Virus-Katastrophe in New York: Bus- und Bahnfahrer schutzlos an vorderster Front

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Trump verweigert Hilfe: Schutzlos an vorderster Front: Virus tötet Bus- und Bahnfahrer in New York

Die USA haben mittlerweile China überholt und sind das am stärksten von Corona betroffene Land weltweit. Vor allem der US-Bundesstaat und die gleichnamige Stadt New York werden von dem Virus heimgesucht; die Zahl der Infizierten und Toten steigt rasant. Überall mangelt es an Ressourcen und Kapazitäten. Auch Präsident Trump verweigert seine Hilfe. Jetzt muss der Gouverneur Cuomo den Kampf gegen Covid-19 selbst übernehmen – und New York wieder auf die Füße helfen.

Dreimal muss die Notärztin Dr. Ashley Bray im Elmhurst-Krankenhaus im New Yorker Stadtteil Queens eine Herzdruckmassage durchführen. Drei Patienten, eine etwa 80-jährige Frau, ein Mann in seinen 60ern und ein 38-jähriger Mann hatten in Folge einer Coronavirus-Infektion einen Herzstillstand erlitten. Alle drei sterben. Während ihrer Schicht ertönt mehrmals über die Lautsprecher die Durchsage „Team 700“– der Code, wenn ein Patient im Todeskampf liegt. Einige sterben bereits in der Notaufnahme, während sie auf ein Bett warten. Vor dem Krankenhaus steht ein Kühl-Truck, der die Toten aufbewahrt.

New York als das US-amerikanische Epizentrum der Pandemie

Diese Krankenhaussituation, die die amerikanische Zeitung „The New York Times“ schildert, ist keine Ausnahme, sondern momentan bitterer Alltag in New York. Die Metropole ist zum Epizentrum des Coronavirus in den USA geworden, die mittlerweile das weltweit am stärksten von Covid-19 betroffene Land sind.

Ein großer Teil der landesweit 125.000 Infektionen entfällt auf New York: Dort haben sich über 53.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. 56 Prozent aller neuen Infektionen würden in New York festgestellt, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, am Sonntag dem TV-Sender CNN.

Fauci hält es für möglich, dass zwischen 100.000 und 200.000 Menschen sterben könnten, und rechnet mit Millionen Corona-Fällen in den USA. Mehr als 2200 Menschen starben bereits mit oder an der Erkrankung Covid-19. Allein im Bundesstaat New York seien im Vergleich zum Vortag 237 neue Todesopfer hinzugekommen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Corona kostet erste Bus- und Bahnfahrer das Leben

Darunter befinden sich laut der „New York Post“ mittlerweile auch die ersten Bus- und Metrofahrer. Allein in der letzten Woche starben vier Mitarbeiter des New Yorker Transportwesens an den Folgen des Coronavirus. Auch der 49-jährige Peter Petrassi, der 20 Jahre lang als Metrofahrer arbeitete und an Diabetes litt, verstarb am Donnerstag, nachdem er positiv auf Covid-19 getestet worden war.

Sein Neffe Dylan Petrassi schrieb auf Facebook, dass sein Onkel „die freundlichste, liebenswürdigste und abenteuerlustigste Person überhaupt war, die immer erst an andere dachte.“ Auch ein Kollege erinnert sich: „Dieser Mann hat deinen Tag besser gemacht, wann immer er einen Raum betrat. Es ist unfassbar, dass er von uns gegangen ist. Das Team-Büro wird nie wieder dasselbe sein“.

Noch bis Mitte März lief der Betrieb der New Yorker Verkehrsgesellschaft MTA ohne Einschränkungen weiter. Die Mitarbeiter des New Yorker Transportwesens waren dabei der Ansteckungsgefahr Tag für Tag schutzlos ausgeliefert. Ohne Atemschutzmasken oder Plexiglasscheiben hatten sie täglich Kontakt zur potenziell infizierten Bürgern. Zudem wurde ihnen keine zusätzliche Ausrüstung zur Säuberung ihrer Fahrerkabinen zur Verfügung gestellt.

In der dicht besiedelten Mega-Metropole hat der Krankheitserreger leichtes Spiel: Auf 786 Quadratkilometern Fläche drängen sich 8,6 Millionen Einwohnern aneinander. Das sind 10.500 Menschen pro Quadratkilometer.

“Die Welt, wie wir sie kennen, ist verloren”

Auf die in die Höhe schnellenden Infektionszahlen und Sterberaten sind die New Yorker nicht vorbereitet. Der Bürgermeister New Yorks Bill de Blasio ist verzweifelt: „Die Welt, wie wir sie kennen, ist verloren. Und sie kommt nicht zurück, nicht in den nächsten Monaten. Das ist die schonungslose Wahrheit. Wir werden Menschen verlieren“, sagte er vor enigen Tagen in einer Ansprache an die New Yorker Bevölkerung.

Die Kapazitäten sind schon jetzt erschöpft. Der Lokalsender „Spectrum News NY1“ berichtete am Mittwoch von provisorischen Kühlzelten für Leichen, die in der Nähe zweier Krankenhäuser im Osten Manhattans errichtet wurden. 45 Zelte dieser Art sollen bald in allen fünf Bezirken der Stadt aufgestellt werden, um die Leichenhallen zu entlasten.

