Wirtschaftskrise: “Autoländer” fordern Kaufprämie für Fahrzeuge

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Corona-Crash der Wirtschaft im News-Ticker: Die Pandemie und ihre Folgen treffen die Weltwirtschaft massiv, auch die Börsen leiden. Der Finanzmarkt strauchelt, Dax und Dow Jones pendeln zwischen neuem Einbruch und leichter Erholung, der Ölpreis spielt verrückt. Notenbanken und Regierungen mühen sich, mit enormen Hilfspaketen Schlimmeres abzuwehren. Auf FOCUS Online lesen Sie alle neuen Entwicklungen.

Topmeldungen:

“Autoländer” wollen Kaufprämien gegen Folgen der Corona-Krise

16.30 Uhr: Die “Autoländer” Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg wollen die schwache Nachfrage mit Kaufprämien für Autos wieder ankurbeln: 4000 Euro zusätzlich soll es für den Kauf von Autos mit Elektro-, Brennstoffzellen- oder Plug-in-Antrieben geben, 3000 Euro für den Kauf hochmoderner Verbrenner.

Auf diesen Forderungskatalog an den Bund verständigten sich die drei Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne) am Montag in telefonischen Beratungen, wie Söder anschließend sagte. Wenn jemand sein älteres Auto mit Euro-3- oder Euro-4-Norm abgibt, soll er nach Worten Söders dafür außerdem 1000 Euro sogenannte “Recyclingprämie” bekommen.

“Wir müssen die Inlandsnachfrage ankurbeln”, sagte Söder. “Wir brauchen einen kräftigen, nachhaltigen Leitimpuls.” Denn der Auslandsmarkt werde auf absehbare Zeit schwierig sein. Söder forderte eine Entscheidung darüber möglichst noch im Mai, genauso wie über ein großes Konjunkturpaket zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft.

“Ohne Auto kann Deutschland keinen Staat machen”, sagte Söder. Große Teile der deutschen Industrie seien von der Autoindustrie abhängig. Auch deshalb brauche man hier einen “Innovationsbeschleuniger”.

Auftragseingang der US-Industrie bricht schneller ein als je zuvor

16.28 Uhr: Die Aufträge an US-Industrieunternehmen sind im März infolge der Corona-Krise massiv eingebrochen. Wie das Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte, erhielten die Unternehmen 10,3 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat. Das ist der stärkste jemals gemessene monatliche Rückgang. Analysten hatten mit einem deutlichen Minus gerechnet, dieses aber im Mittel auf 9,5 Prozent veranschlagt.

Ohne die meist schwankungsanfälligen und großvolumigen Transportgüter gingen die Auftragseingänge um 3,7 Prozent zurück. Die Aufträge für langlebige Güter, zumeist teure Investitionsgüter, fielen stark um 14,7 Prozent.

Weitere Meldungen zu den Folgen der Corona-Krise für Verbraucher, Wirtschaft und Anleger:

USA machen wegen Corona drei Billionen Dollar zusätzliche Schulden

22.42 Uhr: Die US-Regierung muss für Sonderausgaben infolge der Coronavirus-Pandemie in diesem Quartal rund drei Billionen US-Dollar (2,7 Billionen Euro) Schulden mehr als noch im Februar geplant aufnehmen. Das teilte das US-Finanzministerium am Montag mit. Infolge der zusätzlichen Verschuldung im laufenden Quartal solle Ende Juni ein Überschuss von etwa 800 Milliarden Dollar bestehen.

US-Kongress und Regierung haben infolge der Corona-Pandemie bislang Konjunkturpakete von rund 2,7 Billionen Dollar beschlossen. Das entspricht mehr als zehn Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Zudem hat das Finanzministerium Mitte April fällige Steuerzahlungen auf Mitte Juni verschoben, weswegen der kurzfristige Finanzbedarf der Regierung zusätzlich angestiegen ist.

US-Staatsanleihen gelten als eine der sichersten Anlagen weltweit, weswegen das Finanzministerium keinerlei Schwierigkeiten haben dürfte, genügend Käufer für die neuen Schuldentitel zu finden.

Im dritten Quartal sei geplant, weitere rund 700 Milliarden Dollar aufzunehmen, erklärte das Finanzministerium. Für die Zeit danach machte das Finanzministerium zunächst noch keine Angaben. Im Haushaltsjahr 2019 hatte die Regierung insgesamt rund 1,2 Billionen Dollar aufgenommen.

