USA: Sparen und Zaudern – die Krise verändert das Verhalten der Amerikaner

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Motor der US-Wirtschaft stottert: Sparen und Zaudern: Corona-Krise trifft US-Wirtschaft härter, als der Welt lieb sein kann

Der Konsum ist die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft. Doch neue Daten zeigen, dass das Vertrauen der Amerikaner deutlich unter der Corona-Krise leidet. Für den Aufschwung verheißt das nichts Gutes.

Hauptsache neuer, besser teurer: Die USA sind eine Konsummaschine. Ohne den privaten Verbrauch läuft die weltgrößte Volkswirtschaft nicht. Fast 70 Prozent machten die Konsumausgaben der Haushalte im Jahr 2019 dort am Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus, in Deutschland waren es indes nur 51 Prozent.

Doch dem amerikanischen Konsumenten vergeht die Kauflust gerade. In einer Krise wie dieser ist das nicht unbedingt verwunderlich. Tatsächlich sah es aber vor einigen Monaten noch besser aus. Davon zeugt der Indikator zum Verbrauchervertrauen des Forschungsinstituts Conference Board. Der Index sank nach einem kurzen Sprung im Juni stetig wieder ab.

Im August fiel der Indikator von 91,7 auf nur noch 84,8 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit 2014. Selbst zu Beginn der Corona-Krise hatte das Verbrauchervertrauen, wenngleich nur marginal, höher notiert. Hinzu kommt, dass der Indikator nun zwei Monate hintereinander schwächer ausgefallen ist als erwartet. Zum Vergleich: Vor der Krise notierte der Indikator im Februar bei 132 Punkten.

„Besorgniserregend“: US-Verbraucher blicken immer pessimistischer in die Zukunft

Der Index verrät noch mehr, denn er ist in zwei Komponenten aufgeteilt – die gegenwärtige Stimmung der Verbraucher und die Erwartungen. Und bei letzterem Teilindex sieht es düster aus, wie auch Brian Horrigan, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Loomis Sayles, anmerkte. „Das gegenwärtige Verbrauchervertrauen ist verständlicherweise aufgrund der anhaltenden Krise nach wie vor ziemlich gedrückt. Besorgniserregender ist allerdings, dass die Erwartungskomponente des Index weiter sinkt“, schrieb Horrigan in einem Kommentar zu den Daten.

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Horrigan zufolge verhinderten gerade die Erwartungen zu Beginn der Pandemie, dass der Gesamtindex zu weit abfällt. Nun lasse der Optimismus nach, so der Ökonom. Er schrieb weiter: „Nach einem Anstieg im April, Mai und Juni fiel die Erwartungskomponente im Juli um 17,2 Indexpunkte, einer der größten Rückgänge in den letzten 20 Jahren. Im August fiel sie um weitere 3,7 Indexpunkte, womit die Erwartungen den niedrigsten Stand seit Oktober 2016 erreichten.“

Auch das Conference Board selbst merkte bei der jüngsten Datenveröffentlichung an, dass die Verbraucher bei den Aussichten pessimistischer geworden sind: „Der Anteil der Verbraucher, die bessere Geschäftsbedingungen in den nächsten sechs Monaten erwarten, ist von 31,6 auf 29,9 Prozent gefallen.“ Gleichzeitig stieg der Anteil derer, die eine Verschlechterung erwarten, leicht von 20,2 auf 20,5 Prozent.

Amerikaner sparen deutlich mehr zur großen Finanzkrise

Die US-Verbraucher zaudern also wieder, nachdem die Zeichen zur Jahresmitte noch deutlich auf Erholung standen. Das bestätigt auch das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan, ein ebenso oft zitiertes Barometer der Konsumstimmung in den USA. Dieser Indikator rangiert mit 74,1 Punkten weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau von rund 90 Zählern.

