Wirtschaftskrise: Top-Ökonom fürchtet “Zangenangriff auf Deutschlands Wohlstand”

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Experte warnt vor längerem Abschwung: Ökonom gesteht Fehler: “Wir müssen unsere Prognosen vom Beginn der Krise revidieren”

Deutschland lockert – doch das bedeutet nicht, dass deswegen die Wirtschaft direkt wieder Vollgas geben kann. Der Volkswirt Gabriel Felbermayr erwartet sogar, dass wir deutlich länger unter den Folgen der Krise leiden werden als erwartet, denn gerade die Bundesrepublik treffen die wirtschaftlichen Folgen gleich von zwei Seiten.

Zu Beginn der Pandemie waren sich die Ökonomen einig: Es wird rasch bergab gehen mit der Wirtschaft – doch ebenso rapide wird dann die Erholung ausfallen. Auch die Bundesregierung rechnete mit einer solchen V-förmigen Rezession. Nun sei jedoch klar, dass wir uns von dieser Vorstellung verabschieden müssen, sagte der Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, in einem Interview mit dem Magazin „Spiegel“.

„Was wir jetzt an Belegen sehen, passt nicht wirklich dazu. Wir müssen unsere Prognosen vom Beginn der Krise revidieren“, so Felbermayr. Dem Ökonomen zufolge müsse sich Deutschland darauf vorbereiten, auch im dritten Quartal nicht wieder auf das Normalniveau zurückzufinden – „dafür sind wir zu tief gefallen“, sagte Felbermayr.

Laut Felbermayr ist die Wirtschaftsleistung in der zweiten Märzhälfte auf nur noch 80 bis 85 Prozent gefallen. In der Spitze haben rund 20 Prozent gefehlt, wie Felbermayr dem Blatt sagte. Das lasse sich unter anderem am Stromverbrauch festmachen, der mit der Industrieproduktion zusammenhängt, so Felbermayr.

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Schaden am Arbeitsmarkt hat sich „in Teilen in die Zukunft verschoben“

Es wird dauern, bis dieser Einbruch überstanden ist. Durch die Pandemie „sind Zukunftsängste entstanden, die sehr viel nachhaltiger sind als die Bedrohung durch das Virus selbst“, erklärte Felbermayr. „Die Unsicherheit darüber, ob der Aufschwung kommt, der eigene Job noch sicher ist, die verschwindet nicht, wenn wir jetzt wieder beginnen, Gaststätten und Grenzen zu öffnen.“

Die Menschen würden Felbermayr zufolge nun mehr sparen und weniger konsumieren, ebenso wie Unternehmen sich mit Investitionen zurückhalten würden. „Das Vertrauen in die Zukunft hat einen ernsthaften Schock erlitten“, sagte der Ökonom. Wenig hilfreich sei dabei auch die weltweite Lage, denn die USA seien noch mitten in der Krise, während Schwellenländer womöglich erst noch richtig getroffen werden.

“Zangenangriff auf Deutschlands Wohlstand”

Der Volkswirt erwartet, dass die Globalisierung – von der auch Deutschland enorm profitierte – durch die Krise zurückgehen wird. „Der Trend der ,Slowbalisation’ war ja schon da“, konstatierte Felbermayr. Das werde sich nun verstärken. „Firmen werden versuchen, näher an ihren Absatzmärkten zu produzieren. Das heißt nicht zwingend eine Rückkehr nach Deutschland, das kann auch gut Polen sein“, merkte Felbermayr an. Außerdem würden Lieferketten in ihrer Komplexität reduziert, Zulieferer diversifiziert werden, fügte der Ökonom an. All das dämpfe den globalen Güterhandel.

Darunter werde auch Deutschland leiden – in einem „Zangenangriff auf Deutschlands Wohlstand“. Denn einerseits bedeute ein weniger globalisierter Warenhandel, dass Autos und Maschinen künftig weniger vom Ausland in Deutschland gekauft werden. Auf der anderen Seite dürfte die Globalisierung von Dienstleistungen zunehmen. Auch das belaste Deutschland, denn hier drohe ein Outsourcing von Arbeitsplätzen: „Wir erleben, dass der Austausch durch Tele-Konferenzen gut funktioniert. Das lässt sich weiterdenken: Warum sollte das nicht genauso gut zwischen einem deutschen Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer in Indien funktionieren?“

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Immerhin: Felbermayr erwartet nicht, dass uns eine zweite Pandemie hier einen Strich durch die Rechnung machen könnte. „Vor einer zweiten Pandemie mache ich mir weniger Sorgen – genauso wenig wie über eine zweite Lehman-Brothers-Pleite. Wir ziehen aus den Ereignissen ja durchaus Lehren“, so der Experte. Vielmehr müsse man in andere Ecken schauen, aus denen wir keine Krise voraussehen. „Die Krise kommt selten zweimal aus der gleichen Richtung“, sagte Felbermayr hierzu.

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Deutschland muss resilienter werden – gegen Katastrophen aller Art

Felbermayr plädierte deswegen darum, sich Gedanken darüber zu machen, wie Deutschland „insgesamt widerstandsfähiger, resilienter“ werden kann. Für den Ökonomen lauern etwa Gefahren beim Thema Internetsicherheit. „Gut möglich, dass die nächste Krise ausgelöst wird durch ein Computervirus, das unsere gesamte digitale Infrastruktur plattmacht“, mahnte Felbermayr.

Auch der Klimawandel könnte laut Felbermayr zur bösen Überraschung werden: „Wir müssen Katastrophenszenarien insgesamt ernster nehmen. Zum Beispiel: Was tun wir, wenn es mal drei Jahre in Deutschland nicht wirklich regnet?“ Dem Ökonomen zufolge ist das heute zwar noch unwahrscheinlich. Doch für ebenso unwahrscheinlich habe man gehalten, dass der Interbankenmarkt so austrocknen könnte, wie es in der Finanzkrise ab 2008 der Fall war, so Felbermayr.

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