Kahlschlag in der Flugzeugsparte: General Electric streicht 13.000 Stellen

19.08 Uhr: Der US-Industriekonzern General Electric (GE) hat in der Corona-Krise einen großen Stellenabbau angekündigt. Es sei geplant, die weltweite Beschäftigtenzahl in diesem Jahr um rund 25 Prozent zu senken, erklärte der GE-Aviation-Chef David Joyce am Montag in einem Memo an die Mitarbeiter. Damit wären insgesamt rund 13.000 Jobs betroffen.

Der Abschwung in der Branche sei beispiellos, so Joyce. Die Corona-Pandemie dürfte im zweiten Quartal zu einem Einbruch des Luftverkehrs um rund 80 Prozent führen. Die Aktie des ohnehin schon seit längerem stark angeschlagenen Mutterkonzerns General Electric geriet im US-Handel deutlich ins Minus.

Dax startet mit happigem Verlust in den neuen Handelsmonat

17.56 Uhr: Die Furcht vor einem Wiederaufflammen des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat den Dax am Montag auf Talfahrt geschickt. Als Belastung hinzu kamen die anhaltenden Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise, erschreckende Stimmungsdaten aus der Industrie in der Eurozone sowie zahlreiche schwache Quartalsberichte und Unternehmensausblicke. Der deutsche Leitindex schloss damit 3,64 Prozent tiefer bei 10.466,80 Punkten.

Mit dem Kursrutsch zu Monatsbeginn verringerte sich der Erholungsgewinn des deutschen Leitindex seit dem Tief im virusbedingten Börsencrash Mitte März auf knapp 27 Prozent. Im Zuge des Absturzes im Februar und März hatte das deutsche Börsenbarometer zeitweise fast 40 Prozent eingebüßt. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Montag um 2,66 Prozent auf 22.431,37 Punkte abwärts.

Amazon erhält in Frankreich keine Genehmigung für Kurzarbeit

16.53 Uhr: Der Online-Versandhändler Amazon bekommt in Frankreich einer Entscheidung der zuständigen Behörden zufolge für mehrere französische Logistikzentren keine Kurzarbeit genehmigt. Ein entsprechender Antrag sei vom Arbeitsministerium abgelehnt worden, bestätigte Amazon am Montag. Der Gerichtsstreit um Coronavirus-Sicherheitsvorkehrungen wirke sich auf die Tätigkeit Amazons aus. In diesem Zusammenhang sei die Kurzarbeit beantragt worden, von der “andere Unternehmen profitiert haben”, erklärte der Konzern in einer Mitteilung.

Der Antrag sei abgelehnt worden, weil die Schließung der Logistikzentren nicht damit verbunden sei, dass weniger bestellt werde, sondern mit einer Gerichtsentscheidung, erklärte das Ministerium die Entscheidung. Für diesen Fall sei Kurzarbeit nicht geplant. Hintergrund ist ein Rechtsstreit des Online-Händlers über Schutzmaßnahmen für die Angestellten in Logistikzentren.

Ein Berufungsgericht hatte Ende April entschieden, dass Amazon weiterhin nur Bestellungen von bestimmten Artikeln entgegennehmen darf. Diese Auflage gelte solange, bis der Konzern seine Schutzmaßnahmen verbessert habe. Es bestätigte damit weitgehend eine vorangegangene Entscheidung eines Gerichts im Pariser Vorort Nanterre. Amazon hatte dagegen Berufung eingelegt und seine Logistikzentren in Frankreich vorerst geschlossen. Die Gerichtsentscheidung war von der Gewerkschaftsgruppe Union Syndicale Solidaires erwirkt worden.

Opel-Mutter PSA kurbelt Produktion wieder an

16.40 Uhr: In der Corona-Krise nimmt die französische Opel-Mutter PSA die Produktion in Europa schrittweise wieder auf. Erste Neustarts habe es am Montag gegeben, in Frankreich seien Wiedereröffnungen am Montag kommender Woche (11. Mai) geplant, teilte der Konzern mit den Stamm-Marken Peugeot und Citroën in Rueil-Malmaison bei Paris mit.

