Virus-FAQ: Genesene haben Antikörper – gelten für sie deshalb Sonderregeln?

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Stellen Sie hier Ihre Fragen zu Covid-19: Corona-Sprechstunde: Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Allergie und Corona?

Die Zahl der Corona-Kranken in Deutschland steigt, die der Fragen ebenso. FOCUS Online hat deshalb ein Experten-Netzwerk aufgebaut – und beantwortet hier Ihre wichtigsten und häufigsten Fragen (FAQ) zum Coronavirus. Live und im ständigen Austausch mit Infektiologen, Virologen und anderen Spezialisten.

User-Aufruf: Was sind Ihre Fragen zum Coronavirus? FOCUS Online beantwortet sie!

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Aktuelle Frage:

  • Gerd H. fragt: Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Heuschnupfen und Corona?“

Antwort: Husten und Niesen sind Symptome, die sowohl bei Heuschnupfen als auch im Falle einer Coronavirus-Infektion auftreten können. Allerdings gibt es auch einige Unterschiede zwischen einer Allergie und einer Covi-19-Erkrankung.

Laut Ludger Klimek, Leiter des Allergiezentrums in Wiesbaden, existieren gute, einfache und relativ sichere Entscheidungsmerkmale: „Dazu gehört beispielsweise, dass neben dem Husten und der Atemnot auch Beschwerden an den Augen, Augenjucken, tränende Augen beispielsweise oder auch ein starker Juckreiz in der Nase, ein Niesreiz hinzukommt”, erklärt der Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen im Gespräch mit der Patientenorganisation „Deutscher Allergie- und Asthmabund“. Diese Symptome sind für eine Infektion mit dem Coronavirus untypisch.

Umgekehrt heiße das, dass man von einer Corona-Infektion doch eher dann ausgehen könne, wenn Husten und Atemnot verbunden mit Fieber auftreten würden, erklärt der Allergologe. Gerade Fieber sei ein Symptom, dass es bei Allergien in der Regel nicht gebe.

Aufgrund der Vielzahl an Fragen haben wir sie in thematische Blöcke gegliedert:

A) Fragen zu Alltag, Ansteckung und Virenschutz

B) Fragen zu Vorerkrankungen und Risikofaktoren

C) Infektionsrisiko auf Reisen und unterwegs

D) Risiko für Kinder und Schwangere

E) Allgemeine Fragen zu Symptomatik und Verbreitung

A) Fragen zu Alltag, Ansteckung und Virenschutz

  • Kim C. fragt: „Mein Freund und ich würden gerne zu Ostern in den Park gehen und zu zweit grillen. In dem Park ist das Grillen normalerweise erlaubt. Dürfen wir das denn jetzt auch noch?“

Antwort: Nein, Grillen ist momentan nur auf dem eigenen Balkon oder der eigenen Terrasse, nicht aber im öffentlichen Raum wie in Parks oder auf Grünflächen erlaubt.

  • Louis C. fragt: „Ich würde mit meiner Freundin gerne einen Ausflug über die Osterfeiertage machen. Wir wohnen in München und wollen in die Berge fahren. Abstand hätten wir dort genug. Aber ist das erlaubt?“

Antwort: Bewegung an der frischen Luft ist laut den geltenden Ausgangsbeschränkungen erlaubt. Ausflüge auch in die weitere Umgebung, um dort spazieren zu gehen, daher nicht strikt verboten. Aber das Bayerische Innenministerium rät von solchen Ausflügen dringend ab: „Wir appellieren an die Menschen, weil wir unsere Einsatzkräfte schützen müssen, die jetzt gerade alle gebraucht werden.“

Auch Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins, mahnt: „Bitte gehen Sie in der momentanen Situation nicht in die Berge.“ Wenn hier Rettungseinsätze nötig würden, belaste man unnötig Rettungskräfte und Krankenhäuser. Und auch auf Wassersport sollte man derzeit verzichten, um kein Risiko einzugehen, sagt Ingo Roeske von der Wasserwacht Bayern. „Wir können bei einem Einsatz nicht die eineinhalb Meter Abstand einhalten, das funktioniert nicht.“

Den Spaziergang am Ostersonntag sollten Sie also lieber in den Park nahe Ihres Wohnortes verlegen.

