ZDF-Doku: “Wir haben hier ein Paradies geschaffen für billigen Sex”

0
45
Werbebanner

Peter Deffaa ist Schulleiter an der Neckar-Grundschule. Viele der Kinder kommen aus sehr armen bulgarischen und rumänischen Familien. Er geht regelmäßig durchs Viertel, besucht sogenannte Problem-Immobilien und sucht auch dort die Kinder auf. Für ihn ist klar. “Wir stehen jetzt an der Grenze, ob wir einen Haufen Menschen heranziehen, die später mal Hartz IV beziehen oder ob sie mit Bildungschancen ihr späteres Leben selbstständig gestalten.” 

Die Corona-Quarantäne traf dieses Viertel besonders hart. “Die Menschen leben in kleinen Zimmer, mit 15 Quadratmetern zu fünft, zu sechst, da ist nicht viel Platz. Ich mache mir Sorgen um die Kinder in der Corona-Zeit”, sagt er und organisiert Hausbesuche, um Tablets für Homeschooling an die Kinder zu verteilen.

“Ein Paradies für billigen Sex” 

Julia Wege, stellt sich mit ihrem Verein “Amalie” der Armutsprostitution in Neckarstadt-West entgegen. “Ich schäme mich für Deutschland, dass wir hier ein Paradies geschaffen haben für billigen Sex, aber nicht die Verantwortung tragen möchten für die Frauen, die hier traumatisiert und ausgebeutet werden”, sagt die junge Frau.

Julia Wege hat bisher 90 Frauen aus der Zwangsprostitution gerettet. Mit viel Mut und wenig Geld hat sie Bordelle abgeklappert und den von der Gesellschaft vergessenen Frauen ein neues Leben ermöglicht. In Corona-Zeiten kommen die Frauen zu “Amalie”, um zusammen zu kochen, sich zu waschen, zu reden.

Anna braucht im Monat 200 bis 250 Freier

Wie Anna, die ohne die Hilfe von “Amalie” kaum etwas zu essen hätte. Der Bordellbesitzer hat ihr ein Zimmer zur Verfügung gestellt, nach Corona muss sie ihre Schulden abarbeiten. 5000 Euro. Dafür braucht sie im Monat 200 bis 250 Freier. Anna ist eine der wenigen Frauen, die sich an das Prostitutionsverbot hält, es gibt viele Frauen, die weiterarbeiten. “Die gehen privat, die machen weiter, die brauchen Geld für Miete, für Essen”, schildert Anna deren verzweifelte Situation.

Oder Eva aus Bulgarien, die seit 20 Jahren anschaffen geht, dass ihre Kinder in Bulgarien ein besseres Leben führen können. “Das ist alles so schwer für mich, ich will bei meinen Kindern sein, sie in den Arm nehmen, sie warten immer auf, aber ich muss Geld verdienen.”  

Wegen Corona stehen die Räume in “Aufwind” leer 

In Neckarstadt-West wachsen Kinder zwischen Straßenstrich und Spielplatz auf, die schon früh lernen, dass dicke Autos keinen Schulabschluss erfordern. Um sie kümmert sich Stefan Semel. Seit 15 Jahren bietet er Kindern in “Aufwind” ein Ersatz-Zuhause und hat hier aus leistungsschwachen Schülern schon einige Abiturienten gemacht. Wegen Corona stehen die Räume in “Aufwind” leer. 

Die ZDF-Doku 37° zeigt, was drei engagierte Menschen tun, damit ein Stadtteil wie Neckarstadt-West mit seiner kulturellen Vielfalt ein lebenswerter Ort bleibt und nicht in eine parallele Welt abgleitet. Eine schwierige Aufgabe, die in Corona-Zeiten zu einer noch größeren Herausforderung wird. 

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

dreizehn − sieben =