Die Franzosen hatten im März die Produktion in 15 Autowerken in Europa, darunter auch bei der deutschen Tochter Opel, wegen der grassierenden Covid-19-Pandemie gestoppt. PSA bereitet sich zur Zeit auf seine Mega-Fusion mit dem italienisch-amerikanischen Autokonzern Fiat Chrysler vor. Opel und seine britische Schwestermarke Vauxhall gehören seit knapp drei Jahren zu dem französischen Hersteller.

Der von Vorstandschef Carlos Tavares geführte Konzern bekam die Folgen der Pandemie bereits deutlich zu spüren. Der Umsatz war in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,6 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro eingebrochen. Der weltweite Absatz war um gut 29 Prozent auf rund 627.000 verkaufte Fahrzeuge zurückgegangen

US-Börsen starten schwächer in die neue Börsenwoche

15.58 Uhr: Die wieder zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China haben die US-Aktienmärkte auch zu Beginn der neuen Woche in die Minuszone befördert. Der Leitindex Dow büßte am Montag im frühen Handel 1,49 Prozent auf 23.370,97 Punkte ein. Bereits in der Vorwoche hatte der Dow einen kleinen Verlust erlitten, nachdem er in der Wochenmitte noch auf den höchsten Stand seit sieben Wochen gestiegen war. Der marktbreite S&P 500 gab um 1,08 Prozent auf 2800,05 Zähler nach. Der Nasdaq 100 verlor 0,46 Prozent auf 8677,865 Punkte.

Dow Jones
23.749,76
Pkt.

Außerbörslich

In einem westlichen Geheimdienstpapier wird China scharf für den Umgang mit der Pandemie gerügt. Medien zufolge dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Sonntag, es gebe “signifikante” Belege, dass die Krise in jenem Labor ihren Anfang genommen habe.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump entsprechende Spekulationen darüber angefacht und wieder mit einem Handelskrieg und neuen Strafzöllen gedroht. China wies die Anschuldigungen zurück und sieht darin ein “Ablenkungsmanöver” der USA von der “eigenen Unfähigkeit” im Kampf gegen die Pandemie.

Wegen Sorgen um mangelnde Stellen: Arbeitsminister Heil wünscht sich “Allianz für Ausbildung”

15.39 Uhr: Aus Sorge vor einem Einbruch bei Ausbildungsplätzen wollen Bund und Länder mit Gewerkschaften und Unternehmerverbänden konkrete Maßnahmen für ihre Absicherung beschließen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte am Montag in Mainz, in Abstimmung mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) werde es Ende Mai ein entsprechendes Treffen der Allianz für Aus- und Weiterbildung geben. Es müsse verhindert werden, dass wegen der Pandemie “ein Jahrgang entsteht, in dem Ausbildungsplätze auf breiter Front wegbrechen”.

Ziel sei “eine Allianz für Ausbildung in der Corona-Zeit”, sagte Heil nach einem Gespräch mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (beide SPD). Er appellierte an die Unternehmen, “in dieser wirtschaftlich herausfordernden Situation keine Ausbildungsplätze, die fürs neue Ausbildungsjahr geplant sind, in Frage zu stellen”.

Börse dank Krise weiter auf Hochtouren – Volumen bleibt hoch

15.07 Uhr: Die Marktturbulenzen infolge der Coronavirus-Krise haben den Handel an der Deutschen Börse im April weiter angetrieben. Der Handelsumsatz an den Kassamärkten lag mit 172,8 Milliarden Euro rund 43 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie der Börsenbetreiber am Montag in Frankfurt mitteilte. Der Löwenanteil entfiel mit 141,9 Milliarden Euro auf den Xetra-Handel, wo der durchschnittliche Tagesumsatz 7,1 Milliarden Euro erreichte. Während am Handelsplatz Börse Frankfurt im April 5,3 Milliarden Euro umgesetzt wurden, kam die Plattform Tradegate auf 25,6 Milliarden Euro – rund zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor.

Im Zuge der Marktturbulenzen im März hatte sich das Handelsvolumen an den Kassamärkten der Deutschen Börse auf insgesamt gut 300 Milliarden Euro sogar mehr als verdoppelt. Im April entfielen die höchsten Handelsumsätze im Xetra-Handel auf die Aktien des Versicherers Allianz mit 7,8 Milliarden Euro. Bei den MDax-Werten lagen die Commerzbank-Papiere mit rund einer Milliarde Umsatz vorn, im SDax die Anteilsscheine des Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieters Drägerwerk.

