Wirtschaftskrise: Italien lässt EU abblitzen – Nein zu 39 Milliarden Euro

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Italien lehnt EU-Hilfen von 39 Milliarden Euro ab

Topmeldung (08.03 Uhr): Italiens Regierungschef Guiseppe Conte weigert sich, 39 Milliarden Euro der EU-Hilfen zum Kampf gegen die Corona-Krise anzunehmen. Das berichtet die “Tagesschau“.

Die Mittel sind Teil des Corona-Hilfspakets, das die Finanzminister der Europäischen Union vor Ostern beschlossen hatten. Italiens stellvertretender Wirtschaftsminister Antonio Misiani erklärte: Sein Land werde aus dem Hilfspaket lediglich die Unterstützung beim Kurzarbeitergeld und die Darlehen der Europäischen Investitionsbank EIB nutzen.

Die angebotenen Mittel aus dem Euro-Rettungsfonds ESM, dem dritten Teil des Hilfspakets, werde Italien nicht abrufen.

Die Regierung in Rom könnte das Geld für Ausgaben ins Gesundheitssystem nutzen – ohne weitere Bedingungen. Auf diesen Hilfe-Kompromiss hatten sich die EU-Finanzminister gegen anhaltenden Widerstand der Niederlande geeinigt.

Hintergrund der Reaktion Italiens: Die Ablehnung des ESM ist eine alte Forderung des Koalitionspartners Fünf-Sterne-Bewegung. Die “Cinque Stelle” sollen am Wochenende bei einem Koalitionsgipfel gefordert haben: Entweder verzichtet Rom auf das Geld vom ESM, oder die Fünf-Sterne-Bewegung lässt die Regierung platzen.

Ministerpräsident Conte, der den “Fünf Sternen” nahesteht, will sich beim EU-Gipfel am 23. April erneut für “Corona-Bonds” als Rettungsvariante einsetzen. Für diese Staatsanleihen würden die Mitglieder der EU gemeinsam haften. Das lehnen unter anderem Deutschland, Österreich, Finnland und die Niederlande entschieden ab. 

Alle weiteren Entwicklungen:

Audi fährt Motoren-Produktion langsam wieder hoch

12.06 Uhr: Audi fährt seine in der Corona-Krise gestoppte Produktion langsam wieder hoch und beginnt damit im ungarischen Werk Györ. Dort ist seit Dienstag eine erste Linie zur Motorenmontage mit rund 100 Mitarbeitern geöffnet, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilte. Sie werde allerdings nur in einer anstatt der üblichen drei Schichten betrieben.

Die Produktion liegt einer Sprecherin zufolge bei einigen hundert Motoren am Tag. Normalerweise komme das Werk auf 8000. Ende der Woche soll dort eine weitere Motoren-Linie anlaufen, die Fahrzeugfertigung «nach aktuellen Planungen» Ende kommender Woche.

An den anderen Standorten ruht die Produktion zur Zeit. Nach aktuellem Stand will Audi in Neckarsulm und Brüssel ab dem 20. April und in Ingolstadt ab dem 27. April sukzessive die Produktion wieder hochfahren. Dies sei aber alles noch im Fluss, hieß es. In Mexiko werde die Produktion einem Regierungsdekret entsprechend erst nach dem 30. April wieder beginnen.

Gold steigt auf Rekordhoch in Euro

10.14 Uhr: Der Goldpreis hat seinen Höhenflug im Zuge der Corona-Krise nach den Osterfeiertagen fortgesetzt. Am Dienstagmorgen wurde die Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London für 1727,09 US-Dollar gehandelt. Das ist der höchste Preis seit Ende 2012. In Euro gerechnet stieg die Notierung bis auf 1580,09 Euro und damit so hoch wie noch nie.

Nach Einschätzung des Edelmetallhändlers Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus profitierte das Edelmetall von seinem Status als sicherer Anlagehafen. „Die Verunsicherung der Investoren ist weiterhin groß“, sagte Zumpfe. Noch seien die Auswirkungen der Corona-Krise für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nicht abzuschätzen und die Nachfrage nach Gold sei weiterhin vergleichsweise hoch.

