Warum die Börsen steigen, obwohl die Rezession kommt

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Ist die Krise schon vorbei?: Der gefährliche Gegensatz: Warum die Börsen steigen, obwohl die Rezession kommt

Während die deutschen Exporte so stark einbrechen wie seit 30 Jahren nicht mehr, legt der Dax den steilsten Anstieg seit 17 Jahren aufs Börsenparkett. Ein krasser Gegensatz, der auch in anderen Ländern zu beobachten ist.

Als der Dax am Dienstag mit 10.729 Punkten schloss, war das ein Meilenstein. Innerhalb von 30 Handelstagen war der deutsche Leitindex damit um 27 Prozent angestiegen. Nur einmal überhaupt in seiner Geschichte ging es im selben Zeitraum schneller nach oben. Das war vor 17 Jahren, 2003, nach der Dotcom-Krise.

Der steile Anstieg der Börse steht dabei in krassem Gegensatz zu den realen Wirtschaftsmeldungen. Seit Mitte März die bundesweiten Kontaktverbote und Ladenschließungen begannen, häufen sich erwartungsgemäß die Negativ-Schlagzeilen. Die Aufträge in der Industrie sind so stark gesunken wie noch nie, die Exporte brachen so stark ein wie zuletzt vor 30 Jahren. DWS-Chefvolkswirt Martin Moryson geht gegenüber ARD Börse davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt durch den Lockdown um bis zu 20 Prozent sinken wird. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einer Rezession von sechs Prozent.

US-Börse schon wieder so stark wie im Oktober

In anderen Ländern sieht es ähnlich aus: Während die USA sogar mit einem Wirtschaftseinbruch von bis zu 30 Prozent bis Ende Juni rechnen, ist der S&P 500 als amerikanischer Leitindex von Mitte März bis heute um rund 29 Prozent gestiegen. Der britische FTSE 100 hat etwa 19 Prozent wieder gut gemacht.

Nun ist es nicht verwunderlich, dass die Indizes nach den starken Einbrüchen im Februar und März wieder etwas zurückkommen. Alle genannten Börsenbarometer stehen noch weit unter ihren Vorkrisen-Niveaus. Doch ist der S&P 500 etwa schon wieder so stark wie im Oktober des vergangenen Jahres, der Dax auf dem Niveau vom Januar 2019 – für die Wirtschaft lässt sich beides nicht behaupten.

Staaten und Notenbanken befeuern Börsen

Befeuert wird kurzfristige Börsenboom von Regierungen und Notenbanken. In erstaunlicher Geschwindigkeit haben sie ihre Geldbeutel geöffnet, nachdem sie corona-bedingt die Wirtschaft herunterfuhren. Deutschland stellt bis zu 1,2 Billionen Euro an Wirtschaftshilfen in Aussicht, in den USA sind es sogar 1,8 Billionen Euro. In ähnlichen Größenordnungen bewegen sich die Anleihen-Kaufprogramme von EZB und Fed.

Beide kaufen zudem nicht mehr nur Staatsanleihen, sondern stützen auch Unternehmen direkt. Das hat Konsequenzen: In den USA wurden im März neue Unternehmensanleihen im Wert von 560 Milliarden Dollar auf den Markt gebracht, doppelt so viel wie sonst. Die Fed kauft sogar hochriskante Anleihen. Global gesehen ist sie damit nicht allein.

Das führt dazu, dass sich sogar die Norwegian Cruise Line diese Woche 675 Millionen Dollar leihen konnte. Sie muss dafür zwar Karibik-Inseln und Schiffe als Sicherheit hinterlegen und 12,25 Prozent Zinsen bezahlen, aber angesichts eines brach liegenden Geschäfts und eines Kurseinbruches von 76 Prozent seit Februar ist es gelinde gesagt überraschend, das überhaupt jemand dem Konzern noch Geld leiht.

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Warum der Börsenboom gefährlich ist

Genau das macht den Gegensatz zwischen Börsenboom und Wirtschaftseinbruch aber so gefährlich. Die Kurse steigen auch deswegen, weil Investoren gerade noch Cash besitzen, aber wenige Möglichkeiten, es zu investieren. Staatsanleihen bringen keine Renditen mehr, das Angebot auf dem Immobilienmarkt ist durch Corona eingebrochen. Aktien und von Staaten gestützte Unternehmensanleihen sind da noch der beste Weg.

Gleichzeitig stecken hinter Aktien aber immer fragilere Konzerne. Wie Mediziner gerade vor einer „zweiten Welle“ der Pandemie warnen, könnte auch die Börse von einer solchen Verkaufswelle erfasst werden. Sie würde dann ausgelöst, wenn eines der Unternehmen pleiteginge, dass jetzt mit großen Staatshilfen und Investorengeld gestützt wird.

Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, was dann passiert: Die Pleite Enrons 2001 und die der Lehman Brothers 2008 waren jeweils die Auslöser für starke Rückgänge im S&P 500 und damit auch weltweit. In ersterem Fall ging es um 34 Prozent nach unten, im zweiten um 46 Prozent. 

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