Müllmengen steigen – trotzdem leiden Entsorgungsunternehmen

14.26 Uhr: Private Entsorgungsunternehmen leiden nach Darstellung der Branche trotz steigender Müllmengen in Privathaushalten unter der Corona-Krise. Knapp drei Viertel geben an, notwendige Investitionen deswegen zu verschieben oder ganz zu streichen, wie aus einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft unter Mitgliedsbetrieben hervorgeht. Zuvor hatte die “Welt” berichtet.

Da viele der privaten Unternehmen auf Entsorgung im Gewerbebereich oder in der Gastronomie spezialisiert sind, sei es in den vergangenen Wochen teilweise zum “vollständigen Einbruch von Erfassungsmengen” gekommen. Für spezialisierte Entsorger sei die Situation daher “punktuell schwerwiegend bis existenzgefährdend”, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. Wo nichts mehr produziert werde oder geöffnet sei, falle eben auch kein Müll an, sagte ein Sprecher.

Mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen rechneten damit, dass sich die Krise auch auf ihre Personalsituation auswirken werde. Gut jeder fünfte Betrieb ziehe sogar Entlassungen in Betracht.

Verbandspräsident Peter Kurth sagte: “In unserem Bereich wiegen die Auswirkungen besonders schwer, weil unsere Mitgliedsunternehmen zumeist mittelständische, familiengeführte Betriebe sind.” Die Bundesregierung müsse ein Konjunkturprogramm aufsetzen, dass auf eine nachhaltige ökologische Modernisierung im Sinne der Kreislaufwirtschaft setze.

Lufthansa-Aktie wackelt erneut – Signale auf Staatshilfe verdichten sich

13.30 Uhr: Erneute Signale auf einen nahen Abschluss der Gespräche über Staatshilfen haben den Aktien der Lufthansa am Montag im schwachen Marktumfeld nicht geholfen. Schon einmal hatten die Anleger auf eine vermeintlich kurz bevorstehende Finanzspritze gesetzt und waren enttäuscht worden. So setzten die Papiere der Airline ihren jüngsten Schlingerkurs zwischen 7,02 und 8,89 Euro fort und sackten zum Wochenauftakt um drei Prozent auf 7,908 Euro ab.

Der Vorstand um Konzernchef Carsten Spohr hatte in einem Schreiben an die Belegschaft vom Sonntag mitgeteilt, dass eine Unterstützung in Milliardenhöhe durch den deutschen Staat “ein entscheidender Schritt” für die Zukunftsfähigkeit sei und die Gespräche mit der Regierung in Kürze abgeschlossen sein dürften. An diesem Montag beraten Vorstand und Aufsichtsrat die Lage, am Dienstag folgt die Hauptversammlung.

Bei den Staatshilfen geht es wohl um insgesamt rund zehn Milliarden Euro. Wie der “Spiegel” berichtet, soll etwas mehr als die Hälfte davon als stille Beteiligung fließen. Der Bund wolle eine direkte Beteiligung von 25,1 Prozent an dem Dax-Konzern sowie eine Garantiedividende von neun Prozent. Ein solch hoher Garantiezins sei allerdings nahezu inakzeptabel, sagte ein Aktienhändler.

Auch Analyst Michael von der Societe Generale betonte, dass Staatshilfen mit massiven Nachteilen für die Aktionäre verbunden seien. Bezogen auf eine erhöhte Aktienzahl, um dem Bund eine Sperrminorität zu garantieren, hätte die Garantiedividende den Gewinn der Airline im vergangenen Geschäftsjahr um etwa 45 Prozent verwässert, rechnete der Experte beispielhaft vor. Zudem sei die Einmischung in Geschäftsentscheidungen ein Risiko.

Bernstein-Analyst Daniel Roeska – einer der wenigen verbliebenen Optimisten – hatte in der prekären Situation jüngst alle in der Pflicht gesehen: Regierungen, Aktionäre und das Management. Sie seien gemeinsam gut beraten, sich zu bewegen und die Verantwortung zu teilen.

