Wirecard: Treuhandkonten mit Milliarden Euro gibt es wohl nicht | Wirtschaft | DW

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Das monatelange Drama um die Bilanzen von Wirecard steuert auf den letzten Akt zu. Der Finanzdienstleister geht inzwischen davon aus, dass die vermissten 1,9 Milliarden Euro nicht existieren. Der Vorstand nehme aufgrund weiterer Prüfungen an, dass die beiden bisher von Wirecard ausgewiesenen Guthaben auf asiatischen Treuhandkonten “mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen”, erklärte das Unternehmen in einer Börsenmitteilung.

Das Unternehmen war bisher von der Existenz dieser Konten ausgegangen und hatte die 1,9 Milliarden Euro als Aktivposten ausgewiesen. Die Summe entspricht nach Angaben des Unternehmens in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme. Als Konsequenz nehme man die Einschätzungen des vorläufigen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2019 sowie des ersten Quartals 2020 zurück. Auch könnten mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorheriger Geschäftsjahre nicht ausgeschlossen werden, hieß es in der Mitteilung weiter.

In Folge der Vorstand-Mitteilung stürzte die Aktie am Montag noch tiefer ab. Sie büßten im frühen Handel weitere knapp 38 Prozent auf 15,10 Euro ein, nachdem sie bereits vergangenen Donnerstag und Freitag um bis zu 82 Prozent eingebrochen waren. Damit schrumpft der Börsenwert des Unternehmens auf knapp 1,9 Milliarden Euro, womit sich seit Mittwoch 11 Milliarden in Luft aufgelöst haben.
Alles nur ein Bluff?

Bereits am Freitag hatten die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mitgeteilt, dass der deutsche Dax-Konzern kein Kunde bei ihnen sei. Die beiden Banken hätten laut Wirecard mitgeteilt, dass “die betreffenden Kontonummern nicht zugeordnet werden konnten”. Es gebe Hinweise, dass ein Treuhänder “zu Täuschungszwecken” falsche Bestätigungen vorgelegt habe. Auf den Konten der philippinischen Banken hätte die Summe eigentlich liegen sollen.

Wirecard konnte bislang keinen Nachweis über das Vorhandensein der 1,9 Milliarden Euro erbringen. Da die Wirtschaftsprüfer daher das Testat für den Jahresabschluss verweigerten, könnten Banken Wirecard nun den Geldhahn abdrehen. Die Aktie ist seit Tagen im Sturzflug.

Wegen des Skandals war am Freitag der Gründer und Chef von Wirecard, Markus Braun, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Die Firma hatte zuvor ihren Jahresabschluss zum vierten Mal verschoben und mit dem möglichen Betrugsfall die Börse schockiert.

hf/ww (rtr, afp, dpa)



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