit „Alles im Griff“ und „König von Mallorca“ erfand er den Partyschlager und die Haltung des Sich-nicht-ganz-so-ernst-Nehmens. 98 Prozent der Deutschen kennen den 75-Jährigen. Der neue Schlager, so Drews, „darf nicht zu klebrig vom Text her sein“. Die 71-jährige Mary Roos ist seit 60 Jahren im Showbusiness. Ihren größten Erfolg landete sie 1972 mit „Arizona Man“ produziert von Giorgio Moroder. „Das Leben ist eine Wundertüte“, sagt sie weise – und begeistert sich noch heute für Guildo Horns Auftritt beim Eurovision Song Contest 1998 –  damals, als der deutsche Schlager sein Revival begann mit einem gehörigen Schuss Selbstironie.

Nino de Angelo: Die tragische Figur des deutschen Schlagers

Mit „Jenseits von Eden“ aus der Feder von Drafi Deutscher landete der damals 18-jährige Italo-Deutsche eine Riesenhit. Nino de Angelo fuhr Ferrari, Frauen umschwärmten ihn und er konsumierte Drogen aller Art. Der Absturz folgte. In „Goldener Reiter“ verarbeitete er seine Erfahrungen. Doch Spielsucht und finanzielle Probleme sabotierten seine Karriere. Experten bescheinigen ihm eine tolle Stimme, eine große Begabung – doch der Erfolg kommt nicht zurück.

Michael Wendler: Protzen als Programm

Großmaul, Angeber, öffentlicher Liebhaber, Arschloch-Image – so kennt man den Wendler. Komponist Klaus Kauker erkennt mehr. „Ein Ton reicht, dass man sofort weiß, das ist der Wendler. Er zieht den hinteren Gaumenbereich hoch, dass die Stimme volumniöser wird und singt in die Nase. Das hat Wiedererkennungswert.“ Musikalisch hat der Wendler eben auch einen typischen Ton.

Andrea Berg: Gänsehautmomente

Musikproduzent Eugen Römer brachte die Arzthelferin Andrea Berg nach oben im Schlager-Business. Er war begeistert von der völlig unbekannten 26-Jährigen. „Sie hat eine tiefgelagerte Frauenstimme und dadurch dieses Knistern in der Stimme. Da habe ich Gänsehaut bekommen“, berichtet er. Bis 2010 arbeitete Berg mit ihm, wechselte dann zu Dieter Bohlen. Derzeit arbeitet sie mit DJ Bobo. Ihre Texte schreibt sie selbst und erzählt darin auch von ihrer eigenen Geschichte wie in „Tausendmal belogen“.

Vanessa Mai: Nebenwirkungen des Erfolgs

Alles scheint geradezu perfekt. Vanessa Mais Karriere verläuft steil. Ihr Manager und Ehemann, Andreas Färber, ist der Stiefsohn von Andrea Berg. Vor fünf Jahren aber, hält die heute 28-Jährige dem Druck kaum noch stand. „Der Erfolgsdruck hat mich fast zerbrochen“, sagt sie. Pause, neue Berater – und es läuft wieder. 

Die Erfolgsformel

Was den deutsche Schlager heute erfolgreich macht? Stilmix statt Schnulze, Selbstironie statt Herzschmerz. „Da muss sich niemand mehr schämen, Schlager zu hören“, finden die Experten.

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