Wilde Gerüchte über Tod: Rätselraten um die Gesundheit von Kim Jong Un

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Das japanische Boulevardblatt „Shukan Gendai“ hatte am Samstagabend gemeldet, dass Nordkoreas Diktator Kim Jong Un sich nach Komplikationen bei einer Herzoperation in „vegetativem Zustand“ befinde und nicht bei Bewusstsein sei. Die „New York Post“ berichtet sogar, Kim Jong Un sei gestorben. Bestätigungen gibt es derzeit für beide Meldungen nicht.

Als Quelle nennt die US-Zeitung einen Vize-Direktor des TV-Senders HKSTV aus Hongkong. Demnach soll auf dem chinesischen Nachrichten-App-Dienst Weibo die Todesnachricht massiv geteilt werden, berichtet offenbar “International Business Times”. Zuvor hatte es Berichte gegeben, China habe ein Team von Medizinern in das abgeschottete Land geschickt.

Trump widerspricht Bericht

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Berichte über einen angeblich schlechten Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un als “inkorrekt” bezeichnet. Ein Bericht des US-Nachrichtensenders CNN, wonach Kim sich nach einer Operation mutmaßlich in “ernsthafter Gefahr” befinde, sei nach seiner Ansicht nicht richtig, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Er habe “gehört”, dass für den Bericht “alte Dokumente” verwendet worden seien.

Trump sagte nicht, woher er seine Informationen über den Zustand Kims schöpft. CNN hatte sich in seinem Bericht vom Montag auf einen nicht identifizierten US-Regierungsmitarbeiter berufen. Demnach soll Washington Geheimdienstinformationen über einen angeblich sehr schlechten Zustand Kims nachgegangen sein.

Dringende OP

Über eine angebliche OP bei Kim hatte aber nicht nur CNN, sondern auch das Webportal “Daily NK” berichtet, das überwiegend von Überläufern aus Nordkorea betrieben wird. Kim habe sich in diesem Monat einem dringlichen Eingriff am Herz-Kreislauf-System unterzogen, hieß es auf der Website. 

Das US-Verteidigungsministerium Mitte der Woche mit, es habe keine Anhaltspunkte dafür, dass Kim wegen Gesundheitsproblemen keine Kontrolle mehr über die Atomwaffen seines Landes hätte. Ausgelöst worden waren die Spekulationen dadurch, dass der Machthaber bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag seines Großvaters Kim Il Sung am 15. April nicht öffentlich in Erscheinung getreten war. 

Der Geburtstag des Staatsgründers ist der wichtigste Tag im politischen Kalender des Landes. Die Feierlichkeiten hatten allerdings wegen der Coronavirus-Pandemie in deutlich kleinerem Rahmen als üblich stattgefunden.

Trump hatte Kim in den vergangenen beiden Jahren drei Mal getroffen, davon zwei Mal zu formellen Gipfeltreffen, in denen es um einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms ging. Seit dem Scheitern des jüngsten Gipfels im Februar 2019 in Hanoi liegen die Nuklearverhandlungen zwischen den USA und Nordkorea jedoch auf Eis.

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