Von wegen Tesla: Mit Nio erreicht der Hype um E-Autos eine neue Stufe

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Rund 841.000 Dollar Börsenwert pro Auto: Von wegen Tesla: Mit Nio erreicht der Hype um E-Autos eine neue Stufe

Tesla steht im Moment im Fokus der Börse, doch schon wächst ein neuer Spieler auf dem Markt für E-Autos heran: Nio. Das Unternehmen ist noch ambitionierter bewertet als größer der wertvollsten Autobauer der Welt.

Der „Elon-Effekt“ greift derzeit voll durch. An der Börse reißen sich die Anleger derzeit nicht mehr nur um Tesla  selbst, sondern um alles, was ansatzweise wie das nächste Tesla aussieht. Die Händler würden derzeit versuchen, ihren Erfolg mit der Aktie des Elektroautoherstellers mit anderen Titeln zu wiederholen, mutmaßte das US-Börsenportal „CNBC“ am Donnerstagabend.

Dabei gehe es nur um „Pure Plays“ – reine Elektroauto-Hersteller und nicht die alteingesessenen Autoriesen, die derzeit ihre eigenen Stromer auf den Markt bringen. Besonders gefragt sind dabei drei Titel gewesen: das Truck-Startup Nikola, der Nutzfahrzeug-Hersteller Workhorse und ein Konkurrent aus Fernost – Nio.

Der chinesische Konzern gehört zu den wenigen Elektro-Startups, die neben Tesla bisher erfolgreich waren. Die Firma hat zwei Modelle im Programm, beides SUV – den ES8 und den kleineren ES6. Den ES6 ließ Deutschlands größtes Elektroauto-Portal EFAHRER.com kürzlich von einem Audi-Ingenieur testen, der von vielen Aspekten des Wagens durchaus beeindruckt war . Auch das erste Modell ES8 ist unterm Strich ein überzeugendes Elektrofahrzeug.

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Nio: Bessere Performance als Tesla

Tatsächlich übertrumpft Nios Aktie die zuletzt überragende Performance Teslas sogar. Auf Jahressicht kommen die Titel von Tesla auf einen Zuwachs von 233 Prozent, Nio legte aber sogar 262 Prozent seit Anfang Januar zu. Damit hat sich die Nio-Aktie seit Jahresbeginn im Wert fast vervierfacht.

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Wie bei Tesla auch entfällt der Großteil der Gewinne auf die letzten Wochen: Noch im Mai notierte das Papier im Bereich von 3,50 Dollar, bis Anfang Juli stieg der Kurs auf 7,91 Dollar an. Mittlerweile rangiert die Aktie bei 14,57 Dollar. Wie „Seeking Alpha“ am Donnerstag berichtete, stecken hinter der Rally vor allem kleinere Spekulanten. Auf der Trading-App Robinhood sei Nio im gestrigen Handel die mit Abstand beliebteste Aktie, das Volumen sei doppelt so hoch wie sonst gewesen, so „Seeking Alpha“.

 

 
 

Schon jetzt teurer als Fiat-Chrysler

Nio bringt es durch die Rally bereits auf einen Börsenwert von 17,3 Milliarden US-Dollar. Damit hat Nio die Branchengröße Fiat Chrysler mit 15,3 Milliarden Dollar Börsenwert schonmal überholt. Geht die Rally genau so weiter, ist der Autobauer Ford  mit einer Marktkapitalisierung von 23,2 Milliarden Dollar vermutlich als nächstes dran.

Doch was für ein Unternehmen ist Nio überhaupt? Auf der Internetpräsenz des Unternehmens sind die üblichen Floskeln anzutreffen – „wegweisend“, „revolutionär“, das „Mobilitätsunternehmen der nächsten Generation“. Nio schlägt in die gleiche Kerbe wie Tesla – und geht mit Kampfpreisen in den Wachstumsmarkt.

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Angefangen hat Nio 2014 ursprünglich mit einem E-Supersportwagen, ehe das Startup Massenmarkt-Fahrzeuge entwickelte. Heute umfasst Nios Produktpalette den E-SUV ES8 sowie dessen verkleinerte Version, den ES6, die allesamt vom Staatshersteller JAC produziert werden. Der ES8 ist das Flaggschiff der Flotte – für einen siebensitzigen Stromer aber trotzdem erschwinglich. Geplant sind weitere Modelle, etwa das Coupé EC6.