 

Auch Engpässe in der medizinischen Ausrüstung erschweren die Situation. Nach Berichten der lokalen New Yorker Medien müssen Ärzte tagelang die gleichen Mundschutze benutzen. Doch vor allem der verheerende Mangel an Beatmungsgeräten zwingt die Ärzte zu gefährlichen Experimenten. Das New-York-Presbyterian Hospital hatte aufgrund knapper Ressourcen damit begonnen, zwei Patienten mit nur einem Beatmungsgerät im Wechsel zu versorgen. Gouverneur Andrew Cuomo genehmigte die Praxis am Donnerstag für den gesamten Bundesstaat: Das Verfahren sei „nicht ideal, aber praktikabel.“

Überall fehlen Beatmungsgeräte – und Trump verweigert seine Hilfe

Am liebsten wäre es Cuomo allerdings, nicht auf solche Experimente angewiesen zu sein: 30.000 Beatmungsgeräte müssen her, forderte der Gouverneur, dringend.

Doch dafür ist er auf die Hilfe der Regierung von US-Präsident Donald Trump angewiesen. Der stellte Cuomos Forderung jedoch öffentlich in Frage. „Ich habe das Gefühl, dass viele Zahlen in diesem Zusammenhang oft viel höher angesetzt sind als sie in Realität sein werden. Ich glaube nicht, dass man 40.000 oder 30.000 Beatmungsgeräte braucht“, sagte er im Interview mit dem amerikanischen Fernsehkanal „Fox News“. Den Kauf von Beatmungsgeräten verglich er mit dem Kauf eines Autos. Sein Fazit: „Sehr teuer und sehr kompliziert.“

Ärzte und Pfleger am Limit

Und das ist nicht das einzige Problem: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schlägt angesichts knapp werdender medizinischer Ausrüstung am Sonntag Alarm. Er könnte den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur für eine Woche garantieren, sagte er am Sonntag dem TV-Sender CNN. Dabei gehe es nicht nur um Masken, Schutzkleidung und dringend benötigte Beatmungsgeräte, sondern auch um medizinisches Personal.

Die Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten und bräuchten Unterstützung. “Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten”, sagte de Blasio.

Trump will in Hotspots wie New York auf Abriegelung verzichten

Zudem will Trump vorerst auch auf eine weitreichende Abriegelung von Hotspots wie New York verzichten. “Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein”, schrieb Trump auf Twitter.

Die hatte der US-Präsident noch am Samstagmittag für zwei Wochen in Aussicht gestellt. Am Ende des Tages verkündete Trump dann, in Abstimmung mit seiner Coronavirus-Arbeitsgruppe und den Gouverneuren der betroffenen Staaten entschieden zu haben. Statt von vielen befürchtete drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu verhängen, stellte er einen Reisehinweis der Gesundheitsbehörde CDC in Aussicht.

Trump feiert sich für Einschaltquoten seines täglichen Presse-Briefings

Trumps Krisenmanagement steht in der Kritik

Trump, der das Coronavirus noch Ende Februar als „neue Falschmeldung“ der oppositionellen Demokraten bezeichnet hatte, steht wegen seines Krisenmanagements in der Kritik – vor allem aus stark betroffenen Bundesstaaten wie New York. Erst Mitte März rief das Weiße Haus zu Ausgangsbeschränkungen auf, die nach dem Willen Trumps aber zu Ostern schon wieder gelockert werden sollen.

Auf die 30.000 geforderten Beatmungsgeräte wartet Gouverneur Cuomo immer noch, bislang seien nur 400 eingetroffen. „Wollt ihr einen Klaps auf den Rücken dafür, dass ihr 400 Beatmungsgeräte geschickt habt?“, fragte ein wütender Cuomo auf einer Pressekonferenz am Dienstag. „Ihr werdet die 26.000 Menschen aussuchen, die sterben werden.“

 

Gouverneur übernimmt das Ruder

Den Kampf gegen das Coronavirus hat der Gouverneur längst selbst in die Hand genommen – mit drastischen Maßnahmen. New York führt nicht nur landesweit die meisten Corona-Tests durch, die Cuomo-Regierung mobilisierte auch die Nationalgarde in New Rochelle, einem Vorort New York Citys, und ordnete die Schließung von Geschäften an. Den Bundesstaat als auch die gleichnamige Metropole stellte er unter Quarantäne: Seit dem Wochenende gilt eine Ausgangssperre. Die Straßen sind leer, nur noch die Lichter leuchten.

Die Maßnahmen scheinen bereits erste Erfolge zu bewirken: Am Montag teilte Cuomo der „New York Times“ mit, dass die Ausgangssperren die Einlieferungen ins Krankenhaus verlangsamt haben. Im ganzen Staat würden sich Einlieferungen nur noch alle vier statt alle zwei Tage verdoppeln. Bürgermeister De Blasio will die Ausgangssperre entgegen Trumps Empfehlung sogar um Monate verlängern.

Ob die US-Regierung die benötigten 30.000 Beatmungsgeräte jemals liefern wird, ist unklar. In einer Telefonkonferenz am Montag erklärte Trump den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten, dass sie auf sich alleine gestellt seien. „Versuchen Sie, es selbst herzubekommen“, sagte Trump US-Medien zufolge. „Wir werden Sie unterstützen, aber versuchen Sie, es selber zu bekommen.“

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