Ukraine: Radioaktiv verseuchter Wald steht in Flammen | Aktuell Europa | DW

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In der Sperrzone rund um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl hat ein Brand in einem radioaktiv verseuchten Wald zu erhöhter Strahlung geführt. “Es gibt schlechte Neuigkeiten: Im Zentrum des Brandes ist die Radioaktivität überdurchschnittlich hoch”, schrieb der Leiter des staatlichen Umweltinspektionsdienstes, Jegor Firsow, in einem Facebook-Post. Ein darunter geteiltes Video zeigt einen Geigerzähler, der das 16-Fache des normalen Wertes maß.

Der Brand hat sich laut Firsow auf inzwischen 100 Hektar Fläche ausgebreitet. Am Vormittag hatten ukrainische Rettungsdienste mitgeteilt, das Feuer sei unter Kontrolle. Damals war von 20 Hektar Fläche die Rede. Rund 140 Feuerwehrleute, zwei Löschflugzeuge und ein Hubschrauber waren im Einsatz.

Super-GAU mit Tausenden Toten

Nach dem Reaktorunglück wurde das Gebiet im Radius von 30 Kilometern rund um Tschernobyl zum Sperrgebiet erklärt. Dort ist auch kommerzielle Landwirtschaft verboten. Am 26. April 1986 war der Reaktorblock 4 des sowjetischen Atomkraftwerks bei einem Sicherheitstest explodiert. Bis heute gilt der Super-GAU von Tschernobyl als größte nukleare Katastrophe, noch vor der Havarie des japanischen Atomkraftwerks Fukushima infolge eines Tsunamis 2011.

Ukraine Sarkophag für Tschernobyl (picture alliance/dpa/EBRD Photostream)

Um die Atomruine wurde eine riesige Schutzhülle gebaut

Wie viele Menschen durch die Katastrophe starben, ist nicht eindeutig geklärt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte 2005 einen Bericht, wonach durch die Explosion selbst weniger als 50 Menschen starben. Die Gesamtzahl der Opfer wegen Krebserkrankungen infolge der nuklearen Strahlungen könnte sich jedoch auf bis zu 4000 belaufen. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

Verstrahlter Selfie-Spot

Der havarierte Reaktor selbst wurde 2016 mit einer riesigen, Millionen Euro teuren Schutzhülle umbaut, damit keine weitere Strahlung mehr austritt. Die in der Nähe des Kraftwerks gebaute Arbeiterstadt Prypjat ist 34 Jahre nach dem Unglück immer noch stark verstrahlt, gilt gleichzeitig aber auch als makabres Touristenziel: Mehrere Veranstalter bieten Instagram-taugliche Tagestrips von der 100 Kilometer entfernten ukrainischen Hauptstadt Kiew an.

ehl/as (dpa, afp, ap, WHO)

 



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