So kostet der bislang nur in China erhältliche ES8 umgerechnet etwa 60.000 Euro. Teslas ebenfalls siebensitziges Gegenstück, das Model X, kostet indes knapp 90.000 Euro. Bei Audis erstem vollektrischem SUV, dem e-tron, fangen die Preise bei rund 70.000 Euro an – bei nur fünf Sitzen, wohlgemerkt. Wettbewerbstauglich wäre der ES8 damit auf dem deutschen Markt allemal. Bei der Akkutechnik allerdings hat bislang klar Tesla die Nase vorn, vor allem bei der Reichweite.

Voller Akku nach drei Minuten: China löst Elektroauto-Problem ganz simpel

Nio hat dafür ein Alleinstellungsmerkmal, das es bislang allerdings nur in China gibt: An Autobahnen wurden Wechselakku-Stationen eingerichtet, an denen ein leerer Akku innerhalb weniger Minuten automatisch gegen einen vollen ausgetauscht werden kann. Dies dient der Reichweiten-Verlängerung und ist eine alternative Idee zu den Schnelllade-Säulen, an denen der Nio aber ebenfalls tanken kann. Ob das Wechselakku-Konzept eine Zukunft hat, ist aber offen. Der Milliardär Shai Agassi hatte vor einigen Jahren mit einem ähnlichen Konzept namens “Better Place” eine Bauchlandung hingelegt – es floppte total.

Nio schrammte knapp am Untergang vorbei – China springt ein

Zuletzt litt Nio massiv unter der Coronavirus-Pandemie und war davor schon gefährlich knapp bei Kasse. Seit der Gründung vor sechs Jahren hat sich Nio bereits durch sechs Milliarden Dollar an Kapital gefressen,und beendete das dritte Quartal 2019 mit weniger als 300 Millionen Dollar an liquiden Mitteln.

Damals, so „The Verge“, habe Nio eingeräumt, ohne frisches Kapital nicht lange überleben zu können. Nach mehreren Kreditaufnahmen, unter anderem vom Großaktionär Tencent, gab es schließlich eine Übereinkunft mit der Lokalregierung in Hefei, Hauptstadt der Provinz Anhui. Diese pumpte zusammen mit weiteren, teils staatlichen Investoren rund eine Milliarde Dollar in die chinesische Tochter (Nio China) des augenscheinlich internationalen Startups.

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Damit hängt Nio – wie so viele andere chinesische Konzerne auch – zumindest teilweise am chinesischen Staat. Der Hersteller musste für die Kapitalspritze einige Kompromisse eingehen. Wie „The Verge“ berichtete, könnten die Investoren Nio sogar ganz aus Nio China drängen, sollte das Startup festgelegte Absatzziele nicht erfüllen. Nio selbst warnte in seinem SEC-Jahresbericht (der mit 930 Seiten ungewöhnlich lange ist) bei den Risikofaktoren davor, „die Kontrolle [über Nio China] verlieren zu können“.

Auf der anderen Seite bedeutet das Investment natürlich auch, dass Nio einen starken Verbündeten an der Seite hat, der die Elektromobilität vorantreibt und die heimischen Player mit dem Ziel der Marktführerschaft unterstützt. Die Geldspritze durch Hefei dürfte auch einer der Gründe sein, warum die Aktie zuletzt so massiv nach oben schnellte. Doch gerechtfertigt ist die Milliardenbewertung damit dennoch nicht.

Wahnsinnig teuer: 841.000 Dollar Börsenwert pro Auto

Gemessen am Absatz ist Nio sogar noch überteuerter als der US-Rivale Tesla selbst. Der lieferte im vergangenen Jahr insgesamt 367.500 Fahrzeuge aus, und kommt damit auf einen Börsenwert von 703.401 Dollar je verkauftem Fahrzeug. Nio indes lieferte 2019 nur 20.565 Autos aus, was einem Börsenwert von 841.235 Dollar je verkauftem Fahrzeug entspricht.