Gold in Euro
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Außerbörslich

Am Markt wird darüber hinaus auf die Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die Folgen der Virus-Krise verwiesen. Mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik und milliardenschweren Wertpapierkäufen versuchen unter anderem die US-Notenbank Fed oder die Europäische Zentralbank den Einbruch der Konjunktur abzufedern.

Goldhändler Zumpfe verwies aber auch auf die Risiken für die weitere Entwicklung am Goldmarkt: „Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tagen wird der Goldpreis allerdings auch zunehmend anfällig für vorübergehende Korrekturen.“

Weitere Meldungen zum Corona-Ausbruch im News-Ticker

Dax nach Ostern im Aufwind

09.00 Uhr: Trotz der anhaltenden Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie sorgen nach den Feiertagen unter anderem positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus China für neuen Optimismus. Dort brach der Außenhandel im März nicht so stark ein wie Experten befürchtet hatten. Der Dax startet bei knapp 10.750 Punkte in den Handel. Beim Stand von 10.564 Punkten war der in die Ostertage gegangen.

Der Dax geht damit über die eigentlich negativen Vorgaben von der Wall Street hinweg, wo der Handel nach Ostern am Vorabend schon wieder begann. Der Dow Jones Industrial war unter anderem aus Sorge vor der Berichtssaison gesunken, die an diesem Dienstag unter anderem mit der Großbank JPMorgan beginnt. Allerdings war die Stimmung in New York bei den Technologiewerten besser, wie gestiegene Nasdaq-Indizes zeigten. Auch in Asien war es am Morgen im Zuge der China-Daten bergauf gegangen.

„Sollte China mit vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Einbußen durch die Pandemie kommen, wäre das positiv für die Weltwirtschaft“, kommentierte Experte Thomas Altmann von QC Partners. Seiner Einschätzung nach setzen Anleger derzeit auf ein schnelles Hochfahren der Wirtschaft. Auf eine Trendwende zu hoffen, könne allerdings zum Trugschluss werden. „Die Gefahr einer Bärenmarkt-Rally ist nach wie vor latent“, warnte auch Experte Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel.

EU-Kommission schlägt Wiederaufbaufonds in Billionenhöhe vor

08.45 Uhr: Um die gesamteuropäische Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder anzukurbeln, hat EU-Komissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis einen europäischen Wiederaufbaufonds in Billionenhöhe in Aussicht gestellt. Der Fonds könne mit Anleihen finanziert werden, die mit einer Bürgschaft der EU-Mitgliedstaaten unterlegt würden, sagte Dombrovskis dem “Handelsblatt”. Im Gespräch sei eine Größenordnung von bis zu 1,5 Billionen Euro. 

Der Haushalt müsse im Mittelpunkt des Wiederaufbaus stehen, sagte Dombrovskis der Zeitung. Es gehe dabei “eher nicht” um höhere Beiträge von Nettozahlen wie Deutschland, betonte er. Die EU-Kommission arbeite vielmehr an “neuen Finanzierungsinstrumenten”. 

Eine schwere Rezession als Folge der Corona-Krise nannte der Vize-Kommissionspräsident „unvermeidlich”. Möglich sei sogar eine schlimmere Situation als nach der Finanzkrise 2009, warnte der Lette. In einer derart schweren Krise müsse man “aus alten Denkmustern ausbrechen”, mahnte er.

Chinas Exporte im März um 6,6 Prozent gefallen

08.38 Uhr: Chinas Ausfuhren sind wegen der Coronavirus-Pandemie auch im März gefallen – der Rückgang war aber schwächer als noch im Februar. Die Exporte gingen im Vorjahresvergleich um 6,6 Prozent zurück, wie die chinesischen Zollbehörden am Dienstag mitteilten. Im Februar hatte der Rückgang wegen der zahlreichen Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie noch 17,2 Prozent betragen. Die Importe im März schrumpften nur leicht um 0,9 Prozent.