Reisebranche: Umsatzeinbußen von fast 11 Milliarden Euro

12.04 Uhr: Die wirtschaftliche Lage der Reisewirtschaft in der Corona-Krise hat sich dem Branchenverband DRV zufolge weiter verschärft. Der Verband rechnet inzwischen mit Umsatzeinbußen von mindestens 10,8 Milliarden Euro bis Mitte Juni. “Das Geschäft der Reisebüros und Reiseveranstalter ist durch staatliche Anordnung fast vollständig zum Erliegen gekommen”, sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig in Berlin. Eine Besserung sei nicht in Sicht. Die weltweite Reisewarnung aufgrund der Corona-Pandemie war jüngst bis Mitte Juni verlängert worden. “Vor Ende der Pfingstferien in Deutschland werden keine Auslandsreisen möglich sein”, sagte Fiebig.

Hinzu kämen die Belastungen durch die Rückabwicklung gebuchter Reisen. Fiebig forderte ein staatliches Soforthilfeprogramm mit nicht rückzahlbaren Beihilfen. Zwei von drei Unternehmen sähen sich bereits unmittelbar von einer Insolvenz bedroht. “Die Politik kann nicht länger völlig tatenlos hinnehmen, wie Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Existenz verlieren”, mahnte Fiebig.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hatte am Wochenende einen Rettungsfonds für die Branche sowie Verbraucher ins Spiel gebracht – falls eine Gutscheinlösung für abgesagte Reisen nicht klappt. Nach EU-Recht müssen Flugtickets und Pauschalreisen eigentlich erstattet werden. Deutschland will Verbraucher jedoch verpflichten, bei Reiseabsagen in der Corona-Krise vorerst einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren – um die Liquidität von Firmen zu sichern. EU-Vizekommissionspräsidentin Vera Jourova hatte gesagt, es gelte, eine Balance zu finden zwischen starken Verbraucherrechten und der Liquidität der Reiseanbieter.

Pressebericht lässt Aktie von Thyssenkrupp um über 16 Prozent einbrechen

10.39 Uhr: Für die Papiere von Thyssenkrupp  hatte es am vergangenen Donnerstag noch nach einer erfolgreichen Bodenbildung ausgesehen. Die Aktie hatte ein neues Erholungshoch von 6,468 Euro erreicht. Am Montagvormittag sackten die Anteile des Stahl- und Industriekonzerns im wieder deutlich eingetrübten Marktumfeld aber deutlich ab auf 5,038 Euro. Zuletzt büßten sie noch mehr als 16 Prozent ein.

Einem Bericht des “Handelsblatt” zufolge wird der Konzern wegen der Corona-Krise von den Milliarden aus dem Verkauf der Aufzugsparte weniger als geplant in den Umbau stecken können. “Mittelfristig werden die coronabedingten Liquiditätsabflüsse aller Voraussicht nach dazu führen, dass der finanzielle Spielraum aus dem Verkauf des Aufzuggeschäfts weitaus geringer als ursprünglich angenommen sein wird”, zitiert die Zeitung aus einem Brief des Vorstands an die Mitarbeiter. Der Brief dürfte im Zusammenhang mit einer kolportierten, umfangreichen Unterstützung vom Staat stehen. So habe sich der Konzern bei der KfW Bankengruppe einen Kredit von rund einer Milliarde Euro gesichert, wie es am Donnerstag in Unternehmenskreisen hieß.

Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel sprach von einem aktuell sehr hohen Kapitalverzehr des Konzerns, der für ihn aber nicht überraschend komme. Für mögliche weitere Restrukturierungsmaßnahmen könne man nicht mit Vorschusslorbeeren rechnen.

Industriestimmung im Euroraum fällt in Corona-Krise auf Rekordtief

10.27 Uhr: Die Corona-Krise hat die Stimmung in den Industrieunternehmen auf eine beispiellose Talfahrt geschickt. Wie das Marktforschungsinstitut IHS Markit am Montag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Industrie im April auf ein Rekordtief. Zum Vormonat sank der Indikator, der sich aus einer Umfrage unter Einkaufsmanagern ergibt, um 11,1 auf 33,4 Punkte. In einer ersten Schätzung waren noch 33,6 Punkte ermittelt worden.