Zum Vergleich: Der US-Autoriese Ford verkaufte im vergangenen Jahr insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge. Pro verkauftem Auto kommt Ford damit auf einen Börsenwert von 9666 Dollar, bei Fiat Chrysler mit einem Jahresabsatz von zuletzt 2,2 Millionen Autos sind es 7863 Dollar. Deutschlands Nummer Eins, VW , kommt sogar nur auf einen Wert von 7172 Dollar und wäre damit, dieser Metrik folgend, sogar der günstigste Autobauer.

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Nio – wie auch Tesla – müssten deutlich mehr Autos verkaufen, um auch nur ansatzweise ähnlich bewertet zu werden. Natürlich verzerrt das Nullzinsniveau die Börsenbewertungen. Trotzdem zeigen die Beispiele, welch massive Erwartungen an die Stromer-Hersteller bereits in die Kurse eingepreist sind. Das kann, im Zweifelsfalle, auch schnell zu enormer Volatilität nach unten führen.

Kapitalvernichter Nio: Mehr Verlust als Umsatz

Anders als die meisten Wettbewerber macht Nio auch noch keinen Gewinn. Mehr noch: Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass Nio schneller Geld verbrennt, als das Startup überhaupt an Umsätzen einnimmt. So erlöste Nio zwischen Januar und März 193,8 Millionen US-Dollar, machte gleichzeitig aber einen operativen Verlust von 238,9 Millionen Dollar. Die Marge bei Nios Autos – womöglich auch durch die Kampfpreise bedingt – betrug negative 7,2 Prozent, nach minus 6,0 Prozent im Vorquartal.

Zugegeben: Anleger stört es nicht unbedingt, dass ein Unternehmen sich jahrelang durch Milliarden frisst. Beim Hybrid-Truck-Startup Nikola – ebenfalls mit Milliardenbewertung – juckte es den Markt nicht einmal, dass die Firma noch nicht einmal Umsätze vermelden konnte.

Zum Thema:Das steckt hinter dem Startup Nikola 

Auch Tesla verbrannte viel Geld

Hinzu kommt, dass auch Tesla sich jahrelang munter verschuldete und Geld verbrannte, und einfach ohne Rücksicht auf Verluste vorwärts strebte. Am Ende hat sich das für alle Tesla-Fans gelohnt. Musks Konzern steuert auf den vierten Quartalsgewinn in Folge zu und könnte so sogar in den S&P 500 aufsteigen. Wer auf Tesla setzte, hat seinen Einsatz in diesem Jahr, trotz Krise, schon mehr als verdreifacht.

Dennoch: Nur weil Tesla es geschafft hat, darf daraus keinesfalls geschlossen werden, dass Nio eine ähnliche Erfolgsstory bevorsteht. Dann nämlich würden Anleger dem sogenannten Survivorship-Bias erliegen. Nios Aktie schwimmt derzeit auf dem Tesla-Hype mit, auch wenn es unter der Haube nicht so rund läuft, wie es den Anschein hat.

Update: Tesla-Aktie steigt immer weiter

Ungeachtet neuer Rekordzahlen von Corona-Neuinfektionen haben die US-Börsen am Freitag nach einem verhaltenen Start zugelegt. Das wichtigste US-Börsenbarometer Dow Jones Industrial eroberte die Marke von 26.000 Punkten zurück. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen erklommen im späteren Handel sogar wieder Höchststände. Der Nasdaq 100 beendete den Handel 0,76 Prozent höher bei 10 836,33 Punkten, womit er im Wochenverlauf um satte 4,8 Prozent zulegte.

Die Papiere des Elektro-Autobauers Tesla schlossen als Favorit im Nasdaq 100 mit einem Plus von knapp 11 Prozent auf einem neuen Höchststand von 1544,65 Dollar. Händler verwiesen auf eine Studie von Morgan Stanley. Nach den jüngst veröffentlichten Auslieferungszahlen im zweiten Quartal hielten die Analysten der US-Bank in einem optimistischen Szenario einen Kurs von über 2070 Dollar für möglich, hieß es

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man/sv


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