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  • Verena K. fragt: „Einige Eisdielen haben inzwischen wieder geöffnet. Ist es okay, sich dort ein Eis zu holen? Letztlich treffen dort ja auch Menschen aufeinander.“

Antwort: Ja, wenn die Eisdiele geöffnet ist, können Sie sich selbstverständlich ein Eis holen. Aber ist es dann eben enorm wichtig, zu jeder Zeit den Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten – sowohl vor der Eisdiele als auch beim Warten an der Kühltheke.

  • Thomas D. fragt: „Darf man sich im Park eigentlich noch auf die Bänke setzen? Wir haben am Wochenende erlebt, dass Menschen aufgefordert wurden, weiterzugehen.“

Antwort: „Niemand hat was dagegen, wenn sich jemand auf eine Parkbank setzt“, sagt der Pressesprecher des Bayerischen Innenministeriums Oliver Platzer. Man solle nur nicht zu lange dort verweilen, den vorgeschriebenen Abstand halten und möglichst zügig weitergehen. Das Picknicken oder Grillen im öffentlichen Raum sei hingegen grundsätzlich nicht erlaubt.

Die Entscheidung, was problematisch ist und was nicht, obliegt im Einzelfall der jeweils zuständigen Polizei. Wenn sie etwa den Eindruck hat, der nötige Abstand ist auf bestimmten Parkbänken nicht gewahrt, kann sie Menschen dazu auffordern, aufzustehen und weiterzugehen.

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  • Martin Baranek fragt: „Ist eine Weiterverbreitung des neuartigen Coronavirus über Steckmückenstiche möglich?“

Antwort: Nein – so lautet die Antwort des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Bisher gebe es keinerlei Informationen, die nahelegten, dass das Virus durch Mückenstiche übertragen werden kann. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt diese Einschätzung.

  • Sabine K. fragt: „Mein Sohn und seine Partnerin haben die Corona-Infektion gerade hinter sich. Jetzt würden wir uns sehr gerne sehen. Aber rechtlich ist das wohl nicht möglich? Wir wohnen in Ulm, sie in München. Die Gesetze haben keine Ausnahmeregelung für Gesundete?“

Antwort: Auch wenn Ihr Bedürfnis sehr verständlich ist, gibt es bis dato keine Ausnahme- oder Sonderregelungen für bereits Gesundete, nein.

Zwar gehen Virologen davon aus, dass Menschen nach einer durchgemachten Coronavirus-Infektion immun sind gegen den Erreger. Aber ist dieser Schutz vor einer erneuten Erkrankung nicht abschließend bewiesen und Sonderregelungen deshalb bisher nicht vorgesehen.

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  • Nik K. fragt: „Draußen ist endlich Frühling. Wird das Coronavirus wie andere Erkältungskrankheiten über den Sommer verschwinden?“

Antwort: Diese Frage lässt sich bislang nicht eindeutig beantworten; Virologen und andere Wissenschaftler sind sich darüber uneins. Viele betonen, dass zu wenig über den Erreger bekannt sei, um verlässliche Prognosen abzugeben.

Die meisten Virologen haben sich inzwischen aber eher zurückhaltend geäußert. Der Berliner Virologe und RKI-Berater Christian Drosten etwa geht davon aus, dass die höheren Außentemperaturen einen „kleinen Effekt“ haben könnten. Maßgeblich eindämmen werden sie die Pandemie aus heutiger Sicht aber wohl nicht.

Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht bisher keinen „erkennbaren Einfluss“ von Wetter oder Klima auf das Virus.

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B) Fragen zu Vorerkrankungen und Risikofaktoren

  • Judith M. fragt: „Alle reden von Vorerkrankungen – was heißt das genau?“

Antwort: Menschen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Sie müssen daher besonders vor einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Erreger geschützt werden. Zu diesen kritischen Vorerkrankungen zählen laut derzeitigem Wissensstand des Robert-Koch-Instituts (RKI):

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Erkrankungen des Atmungssystems sowie der Lunge
  • Erkrankungen der Leber und Niere
  • Krebs

Auch für Menschen mit einem medikamentös oder krankheitsbedingt eingeschränkt arbeitenden Immunsystem gehören zur Risikogruppe. Zudem steigt das Risiko einer schweren Erkrankung „ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an“, ergänzt das RKI.