“Der Eurozone-Industriesektor verzeichnete im April den bei weitem stärksten Wachstumseinbruch in der knapp 23-jährigen Umfragegeschichte”, erklärte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. “Verantwortlich hierfür waren die weit verbreiteten Geschäftsschließungen, die einbrechende Nachfrage und Lieferengpässe im Zusammenhang mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie.”

Dax startet tiefrot in die Woche

09.42 Uhr: Der Dax hatte bereits zum Handelsstart mehr als 2 Prozent verloren und lag bei nur noch 10.583 Punkten. Seither setzt sich die Talfahrt des deutschen Leitindex fort. Aktuell steht der Dax bei Minus 3,21 Prozent und 10.512 Punkten. Vor allem der zunehmen harte Ton zwischen den USA und China drückt die Stimmung der Anleger. Dazu kommt: Immer mehr Unternehmen müssen wegen der Coronavirus-Krise ihre Prognosen korrigieren, auch das wirkt sich negativ auf die Börsen aus. Die größten Verlierer sind MTU Aero Engines , Daimler  und Infineon .

Situation der deutschen Autoindustrie verschlechtert sich dramatisch 

09.13 Uhr: Die Geschäftslage der deutschen Automobilbranche hat sich dramatisch verschlechtert. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Demnach stürzte der Index zum aktuellen Geschäft im April auf minus 85,4 Punkte, von minus 13,2 Punkten im März. Das war der größte Absturz und der tiefste Wert, seitdem diese Zahlen für das wiedervereinigte Deutschland erhoben werden. In der Finanzkrise war dieser Index im April 2009 auf minus 82,9 Punkte gefallen.

„Wir haben noch nie so schlechte Zahlen für diese Schlüsselbranche ermittelt“, sagt der Leiter der ifo Befragungen, Klaus Wohlrabe. Der Auftragsbestand verschlechterte sich weiter. Der Index fiel im April auf minus 76,7 Punkte, nach minus 10,1 im März. Parallel füllten sich die Lagerbestände deutlich. Der entsprechende Index stieg auf plus 40,5 Punkte, nach plus 14,6 im März. Die Kapazitätsauslastung stürzte ab auf 45 Prozent. Das ist ebenfalls der tiefste Stand seit der Wiedervereinigung.

Der Index der Produktionserwartungen fiel auf minus 44,2 Punkte, von minus 36,2 im März. Die Exporterwartungen fielen im April auf minus 64,9 Punkte, nach minus 43,9 im März. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate wurden noch düsterer. Der Erwartungsindex fiel auf minus 45,7 Punkte im April, nach minus 34,6 im März.

Dax startet mit Minus

09.00 Uhr: Der Dax beginnt die Handelswoche mit einem Minus von 2,56 Prozent bei nur noch 10583,50 Punkten. Nach einem langen Wochenende lassen sich die Anleger von den schwachen Entwicklungen an den US-Börsen beeinflussen. Zudem drücken die wegen des Coronavirus abschlägigen Bilanzen, die viele Unternehmen in diesen Tagen verkünden müssen, die Kurse.

Corona-Krise beschert US-Investor Buffett Quartalsverlust von 50 Milliarden Dollar

08.47 Uhr: Die wirtschaftlichen Turbulenzen infolge der Corona-Pandemie haben dem US-Milliardär Warren Buffett empfindliche Einbußen beschert. Seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway vermeldete am Samstag einen Quartalsverlust von knapp 50 Milliarden Dollar. 

Das Unternehmen sprach von einem “vorübergehenden” Rückschlag, räumte aber zugleich ein, ungewissen Zeiten entgegenzublicken. Es sei unklar, wann mit einer Normalisierung in den diversen Geschäftsfeldern der Holding zu rechnen sei. Wegen der Corona-Krise wurde die Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway am Samstag als Online-Konferenz abgehalten. 

Buffett verfügt laut dem US-Magazin “Forbes” über ein Vermögen von 72 Milliarden Dollar. Der 89-Jährige Star-Investor gilt damit als viertreichster Mensch der Welt. Berkshire Hathaway hält unter anderem bedeutende Anteile am Computerkonzern Apple sowie an Finanzkonzernen wie American Express und Goldman Sachs. Die Holding ist außerdem in der Versicherungs-, Eisenbahn- und Energiebranche aktiv.

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man/mit Agenturmaterial

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