Yves Rausch half ihm kürzlich bei Renovierung: So erlebte Bekannter den Mann

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Fachwerkhäuser, Holzbalkone voller Blumenschmuck, Springbrunnen und Straßencafés: Oppenau, eine Gemeinde mit knapp 5.000 Einwohnern im baden-württembergischen Ortenaukreis, bietet eine Schwarzwald-Idylle wie aus dem Bilderbuch. Doch seit dem Wochenende ist alles anders. Der dauerhaft über dem Ort kreisende Polizeihubschrauber erinnert Einwohner und Besucher an die Fahndung nach dem 31-jährigen Yves Rausch, der die Region seit Tagen in Atem hält.  

Rausch hatte vier Polizeibeamte bei einer Kontrolle überwältigt und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Seither befindet er sich auf der Flucht, die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach ihm. Im Ort sind die Menschen am Dienstag wachsam, aber noch relativ entspannt. Rausch kennen viele hier, wenn auch meistens nur vom Sehen. Als harmlos stuft ihn die Mehrheit hier ein, allerdings auch als Eigenbrötler. „Er lief mal mit einer weißen Ratte auf der Schulter herum“, sagt ein älterer Mann, der im Garten des Imbisses „Pavillon“ in der Ortsmitte sitzt und ein Bier trinkt.    

Yves Rausch verletzte Freundin einst mit Armbrust

Marion Hauser und ihr Mann Uwe, die den “Pavillon” und einen in der Nähe gelegenen Minigolf-Platz betreiben, kannten Yves Rausch gut und beschreiben ihn ebenfalls als eigen, aber nett. Der jüngste Vorfall ist jedoch nicht das erste Mal, dass Rausch mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Weil er im Alter von 20 Jahren seine damalige Freundin mit einer Armbrust verletzt hatte, wurde er zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.     

Nach zwei Dritteln der Zeit habe man ihm angeboten, wieder auf freien Fuß zu kommen, sagt Marion Hauser. Doch Rausch lehnte ab: er hatte im Gefängnis eine Schreinerlehre begonnen und habe diese unbedingt zu Ende bringen wollen, so Marion Hauser. Als Schreiner arbeitete er dann auch für verschiedene Arbeitgeber, zuletzt bei der Deutschen Bahn, die ihm aber kündigte. Warum, weiß Marion Hauser nicht.    

“Beachtliches handwerkliches Geschick”

Später verlor er dann auch seine Wohnung in Oppenau und wurde obdachlos, campierte unter anderem auf einem Parkplatz. Bis im Juni habe er ihm bei der Renovierung seiner Minigolf-Hütte geholfen, sagt Uwe Hauser. „Er konnte unglaublich gut mit Holz umgehen“, sagt der 56-jährige, sein handwerkliches Geschick sei beachtlich gewesen. Auch wenn Rausch stets eine Axt mit zur Minigolf-Hütte gebracht habe, habe er sich nie bedroht gefühlt, so Hauser weiter.

Lesen Sie alles zur Großfahndung nach dem Flüchtigen im News-Ticker von FOCUS Online.

Er zeigt Fotos von Rausch bei den Renovierungsarbeiten, beim Essen in geselliger Runde, beim Begutachten des Interieurs der Hütte. Der junge Mann wirkt reserviert, auf manchen Fotos lacht er offen und herzlich. Wie es zu der Tat kommen konnte, ist Hauser ein Rätsel. Ein Hang zu Waffen und sonderbarem Verhalten ist den Schilderungen der Oppenauer zufolge eine Konstante im Leben von Yves Rausch.

Rausch hat sich bei französischer Fremdenlegion ausbilden lassen

Yunus Aksu, ein 18-jähriger entfernter Bekannter des Flüchtigen, berichtet, dass Rausch eines Tages mit einem Schwert durch den Ort spaziert sei. Auch mit einer Armbrust sei er immer wieder gesichtet worden. Aksu weiß außerdem, dass Rausch sich freiwillig bei der französischen Fremdenlegion hat ausbilden lassen – eine Aussage, die Uwe Hauser bestätigt. Die Fähigkeit, gleich mehrere Polizisten zu überwältigen, schreibt Aksu dieser Ausbildung zu. Dass Rausch psychisch krank ist, glaubt der Bekannte indes nicht.    