In China waren im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bereits Ende Januar strikte Beschränkungen verhängt worden. Seit März werden sie wieder gelockert und die Wirtschaft wieder hochgefahren. Wichtigster Abnehmer der chinesischen Ausfuhren im März waren nach Angaben der Zollbehörden Länder im Verband Südostasiatischer Nationen (Asean). Danach folgten die EU und die USA. 

Die nachlassende Nachfrage weltweit habe “unvermeidliche Folgen” für die chinesischen Exporte, sagte ein Sprecher der Zollbehörden. Analyst Julian Evans-Pritchard von Capital Economics warnte, das Schlimmste stehe noch bevor – die relativ guten Zahlen im März seien nur “von kurzer Dauer”. In China seien nach wie vor zahlreiche Beschränkungen in Kraft, viele Wanderarbeiter könnten nicht an ihren Arbeitsplatz reisen und der Transport von Waren bleibe gestört.

Corona-Krise: Wirtschaftsforschungsinstitut warnt vor übereiltem Exit

07.07 Uhr: Vor einer übereilten Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gewarnt. “Es ist wichtiger, dass die Kontaktbeschränkungen nachhaltig gelockert werden, als dass sie schnell gelockert werden”, sagt der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien.

Eine vorschnelle Aufhebung der Kontaktbeschränkungen berge die Gefahr, dass es zu einem erneuten Emporschießen der Corona-Infektionen komme und die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden müssten, heißt es in der Studie des IMK. Die Kosten der Kontaktbeschränkungen stiegen zwar mit einem Andauern über Anfang Mai hinaus überproportional, weil die Gefahr wachse, dass es zu Unternehmenspleiten und in der Folge zu steigender und sich verfestigender Arbeitslosigkeit komme. Aber das Risiko eines anhaltenden Stop-and-Gos mit erneuten flächendeckenden Schließungen von Schulen, im Einzelhandel und in der Gastronomie wiege schwer.

“Am Ende zählt die Gesamtdauer der Betriebsunterbrechungen. Wenn jetzt für zwei Wochen alles wiedereröffnet wird, um dann wieder für zwei Monate schließen zu müssen, ist nichts gewonnen”, sagte Dullien.

Die Eckpunkte für das Wiederhochfahren von Handel und Wirtschaft müssten in den allernächsten Tagen klar und praktisch umsetzbar kommuniziert werden, wenn eine Lockerung ab Anfang Mai beginnen soll, forderte er.

Wichtig sei im ersten Schritt die rasche Kommunikation und Umsetzung von Infektionsschutz und Abstandsregeln in Kindertagesstätten, Schulen, Einzelhandel und Gastronomie. “Den Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen muss klarer als bisher gesagt werden, was ab wann auf sie zukommt”, erklärt Dullien. Dazu gehörten neben Vorgaben zu absehbar notwendigen Umbauten und Hygiene-Vorschriften zur Wiedereröffnung ebenso ein klares Statement, dass es keine schnelle Rückkehr zum Vorkrisen-Status geben werde und bestimmte Einschränkungen, etwa bei Großveranstaltungen, absehbar noch längere Zeit bestehen bleiben werden.

In Schulen und Kitas sollte nach Einschätzung der Düsseldorfer Wissenschaftler zunächst ein teilweiser Betrieb wieder aufgenommen werden. SO könne etwa jede Klasse hat nur noch jeden zweiten Tag Unterricht haben – bei klarer räumlicher Trennung der Klassen. In Geschäften und Dienstleistungsbetrieben sollte laut IMK generell mit Trennwänden und – je nach Größe – zunächst mit Einlassbeschränkungen gearbeitet werden.

Sobald die Verfügbarkeit von einfachem Mund-Nasen-Schutz gegeben sei, sollte nach Ansicht der Forscher außerdem überprüft werden, inwieweit eine generelle Pflicht zum Tragen dieser einfachen Masken auf öffentlichen Wegen die Infektionsverbreitung begrenzen könnte.

IWF: Sofortige Schuldenerleichterungen für 25 arme Staaten

Dienstag, 14. April, 01.43 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der Corona-Krise sofortige Schuldenerleichterungen für 25 Entwicklungsstaaten verkündet. Wie IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Montag mitteilte, gewährt der IWF armen Staaten für einen Zeitraum von sechs Monaten Notkredite, um sie im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu unterstützen. Der IWF-Vorstand bewilligte die Kredite für eine Reihe afrikanischer Staaten sowie für Afghanistan, Nepal, Haiti und den Jemen.

