Venezuela im strikten Lockdown | Aktuell Amerika | DW

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Nachdem in dem krisengeschüttelten südamerikanischen Land an sechs Tagen in Folge jeweils mehr als 1000 neue Corona-Fälle registriert wurden, hat Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro jetzt einen zunächst einwöchigen Lockdown angeordnet. In einer Fernsehansprache sagte er, es beginne eine neue Phase der radikalen und kollektiven Quarantäne, die sieben Tagen dauern würde. In den sieben der insgesamt 25 Bundesstaaten mit den höchsten Infektionszahlen sollen laut Maduro die Beschränkungen besonders strikt sein: im Hauptstadtdistrikt rund um Caracas sowie in Bolivar, Miranda, Sucre, Táchira Vargas und Zúlia. 

Laut der Vize-Präsidentin der Maduro-Regierung, Delcy Rodriguez, zählt Venezuela mit seinen knapp 29 Millionen Einwohnern mittlerweile 34.755 Corona-Infizierte und 381 Menschen, die an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung gestorben sind. Die Opposition und Organisationen wie Human Rights Watch bezeifeln jedoch die offiziellen Zahlen. Demnach könnte es in Wirklichkeit viel mehr Corona-Fälle geben. 

Krise in der Krise

Venezuela steckte schon vor Corona in einer schweren ökonomischen und politischen Krise. So liefert sich Parlamentschef Juan Guaidó seit mehr als anderthalb Jahren einen erbitterten Machtkampf mit Maduro. Der Oppositionsführer hatte sich im Januar 2019 zum Übergangspräsidenten erklärt – und wird als solcher von rund 60 Staaten offiziell anerkannt, darunter von Deutschland und den USA. Allerdings hält sich Maduro trotzdem weiterhin an der Macht. 

Wegen der Corona-Pandemie rief er am 13. März den Ausnahmezustand aus. Somit können im Kampf gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 per Dekret “drastische Maßnahmen” angeordnet werden. Seitdem dürfen etwa nur die wichtigsten Produkte zu bestimmten Uhrzeiten verkauft werden und die Venezolaner dürfen nicht im Land umherreisen. Wie genau die Maßnahmen durch den nun angekündigten strikten Lockdown noch verschärft werden sollen, ist nicht bekannt.

Trotz den im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern eher niedrigen offiziellen Infektionszahlen ist Venezuela durch die Corona-Pandemie stark gefährdet. Durch Korruption und Misswirtschaft steckt das Land bereits seit 2013 in einer schweren Versorgungsnotlage. Große Teile der Bevölkerung leben in Armut, mehr als vier Millionen Venezolaner haben in den vergangenen Jahren ihre Heimat verlassen.

Caritas berichtet über Unterernährung

Die Corona-Krise habe die Lage der Menschen in Venezuela noch weiter verschlimmert, warnte am Wochenende die dortige Direktorin des Hilfswerks Caritas, Janeth Márquez. “Wir beobachten die Situation vor allem in Bezug auf die Ernährung und Gesundheit. Die Menschen haben kaum Möglichkeiten, sich Nahrungsmittel zu beschaffen”, so Márquez im Radiosender “Unión Rádio”. Mehr als 75 Prozent der Venezolaner würden im informellen Sektor arbeiten. “All das kollabiert gerade wegen der Pandemie.” 

ie/AR (lusa, afp)



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