Vielmehr zeichnet er das Bild eines Mannes, der einfach seine Ruhe haben wollte nach „der ganzen Scheiße, die er durchgemacht hat“. Diesen Eindruck bestätigen Aussagen des Staatsanwalts Herwig Schäfer auf der Pressekonferenz am Nachmittag. Demnach sehe sich Rausch als „eine Art Waldläufer, der sehr gut auf sich gestellt sein kann und gut auskommt“, so Schäfer. Polizeipräsident Reinhard Renter zufolge mache die Tatsache, dass Rausch sich im Wald so heimisch fühle, die Suche nach ihm schwerer.      

Zwar waffenaffin, aber keine rabiate Person

Das Motiv für die Tat vermutet die Staatsanwaltschaft in der Persönlichkeit Rauschs. Polizeipräsident Reinhard Renter bestätigte auf der Pressekonferenz die Einschätzung der Bevölkerung. Zwar sei Yves Rausch als waffenaffin einzuschätzen, sei aber nie als rabiate Person aufgefallen. Dennoch zitiert Renter einen der betroffenen Polizisten mit den Worten: „Die Situation war für mich jederzeit bedrohlich. Ich habe jederzeit damit gerechnet, dass er auf mich schießen könnte und ich in dieser Hütte sterben könnte.“    

Rauschs bester Freund Sebastian S. habe gesagt, sein Freund wolle auf keinen Fall wieder in den Knast, berichtet Uwe Hauser. S. hat auf Facebook in der Zwischenzeit ein Statement gepostet, welches angeblich von Rauschs Mutter stammt. darin heißt es:  “Yves ist kein gewalttätiger Mensch und würde niemanden verletzen; ich denke, er hat nur Angst, weiß nicht weiter, ist alleine; Yves ist höflich und freundlich; vielleicht ein bißchen ein “Exot”, aber er ist hilfsbereit, kreativ, sensibel und liebt die Natur. Er wird gejagt wie ein wildes Tier. Was dabei rauskommen kann, konnte schon öfter in den Nachrichten verfolgt werden; diese Tiere werden erschossen weil sie nicht in diese “Idylle ” passen. Ich bin sehr traurig, welche Macht Medien haben können über einen Menschen zu urteilen, den sie nicht kennen. Es ist sinnvoll sich erst zu informieren! Er hat das Recht seinen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, so, wie er ist! Yves ‘s Mutter.”     

“Er war ein komischer Kauz”

Zuletzt war Yves Rausch in einem Verschlag an einem Waldhang untergekommen, der direkt an den Ortskern angrenzt. Am Nachmittag führte die Polizei mehrere Überprüfungsaktionen durch, unter anderem auch dort. Die Menschen in Oppenau reagieren auf die nicht zu übersehende Polizeipräsenz entspannt, auch Kinder sind auf der Straße. „Ich habe ihn öfter gesehen. Er war ein komischer Kauz“, sagt ein Mann, der mit seinem Hund zwischen Rathaus und Johanneskirche spazieren geht. Im Januar habe er gesehen, wie er auf einem Parkplatz im Ort campiert habe. Der Mann beschreibt Rausch dem Eindruck nach als „friedliebende Person“, die Nachricht vom Wochenende habe ihn überrascht.      

Eine Frau, die aus einem Haus in der Nähe kommt, sieht das ähnlich – mit Einschränkungen: „Wenn er nicht in die Enge getrieben wird, glaube ich nicht, dass Gefahr von ihm ausgeht“, sagt sie. In Oppenau sei indes deutlich weniger los seit dem Vorfall, und auch sie selbst bewege sich nicht mehr so selbstverständlich durch den Ort wie zuvor. „Wir wohnen direkt am Hang, unser Garten geht nach hinten raus. Nachdem die Polizei jetzt auch da war, gehen wir erst einmal nicht mehr in diese Richtung“, so die Einwohnerin.  

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