Das Geld kommt aus dem Katastrophenbeistandsfonds CCRT des IWF, der während der Ebola-Krise in Westafrika 2015 geschaffen worden war und angesichts der Coronavirus-Pandemie nun umgenutzt wird. Derzeit umfasst der CCRT 500 Millionen Dollar. Die größten Beitragszahler sind Japan, Großbritannien, China und die Niederlande. Georgieva warb für eine Aufstockung des Fonds und rief auch andere Staaten auf, sich an Beitragszahlungen zu beteiligen.

Polnische Lot zieht sich aus Condor-Übernahme zurück

17.10 Uhr: Die polnische Fluglinie Lot verzichtet auf den geplanten Kauf des Ferienfliegers Condor. Von dieser Entscheidung habe man Condor unterrichtet, sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns PGL am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Warschau. Zuvor hatte das “Handelsblatt” über den Rückzieher berichtet.

Corona-Krise: Wirtschaftsforschungsinstitut warnt vor übereiltem Exit

09.12 Uhr: Vor einer übereilten Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gewarnt. “Es ist wichtiger, dass die Kontaktbeschränkungen nachhaltig gelockert werden, als dass sie schnell gelockert werden”, sagt der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien.

Eine vorschnelle Aufhebung der Kontaktbeschränkungen berge die Gefahr, dass es zu einem erneuten Emporschießen der Corona-Infektionen komme und die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden müssten, heißt es in der Studie des IMK. Die Kosten der Kontaktbeschränkungen stiegen zwar mit einem Andauern über Anfang Mai hinaus überproportional, weil die Gefahr wachse, dass es zu Unternehmenspleiten und in der Folge zu steigender und sich verfestigender Arbeitslosigkeit komme. Aber das Risiko eines anhaltenden Stop-and-Gos mit erneuten flächendeckenden Schließungen von Schulen, im Einzelhandel und in der Gastronomie wiege schwer.

“Am Ende zählt die Gesamtdauer der Betriebsunterbrechungen. Wenn jetzt für zwei Wochen alles wiedereröffnet wird, um dann wieder für zwei Monate schließen zu müssen, ist nichts gewonnen”, sagte Dullien.

Auto-Absatz steigt stark an: In China zeigt sich nun der “Sondernachfrage-Effekt”

Montag, 13. April, 09.00 Uhr: Der Absatz in China, dem größten Automarkt der Welt, steigt wieder stark an. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin “Business Insider” sieht Volkswagens China-Chef Stephan Wöllenstein dafür zwei Gründe: „Es gibt es in China seit der Corona-Krise einen gesteigerten Bedarf an individueller Mobilität. Die Menschen vermeiden es, in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Kurz: Wir erleben einen Sondernachfrage-Effekt.“ Daneben gebe es eine „aufgestaute Nachfrage, weil die Menschen vier bis sechs Wochen nicht in der Lage waren, ein Auto zu kaufen“.

Im Interview äußert sich Wöllenstein auch zum Krisenmanagement der chinesischen Regierung: „China probiert gerne aus, tastet sich vor, adaptiert gute Lösungen und geht manchmal auch wieder einen Schritt zurück. Das ist bei industriepolitischen Themen so, aber auch beim Krisenmanagement. Es gab keine mustergültige Blaupause von Anfang an.“ Wöllenstein spricht dabei von einem „vorsichtigen Herantasten und tageweises Optimieren“. Weiter sagt er zu Business Insider: „Wenn man sich allein die Summe von Erlässen in einzelnen Provinzen und Städten ansieht, gab es manchmal auch ein hin und her. China hat die Angewohnheit sehr flexibel und auch sehr kurzfristig Feinsteuerung zu betreiben. Das mutet manchmal etwas chaotisch an, aber in der Summe wurde die gute Balance gefunden zwischen Eindämmung der Epidemie und Vermeidung des wirtschaftlichen Totalschadens.“

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