Virus-Hotspot Greiz: Landrätin erklärt, warum sie kompletten Lockdown verweigert

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Deutschlands neuer Corona-Hotspot: Landrätin aus Greiz erklärt, warum sie den kompletten Lockdown verweigert

Heinsberg, Tirschenreuth und jetzt Greiz. Der Landkreis in Thüringen ist völlig unbemerkt zu Deutschlands neuem Corona-Hotspot geworden. Dennoch weigert sich Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), ihre Bürger in den Lockdown zu schicken. Das mache keinen Sinn, erklärt sie in einem Zeitungsinterview.

Wenn in Thüringen kommende Woche eine neue Corona-Verordnung in Kraft tritt, dürfen die Kommunen weitgehend eigenständig über Lockerungen von Auflagen entscheiden – vorausgesetzt jede Einrichtung legt Schutz- und Hygienekonzepte vor.

Greiz liegt über der Obergrenze von 50 Neuinfektionen

Für Greiz wird es an dieser Stelle brenzlig. Mit 74,4 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner war der Landkreis bundesweit die erste Region, in der der kritische Wert, den die Bundesregierung als Obergrenze ausgerufen hat, überschritten wurde. Die Quote für Greiz lag am Sonntag nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei sogar bei 75,4. Welche Maßnahmen dort getroffen werden, soll zu Wochenbeginn geklärt werden. Landesweit lag der Wert am Sonntag bei 9,1.

Landrätin Martina Schweinsburg versucht im Interview mit der Zeitung „Die Welt“ eine Erklärung für die Zahlen über dem Richtwert der Bundesregierung zu finden: „Wir haben zu jeder Zeit die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts konsequent umgesetzt“, betont sie. Aber warum sind die Werte dennoch so stark gestiegen? „Bei uns waren Ende Februar und Anfang März einige große Familienfeiern, also in einer Zeit, als es noch keine Schutzmaßnahmen und keine Ausgangsbeschränkungen gab. Bei den Feiern waren einige Personen, die vorher Winterurlaub in Tirol gemacht haben. Sie waren infiziert, ohne dass sie Symptome gehabt haben, und sie haben das Virus dann unbemerkt weitergetragen“, erklärt Schweinsburg.

Erster Fall nach Familiengeburtstagsfeier im Krankenhaus

Der erste positive Corona-Fall sei erst am 13. März festgestellt worden sein – bei einer Familiengeburtstagsfeier auf der Palliativstation eines Krankenhauses. Genau vier Tage vor dem vom Land verhängten Lockdown am 17. März. Anschließend seien die Fälle vom Gesundheitsamt detailliert nachverfolgt worden, so Schweinsburg, die darauf gedrängt habe, flächendeckende Tests in medizinischen und Pflegeeinrichtungen durchzuführen. Doch dieser Wunsch sei abgewiesen worden, da nicht ausreichend Testkapazitäten zur Verfügung gestanden hätten.

Selbst nachdem das Robert-Koch-Institut grünes Licht gab, auch Kontaktpersonen ohne Symptome zu testen, hätte es noch zehn Tage gedauert, bis der Kreis die entsprechenden Testkapazitäten bekam. Als dann Ende April ausgiebige Tests möglich gemacht wurde, seien von 855 Personen untersuchten Proben 47 positiv ausgefallen.

Mittlerweile hat der Landkreis 37 Sterbefälle zu verzeichnen  – die Hälfte davon sind Heimbewohner mit Vorerkrankungen. 530 gelten als bestätigt mit dem Coronavirus infiziert.

Schweinsburg:  „Unser Landkreis wird sich nicht in Quarantäne begeben“

Die Lockerungen hält Schweinsburg im Allgemeinen für richtig – auch für ihren 97.000 Menschen großen Landkreis. Die Landrätin weigert sich, nun die Notbremse zu ziehen. „Unser Landkreis wird sich nicht in Quarantäne begeben. Der Massentest hat gezeigt, wo unsere Infektionsschwerpunkte liegen, das ist und bleibt der südliche Teil des Landkreises mit den Zentren Greiz und Zeulenroda-Triebes.“

 

Entsprechende Maßnahmen sollen sich also noch lokaler nur auf einen Teil des Landkreises erstrecken. Denn vor allem stationäre Pflegeeinrichtungen seien von den Infektionen betroffen. Dort werde auch das Besuchsverbot beibehalten. Außerhalb dieser Einrichtungen hätte der Landkreis ein „ganz normales Infektionsgeschehen“ wie in anderen Landkreisen auch.

Bundeswehr soll beim Testen auf den Virus helfen

Und wie geht es nun im Landkreis Greiz tatsächlich weiter? Die Landrätin werde ausgiebig testen lassen – 1.700 Tests pro Woche. Dabei soll auch die Bundeswehr helfen. Sie rechnet damit, dass die Zahl der Corona-Infizierten zunächst weiter steigt.

Schweinsburg betont, dass „nach wie vor die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts gelten“, der Krisenstab werde in der nächsten Woche beraten. „Wie gesagt, es macht keinen Sinn, den ganzen Landkreis Greiz unter Quarantäne zu stellen, während in der Nachbarschaft alles geöffnet wird. Dann gehen die Bürger in die Nachbarkommunen zum Einkaufen oder in die Freibäder.“

Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann bei Anti-Corona-Demo von Polizei abgeführt

 

cba

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