ZDF: Serie “The Last Wave” ist höchstens in Virus-Hausarrest ertragbar

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In Zeiten wie diesen klingen Titel mit „Welle“ nicht allzu verheißungsvoll. Wer erwartet schon Gutes von einer Welle. Die zweite Corona-Welle, von so manchem Virologe erwartet, würde die neu gewonnenen Freiheiten wieder beschneiden. Wieder im Hausarrest, wäre dann vielleicht auch Zeit genug, eine Serie wie „The Last Wave“ anzuschauen.

Aber wenn draußen Sommer ist, die Kneipen wieder geöffnet haben und sich auch sonst so manches endlich unternehmen lässt, dann muss es gute Gründe geben, den Abend bis spät in die Nacht vor dem Fernsehen zu verbringen.

Es ist nicht die Welle, es ist die Wolke

Um es vorweg zu nehmen: „The Last Wave“ ist kein Grund. Die französische Mystery-Serie verspricht bereits im Titel zu viel. Denn es ist keine Welle, die das Unheil anrichtet, sondern eine Wolke. Bedrohlich hängt sie als walzenähnliche Formation plötzlich über einer kleinen Stadt an der Mittelmeerküste.

Der Lehrer Ben schwimmt gerade im Meer und wird von etwas in die Tiefe gezogen. Nur mit Mühe kommt er wieder an Land. Der kleine, bebrillte Junge Thomas beschäftigt sich mit seinem Wasserspielzeug, das plötzlich durchdreht. „Daran ist bestimmt die Wolke schuld“, sagt der Knabe ahnungsvoll. „Sie ist verzaubert.“ Nur die Erwachsenen hören natürlich mal wieder nicht.  

Die Katastrophe, die keine ist

Ein Wettbewerb findet wie geplant statt. Elf Surfer begeben sich mit ihren Brettern aufs Wasser, darunter auch der kleine Thomas, der noch jammert: „Surfen finde ich doof – ich würde lieber nach Hause gehen.“ Kaum nehmen die ersten Sportler gekonnt die Wellen, senkt sich die Wolke auf das Meer, rollt wie eine Walze zum Strand, dreht zurück und löst sich auf. Zurück bleibt – eine leere Wasseroberfläche. Alle Surfer sind verschwunden.

Mit leeren Gesichtern sitzen die Angehörigen auf dem Sand, nur Ben schwingt sich in ein Boot und folgt dem Signal eines AIS-Senders, den einer der Surfer bei sich hat. Es markiert eine Stelle weit draußen auf dem Meer. Ben und der Vater des kleinen Thomas fahren und fahren, der Motor geht aus, ihre GPS-Navigation ist gekappt – dann funktioniert  alles wieder, sie fahren und fahren – und kommen wieder am Ausgangspunkt an.

Was passiert, wenn nichts passiert

Und so geht es weiter. Es passiert einfach nichts. Ben und seine Frau haben Probleme, die Ehe ist zerrüttet, wohl durch den Tod ihres kleinen Sohns. Die Teenager Yael und Mathieu finden ihre Eltern lästig. Mathieu klagt: „Immer mein Vater und sein Scheiß. Das ist nervig.“ Yael: „Ich finde meine Eltern auch ätzend.“ Der kleine bebrillte Thomas ist ein Außenseiter.

Surfer-Star Max Alcorta frönt ein Jet-Set-Leben und langweilt sich zugleich damit. Die Konflikte sind so stereotyp wie aufgesetzt. Die Dialoge gestelzt. Im Moment der Katastrophe, als die Familienangehörigen gerade von der Wolke verschluckt worden sind, sitzen die Schauspieler mit stumpfen Blicken und tatenlos am Strand  – und warten, dass was passiert.

Oh, wie mysteriös

Und dann steigen die Verschwundenen wieder aus dem Wasser.  Keiner von ihnen erinnert sich an irgendetwas. „Ein schwarzes Loch. Dann bin ich in der Nähe des Strands wieder wach geworden“, gibt Lena, die Frau von Ben, zu Protokoll. Doch die Wiedergänger sind verändert. Zuerst fällt es beim kleinen Thomas auf. Er hat eine andere Augenfarbe, sieht plötzlich scharf wie ein Adler und besitzt seherische Fähigkeiten.

Mathieu, der Sohn eines Scharlatans, mutiert zum Wunderheiler. Profisurfer Max findet Linderung seiner Schmerzen und schließlich den Durchblick nur im Wasser. Lena verführt ihren Mann, die Narben an ihrer Hand von den Selbstmordversuchen sind verschwunden. Ein Albtraum verbindet alle Zurückgekehrten. In ihm ist die Stadt, in der sie leben, vom Sand zugeweht.

Ein Prise Gesellschaftskritik

Und dann ist da noch das große Projekt, ein Öko-Ressort für besserverdienende Touristen. Bei den Bauarbeiten öffnet sich eine Spalte im Boden. Und was macht der profitgierige Bauherr? Sie lässt den aufgerissenen Boden einfach zuschütten. Schließlich kostet jeder Tag Verzögerung Geld. Bevor kurz nach Mitternacht die nächste Katastrophe in diese totlangweilige Welt hereinbricht, schalte ich ab. Binge-Watching findet wohl doch besser bei Netflix statt.

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