Wirecard: Bosse der Pleitefirma wollten Deutsche Bank übernehmen

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Gastbeitrag Gabor Steingart: „Project Panther“: So wollten Wirecard-Bosse die Deutsche Bank übernehmen

Immer mehr tritt ans Licht, was alles bei Wirecard schief lief. Recherchen der “Financial Times” zeigen nun jedoch noch eine andere Facette: Größenwahn. Offenbar wollte der ehemalige Wirecard-Chef Braun die Deutsche Bank übernehmen.

In einer präzise recherchierten Story berichtet die „Financial Times” am heutigen Morgen über den Größenwahn des Ex-Wirecard-Chefs und Miteigentümers Markus Braun. Denn der hatte McKinsey beauftragt, einen Plan zur Übernahme der Deutschen Bank vorzubereiten. Der Codename lautete „Project Panther“ und hätte mit gleichem Recht auch „Project Größenwahn“ heißen können.

Das neue Unternehmen sollte den Namen „Wirebank“ tragen und „wie eine Fintech-Bank in der Größenordnung einer globalen Bank denken und handeln”. Bis 2025 könne sie sechs Milliarden Euro zusätzlichen Gewinn erwirtschaften, schätzte McKinsey. Des Weiteren versprach der McKinsey-Bericht eine Verdoppelung der gemeinsamen Börsenbewertung auf knapp 50 Milliarden Euro.

Zur Person

Gabor Steingart zählt zu den bekanntesten Journalisten des Landes. Er gibt den Newsletter „Steingarts Morning Briefing“ heraus. Der gleichnamige Podcast ist Deutschlands führender Daily Podcast für Politik und Wirtschaft. Im Frühjahr 2020 zieht Steingart mit seiner Redaktion auf das Redaktionsschiff „Pioneer One“. Vor der Gründung von Media Pioneer war Steingart unter anderem Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group.

 Sein kostenloses Morning Briefing finden Sie hier: www.gaborsteingart.com

Ausschlaggebend für das „Project Panther“ dürfte nach Ansicht der „FT“ jedoch ein anderer Punkt gewesen sein: Eine Übernahme der Deutschen Bank bot die Aussicht auf einen Ausstieg aus dem Betrug, den Wirecard betrieben hatte. Rund 1,9 Milliarden Euro Bargeld fehlten auf ihren Konten und große Teile ihrer Geschäfte in Asien waren in Wirklichkeit ein ausgeklügelter Schwindel. Durch die Einbettung des Wirecard-Geschäfts in die Bilanz der Deutschen Bank bestand die Möglichkeit, das fehlende Bargeld zu kaschieren und den Schwindel durch reale Geschäfte mit echten Kunden zu ersetzen.

Allerdings hatte der Plan einen Haken: Um einen solchen Deal ernsthaft vorzubereiten, benötigte Wirecard ein Gutachten von KPMG, das ihm eine fehlerfreie Führung des Unternehmens sowie korrekte Bilanzen bestätigte. Die Zustimmung von KPMG kam nie.

Kurz darauf meldete Wirecard Insolvenz an und Braun wurde festgenommen. Die „FT“ bilanziert: Sein Traum von der Übernahme der Deutschen Bank hatte sich zu einem Albtraum entwickelt.“

Die staatliche Aufsicht hat komplett versagt

Die Großen lässt man laufen, die Kleinen werden gehängt: Ausgerechnet der Sozialdemokrat Olaf Scholz sorgt für die Einhaltung dieser alten Volksweisheit.

Weder die Berliner Aufsichtsorgane noch die für die Kontrolle von Wirecard verantwortlichen Manager in Bonn werden belangt. Dafür allerdings verliert ein Großteil der Belegschaft des Finanzdienstleisters den Arbeitsplatz. Rund 730 von 1300 Mitarbeitern wird gekündigt, erklärte gestern Insolvenzverwalter Michael Jaffé.

Donald Trump nutzt Dollarschwäche – und braucht keinen Handelskrieg

Donald Trump braucht keinen neuen Handelskrieg mit Europa – er hat ja den Dollar. Dessen Kurs gegenüber dem Euro sinkt und sinkt, was den amerikanischen Exporteuren das Exportieren mehr als nur erleichtert. Denn: Fällt der Dollar und steigt der Euro, verbilligen sich die Waren der USA.

Günstiger Dollar – Kursentwicklung von Euro und Dollar seit einem Jahr

Die Freuden der Amerikaner sind die Schmerzen der Europäer. Den europäischen Exporteuren – und das heißt vor allem der deutschen Industrie – macht der feste Euro zu schaffen. Waren im Wert von über 200 Milliarden Euro setzten allein die deutschen Konzerne, vorneweg die Auto-, Chemie und Maschinenbauindustrie in den USA ab. Ein Großteil der Kosten – Löhne und Vorprodukte – fällt in der Hartwährung Euro an, derweil die Erlöse in der Weichwährung Dollar abgerechnet werden.

Es sind im Wesentlichen zwei Gründe, die zu der Spannung im transatlantischen Währungssystem führen:

  1. Die Austauschrelationen der Währungen sind immer auch ein Spiegel der ökonomischen Widerstandsfähigkeit. Amerika aber zeigt sich inmitten der Pandemie verletzbar. Unklar ist, ob das Land nach einer Machtübernahme durch die Demokraten nicht vor dem Lockdown steht. Joe Biden präsentiert sich dem Wähler als die frühe Merkel.
  2. Der Dollar verliert seinen Nimbus als Ankerwährung. Derweil früher jede Erschütterung auf der Welt – Ölpreisschocks, Terroranschläge, Kriegsgefahr – die Anleger zum Kauf von Dollar animierte, dem „flight to safety“, sind die USA dieses Mal selbst das Epizentrum politischer Unsicherheit. Trump ist der Vesuv von Washington. Er kann jederzeit Asche und Lava spucken.

Fazit: Deutschland muss – da hilft kein Corona – angesichts dieser Währungsdisparität die Kostenbasis seiner heimischen Produktion absichern, auch auf der Lohnseite. Oder anders gesagt: Wenn der Euro Gas gibt, sollte die Lohnpolitik abbremsen. Dieser Zusammenhang ist sozialpolitisch fatal, politisch unerwünscht und gesamtwirtschaftlich dennoch zwingend.

Infizierte, leere Betten? Arzt erklärt, welche Kennzahlen wirklich wichtig sind

 

Streit um Nord Stream 2: Bedrohter Bürgermeister wartet immer noch auf Merkels Antwort

mbe


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