Zwar stieg er im August leicht an – allerdings nur unbedeutend, wie auch der Chefökonom der Verbraucherfragen, Richard Curtin, anmerkte: „Das Verbrauchervertrauen verblieb ohne klaren Trend in der gedrückten Spanne der letzten fünf Monate. Im August verzeichneten der Index einen vernachlässigbaren Anstieg von gerade 0,4 Indexpunkten über dem Schnitt zwischen April und Juli.“

Die zögerliche Haltung der Amerikaner ist auch anderweitig sichtbar, etwa an der Sparquote. Selbige schoss im April mit 33 Prozent des verfügbaren Einkommens auf den höchsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg, wie Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid anmerkte. Seitdem ist sie lediglich auf 17,8 Prozent abgesunken, zeigen Daten der Notenbank Fed St. Louis.

 

Damit legen die US-Bürger weiter mehr als doppelt so viel zur Seite wie vor der Krise und auch weit mehr als bei vorigen Krisen. Der Höchstwert der Sparquote während der Finanzkrise ab 2007 lag bei gerade mal 8,2 Prozent.

Über 29 Millionen Amerikaner beziehen noch Arbeitslosenhilfe

Für die Konjunktur der USA, die so am Verbrauch hängt, sind das keine guten Zeichen. Die zögerliche Haltung der Konsumenten hat ihre Gründe – beispielsweise in der Unsicherheit, was die Hilfen für Arbeitssuchende angeht. So sind Ende Juli die Zusatzzahlungen an Arbeitslose ausgelaufen. 600 Dollar die Woche erhielten Jobsuchende im Zuge des CARES-Paktes (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security) zusätzlich.

Zwischenzeitlich stieg dadurch das Einkommen der Arbeitslosen auf etwa 788 US-Dollar die Woche oder 41.000 Dollar im Jahr, während es davor gerade mal bei 300 Dollar die Woche respektive 15.000 bis 16.000 Dollar im Jahr lag, wie Analyst Reid im Juli anmerkte. Dabei warnte Reid vor einer „Benefits Cliff“ – einer Klippe, über welche die USA fallen könnte, sobald die zusätzlichen Stützen für Millionen Amerikaner auslaufen. Surftipp: Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online

Es mag keine Klippe gewesen sein, aber zumindest ein Steilhang, wie die maue Verbraucherstimmung zeigt. Ein wenig Abhilfe hat eine Order von Präsident Donald Trump Anfang August geschaffen, welche den Wegfall der Stützen teilweise kompensierten. In so gut wie allen US-Bundesstaaten gibt es nun immerhin noch 300 bis 400 US-Dollar wöchentlich mehr für Arbeitssuchende.

Es geht dabei nicht nur um einen kleinen Bruchteil der amerikanischen Verbraucher, die aktuell auf diese Hilfen angewiesen sind. Den jüngsten Daten des US-Arbeitsministeriums (Department of Labor) zufolge erhielten Mitte August über 29 Millionen Amerikaner über verschiedene Programme Unterstützung.

Von Amerikas Konsum hängt auch der Handel ab

Womöglich warten viele Amerikaner noch darauf, ob der Nachfolger des CARES-Pakets verabschiedet wird, bevor sie wieder großzügiger mit ihrem Geld umgehen. Bis zuletzt haben sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress nicht auf den HEALS-Akt einigen können.

Für die Weltwirtschaft wiederum ist die weiterhin schlechte Stimmung unter den Verbrauchern kein gutes Zeichen. Nicht nur die US-Konjunktur selbst hängt an der Kauflust der Amerikaner, sondern auch ein guter Teil des globalen Handels. Daten der Außenhandelsagentur GTAI zufolge waren die USA im vergangenen Jahr noch größter Abnehmer deutscher Exporte. Auch China, zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, verschifft vor allem in die USA.

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Die Weltwirtschaft spürt es also, wenn der Amerikaner gerade keine deutschen Autos oder chinesische Elektronik kaufen will. Für den weiteren Verlauf der Erholung nach dem historischen Einbruch im zweiten Quartal bleibt die US-Verbraucherstimmung entscheidend.

Immerhin: Bald könnte es erste Signale dafür geben, wie sich der US-Konsum entwickeln wird. Denn ab dem 8. September debattiert der Kongress wieder und könnte ein weiteres Hilfspaket auf den Weg bringen. Wenngleich die Fronten bislang verhärtet waren, so könnte doch noch ein Kompromiss kommen. Das wäre sicher auch US-Präsident Trump Recht – der sich in kaum zwei Monaten der Wahl stellen muss.

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