Ob gegen Corona oder Influenza: So schützen Sie sich vor Viren

Wer sich vor dem Coronavirus, aber auch anderen Infektionen der Atemwege schützen will, sollte allgemeine Hygieneregeln einhalten. Diese sind bei allen Atemwegsinfekten gleich.

  • Häufig Händewaschen mit Wasser und Seife. Antimikrobielle Zusätze sind in der Regel nicht notwendig. Auch die Temperatur des Wassers spielt keine Rolle.
  • Mindestens 20 Sekunden Händewaschen.
  • Nach dem Waschen die Hände gründlich abtrocknen.
  • Abstand halten zu Menschen, die niesen oder husten und selbst Einwegtaschentücher benutzen. Nach dem Husten, Niesen und Naseputzen sollte man sich zudem möglichst umgehend die Hände waschen.

C) Infektionsrisiko auf Reisen und unterwegs

  • Martin S. fragt: „Muss ich mich wegdrehen, wenn mir draußen beim Spazierengehen ein Jogger entgegenkommt?“

Antwort: Nein. Solange Sie den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten, müssen Sie sich nicht wegdrehen, wenn Sie an jemandem vorbeigehen, der joggt, auf dem Fahrrad unterwegs ist oder genauso wie Sie einfach spazieren geht. Eine Ansteckung ist in diesem Fall sehr unwahrscheinlich; sie findet vielmehr vor allem beim Sprechen, Niesen oder Husten statt, also im direkten Kontakt zu anderen Personen.

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D) Risiko für Kinder und Schwangere

  • Isabelle K. (25) aus Leipzig fragt: „Mein Partner und ich wollten eigentlich mit dem Kinderwunsch beginnen. Sollen wir lieber warten?“

Antwort: Schwangere zählen nach heutigem Wissensstand nicht zur Risikogruppe bei einer Coronavirus-Infektion. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung“, erklärt etwa der Berufsverband der Frauenärzte. „Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist.“ Auch liegen demnach bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten vor.

Eine Übertragung des Virus auf das Kind im Mutterleib ist Hinweisen aus China zufolge aber denkbar. Wie Wissenschaftler von der Universität Wuhan in einer neuen Studie schreiben, identifizierten sie unter den rund 81.000 Corona-Infizierten, die bis Mitte März in China gemeldet wurden, auch vier Neugeborene. Ihre Mütter trugen das Virus ebenfalls in sich.

Zwar traten bei den Babys nur leichte Symptome auf. Aber deuteten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden könne. Ob Sie Ihren Kinderwunsch aufgrund der Corona-Pandemie zeitlich verschieben wollen, sollten Sie daher am besten mit Ihrem Gynäkologen besprechen.

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E) Allgemeine Fragen zu Symptomatik und Verbreitung

  • Gerhardt S. fragt: „In Frankreich hat sich die Zahl der Infizierten innerhalb eines Tages um 25.000 erhöht. Warum? Es gelten doch auch dort Ausgangsbeschränkungen.“

Antwort: Die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten in Frankreich ist drastisch angestiegen – das stimmt. Wie Daten der Johns-Hopkins-Universität zeigen, schoss die Zahl der Infektionen von Freitag auf Samstag innerhalb von 24 Stunden von 65.200 auf mehr als 90.800.

Dies deutet allerdings nicht auf einen erneuten Ausbruch in Frankreich hin. Vielmehr wurden laut „worldometers.info“ bisher die Infektionszahlen der Pflegeheime nicht in die offizielle Statistik einberechnet. Das wurde jetzt nachgeholt – und erklärt den plötzlichen Anstieg. Die Ausgangsbeschränkungen haben damit also nur bedingt zu tun.

Insgesamt sind laut Johns-Hopkins-Universität bisher 93.780 Franzosen infiziert, 8093 verstorben. Deutschland meldet bei bis dato 100.123 Infizierten 1584 Todesfälle (Stand: 06.04.20, 11.30 Uhr).

 

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